drinnen

Während draussen der Winter regiert, rücken wir hier drinnen näher zusammen. Feuer wäre schön, auch hier in der guten Stube, aber bis wir eins haben, freuen wir uns einfach an den Heizungsdingern an den Wänden, denn Wärme ist Wärme, und die ist schon mal gut, wenn einem draussen ein Lüftchen mit -12 Grad wie ein eiskalter Waschlappen ins Gesicht fährt.

Ein lieber Gruss, mit Schätzen aus dem Reformhaus und etwas Literatur für mich, hat mich heute erreicht und mich zurückversetzt in eine halb vergessene Zeit: meine Gotte macht Geschenke noch genau wie vor 20 Jahren, als ich ein Kind war, das eine grosse Schachtel mit lauter kleinen, schön verpackten Überraschungen vom ihr unter dem Christbaum vorfand: Geschenke für mich, aber auch für alle meine Geschwister, denn das Teilen ist Teil des Schenkens und eine der schönsten Gaben an sich. Ich liebe Traditionen. Und ich liebe es, wenn Menschen an dem festhalten, was ihnen Freude macht.


Es wird massenhaft gespielt in diesen Tagen. Kartenspiele, Kinderspiele, Spiele im Alleingang (auf dem 2. Bild unten, läuft gerade eine von x Autorennen-Varianten, diesmal sogar mit akustischen Spezialeffekten), gemeinsame Spiel, Puzzles, Bauarbeiten en miniature…


Gebacken hingegen wird auf Sparflamme. Mit meinem Baby, dem Tragling, empfinde ich das Kochen und Backen als wenig entspannendes Unterfangen. Das Tragetuch bietet in diesem Fall auch keine geeignete Lösung, weil die kleine Hüpfdohle alles GANZ GENAU sehen will und am liebsten gleich mitanpacken möchte. Angebunden zu sein, während ich die lustigsten Dinge treibe, wie Teig kneten oder Schokolade hacken, das geht ja nun gar nicht. Findet zumindest meine Kleine.
Nun ja, hier gehen die Meinungen zwischen mir und meiner Tochter WEIT auseinander, aber ich akzeptiere ihren Bewegungsdrang und schraube meine Küchenaktivitäten auf ein für beide akzeptables Mass zurück.
Es sei denn meine hauseigenen Heinzelmännchen erklären das Guäzlä zu ihrer Mission, so wie heute…


Die Hüpfdohle entfaltet ihre Hände. Nicht erst seit heute, aber die Entwicklungen sind auf einmal UNÜBERSEHBAR. Es ist ein Freude für mich, mein Baby reifen zu sehen. Da ist bisher nichts, was ich aufhalten möchte- bisher, ja…
Ich weiss, irgendwann kommt der Punkt, an dem die Entlastung gross genug ist, um wehmütig zu werden. Ein Kind zu haben lehrt mich, einen Menschen über alle Massen zu lieben- und ihn genau deshalb immer wieder von neuem loszulassen. (Was nicht einfach ist, oh nein)


Es liegt ein immenser Drang, zu testen und erforschen in der Natur des Kindes, fällt mir auf. Manchmal kann ich sogar mitlernen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Bio-Gummibärli sich innerhalb von kürzester Zeit auflösen, wenn man sie in ein Glas Wasser legt? – Ich war bisher immer der Meinung, Gummiesszeugs wird höchstens grösser und glibberig wie Froschlaich. Aber dass es verschwindet?


Der Winter bringt jedes Mal ein Versprechen mit sich, bzw. ich lese eines in seiner Nebeldecke, in die er uns alle hier hüllt; er verspricht Zeit. Zum Basteln und Stricken, zum Nähen und zum Malen. Manchmal, da fliesst es tatsächlich… Aber auch in diesem Jahr bleibt dieses Versprechen nur zur Hälfte eingelöst, fürchte ich. Weil ich ein Baby habe, das mich braucht mit Haut und Haaren, und weil besonders J., das Kind in der Mitte, zur Zeit mehr Interesse zeigt am Spielen mit seinem grossen Bruder-Helden als an Mamas Hand-Arbeits-Vorschlägen. Also versuche ich, mich zu freuen an dem, was entsteht, und mich damit abzufinden, dass in unserem Haus eben nicht so viel kreiert wird wie in anderen. Hier hilft nur: Geduld, Geduld… und ein paar simply simple Projekte für mich, für die winzig kleinen Gelegenheiten zwischen Tür und Angel, wenn ein Moment frei wird für einen Stich, eine Masche oder zwei. (Diese leichten Arbeiten möchte ich euch demnächst vorstellen, ganz besonders auch die Inspirationsquelle dafür, die ich zur Zeit wirklich schätze!)

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2 Kommentare zu drinnen

  1. Gabriela sagt:

    Vielen Dank für deinen Kommentar, den du bei mir hinterlassen hast. Er hat mich zum ersten Mal hier auf deine schöne Seite gebracht. leider habe ich im Moment üüüberhaupt keine Zeit, mich in Ruhe umzusehen, daher trage ich mich als „Verfolgerin“ ein. Ich denke, wie „sehen“ uns wieder!
    Lieben Gruss
    Gabriela

  2. KB Design sagt:

    Was entsteht wohl da in violett mit gelben Faden? Bin ganz gwundrig….
    Nun wünsche ich dir und deiner Familie schöne Weihnachtstage und grüsse herzlich
    Brigitte

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