Für mein Herbstbaby: Stulpen und Handschuhe mit Kordel

Betrachtet man die… ähm… „Vielfalt“ meiner Blogposts in letzter Zeit, dann könnte man glatt glauben, ich würde nur noch stricken und dabei ein süss schlafendes Babykind neben mir liegen haben. Wie so oft im www.: der Schein trügt! Und zwar gewaltig.
Mein Babykind schläft zwar tatsächlich ab und zu, und süss (braucht man da noch Schokolade?) ist er auch, keine Frage. Aber stricken? Mit ihm?
Ich schaffe es kaum einmal, meine Nadeln auch nur anzusehen. Tagsüber gibt es natürlich hunderttausend andere Dinge, dringlichere Dinge, die unbedingt und sofort noch rasch erledigt werden sollten, bevor mein Knubbel wieder aufwacht. Was 5 Sekunden dauern kann oder auch 40 Minuten, je nachdem, wir lassen uns überraschen und nehmen alles, denn wie gesagt- süss ist er ja, der Kleine… Abends wird es oft lange nicht still. Das Baby braucht meistens meine Nähe, meinen Arm, meine Brust, um sich so richtig tief in den Nachtschlaf gleiten zu lassen, was bedeutet: Netflix ja (mit Kopfhörern!), Stricken nein.
Für schwierigere Muster wäre mein Kopf aber ohnehin zu blöd. In Babyzeiten wächst mein Herz, ich fühle mit allen mit und weine in jeder Folge „Coal Valley Saga“ sentimentale Tränchen an den abgedroschendsten Stellen, aber meinem Hirn tut Stillen und rare Pausen ganz und gar nicht gut. Neulich kam meine Viertklässlerin mit einer Mathe-Aufgabe zu mir und ich konnte ihr beim besten Willen nicht helfen. Viertklass-Stoff, du lieber Himmel!


Glatt rechte und simple linke Maschen gehen aber gerade noch. Dieses schlichte Set aus Babystulpen und einfachen Handschuhen aus dem „Mama-Baby-Strickbuch“ von Gabriela Widmer-Hanke waren also genau mein Ding, dank einer raffinierten, aber völlig problemlosen Konstruktion und einem Perl- bzw. krausen Muster aus rechten und linken Maschen. Ich finde die Details besonders süss: die Knöpfchen an den Stulpen mit ihrer falschen Knopfleiste zum Beispiel. Ein nettes Supplement, oder?
Man kann sie allerdings nicht öffnen, was ein bisschen schade ist, denn ich ziehe Babystulpen, wenn ich mit dem Kind nach draussen gehe, oftmals über mehrere Schichten an Kleidung an -Strumpfhosen, Wollhosen, Socken, Pantöffelchen- und da ist es angenehm, wenn man einen Kopf lösen kann, sobald es zu üppig wird mit den Lagen.
Aber auch so sind diese Stulpen sehr, sehr elastisch und passen bisher recht gut. In der grösseren Grösse würden sie noch viel besser passen, denke ich. Wahrscheinlich gibt es für Herbst- oder Winterbabies keinen Grund, die Winzling-Version zu stricken; Stulpen halten sowieso, es sei denn, sie sind wirklich viel zu gross geraten. Ich plane darum noch so ein Paar, diesmal aber mit ein paar Maschen mehr auf den Nadeln als das Strickmuster verlangt, um bis zum nächsten Frühjahr, über die Runden zu kommen damit. Das erste Paar hier, das werde ich dann selber anziehen, sobald mein Baby definitiv heraus gewachsen ist. Als Pulswärmer passen sie nämlich ausgezeichnet um meine Handgelenke. Und sie sehen fabelhaft aus in dieser Funktion. Dank der weichen Wolle (30gr „Big Merino Hug“ in der Farbe „Holz“ von Rosy Green, verstrickt mit Nadelstärke 4.5) fühlen sie sich auch auf sensibleren Hautregionen angenehm an.

Die Baby-Fäustlinge finde ich ebenfalls richtig niedlich. Schlicht und funktional. Und dank der Kordel mit Knöpfen, die diesmal ihre Funktion auch erfüllen, erhält dieses absolut anfängertaugliche Projekt quasi ein kleines Extra an Funktionalität und Charme.
Ich habe mein Paar hier mit einem Rest „Big Merino Hug Kaffeebohne“ von meinem über alles geliebten „Homestead“-Schaltuch gestrickt, das ich jeden Morgen trage, wenn ich mein Kindergartenkind auf dem Weg begleite. Ich kann diese Wolle gar nicht genug loben. Sie ist so weich und schön und schlicht. Und dabei bio und fairtrade und überhaupt ganz wunderbar. Einzig die Nadelstärke würde ich bei diesem Projekt hier beim nächsten Mal verändern: ich habe wieder mit Nadeln 4.5 gestrickt, aber die Handschuhe sind mir nun fast ein bisschen zu elastisch so. Und Handschuhe sollen ja vor allem wärmen und gegen den Wind abdämmen, also möglichst satt gestrickt werden, damit sich die Löcher der Maschen soweit wie möglich schliessen. Nadelstärke 4 also. Beim nächsten Mal. Ein Versuch ist es wert.

So. Nach diesen beiden gestrickten Kleinigkeiten krieche ich nun weiter in meinem Strick-Schneckentempo. Seit einiger Zeit schon arbeite ich an einer zweiten Baby-Latzhose für meinen kleinen, rasant grösser werdenden Jungen. Die Zeit rast und mein Babykind wächst Stück für Stück aus seinen Sachen heraus. Wenn ich mich ranhalte, könnte ich es vielleicht noch schaffen, mit dieser braunen Hose fertig zu werden, bevor die Nähte krachen oder bereits wieder dünne Sommersachen angesagt sindd. Ich rechne mit allem irgendwie, denn Babytage sind unüberschaubar und bergen viele Überraschungen. Schnupfennasen zum Beispiel. Oder plötzliches Zahnen. Bauchwehphasen. Was auch immer: Ich gebe mein Bestes. Stricken in Etappen und mit ganz vielen Pausen dazwischen. Wolle ist ja gottseidank gnädig. Im Notfall trägt mein Baby eben slimfit…

 

 

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2 Kommentare zu Für mein Herbstbaby: Stulpen und Handschuhe mit Kordel

  1. Katja sagt:

    Liebe Bora, was sind das fuer nette Karten? Wuerd mich sehr freuen von Dir zu hoeren! Und ganz liebe Gruesse aus North Palm Beach!

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