Januar-Tage Nr.9

Liebe Romy, liebe Andrea, liebe Yasmine (gute Besserung dir, du Arme!); ich danke euch für eure lieben Kommentare auf meinen letzten Post hin! Ich fühle mich getröstet und getragen, wenn ich weiss, dass ich keine völlig übertriebene Glucke bin. Und auch keine Schwarzseherin oder all das. Dass ich nicht „einfach nur dankbar sein“ soll für das, was ich mit meinen Kindern zusammen habe. Jetzt. Heute. Sondern dass es ganz natürlich und nichts Verwerfliches ist, auch ein bisschen Tränenwasser im lachenden Auge zu spüren, wenn ich sehe, wie es wächst und gedeiht in meiner Kinderschar… Da ist ja immer auch Schatten neben dem Licht, nicht wahr? Das braucht man nicht zu verdrängen, es gehört zum Leben mit dazu….
Irgendwie ist diese Zeit ja auch ein bisschen anfällig für Sentimentalitäten, oder nicht? Jahreswechsel. Gehen. Kommen. Dazwischendrinfeststecken.
Vorgenommen habe ich mir nicht viel bisher. Ich glaube, dafür bin ich zu nüchtern. Oder zu oft ernüchtert worden. Weil bisher kaum je einer meiner guten Vorsätze länger als eine Woche gehalten hat. Dann kam mein Leben wieder dazwischen und mein nicht eben zäher Charakter und alles ging wieder in seinen alten Trott über. Wichtig ist mir für das Jahr 2020 vor allem eines: Meine Gefühle. Mein Innenleben. Mein Temperament. Ich möchte lernen, mich selber besser zu regulieren. Meine Traurigkeiten zu durchbrechen, meine Wut zu bezähmen, meine Freude für andere spürbar werden zu lassen. Ich möchte gerne ein besserer Mensch sein. Fühlbar besser für die Menschen um mich herum.
Ein bisschen weniger Ich, ein wenig mehr Du.
Und ich möchte mehr Ruhe und Stabilität in meine Familie bringen. Durch mich selber, bzw durch mein (hoffentlich) entspannteres Selbst, aber auch durch weniger Gerümpel und Ballast im Aussen und Innen. Vielleicht wird auch das Haus endlich einmal leerer. Das wäre schön. Und bestimmt wahnsinnig hilfreich.
Zum Auftakt habe ich schon mal die Kleider-Rest-Schublade geöffnet und zwei Baby-Mullwindeln und ein bis dahin weisses Kleid, das ich gerade von jemandem secondhand geschenkt bekommen hab‘, herausgezogen. Sachen, die farblich überhaupt nicht gehen. Ich und weiss? Undenkbar! Mein Baby und Knallfarben? Kommt nicht in die Tüte!
Aber alles war ansonsten tadellos und ich bin ja eine, die immer irgendwo ein Schächtelchen Färbefarbe herumliegen hat. Braun diesmal. Wie so oft. Und voilà; die Tüchlein passen heute ganz wunderbar zu meinem in Erdfarben gehüllten kleinen, dicken Erdling, das Kleid kommt in meine Sommergarderobe. Vorerst zumindest. Obwohl mich die weiss gebliebenen Nähte definitiv stören… Vielleicht doch ein Fall für den Sammel-Sack? Wenn ich meiner Sehnsucht nach mehr Einfachheit und Ruhe nachgehen will, dann müsste ich wohl konsequent sein und ziehen lassen, was eben doch nicht passt…

Wie handhabt ihr das eigentlich? Ich meine; gebt ihr weg, was ihr nicht anzieht, oder hebt ihr es auf, für „den Fall dass…“? Und welche Dinge möchtet ihr verwirklichen im Jahr 2020? Ich würde mich freuen auf die eine oder andere Vorsatz-Liste von euch…

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10 Kommentare zu Januar-Tage Nr.9

