Suchergebnisse für: Osterhase

auf der Suche nach… dem Osterhasen

Dieser Titel ist natürlich mit einem Augenzwinkern getippt, denn erstens glaube ich seit der ersten Klasse nicht mehr an den Osterhasen, zweitens habe ich mit der Osterhasenmärchentradition ohnehin gebrochen, und drittens wäre diese Suchen sowieso noch etwas verfrüht, so ein Woche vor Ostern, wo alle osterhasengläubige Welt doch weiss, dass er da noch Tag und Nacht Eier bemalt…
Ne, auf der Suche nach dem Osterhasen bin ich nun wirklich nicht.
Ich hab ja den hier:Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich, um wieder richtig stricken zu lernen, diesen kleinen Meister Lampe gemacht.
Ich war damals schwanger mit meinem Baby, und mir war sooooo hundelend wie immer, wenn ich schwanger bin, nur schlimmer.
Lesen ging nicht, weil, da wurde mir nur noch schlechter (ich konnte selber kaum glauben, dass es von dieser unglaublichen, alleslähmenden Übelkeit überhaupt eine Steigerungsfrom gab). Auch stricken ging nicht, was mich sehr quälte, denn ich befand mich damals gerade in dieser euphorischen Phase des Handarbeiten-Wiederentdeckens, in der ich wie benommen vor Glück über all die unfassbaren Möglichkeiten auf meinen Nadeln von Projekt zu Projekt taumelte. Sobald ich wieder zwei, drei Maschen zustande brachte, ohne mit Schweissausbrüchen aufs Kissen zurückzusinken (ich verbrachte die ersten vier Monate fast ausschliesslich irgendwo herumliegend), griff ich wieder zu diesem kleinen lustigen Wicht, und hatte ihn dann plötzlich, schwupps, fertig.
Das Garn war natürlich das Falsche, die Ohren ein Desaster, aber ich fand ihn ganz okay. Meine Kinder lachten sich allerdings erst mal schief, als sie ihn zum ersten Mal sahen, doch da war er noch splitternackig, und für Kindern im Kindergartenalter wahrscheinlich eine Art Pointe auf zwei gestrickten Beinen. Nachdem Schlappohr ein T-Shirt aus dem zu klein gewordenen Lieblingsshirt von Kind1 und ein Paar gestreifte Hosen aus einem Stoffrest gekriegt hatte, wurde der Glückliche dann doch noch herzlich aufgenommen in den erlauchten Kreis ihrer Kuscheltiere.

Nun habe ich seit 7 Monaten das Baby, das damals in meinem Bauch heranwuchs, bei mir.
Die schlimme Übelkeit und das Ezetera ist zwar nicht direkt vergessen, aber verziehen und ins rechte Licht gerückt: für dieses süsse Energiebündel hat es sich milliardenfach gelohnt.

Mittlerweile spielt meine Baby selber mit Lutschhasi-Schlappohr, sehr gern sogar, obwohl er bereits jede Menge Konkurrenz gekriegt hat…

Falls jemand von euch noch auf der Suche ist nach einem netten, weichen Schmuse-Osterhasen für ein glückliches Kind oder sich selber, dann hat diese Suche nun ein Ende:
die wirklich gute Anleitung habe ich hier gefunden.
Vielleicht eher eine Last-Minute-Idee, aber noch ist eine volle Woche Zeit…

 

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Aus meinem Tagebuch: Geniessen

