Versuche ich, mich an jeder Kleinigkeit zu freuen. Etwas, das man wohl immer irgendwie tut, denn ich glaube, dass es im Menschen verankert ist, sich zu freuen, vor allem an Kleinigkeiten, an der ersten Tasse Kaffee des Tages (die selten geworden ist bei mir und öfters auch einmal ganz wegfällt, ersetzt durch süssen Grüntee mit Mango im Moment), an einem guten Buch, an Sonnenschein im Winter oder einem gelungenen Foto, das man mit seinen Lieben via Whatsup teilt. Manmal versuchen die Leute einem glauben zu machen, das sei ganz anders und die Menschen wären abgebrüht und übersättigt und hätten keine Augen mehr für die kleinen Schönheiten des Alltags, aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Das Bloggen hat mir gezeigt, wie viele ihre Alltags-Schätze regelrecht sammeln und zelebrieren, Bloggerinnen, die Posts darüber schreiben, Leserinnen, die in ihren Emails oder Kommentaren darüber berichten. Ich denke, die Menschen sehen sehr wohl Schönheit, im Gross-Artigen genauso wie im ganz profanen Kinkerlitzchen. Nur sehen wir vielleicht nicht alle genau dasselbe und was das Herz des einen erfreut, kommt dem anderen vielleicht ganz banal vor. Mit Mode zB. kann man mich kaum in Euphorie versetzen, andere hingegen geraten ganz aus dem Häuschen über eine schöne Kleiderkombi oder ein ausgefallenes Frisuren-Foto auf Instagram. Alles ist okay. Solange es Freude macht und berührt und nährt. Schönheit lag schon immer im Auge des Betrachters.

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Zur Zeit finde ich diese Szene hier zum Beispiel ziemlich ansprechend. Eklektisch und spannungsreich, ein Sammelsurium an Kinderkunst, etwas Grün (fragt mich nicht, wie das Ding heisst, aber es ist klasse und hält sich vorbildlich), den Visitenkarten von einem meiner liebsten DaWanda-Print-Shops und einer entzückenden Nadelstärken-Messplatte von der Spinnwebstube, wo ich ganz dekadent gleich zwei verschiedene Muster bestellt habe, diese zauberhafte Blume und ein lustiges Schaf, und beide finde ich so schön, dass ich sie wie Kunstwerke im Haus aufstelle. „Katrinkles“ verkauft ihre Nadelstärken-Figuren auch via Etsy und ihr Sortiment an Holzknöpfen und hölzernem Strickzubehör ist wunderbar naturbelassen, mit ganz eigenem, rustikalen Charme.
Ich freue mich, wieder ein Stückchen Schönheit in meine Strickecke bringen zu dürfen -und darüber, dass ich den unansehnlichen Plastikmessbogen, den ich bisher immer benutzt habe, weil es schlichtweg nichts anderes in den Läden zu kaufen gab als Plastik, Plastik, Plastik, endlich ins Brocki abschieben kann.
Holz ist so wahnsinnig schön.

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Zur Zeit hadere ich mal wieder mit meiner Rolle am Herd. Mir scheint, hier geht wahnsinnig viel Zeit verpufft, mit Kochen, Backen, Rüsten, wieder Aufräumen. An manchen Tagen versorge ich den letzten, soeben abgewaschenen Pfannendeckel, nur um fünf Minuten später schon wieder in der Küche zu stehen, um mich an die Zubereitung der nächsten Mahlzeit zu machen… Ratzfatz-Rezepte kommen mir dann immer vor wie kleine Geschenke des Himmels. Hier zum Beispiel fiel mir ein Rührkuchenrezept, das sich wirklich in Windeseile zusammenbasteln lässt und erst noch nur ganz wenig zum Abwaschen zurücklässt, in beinahe letzter Minute in den Schoss; Kind2 kam nämlich  plötzlich in den Sinn, dass er noch einen Kuchen nachmittags für die Schule mitbringen sollte (wieso, habe ich noch immer nicht ganz verstanden), und obwohl das Mittagessen deswegen vielleicht etwas dürftiger ausfiel als auch schon (irgendwas Schnelles aus dem Tiefkühler war es, glaub‘ ich), wurde der Kuchen ein voller Erfolg und das Rezept -das ich euch demnächst noch vorstellen werde- kam sogar gleich zweimal zum Einsatz; einmal in der Schule, wo die Kinder sich begeistert darüber hermachten und Kind2 sogar um das Rezept baten (wie süss ist das denn?!) und einmal hier zuhause für eine zweite Portion ganz für Familie Kirschkernzeit allein.
Dem Himmel sei dank für rasche Erfolge- sie tun so gut und machen die Seele satt.