  1. Pellissier Yasmine sagt:

    Liebe Bora,
    Danke dir für die Genesungswünsche, tut einfach gut! Auch hier ist das so, dass man immer kämpfen muss, nicht alles zu behalten. Wir haben auch ein Haus und ich denke manchmal, dass das noch schlimmer ist, weil man automatisch etwas mehr Platz hat zum Sachen Horten😀. Mit meinen Kleidern habe ich letztes Jahr mal kurzen Prozess gemacht, ich habe nur noch behalten, was ich wirklich liebe und regelmässig trage, alles andere habe ich an eine Kleiderbörse gegeben. So können andere Leute vielleicht das eine oder andere Lieblingsteil in meinen Sachen finden. Ich bin jetzt aber auch konsequent und kaufe nichts Neues mehr, dafür trage ich endlich meine selbstgestrickten Sachen. Für 2020 habe ich mir vor allem vorgenommen, genügsam und minimalistisch zu leben, die kleinen Momente des Glücks bewusst zu leben, denn wir haben es so gut hier in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern mit Armut und Krieg. Ich wünsche dir einen schönen Abend und liebe Grüsse, Yasmine

    • kirschkernzeit sagt:

      Genau an deine Zeilen hier hab ich heute gedacht und mir mal meinen Kleiderschrank vorgenommen. Ich hab nicht sooo viel. Aber manches davon bedeutet mir rein gar nichts. Also hab ich alles rausgenommen und auf den Boden geworfen und Kondomässig „befühlt“. „Does it spark joy?“ Leider kam da irgendwie gar nichts. Also hab ich fast alles wieder reingeräumt. Ich kann ja schwer nackig durch die Welt laufen 😉
      Immerhin: drei Teile sind draussen geblieben. Zwei davon verschenke ich, eines wird gerade aufgeribbelt… Merci für deine Inspiration!

  2. Tina sagt:

    Liebe Bora, ausmisten steht auch ganz oben auf meinem Plan. Weniger ist mehr. Irgendwie hat’s dieses Jahr nicht gepasst und das Jahr ist eher unter „Aufbau“ gestanden mit den ganzen Renovationsarbeiten im Haus (ich sage nur: Wasserleitungen ersetzen…). Und Meditation und Yoga stehen auch oben auf meiner Wunschliste. Wie auch schon letztes Jahr… du siehst, ich bin auch überhaupt nicht konsequent im Umsetzen. Dafür passen immer wieder meine intuitiv gewählten Jahres“motto“. Letztes Jahr war es „Mut“ (obwohl sich alles in mir gegen das gesträubt hat, ich Angsthase) und es war in vielen vielen Bereichen so passend! Für dieses Jahr habe ich „Leichtigkeit“ gewählt und lasse mich überraschen. Herzliche Grüsse, Tina

    • kirschkernzeit sagt:

      Leichtigkeit klingt gut! Genauso das mit dem Yoga und so… Ich denke auch, ich könnte mal wieder mehr beten. Stille Zeit machen. Und mir mehr Zeit zum Visionieren geben. Ich meine, das mit meinem Traumhaus steht irgendwie auch immer noch an, so halb verdrängt… Und ja; Ich finde auch, Ausmisten braucht sowas wie volle Verpflichtung, damit es sich richtig und radikal anfühlt. Alles andere ist bloss Pipifax und wird kaum registriert, oder? Wenn dann ein, zwei Bücher in meinem Regal dastehen, dann bemerke ich das gar nicht und hab noch immer das Gefühl, in Sachen zu ertrinken… Ich wünsche dir viel Lust aufs Räumen! Und Zeit! Und Vitalität. Dann schaffst du ganz viel in ganz kurzer Zeit.

