Auf den letzten Tagen lag eine Art Zauber; Der zarte, belebende Zauber eines Neubeginns. Ich räumte, putzte, entsorgte, arbeitete in jeder meiner kleinen, freien Minuten daran, die winzige, ganz schön schäbige und bisher stillgelegte Küche unterm Dach aus ihrem Dornröschen-Schlaf zu küssen.
Und in eine Hexenküche zu verwandeln.
Ich möchte so gern färben lernen. Pflanzenfärben. Mit Kräutern, Blüten, Blättern, Rinde hantieren, in dampfenden Töpfen rühren und ein wenig zaubern dabei.
Da schwelt schon länger das Bedürfnis in mir, mehr aus der Wolle zu machen, die ich habe, die Dinge, die ich stricke noch ein klein wenig mehr meins werden zu lassen. Wenn ich schon nicht spinne, dann wenigstens indem ich vielleicht die eine oder andere Garnfarbe variere, diejenigen vor allem, die es auch nach Monaten oder Jahren -aller anfänglichen Begeisterung zum Trotz- nicht in mein Strickkörbchen schaffen und mir fremder und fremder werden.
So kam heute dieses helle Silbergrau in meine frisch bezogene Färbeküche. Zum Topf voller weich gekochter, noch grasgrüner Walnüsse und abgezupftem Laub.
Es brodelt und dampft und riecht ein wenig nach Henna, mit dem mein Liebster mir in meiner Jugend das Haar rot färbte…

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