Was für eine Nacht.
Was für ein Morgen.
Puh.
Mein kleiner Junge wälzte sich gefühlt permanent unruhig neben mir im Bett herum und fand kaum richtig zur Ruhe. Morgens um 5:00 war an Schlaf dann gar nicht mehr zu denken, nur noch ans Wiegen und Tätscheln und um kurz vor 6:00 rollte ich mit einem Seufzer aus dem Bett. Seitdem bin ich auf den Beinen und schlecht gelaunt. Ich meine, ich liebe mein Baby! Wirklich und ehrlich und mit Haut und Haaren und allen Sinnen, die ich noch beisammen hab‘. Ich habe oft überlegt, ob ich mir da vielleicht etwas vormache und einfach vieles schon vergessen habe aus den früheren Säuglingszeiten meiner anderen Kinder, aber nein, ich glaube, es stimmt: So sehr wie ihn konnte ich bisher kein anderes Baby geniessen. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht die Tatsache, dass nach ihm wohl nicht mehr viele Kinder kommen werden, falls überhaupt noch eines, jedenfalls verbringe ich viel Zeit damit, bei ihm zu sitzen, mit ihm zu spielen, zu lachen, ihn zu knuddeln, überhaupt zu schmusen, was das Zeug hält. Er mag das. Man kann es sehen und fühlen. Er ist ein fröhliches Kerlchen, wahnsinnig verschmust und präsent, mit breitem Grinsen, aus dem jetzt gut sichtbar unten zwei, oben drei weisse Zähnchen heraus blitzen. (Zahn Nr.6 kämpft unten rechts noch mit dem Zahnfleisch):
Aber diese Nächte… Damit komme ich nur schwer zurecht.
Vielleicht auch das Alter? Oder schlichtweg die Tatsache, dass ich auch nur Mensch bin und meinen Schlaf einfach brauche? Klar ist; ich hätte gestern Abend wohl besser auf mein Hörbuch (Iny Lorentz, „Die Goldhändlerin“. Seicht und etwas sonderbar bisher. Aber vielleicht wird es ja besser) verzichten und schon um halb neun Uhr die Lampe löschen sollen. Zum dritten Mal in Folge zwar, doch vielleicht wäre meine Stimmung dann ein wenig aufgeräumter…
Nun denn. Jetzt gilt es, Schadensbegrenzung zu betreiben. Schokopudding vielleicht? Schokolade hilft immer. Am Wochenende habe ich ein weiteres Rezept aus Gemma Staffords „Bigger Bolder Baking“ ausprobiert. Die „Silky Smooth Chocolate Soup“, was ein irreführender Titel ist für eine schlichte Schokoladecreme, aber hey; Ich bin begeistert! Die Textur, der Geschmack, die Raffinesse- perfekt! Gemma rührt Salz ein, nicht nur eine Priese, nein, einen halben Teelöffel voll (auf nicht einmal einen Liter Sahne-Milch), ganz schön gewagt also. Aber goldrichtig. All meine bisherigen Schokocreme/Pudding-Versuche waren lahme Enten dagegen. Nur in einem Punkt bin ich nicht Gemmas Meinung: Sie isst ihre „Chocolate Soup“ noch warm mit einem Klecks Sahne obendrauf. Ich hingegen meine, diese Creme gewinnt über Nacht kalt gestellt durchaus an Aroma, an Süsse und Cremigkeit, direkt gegessen finde ich sie zu üppig und vom Aroma her zu wuchtig. Punkto Sahnehäubchen bin ich aber ganz bei Gemma: Was sein muss, muss sein.
Sowohl im Buch als auch im Video wird die Schokoladencreme in hübschen Glaskelchen serviert, was ganz entzückend ist und sehr viel ansprechender als meine ollen Glasschalen, aus denen die Kinder sonst ihr Müsli löffeln. Ich habe mir vorgenommen, beim nächsten Mal einen der drei getöpferten Tonbecher zu verwenden, die bei mir im Regal stehen und ansonsten nirgends so richtig hinpassen wollen. Eigentlich möchte ich nichts besitzen, was keinen Zweck erfüllt und nicht wirklich benutzt wird. Doch diese drei Becher sind zu hübsch, um weg zu kommen, also muss ich einen Job für sie finden. Als Schokocreme-Cups zum Beispiel. Klingt doch fancy, oder?

 

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