Log Cabin in Pippilangstrumpfbunt

Ich im Farben-Rausch.
Schon seit Tage. Schon seit Wochen.
Ich habe über den Zauber des Malens geschrieben, über frisch gestrichene Wände in Lila und Türkis (ich schulde euch noch immer zwei Posts darüber, wie ich mich dunkel erinnere…), über die Freude, die nur schon ein farbenfroher Tischläufer verbreiten kann und über meine aktuelle Lieblingsfarbe, die mich immer wieder so glücklich macht … Erstaunt es euch da, wenn ich euch erzähle, dass ich wirklich jede ruhige Stunden nutze, um so richtig in Farben und Mustern zu wühlen…

… mich in Buntheit auszutoben und dabei Dingen beim Werden zuzusehe, die so farbenprächtig werden, dass ich selber fast ein wenig erschrecke darüber?
Mich erstaunt das bisweilen. Denn eigentlich bin ich kein Knallfarben-Typ. Im Gegenteil: Je verwaschener und natürlicher die Töne, desto mehr Ich finde ich darin. Aber eben, manchmal überrascht man sich glatt selbst, nicht?

Als ich beim Nähen meines Patchwork-Table-Runners die vielen neuen und alten Stoff-Streifen sah, die sich in meinem Reste-Köfferchen tummeln, musste ich sofort wieder an Nicki von Nikkibag denken, und an ihre wunderbar kunterbunten Log Cabin Kissen (mitsamt dieser fantastischen Nähanleitung! Danke mal wieder, Nicki!) Ich spürte es ganz genau: Die Zeit war reif für ein neues Patchwork-Kissen. Für ein Log Cabin Kissen. In Pippilangstrumpfbunt!


Log Cabin-Patchwork ist mir schon sehr ans Herz gewachsen, müsst ihr wissen. Nach zwei Kissen (dem hier in Grün, dem hier in Rot-Schwarz-Weiss für mein Kind, und meinem allerersten Patchwork-Kissen überhaupt) und dem kleinen Quilt, an dem mein Mädchen so sehr hängt, merke ich immer mehr, wie unglaublich frisch und frei diese Art von Patchwork sein kann. Das spontane, relativ sorglose Zusammensetzen kleiner Stoff-Reste zu etwas völlig Neuem, macht mir einfach schrecklich viel Spass und wirkt, gerade nach einem Näh-Projekt, wo akkurate Nähte und exaktes Zuschneiden vielleicht sehr wichtig waren, ungemein befreiend.

Projekte, die mehr Herz als Massband verlangen, tun mir immer wieder gut. Sie erinnern mich daran, dass Kreieren viel mehr sein kann, mehr sein muss,  als ein perfektes Resultat, auf das man stolz sein kann. Wenn die Intuition einem leitet und man sich und die Welt für eine Weile vollkommen vergessen kann zwischen Stoffschnipseln und Näh-Nadeln, dann ist … das Glück mit am Werk.

Das Nähen dieses Kissens fühlte sich jedenfalls sehr, sehr gut an. So ziemlich … nach „Glück mit am Werk“.
Bisher hatte ich weder den Mut noch das Verlangen, mit so vielen verschiedenen, kraftvoll gemusterten Stoffen zu arbeiten, aber jetzt fühlte ich mich regelrecht berauscht von der ganzen Farbenpracht, die da unter meinen Händen leuchtete.

Es machte Spass, zu sehen, wie unterschiedlich die verschiedenen Farb-Streifen wirkten, sobald man sie anders anordnete. Ein wunderbares Spiel mit Farben, in dem ich richtig aufgehen konnte…

Manche Stoffe tragen eine Erinnerung in sich. Der lila gepunktete Stoff und der mit den rosa Rädchen zum Beispiel, den habe ich damals -genau wie den roten Rosenstoff auf dem letzten Bild- für das Hochzeits-Kissen und die Hochzeits-Wimpelkette meiner Schwester gekauft. Und der dunkelgrüne Stoffstreifen wird für mich wohl für immer und ewig mit jener Zeit verbunden bleiben, in der mein kleines Mädchen gerade begann, mit Puppen zu spielen und alles und jedes, das ihr lieb war, in Decken und Tücher einzuwickeln. Damals nähte ich ihr einen kleinen Puppenquilt und verlor mein Herz ans Patchworken…

