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Knapp zehn Minuten nach Mitternacht wurde mein Schal dann noch fertig. Mein „Homestead“ Tuch. So gut wie pünktlich und ehrlich perfekt zum Schulanfang nach den Winterferien… Ich konnte heut früh die warme Merinokuscheleinheit ganz gut gebrauchen, als emotionaler Merino Hug und auch rein körperlich, weil mich die um halb sieben Uhr morgens knallhart beschnittene Nacht ein paar Runden Schlaf kostete und die Müdigkeit mir sofort in die Glieder kroch. Es ist so warm, mein „Homestead“-Schaltuch! Warm und urgemütlich, fast wie eine kleine Decke um Hals und Schultern und Rücken, und wenn ich mag, kann ich es wie eine Babuschka glatt um meine Schultern legen und die Zipfel vorne lose herabhängen lassen. Ein sehr schönes Gefühl. Vor allem Frühmorgens, wenn mein halbes Ich noch von Nestwärme träumt…
Die Wolle selber ist schon ein Traum; „Rosy Green Big Merino Hug“ in der Farbe „Kaffeebohne“, die eigentlich auch „Heisse Schokolade“ heissen könnte, oder „Truffe Noir“ oder so, jedenfalls wie etwas Gutes, Wärmendes, Umhüllendes. Die Wolle ist unheimlich griffig und weich und macht irgendwie einen gleichzeitig leichten, wie auch robusten Eindruck. Wie eine herzliche Umarmung eben. Da kommt mir gerade ein Spruch in den Sinn, den ich neulich gelesen habe: „My Favourite Place is inside your hug“ (Ich glaube, das stand auf einer Bettwäsche, hihi). Nun, bei dieser Wolle stimmt das. Was immer aus „Big Merino Hug“ entsteht, es hat garantiert das Potential zum Lieblings-Örtchen, und ich träume schon von einem „Rosy Green“-Pullover oder von einer ganzen Schmusedecke gar…?

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Auch die „Homestead“-Strickanleitung hat mir viel Freude gemacht. Es war ein wunderbares Strickvergnügen, mit einer derart schön bebilderten und so richtig gut geschriebenen Anleitung zu arbeiten, wirklich. Ich bin Melody Hoffmans Strickkunst hoffnungslos verfallen, ihre unnachahmliche Art, auch kleine Dinge ästhetisch ansprechend in Szene zu setzen und ihren Bildern Wärme und Einfachheit und… ja… irgendwie Klasse zu verleihen, das macht regelrecht süchtig, finde ich… Dass auch sie, genau wie ich, vom Häuschen auf dem Lande träumte und sich nach mehr Natur und einem reduzierten, friedlichen Leben sehnt, lässt mich sowas wie Seelenverwandtschaft wittern, aber andererseits hüten vielleicht viel mehr Menschen diesen Traum in ihrem Herzen, als wir ahnen…? Auf jedenfalls war es wohl auch der Name dieses Schals, der mich gleich angesprochen hat. Und definitiv dieses zutiefst Tröstliche und Umhüllende, das er für mich ausstrahlt. Es ist ein Winterschlafkuschelmomentschal, einer, der mich geborgen und warm hält, selbst draussen bei klirrendster Winterkälte, in Sturmwind und Düsternis- und an unsinnig frühen Werktags-Morgen, ein Kind auf dem Arm, ein anderes an der Hand, wenn ich einmal mehr meinem Töchterchen beim Kindergarten Adieu sagen soll und alles in mir nach Weihnachten, nach Ruhe und Wärme und Zusammensein ruft.
Ein Stückchen von all dem, von Ruhe, Wärme, Gemeinschaft und weihnachtlichem Geborgenheitsgefühl, ist mit hineinverwoben in dieses Tuch, denn in genau so einer gnadenvoll idyllischen Phase sass ich strickend und dankbar auf meinem Sofa, hörte Herule Poirot und trank heissen Gewürztee mit einem Schuss Milch, während die Kinder oben in ihren Betten schliefen und der Wind um die Fenster pfiff. Ich erinnere mich gut. Und sehr, sehr gerne. Ziemlich „Homesteadlich“ irgendwie, nicht? Fehlen nur noch Wald und Wiesen und eine Herde blökender Schafe oder meckernder Ziegen im Stall nebenan…

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