Januar-Tage Nr.12

Ich habe langer überlegt, ob ich dieses Foto einstellen soll oder nicht.
Eigentlich sehe ich mich selber nicht sonderlich gerne. Weder auf Fotos, noch in meinem Blog oder so… Mich stört so vieles an mir; meine Augenringe, die zu weichen Stellen in meinem Gesicht, meine unzähligen Muttermale (wieso hat der liebe Gott mir nicht stattdessen Sommersprossen gegeben? Wie bei Anne von Green Gables! Sommersprossen find‘ ich süss. Muttermale nicht.) Und meine Arme sind sehnig und knochig wie bei der bösen Hexe aus Hänsel und Gretel. Meine Jeans hingegen bringe ich noch immer nicht zu…
Wie dem auch sei; Ich sehe aus, wie ich eben aussehe. Da beisst die Maus keinen Faden ab. Äusserlich kann ich mich nur mässig verändern. Vielleicht das Notnagel-Verhübscherungs-Programm mit Rouge und Lippenfarbe, aber Muttermale bleiben Muttermale und meine Arme werden wohl nie mehr voller, die durchsichtige Haut nicht schöner, meine Augenpartie nicht straffer.
Was ich ändern kann an mir ist das, was innen liegt. Meine Herz-Region. Meine Gedanken. Meine Ansichten. Meine Handlungen schlussendlich.
Ich mache gerade bei einem kleinen Weniger-ist-mehr-Challenge mit auf Instagram und habe so jeden Tag eine Kleinigkeit zu knobeln. Mal ist es die schlimme Messie-Ecke, die sortiert werden soll, mal die Handtasche (kein Problem! Ich hab gar keine!)- und heute meine Vorsatz-Liste. Drei Punkte nur darf sie beinhalten. In kurzer, klarer Form. Ziele, statt schwammige Visionen. Nun, bei mir dürfte das so aussehen mit den Zielen für 2020:
-Ich möchte innehalten und reflektieren, bevor ich emotional reagiere (das gilt besonders für den Umgang mit meinen Kindern, wo ich noch mehr aus dem Bauch heraus lebe als anderswo)
-Ich möchte den Menschen loben, wo immer ich Gutes erkenne! Wohlwollend sein und ermutigend, unterstützen statt kritisieren.
-Ich möchte Liebe-voll über andere reden.
Und wo ich dann schon mal dabei bin, gnädig und wohl-wollend zu sein, fallen mir vielleicht ja irgendwann auch ein paar Dinge ein, die ich mag an mir. Die geraden Zähne zum Beispiel? (Zahnspange sei dank, haha!)

In meiner Hand halte ich übrigens das Babyjäckchen, an dem ich gerade arbeite. Zuerst wollte ich einfach ein Flatlay-Foto davon zeigen, doch ich will euch nicht mit Langweile quälen… Gestern abend war ich sehr bemüht, den ersten Ärmel wieder bis zu dem Punkt zu stricken, an dem ich merkte, dass ich die Abnahmen vollkommen vergessen hatte und rübis und stübis alles auflassen musste. Vor lauter Netflix. „Anne with an E“ geht in die dritte Runde, und meine Begeisterung für diese wunderschöne Serie wirkt sich offenbar negativ auf meine Strickkompetenzen aus… Zur Sicherheit habe ich gestern beim Nachstricken den Laptop zu gelassen. Hörbuch ist auch schön. Habt ihr Tipps diesbezüglich?

„Dezembertage“ heisst meine kleine Serie zum Jahresende.
Ein Bild, wenige Worte, spontan und frei von der Leber weg.
Spass machen soll es. Mir und euch.
Die „Januartage“ setzen diese Idee im neuen Jahr ein wenig fort.
Ein huschhusch-Einblick in mein Leben mit Gruss und Kuss
raus in die Welt an alle, die das hier lesen…

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16 Kommentare zu Januar-Tage Nr.12

  1. Du bist so wunderschön. So wie du bist.

    „Sei nicht die „beste“ Version deiner selbst.
    Sei die glücklichste.“
    Habe ich gestern im geborgen wachsen Newsletter gelesen und finde es so gut. Und es passt gerade so schön zu deinen Vorsätzen.

    Und dann frage ich mich gerade, wie du ohne Handtasche leben kannst… Das gibt mir Rätsel auf. Wo tust du deine Dinge hin, die du so mit dir trägst?

    Ich drück dich du Liebe. Und wollte dir mailen, am Rechner sitze ich momentan leider nur bei der Arbeit…
    Liebste Grüße
    Sternie

    • kirschkernzeit sagt:

      Ich finde deinen Vers ganz,ganz toll! Wirklich!
      Was die Handtasche betrifft; du darfst nicht vergessen, dass ich ja meistens zuhause bin. Mein Mann macht zb auch die Grosseinkäufe, so dass ich kaum je aus dem Dorf rauskomme. Wenn ich dann mal weg muss, nehm ich gleich eine ganze Tasche mit. Oder einen Rucksack in krassen Härtefällen. Dann pack ich alles ein, was rein muss- und alles wieder aus, sobald ich zuhause ankomme.