  3. Petra Rampe sagt:

    Liebe Bora,

    … ich wünsche dir und deinen Lieben einen guten Start in ein glückliches, gesundes und friedliches Jahr 2020. Ich möchte mich auf diesem Weg einmal bei dir bedanken, für all deine wunderbaren Posts. Egal, ob lang oder kurz, tiefsinnig oder an der Oberfläche … Ich liebe es, bei dir zu lesen und an deinem Leben und deinen Gedanken teilhaben zu dürfen. Es ist stets wie ein Besuch bei guten alten Freunden. Ich fühle mich Willkommen geheißen und gewärmt und kann so viele deiner Gedanken nur allzu gut nachvollziehen. Und du hast die Gabe, diese Gedanken in so wundervolle Worte zu fassen. Das Lesen deiner Posts erdet mich immer ungemein und ist mir immer wieder eine Inspirationsquelle … Schon seltsam, dieses www, das wildfremde Menschen zu verbinden vermag, die sich noch nie begegnet sind.
    Ein wenig schmunzeln musste ich bei der Aufzählung deiner guten Vorsätze für das vor uns liegenden Jahr und der Bemerkung „Vorgenommen habe ich mir nicht viel bisher.“ Ich finde, deine Liste ist sehr lang und mehr als anspruchsvoll. Viel anspruchsvoller als so Dinge wie „mehr Sport machen“ oder „gesünder essen“. Aber es sind ganz wichtige Punkte, die bestimmt viel zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen können und die dir und deinen Mitmenschen ganz bestimmt zugute kommen werden. Aus meiner Erfahrung möchte ich hinzufügen, dass ich es stets als sehr hilfreich empfinde, mir immer nur einen Punkt herauszupicken und diesen im Fokus zu behalten. Man sagt ja, neue Gewohnheiten brauchen mindestens 4 bis 6 Wochen, um sich zu manifestieren und in Fleisch und Blut überzugehen. Also überfordere dich nicht und bleibe geduldig mit dir selbst. Auch, wenn dein Leben mal wieder dazwischen kommt oder der alte Trott sich einzuschleichen droht. Du hast so wunderbare Veränderungen „geplant“, die es sich umzusetzen lohnt.
    Bezüglich deiner Frage „weggeben oder behalten“: Wenn ich nicht sofort eine Idee und vor allem die Zeit habe, etwas Altes aufzuhübschen, dann gebe ich es inzwischen guten Gewissens weg. Es ist niemandem geholfen, wenn die Sachen bei mir herumliegen und mir macht der Stapel an unerledigten Dingen ein schlechtes Gewissen.
    Nun wünsche ich dir einen wunderschönen Tag.
    Genieße diese zauberhafte und ruhige Zeit zwischen Altem und Neuem und sammle Kraft, um dann wieder motiviert in den turbulenten Alltag starten zu können.
    Herzliche Grüße
    Petra

    • kirschkernzeit sagt:

      Vielen Dank! Du machst mich direkt verlegen 🙂
      Und was das Weggeben angeht; du hast wohl recht. NOCH mehr auf der Todo-Liste, was ich noch abändern, färben, umnähen etc. sollte, das tut auch mir wohl nicht gut… Lieber weggeben. Jemand anderes kann es vielleicht noch brauchen.
      Was das Kleid angeht, habe ich es heute mal getragen. Irgendwie fühlt es sich leicht und locker an und ich hab direkt Lust bekommen, es mit Pins, Broschen, bunten Aufnähern etc so richtig fröhlich und unverkrampft kreativ zu gestalten. Vielleicht auch mit irgendwas, das die Kinder basteln könnten. Filzblumen oder so. Ich denke, das wäre ganz nett- und weil das Kleid so ganz und gar nicht kostbar ist, macht das Gestalten einfach nur Spass und darf auch mal kaputt gehen oder dreckig werden…

