Buchvorstellung: „Linen, Wool, Cotton“ von Akiko Mano

Ihr Guten: Vielen Dank für alles, was Ihr einmal mehr bei mir im Kommentar-Feld zurückgelassen habt!  Eure Kommentare zu meinem Seifenblasen-Strick-Post sind zwar alle der letzten Panne bei Blogger zum Opfer gefallen, aber ich trage sie im Herzen. Wenn ich eure Textchen lese,  freue ich mich immer unsäglich, ganz, ganz ehrlich!  
Noch bin ich nicht beim Wegziehen, auch Kind1 geht zur Schule wie bis anhin… aber ich spüre, dass die Veränderungen sich anbahnen… zuerst im Herzen, wo sich Wünsche weiter entpuppen, dann in Gesprächen zwischen mir und meinem Mann, die jetzt plötzlich eine klarere Sprache sprechen- und in Erwähnungen im Familienkreis, die aus meinen Ideen etwas beinah Handfestes machen- und neue evtl. Möglichkeiten aufzeigen…
Freunde, ich halte euch auf dem Laufenden, versprochen!
Aber nun zu etwas ganz anderem. Zu Büchern. Zu einem insbesondere, weil ich (nach meinem Regentage-Post) danach gefragt wurde. In meinen Regalen werden sie immer mehr und mehr, die Näh- und Strick- und Bastelbücher, und wenn ihr rechts in meiner Sidebar nach unten scrollt, kommt ihr zu einem Amazon-Feldchen, in dem ihr meine liebsten kreativen Inspirationsquellen findet. Blättert ruhig einmal durch: vielleicht findet ihr eines, das euch besonders interessiert und wo ihr gerne eine kleine Buch-Vorstellung dazu hättet?
Heute stelle ich euch erst mal mein neueste Buch vor: „Linen, Wool, Cotton“ vom Akiko Mano.
Dieses Buch hat mich im Internet sofort angesprochen, und als ich es in den Händen hielt, konnte ich gar nicht anders, als es mit Sorgfalt und Achtung zu behandeln, so viel Eleganz und Stil strahlt es aus…
Dieses Nähbuch in (einfachem) Englisch beinhaltet 25 Projekte, die alle aus einem der drei Materialien genäht sind: Leinen, Wolle oder Baumwolle (manchmal auch in Kombination). Jedes Material hat sein Kapitel, das jeweils mit einem persönlichen kleinen Essay abgerundet wird, in dem die Autorin kurz ihre Beziehung zur jeweiligen Stoff-Art refektiert.
Ihr findet darin folgende Näh-Projekte:
aus Leinen
  • eine weite, schlichte Schürze zum Umbinden (bezaubernd!)
  • handgenähte, mit einer Stickerei und Hohlsaum versehene Taschentücher
  • eine riesige Beuteltasche zum Überdieschulterwerfen (gigantisch!)
  • schlichte Handtücher
  • eine …ähm… Abfallsackhülle (???)
  • einen simplen Duvetbezug mit Bindebändern
  •  weisse, kaum verzierte Kissenhüllen mit Knöpfen
  • ein sehr unkonventionelles Küchenhandtuch mit Rüschenkante (speziell)
  • Fruchttaschen
  • eine Küchenschürze mit Tasche (auf dem Cover sichtbar)
aus Wolle
  • einen beidseitig tragbaren Schal, verschönert mit Knöpfen und Spitzenborte (mein Favorit)
  • genähte Socken (sehr schön)
  • Hausschuhe im Ballerina-Spangenschuh-Stil (Favorit 2)
  • eine simple Kuscheldecke, dekorativ umnäht mit Schlingstich
  • eine Wärmefalschen-Hülle zum Zubinden
  • eine kurze Decke in etwas ungewöhnlichem Format mit grossen Rüschen an der Seite
  • eine Umhänge-Tasche im Boten-Stil
aus Baumwolle
  • ein ziemlich cooles, langes Überziehkleid (das mich ein bisschen an den Smock von A. Horner erinnert)
  • Wandtaschen ohne jeden Schnickschnack
  • einen Teppich (für mich eher ein Handtuch auf dem Boden, ähnlich wie ein Badezimmer-Teppich)
  • klassiche Kordelzug-Beutel
  • eine Art kleine Platzdeckchen, die sie „sweets mat“ nennt (süss und simpel)
  • ein Utensilo für Unterwäsche oder ähnliches
  • kleine Lunchbeutelchen in einem wirklich genialen Schnitt (klasse!)
  • das easy Umhängetaschen (Totebags)- Duo für Mutter/Vater und Kind in weiss
Die Farben sind extrem schlicht gehalten: die allermeisten Projekte sind einfach nur weiss (evtl. mit einer kleinen Handstickerei oder einem schlichten Band oder so verziert), der Rest uni schwarz, grau oder einmal zartblau. Nur ein einziges Projekt (mein Lieblingsprojekt!) zeigt einen gemusterten Stoff: ein wunderschöner Schal, der auf der einen Seite aus weissem Leinen-Woll-Gewebe, auf der anderen aus einem schwarz-weiss karierten Baumwollstoff. Patchwork oder so findet man nirgends (*snif*).
Überhaupt setzt der Stil dieses Buches ganz auf eine klare, schlichte Linie, etwas aufgelockert durch ein bisschen Rüschen, ein wenig Borte, einen Hauch von Stickerei. Die Fotos sind einfach unglaublich schön, hervorragend inszeniert und strahlen eine ungeheure Ruhe und Harmonie aus (was natürlich sofort Lust macht, die Sachen nachzunähen).
Wer Spass hat an Farben, gerne verspielte Details mag und sich so richtig wohl fühlt mit  ausgefallenen Blickfängen, wird vielleicht ein bisschen enttäuscht vom zurückhaltenden Design der Autorin, aber alle, die Freude haben an sorgfältig gemachten, durchdachten, schlichten Dingen mit einer leicht femininen Ausstrahlung, werden dieses Buch wahrscheinlich mögen. Ich für meinen Teil blättere gerne darin und fühle mich sehr inspiriert von den oftmals einfachen Projekten.
Was mich aber ein bisschen stört ist die Tatsache, dass Schnittmuster völlig fehlen, und jedes Stück von Hand ausgemessen und zugeschnitten werden muss. Bei Dingen wie einer Tasche geht das ziemlich einfach (hoffe ich), aber zB. das Kleid oder die Pantoffeln könnten mich schon vor das eine oder andere Aus-Mess-Problem stellen…
Zu jedem Projekt gibt es ein ganzseitiges Foto und jeweils eine schriftliche Anleitung zum Zuschneiden und Vernähen der Stoffteile und eine grafische Darstellung jedes einzelnen Arbeitsschrittes. Die Autorin war hier sehr gewissenhaft. Jede Grafik ist ziemlich  exakt und ausführlich bezeichnet. Wer gut umgehen kann mit solchen Grafiken, wird sicher seine Freude daran haben. Für Menschen wie mich, die sich schwer tun, wenn sie abstrakte Linien mit einer kreativen Handlung verbinden sollen, kann genau das eher verwirrend enden (also halte ich mich vorerst lieber einfach an den Text).
Alles in allem eine vielleicht nicht unbedingt extrem innovative, aber sicher sehr schöne, liebevoll gemachte Sache, die auch gerne eine Weile auf dem Sofatisch liegen darf fürs Blättern und Todolisten-Schreiben zwischendurch…
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13 Kommentare zu Buchvorstellung: „Linen, Wool, Cotton“ von Akiko Mano

