ein bisschen dies, ein bisschen das

… ich konnte es mir nicht verwehren, nochmals so ein Miniatur-Projekt für das kleine Wesen in mir anzuschlagen. Jetzt wo meine dünnen Nadeln wieder frei geworden sind. Und mich die vereinzelten Stränge fingering und sock-weight yarn in meinem Regal mehr und mehr stören. Ich meine, was macht man sonst mit solchen Garn-Individuen, wenn nicht Tücher oder Babysachen? Eben. Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen.
Diesmal habe ich Elas „Mama-Baby-Strickbuch“ aus dem Regal geholt und endlich die Babyhose angefangen, mit der ich schon seit dem allerersten Tag liebäugle. Mit gefällt der luftige Schnitt. Das Legère. Und ganz besonders der ausgefallene, irgendwie liebevoll gestaltete Beinabschluss, bei dem man sogar zwei kleine Knöpfchen annähen darf. *schmelz* …

… das Joghurtmachen hat sein festes Plätzchen gefunden in meinem Tagesablauf. Wann ich ihn ansetze, das variert jeweils, aber dass ich die kleine Box mit Joghurtmilch-Gläschen auffülle und 10 Stunden später 8 frische, milde, vollmilchige Joghurts herausheben und in den Kühlschrank stellen kann, das ist zum Fixpunkt geworden. Dieser Joghurt tut mir so gut! Zu meinem ohnehin schon empfindlichen Magen sind nun, schwangerschaftsbedingt, noch ein Hang zu Sodbrennen und eine Schwangerschafts-Diabetes hinzugekommen. Statt mir die Haare zu raufen, löffle ich nature Joghurt.
Und raufe mir nebenbei dann trotzdem die Haare.
Gerade am frühen Morgen, merke ich, wie es meinen Magen beruhigt und den ersten Hunger sanft stillt, ohne mir den Blutzucker hoch zu jagen oder die Säureproduktion allzusehr anzukurbeln. Dazu ein Glas fast schon homöopathisch mit Milch verdünnter, ungesüsster Milch-Kaffee und ein bisschen beschwingtes Stöbern bei Instagram- und mein Morgen ist gerettet.

… weil der Juni sowieso schon so schön bunt ist, habe ich nicht nur Dunkelgrau (Babyhose) auf meinen Nadeln, sondern auch dieses wunderschöne, leicht orange angehauchte Rost, das meine Grosse sich noch im Winter für einen nagelneuen, mama-gestrickten Wollpullover ausgesucht hat. Aus dem knallgrünen Vorgänger ist sie mittlerweile hoffnungslos herausgewachsen, und ich kann kaum sagen, wie glücklich es mich macht, ihn nun ordentlich zerschlissen und ausgeleiert in die „Box für später“ zu packen; jeder gezogene Faden erzählt von der Lebenszeit, die Pulli und Kind zusammen verbracht haben und von der Freude, mit der mein Mädchen ihn getragen hat.
„Boathouse Mini“ Nr. 2 wird es schwer haben, mit diesem Lieblingsstück mitzuhalten, darum habe ich mir grosse Mühe gegeben, bei der Garnwahl und darauf geachtet, dass die Wolle wirklich kein bisschen kratzt. Die „Cotton Merino“ von Drops erscheint mir nicht nur von der Maschenprobe her perfekt, sondern auch das ideale Garn für alle woll-empfindlichen, die es gerne supersoft haben. Und die Farbe? Finde ich prima! Ich mag Caramel-, Rost- und andere warme Erdtöne, und dass mein Kind sich gerade diese Farbe hier ausgesucht hat, und nicht etwa Knallpink oder Neongrün, das freut mich ungemein …

