What makes me happy: Eine Log Cabin Patchwork-Tischdecke

„Log Cabin“, überhaupt das Thema „Patchwork“, steht momentan in meinem Alltag wie ein Koloss. Schon morgens, wenn ich aufstehe, um meinem Jungen das Frühstück zu richten und mit ihm ein bisschen Zeit zu verbringen bis zur Schule, greife ich entweder zu meiner kleinen Strickarbeit (mehr darüber bald!) oder zu einem Fitzelchen Stoff, um es zurecht zu schneiden für eines meiner Patchwork-Projekte (die immer sehr, sehr langsam vorankommen *seufz*). Patchwork ist… wie eine Sucht. Man bewundert es von aussen, stürzt sich nach langem Darumherumschleichen ins erste Abenteuer- und ist entweder abgeschreckt von dieser Erfahrung oder von diesem Tag an süchtig.
Ich gehöre zu Letzteren. Ohne jeden Zweifel.
Stoffe zu zerstückeln, sie in völlig neuer Kombination in etwas ganz anderes zu verwandeln und -gerade alten Textilien ohne Zukunft- damit in eine neue Geschichte zu schicken, ist einfach… wahnsinnig spannend!
Meine Erfahrungen bisher sind… nun ja, begrenzt, mein Vertrauen in meine Talente in Sachen Nähen und so auch nicht unbedingt grenzenlos… Aber ich merke, dass ich immer mehr lerne, beim Nähen die Freude am Tun vor allem anderen zu setzen, einfach drauflos zu rattern, lustvoll mit Stoffen zu spielen (wie mein kleines Mädchen, das sofort in meinen Stoffen versinkt, sobald sie dazu kommt)… und meinen Perfektionsdruck zurück zu binden, wann immer ich kann. Ein schönes Resultat muss nicht zwingend exakt sein, oder? Und vor allem: Wenn ich mir diese engen Grenzen ziehe, alles so schön, genau und sorgfältig wie möglich machen will, dann vergeht die Freude daran viel schneller als mein Projekt wächst, habe ich gelernt.
Im Moment bin ich jedenfalls im siebten Himmel, sobald ich mich an die Nähmaschine setze. Oder Stoffe zuschneide. Oder mit meinem Mädchen ein neues Muster arrangiere.
Im Moment macht mir das Nähen einfach nur Spass.
Obwohl es immer nur fürs Nähen im Schneckentempo reicht. (Man muss auch mal zufrieden sein, nicht?)
In diesem Augenblick stehe ich an meinem alten Sekretär vor meinem Laptop und tippe. Die Kinder rennen draussen durch den Rasensprenger, und wenn ich mich umdrehe, kann ich sie durch die offene Haustüre beobachten. Oder mir die Nähsachen schnappen, die einen halben Meter von mir entfernt auf dem Tisch liegen und auf mich warten. (Hach, wie schwer es ist, da zu widerstehen...) Schere, Schneidematte, Rollcutter, Stoffe. Am Verlockendsten aber ist das kleine Köfferchen voller fertig zugeschnittener Quadrate, bereit zum Zusammensteppen… Ein neuer Square-Quilt beim Wachsen. Beim l-a-n-g-s-a-m-e-n Wachsen.
Seit jenen Regentagen bin ich daran. Manchmal denke ich, der wird nie fertig. Und aus lauter Zweifeln schnipple ich dann an den Stoffresten herum, die die Quadrate zurück gelassen haben. Meistens Stoffstreifen in dünnen Bahnen. Hmm… wenn das mal kein Glück ist…
Solche Stoffstreifen sind nämlich genau das, was ich für eine nette, kleine Patchwork-Sofatisch-Decke gebrauchen kann! Eine Tischdecke, wie ich sie mir schon immer gewünscht habe… Der perfekte kleine Umweg zu meinem Quilt…
Eine durch und durch schöne, entspannte und trotzdem spannende Arbeit, die irgendwie gross genug war, um sich als… „echtes“ Projekt anzufühlen, gleichzeitig aber so wunderbar überschaubar blieb. Vernäht habe ich nebst den Stoffresten meines „Square-Quilts in Arbeit“ auch Reste vom Puppenquilt meines Mädchens und einen meiner Lieblingsstoffe aus dem Brocki, den grünen, geblümten Voile-(?)-Stoff, den ich schon zwei Jahre gehortet habe wie meinen Augapfel. Die Rückseite ist reines, weisses Leinen von einem der unzähligen antiken Leintücher, die ich immer von meinen Brockenhaus-Streifzügen mit nach Hause bringe. Auf eine Zwischenlage Stoff (Batting) habe ich verzichtet, damit das Tischtuch schön glatt aufliegt. Auch die Ränder sind einfach gehalten; statt Schrägband (das ich nicht zur Hand hatte, als es ans Säumen ging am Muttertags-Sonntag) einen Randsaum mit Briefecken. (Ich bin und bleibe ein Freund des Einfachen, glaube ich.) Gequiltet habe ich ein bisschen neben den natürlichen Patch-Linien und unten beim Saum.
Nur zwei Tage nach dem letzten Stich kommt es mir schon so vor, als wäre dieser kleine Quilt schon immer um mich herum gewesen… Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mich für eine kostbare stille Minute aufs Sofa setze und einen kurzen Blick auf das viele Grün und die Blumenprints werfe. Sofern ich überhaupt dazu komme; meistens waren die Kinder nämlich schneller als ich…
Vielleicht sollte ich doch besser zwei davon machen?