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Zur Zeit zünde ich öfter einmal eine Kerze an. Kerzenlicht ist ein Wunderding, es wärmt von innen nach aussen und umgekehrt. Morgens, wenn ich einen stillen Moment finde, kurz bevor ich die Kinder wecke, setzte ich mich manchmal mit einer Tasse Tee an den Küchentisch und schreibe ein paar Zeilen in mein Tagebuch, so wie ich das früher in meiner Kindheit immer getan habe, ein paar Worte hiervon, ein paar Sätze davon und irgendwie sammelt sich so ein Abbild des Lebens, das ich gerade führe, zwischen zwei Buchdeckeln an.
Diese kleine, schmale Bienenwachskerze begleitet mich momentan gerade durch diese stillen Augenblicke. Meine liebe Leserin Elisabeth hat sie mir gemacht und ich bin ihr so dankbar für das Licht, das sie mir damit schenkt. Es liegt einfach ein Zauber über handgemachten Dingen, wie diesen. Ich meine, wieviel Zeit darin steckt und wie viel Arbeit, Bienen-Schaffenskraft, Menschenhand-Werk. Und dann sitze ich hier in der Küche und kritze vor mich hin und all diese Energie und Hingabe hüllt mich ein, taucht die Welt für einen Moment in warmes, weiches, tröstliches Licht.
Schön ist das.

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Zur Zeit will dieses Haus einfach nie zur Ruhe kommen. Rein optisch, meine ich. Herr Kirschkernzeit ist seit Wochen schon daran, im Obergeschoss den kleinen Vorraum zu erneuern, wo früher Comics und Legokisten stapelten, und gerade kristallisiert sich heraus, dass eine Treppenrenovation durch Profis ganz klar unerschwinglich kostspielig wäre für uns, was bedeutet, dass uns wieder nichts weiter übrig bleibt, als die ganze Sache im Baukastenprinzip und in monatelanger Kleinstarbeit selber über die Bühne zu bringen. Nicht, dass ich Herrn Kirschkernzeits Fähigkeiten misstrauen würde -Himmel, nein, er baut hier schon seit guten 10 Jahren permanent um und aus und jedes Projekt wird noch schöner und passgenauer als das letzte- aber genau damit sind wir auch schon beim springenden Punkt; seit 10 Jahren ist hier Baustellenbetrieb. Permanent. Buchstäblich endlos. Ich mag einfach nicht mehr.
Und trotzdem muss es einfach sein. Diese Treppen brauchen eine ordnende Hand, die wieder für mehr Sicherheit sorgt. Stufen fixiert. Den während Jahren bröckelnden Putz wieder an den Wänden festpampt. Und unsere Füsse vor Spiessen und Splittern bewahrt.
Vielleicht bin ich auch deshalb zögerlich geworden, was potentiel Chaos-veranstaltende Projekte angeht? Malen mit den Kleinen zum Beispiel. Ein Kraftakt. Eine Stunde Malglück bedeutet nämlich auch: eine Stunde Hintergrundarbeit mit Wassergläser-Leeren, Malblätter-Austauschen, Zeitungsunterlagen wechseln, Farbkästen saubemachen, Pinsel reinigen und ersetzen, verschüttetes Malwasser aufwischen, Patschhändchen von Farbe befreien, Malschürzen an- und wieder ausziehen, fertige Kinderwerke zum Trocknen in Sicherheit bringen… Und zu guter letzt scheuche ich drei zufriedene und hoffentlich wieder einigermassen farbfreie Mädchen aus einer völlig verunstalteten Küche und hoffe, dass sie es fertigbringen ohne Gezanke und Gezeter zu spielen, bis ich das Chaos wenigstens ansatzweise im Griff habe.
Trotzdem liebe ich, was in dieser einen Stunde entsteht. Kinderkunst ist insofern… ein guter Lohn für all die Mühe.

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Zur Zeit stricke ich ungeheuer viel. Als ich vor ein paar Tagen meinen Blog runterscrollte, erschrak ich fast ein bisschen; Kaum ein Post ohne ein Strickbild, Wolle und Maschen überall, das Stricken ist derart omnipräsent geworden bei Kirschkernzeit, dass ich gut und gerne von einem Strickblog sprechen könnte… Immerhin passt da das aktuelle Headerbild mit dem schwarzen Kinderwestchen in Entstehung (damals war das) ganz gut dazu. Es fängt ein, wie fokusiert ich bin, sobald es ums Stricken geht, um neue Muster und Lieblingswolle.Und wie glücklich ich bin dabei.
Obwohl ich sonst schnell fahrig und atemlos werde und mir alles rasch zu viel wird, kann ich stundenlang zufrieden dasitzen und stricken und zutiefst fasziniert nach Wolle und Projekten stöbern. Es ist wohl meine Art von… Therapie. Die Welt sich drehen lassen und mich abschirmen, verstecken hinter Nadeln und Bergen von Garn. Und alles hat seine Ordnung, seinen stillen Verlauf, seine klaren Reihen oder Runden, seine Lösungen und ein wunderbares Happy End. Hier in meiner Strickecke auf dem Sofa ist die Welt noch heil und in Ordnung. Sie gehört mir, ich gehöre ihr. Ich darf sie gestalten, ganz wie es mir gefällt.
Und schaut euch diesen kleinen Farbenturm an… Ist er nicht einfach wunderwunderschön?

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