  1. Das sieht aber sehr schön aus! Und über deine drei ??? musste ich schmunzeln. Letztens habe ich nämlich überlegt, eine Müllsackhülle zu nähen. Wir verwenden nämlich sowohl Stoffwindeln als auch Wegwerfwindeln für die zwei Kleinen, und daher liegt/hängt immer ein Müllsack beim Wickeltisch herum. Kübel wurde ausgeräumt und daher verbannt, und Sack funktioniert noch am besten, sieht aber enorm häßlich aus… Daher dacht ich, eine nette Hülle wär vielleicht die Lösung. Ein Projekt, für das ich aber erst Zeit freischaufeln muss.
    Zu deinen Seifenblasen wollt ich noch sagen… ich finde, eine Seifenblase ist ein wunderschönes Bild für freie Minuten, wenn man von den Kindern grad nicht intensiv gebraucht wird. So fein, leicht, glänzend und… sooo vergänglich.
    Alles Liebe!

  2. Ich habe das Buch auch und Du hast recht – es anzuschauen ist eine Wohltat. Und mir geht es wie Dir: Auch ich tu' mich schwer mit dem Schnittmuster. Leider bin ich nicht so zart besaitet (wie die abgebildeten Modells) und so habe ich mich auch noch nicht an ein Kleidungsstück gewagt. Aber die Inspiration ist schliesslich auch etwas. Und es tut einfach gut, in einem so schönen Buch zu blättern.