  2. Romy sagt:

    Liebe Bora, die strengsten Richter über uns sind wir selbst, oder? Aber auch hier macht es der Blick. Wohlwollen. Ein schönes Wort. Da steckt sogar die Zutat für dein schönes Hobby drin. Und geht es auch so: du bist gesund nach sechs Schwangerschaften und Geburten. Du hast immer noch wunderschönes Haar und gesunde Zähne. Und du siehst einfach fantastisch aus.
    Auf deiner Liste bitte dich auch selbst loben und ermutigen. Die anderen auch. Ja.
    Und wie jemand schon vor mir schrieb: wer einen Haushalt mit sechs Kindern wuppt ist für mich immer eine HELDIN.
    Nasse graue liebe Grüße aus Berlin.

    • kirschkernzeit sagt:

      Dank dir! Naja, das mit der Heldin ist ja so eine Sache… ich fühl mich eigentlich ziemlich unheldenhaft. Aber es liest sich schön;-)

  3. Pellissier Yasmine sagt:

    Liebe Bora,
    Schön, dass du das Foto gepostet hast, denn so sehe ich, die dich nicht persönlich kenne, wie die Bora wirklich aussieht und eine Frau wie du mit so schönem vollen, nicht mal grauem Haar und einem jungen Gesicht, dem ich niemals 40 Jahre geben würde, braucht sich wirklich nicht zu verstecken!! Hast alles richtig gemacht! Danke übrigens noch für deine Info zur grünen Wolle. Habe selber die Rios auch schon oft verstrickt, aber dieses spezielle grün habe ich noch gar nicht entdeckt. Anscheinend gibt es diese Farbe immer noch zu meinem grossen Glück, denn ich werde sie mir kaufen, du hast mich mit deinen Bildern wirklich angefixt😀. Alles Liebe
    Yasmine

    • kirschkernzeit sagt:

      Liebe Yasmine- ich hoffe, du bist wohlauf? Geht’s dir besser?
      Dankeschön für deine freundlichen Worte! Das Grauwerden könnte eventuell tatsächlich an mir vorbeiziehen, denn meine Eltern haben diesbezüglich recht gnädige Gene: Meine Mama hat noch immer ihre braunen Haare und kein Strähnchen Grau, und ihr Vater hatte pechschwarzes Haar fast bis zum Tod. Mein Papa wiederum ergraut erst jetzt so langsam, hat mir aber seine starken, welligen Haare vermacht (meine Mama hat ganz zartes Haar)… Vielleicht sollte ich da wirklich dankbarer sein. Ich nehme mal wieder das Gute als völlig selbstverständlich und finde sofort das Haar in der Suppe 😉
      Dass du Freude hast an der Wolle, das freut mich! Ich mag die Farbe auch recht gerne, obwohl ich es heute gerne noch mehr „uni“ hab in Sachen Garn…

  4. Ramona Hortmann sagt:

    Hallo Frau Kirschkernzeit, ich lese hier meistens still mit , aber heute muss ich einmal kommentieren …ich bin 48 Jahre alt , 1,65 m klein und wiege ungefähr das doppelte wie du … Meine weichen Stellen im Gesicht kann man sich bei dem Gewicht wahrscheinlich vorstellen und nicht nur im Gesicht ist alles weich …. Weich hört sich sogar sehr freundlich an , wohlwollend sogar … Ich habe 4 Kinder geboren….Und ich habe auch überall Muttermale …. Meine Haare werden schon dünner und grau durchzogen …besonders an den Schläfen, also dort so man es auch natürlich sofort sieht in meinem dunklen Haar …Augenringe??? Na klar ..wenn , dann das volle Programm..sogar an die Kinder weitergeben …Aber was ich dir sagen möchte ist eigentlich, dass du genauso wie du bist genau richtig bist und sich niemand dich anders vorstellen könnte…ich wùrde viel dafür geben noch einmal sehnige Arme zu haben oder langes volles Haar oder deine Hosengrösse …aber ich denke auch , dass es viel wichtiger ist, auf sein inneres Aussehen zu schauen und nur das werden auch die Menschen ,die uns lieben ,in Erinnerung behalten wenn wir irgendwann nicht mehr sind .. Und unseren Duft .. Unseren weichen Körper an den man sich so gut anschmiegen kann und die warmen Hände die so viel geben …man muss ,wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben, alles ,und besonders sich selbst ,auch einfach mal wohlwollend betrachten … Schönheit vergeht …und für die, die dich lieben , bist du sowieso die Schönste!!! .. Übrigens habe ich letztlich gelesen, dass eine Haut mit vielen Muttermalen ungefähr 10 Jahre jünger aussieht, als sie wirklich ist …..Ganz liebe Grüße Ramona Hortmann

    • kirschkernzeit sagt:

      Das mit den 10 Jahren muss ich mir merken 😉
      Hab Dank! Ja, du hast recht, ganz bestimmt: weich und duftig und einfach…die Mama. DAS ist es doch, was ein kind liebt. Dass man einfach „seine Mama“ ist… Ich umarme übrigens wahnsinnig gerne weiche Leute! Wirklich! Leute, die noch so richtig eng umarmen können, wo man sich festgehalten, angenommen, gern gehabt fühlt. „Deine Umarmungen sind so richtig zum drin Versinken“, sage ich dann, und meine das absolut positiv- wer möchte nicht in Liebe versinken…?
      Ich schicke dir meinen innigsten Dank für dein Dich-zu-Wort-melden! Liebe Grüsse an dich!

