unmittelbar 2

Wuschelhuschel in der Gartenlaube, wo nix jemals so so adrett, sauber und ordentlich bleibt, wie ich es hinterlasse, wenn ich draussen im Schweisse meines Angesichts, Kram wegpacke, Böden fege und Decken ausschüttle (diese blöden Ohrwürmer!)
Nach mir kommen immer andere. Kleine Leute, die Tupperdosen mit Kreidestaub füllen (ihr Rohstoff für allerhand Elixire und Pinselfarbe), beim Meerschweinchen-Füttern das Heu kreuz und quer in der (frisch gewischten!) Gegend verteilen und niemals ihre Schuhe wegräumen. Von den schmutzig getretenen Teppichen und den gammeligen Quilts auf dem Rasen ganz zu schweigen.
Aber davon wollte ich nicht erzählen, es ist mir nur gerade so ins Auge gesprungen. Wichtig war eigentlich das hier: Das Heu in der Ecke ist dasselbe, das im gigantischen, geborgten Duvetbezug drin steckt. Frisches Bio-Heu, das ich selber mit der Heugabel auf dem nahen Mini-Feld einer neuen, sehr, sehr grosszügigen Bekanntschaft ein paar Ecken und Häuser von uns entfernt wenden und nach dem Trocknen einsammeln durfte.
Die Feld-Besitzerin ist grossartig.
Das Gefühl, mit einer Gabel bewaffnet trockenes Gras durch die Luft wirbeln zu lassen ebenfalls. Bloss das unfrohe Baby, das weder auf dem Rücken noch im Kinderwagen sitzen mag, das kann einem schon ratlos machen. Wie auch immer die Frauen auf ihren Höfen das sonst so wuppen mit Kind und Feldarbeit- ich ziehe hochachtungsvoll meinen Hut vor ihnen.

PS. Das waren jetzt mehr als 5 Sätze, gell. Geht in Ordnung. 5 wäre wohl schlicht zu wenig für so ein Plappermaul wie mich. Bleiben wir bei maximal 10. So über den Daumen gepeilt.

 

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11 Kommentare zu unmittelbar 2

  1. M.M. sagt:

    Kreidestaub! Der ist hier auch eine der allerwichtigsten Grundzutaten für alles mögliche und wird in superdichte Schatzdosen verpackt.
    Ich fand es ja ein bisschen absurd, die Malkreiden zu zermahlen – sind es dann Mahlkreiden?
    So abwegig scheint der Gedanke dann wohl doch nicht zu sein und vielleicht ist meine Vorstellungskraft nur ermattet.

    • kirschkernzeit sagt:

      Nicht wahr? Ich war auch ein bisschen erstaunt, dass Kinder das offenbar heutzutage so machen- aber jeder Generation das seine, gell 😉 Ich kann mich gar nicht recht an Strassenkreide erinner in meiner Kinderheit. Du schon? Dafür gabs damals Gummitwist und Pedalo und Pferdeleinchen…

      • M.M. sagt:

        Gummitwist, Pedalo, Pferdeleinchen … Hüpfbälle, Hulahoop und diese komischen länglichen Gummibälle, die in einer Plastikscheibe steckten, auf die man die Füße stellen und gleichzeitig den Ball einklemmen sollte, um damit stehend zu hüpfen.
        Straßenkreide gab es bei uns auch und bei manchen Schulkolleginnen war es gar durch den Vermieter strengstens untersagt, den Gehweg vor und zum Haus damit zu bemalen. Seltsam war das.

  2. Iris sagt:

    Es sieht halt bewohnt und gemütlich aus. Ich würde mich gerne dort niederlassen.

    Nordische Grüße von Iris

  3. Hirundo rustica sagt:

    Liebe Bora,
    ich mag ja den Heu Geruch so gerne. Aber Arbeit im Garten / auf dem Feld mit Baby/Kleinkind scheint wirklich nicht so einfach..
    Kreidestaub Produktion ist hier auch üblich. Lustig, ich wusste bisher nicht, dass man das so macht, und dachte, es wäre eine etwas nervige Angewohnheit meiner Kinder.. 😉 Aber wir haben hier zusätzlich noch 1A Erdstaub auf dem Boden unseres Holzschuppens. Wenn man den siebt, kann man gleichzeitig alles was sich an Fahrrädern und sonstigem darin befindet, mit feinstem Mehl beschneien. Alternativ wird auch gerne Wasser zugefügt…
    Kann einem ja schon mal ein bisschen zu viel werden, aber glückliche Kinder brauchen sicher solchen Matschdreck. 😉 Ich kann mich selber noch gut erinnern.
    Also FALLS ich mal ein gutes Kräuter/Heilpflanzen Buch finde, sag ich dir Bescheid.
    Liebe Grüße!

    • kirschkernzeit sagt:

      Ich würde mich sehr freuen über einen Buchtip von dir! Erdstaub! Haha! Das klingt prima 😉 Bei uns nehmen die Mädels zt die Kohlen vom Grill und zeichnen damit auf dem Boden, gerne auch vorher zu Mehl zermalen und mit Wasser gemixt…

  4. Adeline sagt:

    Ich lese hier ganz still und leise mit großer Freude und Bewunderung mit. Vieles erdet mich in meinen Wünschen, Ansprüchen und Gedanken.
    Leise habe ich mich immer gefragt, wann der Babyjunge in der Rubrik ICH auftaucht.
    Ach ja……..als Kind habe ich mit einer entfernten Verwandten auf einem alten Mühllenboden über meine ganze Kindheit lang eine Hexenküche gehabt. Mit allerlei Flaschen voll mit geheimnisvollen Tränken und Kräuterelexieren- und mit Kreidestaub! Ganze Sommer waren wir dort oben verschwunden und verwunschen.
    Nach vielen Jahren waren wir kurz vor dem völligen Umbau des Bauernhofs als erwachsene Frauen noch einmal auf „unserem“ Kräuterboden……..alles war unberührt und sah aus wie in unseren Kindertagen, sogar die alten Blättergirlanden hingen noch raschelnd und vertrocknet.
    Heute ist es umgebaut und modern und sehr schade anzusehen…….
    Ganz liebe Grüße

    • kirschkernzeit sagt:

      Oh! Das klingt so herrlich nach Bullerbü! Und nach Madita- die lese ich gerade meinen beiden jünsten Mädchen vor… Mir geht es ähnlich wie dir; der Zauber verpufft sofort mit dem Modernisieren und ich finde das auch meistens wahnsinnig schade… 🙁 Das mit dem fehlenden Kind in der Rubrik „Ich“ hat mich auch ein bisschen schockiert: wie lange ich das nicht realisiert habe! Jetzt steht es glaub ich drin, aber ich muss es nochmals kontrollieren, ich bin da ein bisschen untalentiert, was Technik betrifft…

  5. Ju sagt:

    danke für die blumen!

    • kirschkernzeit sagt:

      Ah du bist’s! Ich hab lange überlegen müssen, welche „Blumen“ du meinst, hihi. Danke dir nochmals, ehrlich! Auch für den Leiterwagen zum Zeitungssammeln… da hab ich mich gar nicht mehr gemeldet, tut mir leid…

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