Ich bin noch immer da. Und zwar genauso kugelrund und schwerfällig wie vor drei Tagen. Oder sogar noch runder und schwerfälliger, das könnte sein, sofern das überhaupt möglich ist. Die Lücke zwischen diesem und dem letzten Post hat zwar keine süssen Babynews gebracht, dafür aber ein paar wenige Bilder aus zwei Tagen Ruhe, in denen meine Rasselbande jeweils für ein paar Nachmittagsstunden zur Oma fuhr und dort eine schöne Zeit verbrachte, draussen in ihrem Garten mit Schaukeln und Spielen im Sandkasten, mit einem fussballernden Onkel auf der Schulhauswiese und bei sehr viel mehr gutem Essen, sehr viel mehr Sonnenschein und frischer Luft, mit sehr viel mehr Spass und Freiheit als ich es ihnen hier und jetzt zuhause hätte bieten können.
Normalerweise tue ich mich schwer damit, meine Kinder ziehen zu lassen. Als Mamaglucke fühle ich mich am wohlsten umringt von meiner kleinen Schar. Doch im Moment scheint alles so in der Schwebe zu sein, ich mit meinem Bauch und dem Kind, das in den nächsten paar Tagen geboren werden wird (ja, der Termin ist bereits verstrichen), gespalten in ein vorher und nachher. Da ist mein Tatendrang. Und da ist meine buchstäbliche Unfähigkeit, noch besonders viel auf die Beine zu stellen. Ich klebe am Haus und bewege mich wie in Zeitlupe bei allem, was ich tue, mal entspannter, mal als völliges Nervenbündel je nachdem.
Als meine Mama mir anbot, die Kinder zu sich zu nehmen, für so lange und so oft wie es für mich stimmig wäre, da nahm ich -diesmal- dankbar an. Und als ich die fröhlichen Gesichter sah, die mir kurz darauf aus ihrem Auto zum Abschied zuwinkten (süsse Kusshändchen inklusive), wusste ich, dass diese Entscheidung richtig war. Auch für mich selbst. Ich meine, freie, stille Stunden nur für mich ganz alleine? Kann es etwas Besseres und Luxuriöseres geben? Ich kochte mir Kaffee (ausnahmsweise) und tat für den Rest des Nachmittages nur noch, wonach mir der Sinn stand…

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Und mir war sehr nach: Kaffeeschlürfen, Schokolade essen und dabei meine Projekt-Wunschliste schreiben. Für alle Fälle, falls mir noch Zeit bleiben sollte für kleine, kreative Herzenswünsche. Nach ein bisschen Ordnen, neuen Kunstwerken ein Plätzchen an der Sonne verschaffen, so wie dem supertollen Falthasen, den Kind1 in einer NachtundNebelAktion zusammengeschustert hat (ein wirklich absolut geniales, aber auch recht kniffliges Projekt von der Kreativbühne, entdeckt bei den Naturkindern, wo Caro mich immer wieder auf neue schöne Ideen bringt (Merci, Caro!)).
Und sogar für eine Handvoll Fotos blieb Zeit. Von Projekten, die längst abgeschlossen sind, aber immer wieder irgendwie vergessen gehen im Trubel des Alltags. Und wenn ich dann endlich einmal am PC sitze, abends oder in einer dieser immer seltener werdenden Lücken des Tages, dann ist die Speicherkarte meines Fotoapparates noch genauso leer wie am Tag zuvor, nur mein Kopf ist voll und meine Beine schwer.  Nun ja, keine Bilder, keine Posts, egal wie viel mein Kopf gespeichert hat, egal wie viel an einem Tag so entsteht und erlebt wird. So ist das. Leider.
Die Fotos für einen nächsten Patchwork-Kissen-Post und einen Beitrag zur Prairie Bluse, die ich meinem Mädchen schon vor Wochen (!) einmal genäht habe, sind nun immerhin im Kasten.
Mein Highlight der freien Stunden aber war das Nähen. Ganz ohne Zweifel. Denn ganz gleichgültig wie der Tag sich auch anfühlt, wie müde oder verzweifelt oder nestbautriebig ich auch sein mag; Nähen geht immer. Zur Zeit jedenfalls. Und es kommt mir so wunderbar und befreiend vor, obwohl mir nicht ganz klar ist, warum das plötzlich so ist. Aber muss ich es denn überhaupt verstehen? Ich glaube, im Moment ist mein Kopf gar nicht so wichtig. Nur mein Bauch (in doppelter Hinsicht), der zählt. Und mein Herz, das mit jeder stillen, einsamen Ich-Stunde ruhiger wird, die Ängste vor der Geburt und all die Unsicherheiten, die sich vorher noch aufbäumten wie gefährliche Hunde, nach und nach loslassen kann. Das Baby lässt sich Zeit. Ich lasse mir Zeit. Ganz bewusst und in grosszügiger, handfester Form, beim Kaffeetrinken, Planen und Schneidern. Indem ich geniesse, was ist und mir soviel Gutes gönne, wie ich nur kann.
Ich glaube, diese Art von Geburts-Vorbereitung ist mir die Allerliebste.