PS. Mehr (und viel schönere!) Quilts und Patchworkarbeiten findet ihr bei 19nullsieben. Hasenmama gibt uns wirklich gute Tipps mit auf den Quilter-Weg, und auch auf dem Kreativberg hat meine Blogger-Freundin Maria eben ihren ersten, wirklich süssen Mädchenquilt für ihre Zwillinge fertig geschneidert (*Klatschklatschklatsch*).  Last but sicher not least (im Gegenteil!): Nikkis Log Cabin Kissen ist mein Lieblingskissen ever! 
Liebe Freunde aller Quilts; wir sind eine von euch!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Dieser Beitrag wurde unter Nähen, what makes me happy veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Kommentare zu What makes me happy: Eine Log Cabin Patchwork-Tischdecke

  1. tüftelchen sagt:

    Wunderwunderwundervoll 😉
    Ich bin begeistert! Und bewundere den Mut, solche langen Stoffbahnen und auch kleine Fitzelchen so gekonnt zusammenzunähen mit solch fantastischem Ergebnis, darin enthalten auch so manches mühsam erkämpfte Fitzelchen Zeit und auch die wunderbare Zeitqualität vom Muttertags-WE 😉
    Hab auch lieb Dank fürs Aufschreiben der Stulpen-Anleitung 😉
    Ganz liebe Grüße zur Wochenmitte.
    Herzlichst
    tüftelchen

  2. Nikki sagt:

    ich bin bezaubert:)))) super-superschön geworden! bin schon gespannt auf dein nächstes projekt. lg von deiner mit 'mitsüchtigen', nikki

    ps, falls das brocki mal nichts mehr hergibt, ich tausche gerne restchen:)

  3. oh, das ist wirklich ein wunderwunderschöner quilt. was für großartige idee und die schönen grünstichigen stöffchen… grün ist doch die farbe der hoffnung, nicht? hoffnung, dass sich immer mal wieder ein kleines zeitfenster ergibt, das du für's nähen und deine kleine „sucht“ nutzen kannst 😉
    ich bin begeistert. und auch verwundert, wie groß so ein sofatisch ist (wir haben keinen). wirklich eine augenweide… ist euer wohnzimmer sowieso, wenn ich daran zurückdenke, als du es im frischfertigrenovierten zustand mal gepostet hast… hach ja… bei uns geht momentan im haus so gar nichts weiter. aber dafür draußen (aber davon sieht man nichts früher oder später… holz für den ofen ist ja so vergänglich *grins*)…
    bora, das ist ja so lieb auch dass du mich verlinkt hast. ja, ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich es endlich gewagt habe, mich ans quilten ranzuschleichen. und du hast recht: es macht süchtig… in gedanken plane ich schon das nächste kleine projektlein. man kann nie genug quilts haben (hast du ja auch mal gepostet, nicht? du meine inspirationsquelle nr.1). alles liebe!!! maria