Und heute schlägt es noch ganz genauso sehr für diese besondere Form des Nähens und Gestaltens, dieses farbverliebte, manchmal etwas müde Mama-Herz in meiner Brust.
Es macht mich glücklich, zu sehen, wie rasch und mühelos sich jeder dieser Stoffstreifen aus meinem Köfferchen wieder einfügt in meinen Lebensalltag, …

… wie die Kinder sich auf das, was ich mit so viel Freude erarbeitet habe, manchmal regelrecht stürzen. Und das mit mindestens soviel Freude, wie ich sie hatte beim Nähen … (Naja, manchmal ist ihre Begeisterung auch weniger gut spürbar *zwinker*)

Streifen, die eigentlich nur Reste waren, übriggeblieben von „richtigen“ Projekten, Streifen ohne Ziel oder Bestimmung, erwachen plötzlich zu neuem Leben. Und finden immer irgendwo einen ihrer … „Verwandten“. Zum Beispiel in den drei Bilderrahmen über dem Sofa …
Schön, wenn sich meine (nicht mehr ganz) neuen Leidenschaften so langsam, langsam ihre Plätze erobern. Ein gutes Gefühl irgendwie.

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19 Kommentare zu Log Cabin in Pippilangstrumpfbunt

  1. Roswitha sagt:

    Das Kissen ist sehr schön geworden. Deine Zeilen dazu lassen gut nachfühlen welche Freude dabei war und jetzt beim Ergebnis ist. Ich liebe Patchwork, aber meine Näh-leiden-schaft schafft nur die Reparatur von Kindersachen und was unbedingt sonst genäht werden will. Aber wer weiß?
    Herzliche Grüße
    von Roswitha, die meist heimlich, still und leise Deine Zeilen genießt.

  2. Wieder mal wunderwunderbar, dein Kissen! Du hast so ein gutes Händchen für Farben, Muster und pippilangstrumpfbunt! Und es passt so gut zu eurem in Weiß und Holz gehaltenen Zimmer! Und zu den tollen Stoff-Bildern! Ich möchte das auch schon so lange machen – Lieblingsstoffe einrahmen! Aber irgendwie… naja, deine sind jedenfalls großartig! Ich glaube, dass ich die Stoffe in anderer Reihenfolge aufhängen würde, also der dunkle Stoff würde bei mir nicht rechts sondern in der Mitte hängen. Ich hab da manchmal ein bisschen einen Symmetrie-Zwang 😉
    Alles Gute, liebe Bora! Selina

  3. Sanne sagt:

    liebe Bora,
    den grün-geblümten Stoff liebst du, gell? ich auch!
    und ich frage mich und werde bald mal suchen, ob ich diesen Stoff auch habe, er kommt mir soooooooooooo bekannt vor.
    Dein Kissen ist richtig lebensfrohfröhlichstrahlend.
    herzliche Grüße
    Sanne

  4. Micha sagt:

    Sooo schön, da bekommt man richtig Lust aufs Nähen!

  5. Nikki sagt:

    umwerfend!! und das mit den erinnerungsstücken finde ich den ganz besonderen reiz an dieser technik. einen speziell bunten frühling wünsche ich dir:) lg, nikki

  6. Milena sagt:

    Du machst es eigentlich ganz richtig! Du nimmst die Resten von den richtigen Projekten und nähst daraus etwas Neues, das viele Erinnerungen zu einer Einheit verbindet.

    Ich habe schon Patchworkkurse besucht, man hat schöne, teure Stoffe zusammengesucht und dann in Streifen zerschnitten. Ist wohl auch schön, aber eigentlich stumpfsinnig. Die Amishfrauen hatten aus alten Kleidern wunderschönen Decken genäht. Auch hier ging es um alte Sachen, die zu neuem Leben erweckt wurden. Vielleicht auch um Erinnerungen.

    Vielleicht könnte man ja damit beginnen, jeden Monat einen Block zu nähen mit all dem Stoff, der für richtige Projekte übrig geblieben ist. Die Idee gefällt mir.