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Selbermachen: Schmuckstück-Magnete

Neulich war ich mit meiner Mama im Brocki und hätte um ein Haar eine alte, etwas verbeulte aber sehr, sehr charmante Osterhasen-Form mit nach Hause gebracht, in der man früher vielleicht Butterhasen geformt hat oder so. Ich hatte sie sogar schon reserviert (meine Geldbörse lag nämlich daheim *hüstel*) und war bereits wieder auf dem Weg nach Hause, als mir plötzlich bewusst wurde, dass ich eigentlich gar keine Verwedung und vor allem keinen wirklichen Platz dafür habe. Ich liebe alte Dinge wirklich innigst. Vieles von dem, was meine Regale, Schubladen oder Kommoden bevölkert ist alt und darum schön in meinen Augen, aber irgendwie habe ich angefangen, zögerlicher zu werden, wenn es darum geht, Sachen in mein Haus einzulassen, die für mich nicht unbedingt praktischen Wert haben und die ich entweder nicht benutzen kann oder -wenn ich ganz ehrlich bin mit mir selber- einfach kaum benutzen werde.
Meine Mutter meinte: „Naja, sie war schon schön, diese Form. Gute, alte Handarbeit“ und ich erinnere mich, wie ich ihr antwortete: „Weisst du, ich bekomme haufenweise gute, alte Handarbeit von meinen Kindern geschenkt„,und es auch so meinte. Meine Kinder sind nicht unbedingt alle die eifrigsten Bastler oder Maler, einige von ihnen sind diesbezüglich doch eher zurückhaltend (*snif*), aber selbst mit dieser Interessen-Konstellation wächst meine kleine Kinder-Kunst-Sammlung mit jeder Woche, die vergeht, weiter und weiter und ein Ende ist -sehr zu meiner Freude!- noch längst nicht in Sicht.

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Ton-Figuren, Bügelperlen-Tiere, Modellbogen-Burgen, Ketten und Girlanden (zur Zeit arbeitet mein Mädchen immer mal wieder an einer total süssen Einhorn-Girlande, die sie ihrer Oma zum Geburtstag schenken will), vor allem aber: Kinder-Zeichnungen, Kinderzeichnungen, Kinderzeichnungen.
Sie bewohnen meine Kühlschrank-Seite. Sie baumeln von einer Kette über dem Sofa. Sie hängen gerahmt an meinen Wänden. Sie lehnen auf Sidebords und auf Regalen. Und sie belegen buchstäblich jeden einzelnen Zentimeter unserer eigens dafür aufgehängten Magnetwände.
Vor einer Weile haben wir das gelbe Zimmer meines Mädchens ein wenig umgestellt und eines meiner wichtigsten Anliegen war immer: Mehr Platz für ihre Kunst-Galerie. Was bedeutet, dass bei ihr drei Magnetwände hängen. Und jede Menge Platz ist für Bilderrahmen, das Einhorn, das Kind1 für sie zu ihrem 5. Geburtstag gemalt hat oder andere baumelnde Objekte. (Ein „das neue gelbe Zimmer“-Post wäre schon lange geplant… eigentlich…) Was uns noch fehlte, waren Magnete. Schöne Magnete, so richtig schöne, nicht bloss diese langweiligen, plastiküberzogenen Dinger, die ich im Kaufhaus fand. Und Magnete mit Figuren drauf wollte ich nicht unbedingt, weil so eine Magnetwand ohnehin schon schnell voll und unruhig wirkt.
Aber „schön“… was für ein grosses, weites Wort, nicht wahr?

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Nun, ich glaube, für mich selber habe ich sie gefunden; richtig schöne Magnete. Zum Selbermachen (nach einer tollen Anleitung von „Not Martha“), ganz individuell und ganz, ganz einfach. Ein feines, kleines Lieblingsprojekt, das richtig entspanned wirken kann, vor allem beim Blättern durch alte Hefte (auch klein kopierte Kinderzeichnungen sind super!), beim Sujets-Aussuchen und Ausschnippeln -sofern man nicht gerade eine kleine, eifrige Mithelferin neben sich hat, die es auf den definitiv nicht alterskonformen Sekundenkleber abgesehen hat…
Die Magnet-Rohlinge habe ich ganz schnell im Coop Bau und Hobby gefunden, wo es sie in verschiedenen Grössen und Magnet-Stärken zu kaufen gibt, die durchsichtigen Glas-Nuggets sind von der Landi (Ganz wichtig: nehmt nur glasklare, keine milchigen!). Beim Klebstoff haben wir zuerst Uhu Alleskleber ausprobiert, was für die Magnete selber ganz gut ging, unter den Papierbildchen aber unschöne, feucht wirkende Flecken hinterliess (wie man auf den Fotos vielleicht sieht). Mit „Cyanolit universal Superschnellkleber“, den ich noch am selben Nachmittag bei unserer Post-Stelle in der Papeterie-Nische entdeckte, bleibt dieser Effekt auf ein Minimum begrenzt, und wenn man die Bilder wirklich sorgfältig und möglichst glatt anpresst, bleibt er sogar ganz aus und die Sujets wirken frisch und klar und wunderschön.
Für mich schön. Zweifellos. Und mit sehr viel Raum für neue Interpretationen…