    Liebe Grüsse
    Milena

  3. Kate sagt:

    Kreativ-Buchvorstellungen finde ich immer toll! Ich würde mich auch schwertun, selbst das Schnittmuster anhand von Messen zu erstellen – dafür habe ich noch viel zu wenig Erfahrung im Nähen von Kleidung… Da drück ich mich nämlich vor, obwohl ich schon gern mal was selbstgenähtes tragen würde…
    Leider, leider ist während der gestrigen Blogger-Wartung dein lieber Kommentar verschwunden… Aber ich habe mich sehr über deine lieben Worte gefreut! Nun hatte ich noch die Idee, vielleicht eine Flanell-Schicht als Batting in ein Sommer-Schlaf-Quilt einzunähen. Dann ist es immer noch dünn und herrlich für die warmen Nächte, aber trotzdem auch schön „muckelig“ zum drin einrollen… Ich muss dringend an dem Thema dranbleiben! ;o)
    Das kleine Schäfchen-Kissen habe ich vor Jahren übrigens auch schon in groß genäht, mit vielen kleinen Patchwork-Quadraten. War immer ein tolles Geschenk für Babys, aber eins habe ich selber behalten als Kirschkernkuschelkissen! Zeigst du mir deins, wenn du es mal fertig hast?
    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende!

  4. kirschkernzeit sagt:

    @Notizblock: Ja, genau! Für Windeln ist das gar nicht mal so übel… Ich dachte einfach an die herkömmlichen Kübel in der Küche oder so… und da fand ich den Gedanken eher eklig… aber als Papierkorn ist es wahrscheinlich gedacht, das Kübelcover: sie nennt es auch Wastebasket Cover… Das ist wohl was anderes als ein Trashbag Cover, oder?
    @Milena Schlegel: Hmm… das Kleid ist wahrscheinlich sehr variabel- wenn man es umformatieren kann. Ich hab ja den Smock von A. Horner genäht und musste ihn auch ummessen für mich- was gar nicht gut geklappt hat, leider… Mehrere GRössen-Möglichkeiten wären schön, nicht?
    @Kate: Da bin ich ja froh, dass es nicht nur mir so geht mit den Grafiken! UNd, ja, bestimmt zeig ich dir mein Schäfchen- falls es je zustande kommt! Du warst ja schliesslich die INspirations!

  5. Anja sagt:

    Das Buch sieht ja echt total schön aus! Hmmm… Ich finde es super, dass du solche Buchvorstellungen machst, das inspiriert ungeheim und macht einem Bücher richtig schmackhaft (oder eben auch nicht…)
    Oh, was ich dich noch fragen wollte, was hast du für eine Schuhgrösse? Ich habe schöne schlichte Schuhe, die mir nicht mehr gehen – zu viel Wasser 🙁 – und dir evtl gefallen könnten. Ich nehm sie morgen mal mit, ok?
    Gruss und kuss, anja

  6. Nikki sagt:

    ganz lieben dank, bora, dass du dir die mühe gemacht hast. hört sich verlockend an…deine idee mit dem samstäglichen lesevergnügen find ich toll, vielleicht machen wir einen virtuellen lesezirkel draus, so wie die kreativ-party o.ä…ich hätte auch noch genügend schätzchen im regal, die's wert wären…demnächst mal wieder unter 'lesestoff';) lg, nikki

  7. minomi sagt:

    Ooooh, nach so vielen Bloggerfreien Tagen (es ging bei mir überhaupt nicht!) lese ich gleich so einen schönen Post über so ein inspirierendes Buch.
    Es kommt auf meine Wunschliste.
    DANKE!!!!

  8. kuestensocke sagt:

    Danke für diesen Buchtipp! Obwohl es viele Ebooks gibt die ich sehr mag, weil ich die Zettel nicht so sorgsam behandeln muss, sonderen einfach neu ausdreucken kann, liebe ich Bücher. Sie sind so beständig und alles was drin steht wirkt irgendwie nachhaltiger. LG Kuestensocke

  9. alfarascha sagt:

    Na das ist ja was, dieses Buch scheint mich zu verfolgen..oder verfolge ich es? Vielleicht die richtige Zeit es mir zu schnappen?;) Ich danke dir für deine liebevolle Buchvorstellung und vielleicht ists ein kleiner Anschupser für mich!

    ganz liebe grüße
    sarah

  10. ach wie schön!
    ich hab auch so ein zauberhaftes japan-buch :'la couture nature', und damit geht es mir genau so wie dir mit diesem: zum blättern, stöbern, träumen wundervoll, mit dem nachmachen hapert es aber sehr (obwohl in meinem immerhin ein schnittmusterbogen drin ist!).
    aber zum gucken und träumen – unschlagbar!

  11. Susanne sagt:

    Hallo Bora,
    diese japanischen Bücher find ich auch so wunderschön und hab auch 2 davon. Aber ehrlich…bei den Schnittmustern und Zeichnungen bin ich dann gescheitert. Leider ist auch keine englische Beschreibung drin. Aber von der Aufmachung her sind sie unschlagbar und auch die Ideen sind so hübsch.
    Ich seh meine jetzt als Bildband-Anschaubücher und träum mich ein bisschen rein;).
    lieben gruss und freu mich auch schon auf mehr Buchvorschläge von dir:)
    Susanne

  12. Pingback: # 4: “Lunch Bag” aus “Linen, Cotton, Wool” von Akiko Mano | Kirschkernzeit

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