… letzten Samstag habe ich mich morgens in den Zug gesetzt und aufgemacht, um in Less‘ wunderschönem, herrlich ordentlichen Zuhause mit Mamaniflora und einer Handvoll interessierter (und äusserst interessanter!) Frauen zu lernen, wie man selber Putzmittel herstellt. Aus ganz wenigen, meistens völlig natürlichen Zutaten. Ich fand das so spannend! Nicht nur das Brauen und Lernen, sondern auch das Zusammentreffen so verschiedener Persönlichkeiten, die vieles teilen, sich aber trotzdem elementar unterscheiden in eigentlich allem, was uns Menschen ausmacht. Meistens verunsichert mich so etwas irgendwie ein wenig. Ich stelle mich rasch in Frage und taste mich automatisch permanent ab: Mögen mich die anderen? Was denken sie wohl von mir? Wäre es nicht besser wenn ich leiser/lauter/lustiger/ernsthafter/gehaltvoller/lockerer/entspannter/vertiefter/erfahrener/bescheidener einfach interessanter wäre? Und vor allem: wie schaffen es die anderen, in meinen Augen all das zu sein?
Aber es war schön. Doch, ganz ehrlich. Selbstzweifel hin oder her. Mamaniflora ist eine begnadete Kräuterfee und wahnsinnig liebenswerte, sympathische, authentische Frau. Von ihr zu lernen, fühlt sich herrlich an, inspirirend und fliessend und wie das Aufsaugen von etwas sehr Natürlichem, das mir wahnsinnig gut bekommt.  Und in Less‘ schöner Altbau-Wohnnung kann man gar nicht anders, als sich wohl und willkommen zu fühlen. Jetzt hätte ich gerne noch ganz, ganz viel freie Zeit und ein noch etwas dickeres Portemonnaie, und ich würde mich glatt bei allen von Less‘ organisierte Workshops einschreiben, beim mittlerweile ausverkauften Seifen-Siede-Workshop gleich zuallererst …

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8 Kommentare zu ein bisschen dies, ein bisschen das

  1. Rosi sagt:

    schöne Strickprojekte hast du da auf der Nadel..
    so süß die Babysachen
    und der Pullover wird bestimmt auch wieder zum Lieblingsstück 😉
    früher habe ich auch einmal Joghourt selbst gemacht

    sich mit Anderen zu treffen macht Spaß
    erst recht wenn man dabei auch noch etwas lernen kann

    liebe Grüße
    Rosi

    • kirschkernzeit sagt:

      Ganz lieben Dank! Ja, Babysachen sind immer niedlich, oder? Da muss man einfach weiterstricken…
      Ich lerne tatsächlich sehr gerne mit anderen! Aber ich bin auch sehr froh, dass man heute auch stillen Kämmerchen dank Internet alles mögliche lernen und üben kann. Ohne Youtube könnte ich ja nur rechte und linke Maschen stricken! 😉

  2. Melonengrün sagt:

    Hallo Bora
    Eine Frage zu deiner Flüssigseife oder Spülmittel
    Ziehen deine auch so Fäden? Wie ein Käse?
    Habe mal Flüssigseife gemacht und im Alltag war sie dann wirklich nicht so toll, weil
    diese Fäden alles verschmiert haben:-)
    es schöös Tägli
    Sara

    • kirschkernzeit sagt:

      hm… ich weiss jetzt gar nicht recht. Ich muss zugeben, dass ich auch eher Mühe habe mit dem Spülmittel, aber weniger weil es Fäden zieht, sondern weil ich finde, es löst das Fett nicht so gut… Vielleicht magst du mal bei Mamaniflora (Instagram mamanilovesflora) anfragen, ob sie weiss, wieso das Mittel bei dir so komisch wird. Sie putzt seit zig Jahren nur noch so und hat mehr Erfahung als ich Greenhorn 😉
      Richtige Fäden zieht das Spülmittel, das wir im Kurs gemacht haben klar nicht, und an der Wirksamkeit lässt sich sicher noch arbeiten…

  3. Katharina sagt:

    Ich besuche auch immer wieder gerne einen Kurs, etwas Neues lerne und nettte Menschen kennen lerne ist schön und tut gut.
    Ich hoffe, die Wichtelfrau passt gut auf den Joghurt auf. 😉
    Alles Liebe, Katharina

    • kirschkernzeit sagt:

      Ein Fliz-Kurs von dir fehlt mir natürlich noch zu meinem Glück…
      Ja, die Wichtelin ist in der Küche immer mit dabei; ich hab sie so gern, weisst du! Eines meiner allerliebsten Flizwesen von dir!

  4. andrea sagt:

    huhu liebe bora, war gerade auf der webseite von less. eine augenweide! und ja, ich kenne diesen impuls, mich dagegen kleiner und irgendwie nicht richtig zu fühlen. aber he, meine seele wollte andrea sein in diesem leben und nicht less. das muss ich akzeptieren 😉
    komm gut duch die heisse zeit. dein jogurt macht sich bestimmt auch fein bei sonnenbrandiger haut oder einfach so als kühlende gesichtsmaske.
    liebe grüße, andrea

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