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Zum Beispiel mit den alten Miniautos, die Kind2 einst aus seinen Überraschungs-Eiern gezogen und aufgehoben hat und die jetzt mit einem Magnet auf der Unterseite über seine Zeichnungen flitzen. Zwar nicht unbedingt mein Favorit unter den „schönen Magneten“, aber ganz klar der Liebling von Kind2. Und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Nachtrag: Leserin Noelle hat mir den guten, von ihr bereits mit einer Schulklasse erprobten Tipp gegeben, normalen Weissleim zu verwenden anstelle von Sekundenkleber. Bei ihr hält das super, braucht zwar lange zum Trocknen, ist aber viel ungefährlicher für Kinderhände als Superschnellkleber. Danke, Noelle für die gute Idee!

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Mein Sonnen-Kissen

Dieses Kissen hier bevölkert schon seit einer ganzen Weile die Betten unseres Hauses. Und auch mal das Sofa oder den Fussboden, möglicherweise war es auch schon draussen im Garten, wer weiss. Bevölkert deshalb, weil es sogar schon einen Kissen-Zwilling gefunden hat (Zweieiig, also ähnlich aber nicht tupfgleich) und weil ich mir gut vorstellen kann, dass da noch mehr kommen könnten von seiner Art… Denn ich glaube ernsthaft, dieses Kissen ist eines der Dinge, die ich niemals, wirklich niemals wieder hergeben will.
Vielleicht weil es so … durch und durch Patchwork ist? Hm… das wäre möglich. Ich liebe Patchwork aller Art, ganz besonders aber Patchwork mit so richtig scrappigem Charakter, wo auch bei der Anordnung mehr Lust, Laune und ein bisschen Zufall mitspielen als Geometrie und Ordnungs-Sinn. Square-Quilts zum Beispiel mag ich ganz besonders gerne, weil man hier einfach mal frisch-fröhlich drausflospuzzlen kann mit seinen Quadrätchen. Frische und Fröhlichkeit sind nämlich Eigenschaften, die mir naturgegeben ein bisschen abgehen, mich aber  im Augenblick geradezu magnetisch anziehen, zur Kompensation vielleicht oder zu Therapie-Zwecken.
Und es wirkt, oh ja! Dieses Kissen hier ist wirklich ein kleiner … Licht-Bringer!

So richtig Lust aufs Nähen bekam ich damals im März, in den zarten Anfängen dieses Frühlings, wo die ersten Schneeglöckchen ihre Köpfchen aus der schneebedeckten Erde streckten und Kind1 mir unverhofft ein dünnes, feines Sträusschen mitbrachte  (ach, mein Junge *Tränchenverdrück*). Ich hatte das ganze Braun-Grau-Schmutzweiss wohl so langsam satt und tigerte unruhig und farb-hungrig durchs Haus; der Frühling juckte mir in den Knochen, Lust auf Veränderung, Wachstum, Schöpfung. -Aber die immerdicke Nebeldecke am Himmel erdrückte alles schon im Keim.
Warten. Weiterhin. Wirklich?
Ich kramte noch öfters als sonst im meinen Nähbüchern, Kreativ-Sites und dem dicken, weissen Ordner, wo ich all meine Projekt-Inspirationen ausgedruckt bereit halte- und stiess dabei auf Anna Maria Horners zuckersüsses Baby (das 6. Das vor Baby Nr. 7. Wundervoll, diese Familie!) auf einem ebenfalls zuckersüssen Kissen. Patchwork. In voller Farbpracht. Zum Kuscheln. Und erst noch supersimpel. Das wollten wir. Genau!

Und wir wollten Grün und Gelb und eine gehörig ungehörige Portion Verrücktheit in Farb-und Musterkombination. Jawohl, das wollten wir.
Und weil der Frühling ganz bestimmt noch kommen würde und mit ihm der ganze Sturm und Drang des Ausmist-Fiebers wollten wir ausserdem noch sparsam sein und endverbraucherisch und den Riesenberg an angesammelten (Lieblings-)Stoffen endlich mal ein bisschen weniger zurückhaltend angehen *hüstel* Manche Stoffe drohen hier nämlich schon Wurzeln zu schlagen zwischenzeitlich.
Jedenfalls passte das herrliche freaky „Charm Pack“ von Kaffee Fasset (gekauft aber leider nicht wiedergefunden bei „Cotton und Color“) einfach perfekt. Ich meine, Grün, Gelb, ein bisschen Blau, ein bisschen Pink, ein bisschen von fast allem würde ich sagen, mal gross gemustert, mal riesen-gross, mal klitzklein und fein… Prächtig, gewagt und unbeschwert, Herz, was willst du mehr?