    Liebe Grüsse
    Milena

  7. Anja sagt:

    Ich liebe das Kissen! Und deine Bilder…
    Ich fand es auch schön, dich am Sonntag zu sehen. Und du darfst mein Baby immer bäbele, wenn du willst! 😉 bis bald wieder und ganz liebi grüäss, anja

  8. Kaum ein paar Tage nicht hier, gibt es wieder soviel Schönes zu betrachten!
    Das Kissen ist soo schön geworden und all die schönen Erinnerungen darin machen es zu etwas ganz besonderem!
    Wenn ich so Deine Zeilen lese, überkam mich der Gedanke, dass das „Liesel“ noch etwas für Dich wäre….Stoffteilchen über Papier ziehen und dann von Hand zusammennähen, Schau doch mal bei mir unter „Hexagon“. Ich liese diese Technik, da es überall gemacht werden kann und so einfach von Hand geht;)
    Ich wünsch Dir einen ganz schönen Tag und schau gut zu Dir!
    Herzlich Rita

  9. Pingback: Karneval der Tiere | Nikkibag

  10. Brigitte sagt:

    Meine ersten Patchworkdecken sind auch aus Stoffresten entstanden, die ich jahrelang dafür gesammelt hatte. Es sind sogar Stoffreste dabei, die meine Mutter für mich und meine Schwester Schürzen genäht hatte. Diesemit Volants verzierten Schürzen wurden ganz stolz getragen, natürlich auch in der Schule.
    Gerade jetzt bin ich am Planen von solchen Nähereien…

    Liebe Grüsse und weiterhin viel Freude im Farbenrausch

    Brigitte

  11. Wunderschön! Ja, die Erinnerungen, die man mit den Schnipseln vernäht, machen die Dinge doch gleich noch ein bisschen leuchtender und wärmer. Hab weiter viel Freude an den Farben und bald auch am wiederkehrenden Frühling! Ich wünsch dir Kraft, denn ich kann das Müde-Mama-Gefühl gut nachvollziehen. 🙂

    LG Doro

  12. Hallo Bora !

    Es ist immer wieder schön Dein Tagebuch zu lesen, in dem Du so schöne Einblicke in Deine Kreativität zeigst. Nicht nur die Arbeiten die Du so schön anfertigst, auch die Art der Fotografie in der du alles präsentierst, zeigt eine wunderbare Lebendigkeit.
    So wünsche ich Dir weiter immer etwas Muse um Deinen Hobbys nachgehen zu dürfen.

    Liebe Grüße, die Bildersammlerin !

  13. Kerwall sagt:

    Oh, ist das Kissen schön! Auf meiner Liste, der noch zu lernenden Sachen, steht ganz oben das Nähenlernen mit der Nähmaschine.
    Liebe Grüße Kerstin

  14. naturmama sagt:

    oh, das kissen ist wunderschön, bora! (bei uns halten die farben auch langsam wieder einzug :-)) liebe grüsse, weiter so!

  15. Emma sagt:

    Liebe Bora,
    ich war so lange weg und bei dir gibt es so viel Neues!!!
    Wunderschön sieht es hier aus und dein Kissen sieht umso schöner aus, besonders mit den strahlenden Gesichter deiner Kinder;)
    Vielen Dank für deine Interesse und Sorge, wo ich bleibe.
    Es stimmt … ich war lange weg. Die Gesundheit war mal wieder wichtiger.
    Jetzt geht es mir einfach nur gut und ich freue mich Dich wieder zu „sehen“!
    Liebe Grüße und bis Bald,
    Emma

  16. Stefanie sagt:

    Das Kissen ist wunderschön! Und es weckt wieder ein Stück mehr meine Lust mich selbst an einem Patchworkkissen zu versuchen. Langsam sortieren sich auch die vielen Ideen und ich warte „nur“ noch auf die passende Zeit. Schön, dass du immer wieder Zeit findest für so wohltuende Projekte!
    Liebe Grüße
    Stefanie

  17. Pingback: what makes me happy: ein Block-Quilt aus “Zakka Style” | Kirschkernzeit

  18. Alexandra sagt:

    Liebe Bora, ich muss es jetzt endlich mal schreiben; Dein Zuhause sieht so warm und schön aus! Ich mag den englisch/amerikanischen Touch. Schön, wenn man diesen in der Schweiz findet :).

    Ich wünsche dir ruhige, friedliche Wochen bis zur Geburt.

    Liebe Grüsse aus dem Appenzell
    Alexandra

  19. Pingback: Wiederholungs-Täterin | Kirschkernzeit

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