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Die letzten Tage über trieb mich eine intensive Lust nach Schokolade um.  Nicht nach Süssem generell, sondern ganz konkret nach Schokolade und Fett und Zucker und Kakao und diesem satten, wohligen Gefühl im Bauch. Ich gab mir Mühe, mich zurück zu halten, doch irgendwie konnte ich nicht recht widerstehen, knabberte mal hier an einer Tafel Milchschokolade, naschte da ein paar Kekse und trank mehr heissen Kakao als gewöhnlich. Aber es half nichts. Ich fühlte mich zwar überzuckert, aber die Lust blieb.

Heute nachmittag habe ich es dann  nicht länger ausgehalten und mich mit meiner Kleinen in die Schlacht am Küchenherd gestürzt. Butter spritzte in alle Ecken,  ehemals blütenweisse Kochschürzen wurden matschig schokobraun und es wird bestimmt Jahre dauern, bis ich all die Pfannen und Schüsseln wieder abgewaschen habe… aber voilà: Da steht ein grosses Blech duftender Schokoladen-Cupcakes in meiner Küche, süss und fein und schön schokoladig. Hübsch sind sie nicht, nicht einmal halbwegs vorzeigbar, aber sie sind gut und derart gehaltvoll, dass dieses leere, sehnsüchtige Gefühl in meinem Bauch nach gut 1.5 Küchlein wie weggeblasen ist. Ich glaube, das war es, was ich gebraucht habe. Kuchen. Hausgemacht. Die volle Dosis Zucker, Eier, Butter und Mehl und Schokolade, aber bewusst verarbeitet und mit allen Sinnen genossen, nicht nur am Küchentisch als süsses, mächtiges Dessert, sondern schon vorher, bei der Zubereitung, genossen und wahr genommen mit meinen eigenen Händen, meinem Verstand und meinem Herzen. Manchmal denke ich, Essen selber zu machen, macht einfach satter. Irgendwie. Vielleicht weil ich so wirklich begreife –ganz wortwörtlich- was ich esse?
Aber wie dem auch sei; es hat einfach gut getan, mir heute diese Zeit zu nehmen, Zeit, um meinetwegen in der Küche zu stehen und mit meinem Kind ein Riesenschlachtfeld zu veranstalten. Zeit ein Bedürfnis zu stillen und dem inneren Hunger Raum zu geben, auch wenn es objektiv betrachtet vielleicht vernünftiger und auf jeden Fall gesünder gewesen wäre, ein paar Möhren zu knabbern und Tee zu trinken. Aber irgendwas in mir wollte Cupcakes. Basta. Ganz irrational und doof. Vielleicht war das ja bereits die Botschaft, die mein Körper mir senden wollte; Hör mir zu. Nimm dir Zeit. Lass mal 5 gerade sein. Trau dich, zu geniessen. Vertrau auf dein Bauchgefühl.
Und manchmal muss es eben einfach Kuchen sein, ganz gegen alle Vernunft. Tee trinke ich natürlich trotzdem.

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Schokoladen-Cupcakes mit Buttercremehaube
(ein leicht abgewandeltes Rezept aus diesem Buch hier)

Zutaten für ca. 18-20 Stück

  • 230gr Mehl (ich habe 50gr Vollkornmehr und 180gr Weissmehl genommen)
  • 2 Tl Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 3 volle Esslöffel Kakao
  • 250gr weiche Butter
  • 220gr Zucker (ich mische hier meist Rohzucker und weissen Zucker)
  • 4 Eier
  • 100gr Zartbitterschokolade (gerne mit Kakaogehalt über 50%)
  • 200gr Zartbitterschokolade
  • 200ml Sahne
  • 150gr weiche Butter
  • 50gr Puderzucker

Zubereitung

  1. Ein grosses Blech mit ca 20 Muffinförmchen belegen und den Ofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze)
  2. Butter, Eier und Zucker mit dem Handmixer gut rühren, so dass die Masse hell wird.
  3. In einer grossen Schüssel das Mehl, das Salz, Backpulver und Kakao zusammengeben, am besten sieben.
  4. Die Buttermischung zur Mehlmischung geben und mit dem Gummischaber sorgfältig mischen.
  5. Dann auch die geschmolzene Schokolade unterrühren.
  6. Die Muffinförmchen bis ca 3/4 Höhe füllen (Ich muss aber zugeben, dass ich nie sehe, wie hoch sie wirklich gefüllt sind, weil der Teig so pampig ist. Macht nix, sie dürfen einfach nicht übervoll sein.) und für 15-20 Min. in der Ofenmitte backen. Ganz auskühlen lassen (sonst schmilzt dann die Buttercremehaube).
  7. Für die Cremehaube die 200r. Schokolade mit der Sahne erhitzen, so dass die Schokolade schmilzt, dabei gut umrühren. Die Schokosahne ganz abkühlen lassen. Sie wird so auch etwas dicker.
  8. Butter zur kalten Schokosahne geben, mit dem Handmixer mischen. Dann den Puderzucker dazusieben und alles nochmals durchmixen.
  9. Die kalten Cupcakes mit einem tüchtigen Klecks Schoko-Sahne-Buttercreme garnieren und vor dem Essen kühl stellen, damit die Cremehaube fester wird.

Einen netten Kafeetisch herrichten (am besten mit Blumen, ganz klar)
sich gemütlich hinsetzen
und dieses Stückchen hochdosierten Glücksstoff in aller Ruhe und
mit allen Sinnen geniessen.
En Guete!

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