Zwei Jahre muss es her sein, seit meine Bibliothekskarte abgelaufen ist. Zwei Jahre, in denen ich keinen Fuss mehr über ihre Schwelle setzte.
Wie denn auch? Und warum überhaupt? Da war zum einen die für mich sehr schwierige Schwangerschaft meiner kleinen Kichererbse und dann ein eher turbulentes, kräftezehrendes (und natürlich trotzdem wunderbares) erstes Lebensjahr, eine lange Zeit, in der ich mir schlichtweg nicht vorstellen konnte, mit meiner Räuberbande raus in die Stadt zu fahren, um in stillen Hallen voller Bücher nach gebundenen Schätzen zu kramen.
Ausserdem war Kind1 vor zwei Jahren der einzige Spross dieser Familie, der gut, gerne und viel las. Allerdings war er eingedeckt. Mit einer vollständigen Reihe „Charlie Bone“, mit „Harry Potter“, ein paar Tonke Dragt Romanen, Riesenstapeln alter und wunderschön gebundener Karl May-Bände und einer wachsenden Zahl an Agatha Christie und Sherlock Holmes Krimis.

All das hat sich nun geändert. Innerhalb weniger Monate sind bei mir gleich zwei neue Gern-und-viel-Leser dazu gekommen; Kind2 hat bereits alle 7 Harry Potter Bände seines grossen Bruders gierigst verschlungen und mein Mädchen sich das Lesen irgendwann und irgendwie selber soweit beigebracht, dass sie jetzt langsam aber sicher lesehungrig nach kurzen Erstlese-Büchern trachtet (die „Büchersterne“/ frühere „Sonne, Mond und Sterne“- Edition von Oetinger mag sie am liebsten).

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Mit einem Mal kommen wieder „neue“ Bücher ins Haus. Eine Weile vor allem vom Spielzeug-Secondhand und vom Trödler, und jetzt, seit vielleicht einem Monat, wieder aus der guten alten Leihbücherei in der Stadt (von wegen „neu“…).
Erst heute waren wir wieder dort. Herrlich! Ein echtes Luxusgefühl! In Regalen voller Lesestoff zu schneuggen, endlich frische Gutenachtlektüre einzupacken, Comics en masse zu stapeln und meine beiden Buben zwischen den Bücherrücken der Regale hindurch zu beobachten, wie sie auf dicke, schwere Sessel gefläzt ihre Nasen in den Seiten von „Lucky Luke“ vergraben (Kind1 ist ja erklärter Fan der Dalton-Brüder).
Und dann gibt es ja noch diese kleine, mittlerweile auch schon ein wenig besser bestückte Ecke im ersten Stock der Bibliothek, wo ich mich jedes Mal, kaum haben die Kinder sich mit ein paar Fundstücken zum ersten Schmökern zurückgezogen, ganz alleine hinschleiche; Näh-Bücher, Strickbücher, Bücher übers Wohnen und Einrichten. Das ist mein Bereich, ganz klar, darin schwelge ich. Und wie! (Heute hab‘ ich mir das hier ausgeliehen. Strickliteratur, klar. Mich kribbelts schon in den Händen…)

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Um die Neu-Entdeckung der Bibliotheks-Freuden ein wenig zu zelebrieren und eine Alternative zu den zwar superstabilen aber meistens eher wenig ansehnlichen Migros- und Cooptragetaschen zur Hand zu haben, habe ich mir diese Tasche genäht. Eine Büchertasche, wohlbemerkt. Extra-stabil und extra-gross und mit extra-viel Gefühl und Sorgfalt zusammengenäht. Aus grauem Leinen (von Ikea) und einem japanischen Blumenprint, den ich vor Jahren einmal bestellt und für irgendwann zur Seite gelegt hatte (ich liebe japanische Stoffe!). Die Taschenmasse sind in etwa angeleht an die schlichte, aber zauberhafte „Parent’s Bag“ aus Akiko Manos Buch „Linen, Wool, Cotton“ (über das ich hier einmal ein bisschen geschrieben habe). Anstelle von gewendeten Trägern habe ich wieder fröhlich drauflos gequiltet und die Bänder durch mehrfaches Einfalten so dick und breit wie möglich gemacht (Büchertaschen-Träger müssen ja einiges aushalten, nicht?). Vom geblümten Japanprint-Futter ist auch ein wenig auf die Aussenseite gewandert, so kann ich den hübschen Stoff noch etwas ausgiebiger bewundern (wobei ich das bei einem nächsten Mal vielleicht weglassen würde, der schnörkellosen Einfachheit halber. Ich empfinde grade minimalistische Tendenzen, müsst ihr wissen.)
Innen drin sitzt noch eine kleine, einfache Innentasche, in die zB. ein Portemonnai oder einfach bloss die Büchereikarte passen. Wäre ich vorausschauender und erfahrener gewesen, was die Bücherausleihe betrifft, so hätte ich die Masse meiner Innentasche ein Mü grösser gewählt, damit genau jene CD-Hüllen reinpassen, die jetzt so leicht untergehen und beinahe zerdrückt werden im Büchergewimmel.

Na, vielleicht hole ich das ja noch nach.
Oder ich nähe eine zweite Tasche. Für noch mehr Bücher. In Jungs-Massen und aus extra-stabilem, diesmal dann extra-maskulinem Material (Jeans? Tweed?). Da gibt es nämlich männliche Exemplare unter meinen lesenden Sprösslingen, die definitiv mehr Muckis an den Oberarmen aufweisen als ihre alte Mutti und sich dann erst noch diesen unsagbar dicken Computer-Programmier-Handbuch-Wälzer ausleihen müssen…

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