  5. Christina sagt:

    Liebe Bora,
    Ich weiss nicht was du hast…..du bist einfach wunderschön !
    Herzliche Umarmung aus Wettingen
    Christina

  6. amselgesang sagt:

    Augenringe (in meinem Fall richtige Tränensäckchen, die sich im Laufe der Zeit noch auswachsen werden) sind wirklich was Ärgerliches, wem sagst du das – deshalb bin ich so froh an meiner Brille, denn die überspielt das optisch besser als noch so viel Make up! Auf deinem Foto erkenne ich allerdings auch bei genauem Hinsehen nichts dergleichen – was meine Ansicht über „Brillenkosmetik“ vielleicht bestätigt? 😉
    Und Muttermale – ja, kenne ich auch, weniger im Gesicht, aber sonst überall… Du weißt sicher, dass viele Frauen deine „Schönheitsfleckchen“ mit Handkuss in ihrem Gesicht plazieren würden, wenn sie dein wundervolles Haar mit dazu bekämen…
    Ich mache jetzt nicht mit den „Hexenarmen“ weiter, sondern versuche dich einfach mit einer Vorhersage zu trösten: In 10, 15 Jahren wirst du a) mit deinem Aussehen ganz zufrieden sein und b) dich beim Betrachten deiner früheren Fotos erstaunt fragen, was für ein Problem du damals bloß hattest – du wirst dich mit anderen Augen sehen. Mit ganz dankbaren, liebevollen…
    (ich spreche aus Erfahrung) 🙂
    Als ich meinen Mann kennengelernt hatte, war ich auch noch so schrecklich selbstkritisch und äußerte einmal, wie hässlich ich den blauen Krampfaderfleck auf meinem Schienbein fände, der sich da nach einer heftigen Prellung gebildet hatte und nicht mehr weggehen wollte. Er meinte ganz erstaunt: „Aber – das ist doch nur ein Schönheitsfehler!“
    Solche Männer muss man einfach heiraten, findest du nicht auch?
    Ich wette, deiner ist auch so einer… 🙂

    • kirschkernzeit sagt:

      Hihihi… dein Mann ist wirklich zum Heiraten süss! 🙂
      Und das mit der Brille unterschreib ich von A bis Z: es hilft wirklich! Ohne Brille sieht man auch meine Augenringe (ich glaube, es sind eigentlich auch Tränensäcke, aber ich finde das Wort derart schlimm, dass ich es aus meinem Repertoire gestrichen habe) sehr viel besser, bzw mit Brille deutlich weniger. Der untere Rand kaschiert recht zuverlässig. UND der obere Rand wiederum versteckt meine Schlupflider 😉
      Es stimmt schon, was du schreibst; man sieht niemals jünger aus als heute. Und auf alten Fotos, denk ich auch immer; „Mensch, damals war ich ja noch richtig straff/knackig/jugendlich etc. Dabei sah ich mich damals genauso in einem unguten Licht wie heute… tztztz

  7. Regula sagt:

    Mörgeli!

    Die Zeit arbeitet für dich. 🙂

    Nich nicht ferner Zukunft wirst du erkennen: Ich habe Augen, die sehen. Ich habe einen Mund, der lächelt und spricht (Gott sei Dank, auch oft was Schlaues). Ich habe ein Gesicht, bin anderen Menschen ein Gegenüber. Ich habe Arme zum Arbeiten. Ich stehe am Morgen auf. Das alles ist ein Wunder und ein Geschenk! Wie wichtig sind da Muttermale oder sehnige Arme?

    Sei dir eine Freundin. Was würdest du zu ihr sagen?

    Nun gut, die Haut. Wenn ich die Haut meines Vaters sehe, der nun doch schon in die Jahre gekommmen ist … An der dünnen, durchsichtigen Haut kaue ich noch …

    Alles Liebe dir

  8. JuSt sagt:

    Liebe Bora,
    Ich lese nun schon etwa so lange jeden Artikel von dir, wie alt der grüne Pulli war, den es nun nicht mehr gibt 😉.
    Warum? Weil es sich heimelig geborgen bei dir anfühlt. Ich bewundere dich, wie du so liebevoll für deine Kinderschar da bist! Ich komme so oft schon mit 2 an meine Grenzen. Und kriege schon (mit 36) graue Haare.
    Ganz liebe Grüße!

    • kirschkernzeit sagt:

      Ach, weisst du, an meine Grenzen komme ich auch jeden Tag mindestens zehn mal! Ehrlich! Ich versuche dann immer, diese Episoden möglichst zu vergessen und wieder neu anzufangen. Ebenfalls zehn mal am Tag 😉 Danke dir für deine Zeilen!

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