  4. Hirundo rustica sagt:

    Liebe Bora,

    ein frohes, gesegnetes neues Jahr wünsche ich euch!
    Das hörte sich im letzten Post ja wunderbar an, wie ihr Silvester feiert! Deine Traurigkeit darüber, dass das nicht immer so bleiben wird, kann ich völlig nachempfinden. Das menschliche Leben ist mir überhaupt ein Rätsel…
    Selbst waren mir derartige Feste aber auch in jungen Jahren wichtig- ich wollte meine Familie nicht im Stich lassen. Vielleicht, weil ich die Älteste bin? Aber vielleicht, vielleicht haben sie ja auch bei deinem Jungen einen gewissen positiven Eindruck hinterlassen, und er kommt wieder darauf zurück?
    Fürs neue Jahr habe ich mir vorgenommen rechtzeitiger ins Bett zu gehen (klappt bisher noch nicht so gut 😉 ), auch damit ich im Alltag mit meinen Kindern souveräner bin. Außerdem möchte ich mich um mehr inneres Gleichgewicht bemühen, da mich von außen kommendes oft zu sehr durchschüttelt / aus der Bahn wirft. Und sparsamer will ich sein. Zwar werfe ich das Geld nicht direkt zum Fenster hinaus, aber ich lasse mich schon manchmal zu Spontankäufen hinreißen.

    • kirschkernzeit sagt:

      Haha, das sollte ich mir alles auch beherzigen, denke ich 😉 Schlaf und Sparsamkeit, in beidem nehm ich es auch nicht so genau… Ich wünsche dir, dass du so richtig gut schlafen kannst. Dann bist du auch mit etwas weniger Schlaf fitter… aber mit so kleinen Kindern ist das ja immer so eine Sache, gell…

  5. Rita sagt:

    Liebe Bora
    Jetzt hatte ich so viel geschrieben und dann war’s weg.
    Ich habe die Einträge der Vorschreiberinnen gelesen und könnte alles unterstreichen!
    Ich hab eine Liste erstellt, was ich gerne alles machen möchte im nächsten Jahr. Wichtiges, was den Hof betrifft ( Helferliste für’s Chriesnen erstellen) oder mal UFO’s abarbeiten, die bereits viel Herzblut enthalten, aber irgendwo dann liegen geblieben sind.
    Langjährige Vorhaben möchte ich einfach mal beginnen wie den Jakobsweg durch die Schweiz zu gehen. SO in kleinen Etappen. Davon lese und träume ich schon seit Jahren.
    Mich mehr mit dem Thema Farbe geschäftigen, da ich Farben wahnsinnig gerne mag. Dazu habe ich mir zwei Bücher gegönnt, die noch unterwegs sind.
    Meine Emotionen fliegen manchmal rauf und runter, ich kann dann ganz schön mal ausflippen und auch verletzend sein. Das tut mir dann im nach Hineine immer sehr leid….mehr Ausgeglichen sein.
    Marie Kondo wird weiter ein Teil meines Hauses sein, wenn ich in Stimmung bin, kann ich ganz viel aussortieren. Es gibt viele kleine Ecken, die weniger geworden sind. Ich bleib einfach am Ball.
    Damit ich das alles nicht aus den Augen verliere, werde ich mir eine Liste machen, die ich viel und regelmässig sehen muss. So bleibt das eine oder andere sicher im Gedächtnis und läutet, wenn es dann passen würde.
    Familie und Freunde, etwas, das immer wichtiger wird und uns zusammenhält. Ich hoffe, auf viele schöne Begegnungen und frohe Zeiten zusammen.
    Wir werden sehen, was wird;)
    Sei ganz lieb gegrüsst, herzlich, Rita

    • kirschkernzeit sagt:

      Das klingt ganz toll, liebe Rita! Und ich kenne dich als tatkräftige Frau, die wirklich anpacken kann; du schaffst das, da bin ich ganz sicher! Ich freue mich auch, dass ich deinen Weg ein Stück weit ja begleiten darf, via Mail, SMS, Telefon, Instagram, Blog…und freue mich seeeehr auf unser Wiedersehen!!!

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