  4. Kate sagt:

    Was für ein wundervoller Quilt! Ich muss sagen, dass ich mich gerade sehr inspiriert fühle, auch eine Patchworkdecke ohne Batting zu nähen – ich glaube, die ist toll in den heißen Nächten als dünne (aber trotzdem feste) Bettdecke… Die Stoffe, die du verwendet hast, sind wundervoll. Der großflächige Grüne ist ein absoluter Schatz, finde ich. Und zauberschön finde ich auch den Streifen von Bild 2… In alten Stoffmustern könnte ich ewig schwelgen! Herzliche Grüße und viel, viel Freude beim langsamen Wachsen-Lassen des Großprojekts wünscht dir Kate

  5. Anja sagt:

    Wow, wunderschön! Gefällt mir sehr sehr gut! Ach wo bleibt nur meine Nähmaschine… (muss zuerst das Büro/Nähzimmer fertig einrichten umnd aufräumen, wurde mir gesagt :-(…) Du bist im Moment ja wirklich richtig im kreativen Schuss, unglaublich bist du!
    Übrigens, das erste Bild dieses Posts gefällt mir wahnsinnig gut!
    Ganz liebi grüäss, anja

  6. creatina sagt:

    WUNDERSCHÖN hast du das gemacht!!

    Ich freu mich wirklich sehr, wenn ich bei dir, und bei den von dir erwähnten Blogs, sehe, dass ich nicht die einzige junge Frau bin, die Freude am Patchwork hat! In meiner Umgebung fühle ich mich eher als Exotin (Ähm, Patchwork? Was ist das denn??).

    Liebe Grüsse, Tina

    PS: Wie auf dem ersten Foto, auf den Knien etwas schnipseln, zurechtrücken, quilten, usw. kann man mich auf ab und zu sehen 😉

  7. Der absolute Wahnsinn !!!
    Ja – mach 2 davon 😀
    Hätte ich so eine, ich würde sie lieben !!!

  8. Tinki sagt:

    Wirklich Deine Decke ist wunderschön. Die Farben sind gedeckt und passend. So eine Decke könnte mir auch gefallen.
    Ich bekomme oft Patchworkdeckchen oder Decken, Wandbehänge etc. von meiner Schwiegermama, die das perfektioniert hat ( so genau ist es bei mir NIE UND NIMMER ). Leider gefallen mir ihre SToffe oft nicht so sehr – dafür Dein Quilt um so mehr. Und Deine Kinder lieben ihn scheinbar auch!
    Tolle Decke einfach phantastisch.
    Liebe Grüße Tinki
    PS: Ich habe ein tolles Buch über Amisch-Quilts die benutzen fast ausschließlich einfarbige Stoffe. Das ist auch schön – anders als unsere bunten Quilts.

  9. 19nullsieben sagt:

    Liebe Bora,
    vielen Dank, dass du meinen Blog in deinem tollen Post verlinkt hast! Ich freue mich sehr und habe seitdem sogar schon zwei öffentliche Leserinnen (und vielleicht auch ein paar stille) mehr 🙂 Aber dass meine Arbeiten „viel schöner“ sind, finde ich nicht!!!
    Entschuldigen möchte ich mich bei dir, dass ich mich erst jetzt melde. Aber ich war zwei Wochen lang auf Urlaub auf Kalymnos (Griechenland) und hab da nur recht sporadisch Blogs gelesen. Jetzt hole ich das alles nach und freue mich über deinen wundervollen Log Cabin-Quilt, Stricken, Laternen-Basteln, Alltag, Kinder und mehr von dir! An deiner Sofatisch-Decke (auch ich staune, wie groß sie ist!) finde ich die Stoffe und die Art und Weise, wie du sie miteinander kombinierst, ganz toll!
    Oh ja, siebter Himmel triffts gut… ich freu mich schon sehr auf heute Abend, den ich an der Nähmaschine verbringen werde – denn die hab ich schon vermisst im Urlaub, muss ich gestehen!
    Alles Liebe, Selina

  10. Elke sagt:

    Beim Stöbern nach Inspirationen habe ich Dich und Deine Künste entdeckt. 5 Sprösslinge – schön, dass Du Zeit und Muse für Dich findest. Ich habe erst vor Kurzem den Weg zu Patchwork gefunden und lebe mich hier kreativ ein.
    Dein Log Cabin, von klein zu groß lässt in mir mein nächstes Projekt wachsen.
    Viel Spaß mit allem, was Du tust.
    Liebe Grüße Elke

    • kirschkernzeit sagt:

      Oh, vielen lieben Dank! Und ganz viele wunderbare Erfolgserlebnisse wünsche ich dir beim Patchen und Worken 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.