Ganz besonders toll fand ich allerdings das Stoff-Format: fixfertig vorgeschnittene Quadrätchen von etwas mehr als 15 cm Seitenlänge, bereit zum Drinrumwühlen und sofort Losnähen. Natürlich ist das ein bisschen wie … geschummelt. So wie wenn man mit einer Backmischung aus dem Supermarktregal einen Kuchen bäckt; Das grosse Bäckermeistergefühl kommt dabei ja nicht unbedingt auf, oder? Fastfood bleibt eben Fastfood.
Aber -und das meine ich jetzt wirklich ganz, ganz ernst- ich finde, manchmal muss man im Leben bescheiden sein, und ehrlich mit sich selbst, die Situation ins Auge nehmen, Bedürfnisse und Möglichkeiten abschätzen und dann Abstriche machen, wo es sein muss und zwar so viel und so gnadenlos, wie es die Situation verlangt. In manchen Zeiten des Lebens ist eben Backmischungs-Zeit. Büchsen-Ravioli-Zeit. Ich-staubsauge-den-Boden-nur-alle-7-Tage-Zeit. Essen-wir-zum-Frühstück-eben-Osterhasen-Zeit. Was soll’s? Das Leben ist auch so schon anspruchsvoll genug, da müssen wir es uns ja nicht noch schwerer machen… Und schliesslich sind Phasen nur Phasen. Sie gehen vorbei. Ich weiss, es wird wieder einfacher werden eines Tages, ich werde wieder Zeit und Energie finden, und mein Haus, mein Menuplan und mein kreatives Ich werden wieder ganz aufs Selbermachen setzen. So oft und in dem Masse wie es sich richtig und ehrlich anfühlt.

Genau so wie hier, bei meinem Sonnen-Kissen, das ich so nenne, weil es so hell, kraftvoll und optimistisch wirkt auf mich, sonnig einfach, so lebens-freundlich. Ich hatte den eigentlichen Patchwork-Teil in absoluter Blitzgeschwindigkeit fertig. Kein Wunder, zugeschnitten war ja schon alles, fürs Zusammenstellen brauchte ich kaum fünf Minuten (abgesehen von der herrlichen Stunde, die ich und mein Mädchen spielend und arrangierend auf dem Fussboden verbrachten) und genäht sind die paar Patches also wirklich schneller als man „Superkallifragilistischexpialigorisch“ sagen kann. Sogar mit Baby auf dem Arm. Ehrlich.
Fastfood also.
Aber mit persönlichem Touch: Da das Nähen so schnell ging (herrlich!), blieb genügend Zeit und vor allem Energie und Motivation für ein bisschen wirkliche Hand-Arbeit. Dann nämlich, wenn das Baby schläft -oder es zumindest den (trügerischen) Anschein hat, bis ich es wage, das Bett für mehr als 5 Minuten zu verlassen- finde ich mit etwas Glück ein wenig mehr Ruhe und Musse als tagsüber, wo hier buchstäblich die Wände wackeln. Dann kann es sogar sein, dass ich zu etwas so gemächlichem und fragilen komme wie zum Sticken. Ich dachte, das Quilten meines Kissens (Ich nähe auch Patchwork-Kissen immer mindestens mit 2 Stofflagen, zur Verstärkung, ganz ähnlich wie bei einem Quilt) könnten für einmal meine Hände übernehmen…

Nun, meine Hände haben gerne daran gearbeitet. Wirklich sehr, sehr gerne. Und jetzt, in diesem Augenblick, wo ich diese Zeilen hier schreibe, während das Babykind in meinem Arm schläft und mein Mädchen sich zum dritten und vierten Mal am diesem Morgen im Bett auf die andere Seite legt (ach, du glückliche Kindheit), bricht die Sonne durch die dunkle Wolkendecke. Es hat geregnet heute früh. Ein Frühlings-Schauer. Jetzt singen die Vögel draussen vor meinem Fenster und warme, helle Strahlen bringen tausende von Tropfen auf Blüten und Gräsern zum Glitzern…

Gäbe es einen schöneren Abschluss für diesen Post, als Sonne für mein Sonnen-Kissen?

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