Neu

Neu mische ich meine Gesichtspflege von A bis Z selbst. Und ich bin mehr als zufrieden damit!
Meine Haut ist sehr empfindlich und trocknet leicht aus, bereits das Waschen nur mit purem Wasser lässt meine Wangen, den Nasenrücken und die Stirne schuppen und spannen. Lange Zeit habe ich deshalb auf Gesichts-Reinigungsmittel völlig verzichtet, weil ich dachte, die Natur wird’s schon richten, was sie wohl auch tut, nur scheint das für mich einfach nicht auszureichen. Wasser alleine ging irgendwann einfach nicht mehr, meine Haut brauchte Feuchtigkeit, zusätzliches Fett oder was auch immer, um gesund zu bleiben (und ja, ich trinke oft und viel, daran kann’s nicht liegen). Leider habe ich keine feinporige, makellose Pfirsichhaut wie meine Mädchen sie haben, das hatte ich nie, und die kleinen Unreinheiten, die mich mein Leben lang begleitet hatten, wurden dann mit Pflegecremes oder -Fluids nur schlimmer. Egal welche Creme ich ausprobierte, von „Weleda“ über „Dr. Hauschka“ bis zu Sachen von „Grüne Erde“, egal wie teuer oder auch nicht, nichts war wirklich gut zu mir. Und ich wollte Bio-Produkte, soviel stand fest.
Vor einer Weile gab es einen ziemlich guten Artikel zum Thema natürliche Gesichtspflege in einer der „Taproot“-Ausgaben (Nr.20), und die Rezepte darin, allesamt mit Pflanzenölen, Apfelessig und ätherischen Ölen, fand ich dermassen ansprechend und spannend, dass ich sie unbedingt ausprobieren wollte. Das Prinzip der Gesichtsreinigung alleine war eine Offenbarung für mich; ölen statt waschen. Kein Rubbeln, keine Seife, dafür sanfte Massagen, Dampf und zartes Trockentupfen. Sorgfalt. Langsamkeit. Einfachheit. Ab und zu eine natürliche Tonic aus Apfelessig, Zaubernuss, Wasser, Lavendel- und Weihrauchöl. That’s it.
Meine Haut ist klarer als je zuvor. Noch immer keine rosige Pfirsichhaut (*seufz*), aber das wird sie wohl auch nie werden. Das Spannen immerhin ist verschwunden, das Hautbild ebenmässiger geworden. Vor allem das Gefühl ist ein anderes. Ein gutes.

Gerade sammle ich alles zusammen, was ich noch brauche für mein neues Strickprojekt (Rundnadeln Stärke 4.5 fehlen mir noch!). Ich habe mir vorgenommen: Den Wollpullover „Tender“ von Melody Hoffman aus tannengrünem Garn („Tosh DK Tannenbaum“). Wolliges für mich. Also gross. Und ziemlich zeitintensiv. Aber schön. Hoffe ich.
Ich bin eine grosse Anhängerin von Melodys alias „Manadrine’s“ Designs und zutiefst berührt von der Art und Weise, wie sie es schafft, das Stricken als etwas Märchenhaftes, Träumerisches darzustellen, das dem Leben Magie und Glamour verleiht- und nicht einfach bloss Arbeit vor irgendwelchen Netflix-Serien ist. *zwinker*. Die Farben und Muster, die sie wählt, ihre ganze poetische Art… schön. Einfach nur wunderwunderschön.
Mein eigener „Tender“-Pullover wird wohl nicht viel von Melodys Traumwelt-Ausstrahlung haben, denke ich. Ich bin zu wenig pudrig, definitiv keine Frau für Pastell und leise Töne oder Trockenblumen an der Wand… aber richtig laut bin ich auch nicht. Mehr so… erdig. Irgendwo dazwischen und nicht so wirklich festlegbar. Wie immer. Meine grünen Wollstrangen habe ich mir im Laufe der letzten Jahre zusammengesammelt. Einen Strang nach dem anderen. Und bei jeder Bestellung habe ich nachgesehen, ob es die Farbe „Tannenbaum“ noch gibt beim Strickcafé… Jetzt habe ich einen ganzen Schoss davon. Bereit ein Pulli zu werden. Ich friere öfters in letzter Zeit. Die Zeit ist mehr als reif für dieses Projekt.

Und noch mehr News, die allerschönsten natürlich, und die also zum Schluss: Es gibt Babies in unserem Meerschweinchenstall! Lauter wunderschöne, zum Anknabbern und Verschmusen süsse, kleine, wuschelige Krabbeldingerchen, die beim Laufen noch leicht torkeln und fast umplumpsen, wenn sie versuchen, sich mit ihren winzigen Pfoten die Schnäuzchen zu putzen. Hach. Sie sind einfach zu knuffig! 
Mein Liebster hat vor einer Weile angefangen, zu züchten, also im kleinen Rahmen bloss, aber immerhin, und für diesen Wurf hier wurde eigens ein ziemlich potenter, kräftiger und gesunder weiss-grau gesprenkelter Bock für zwei romantische Wochen in unsere von einem kastrierten Beau bewachte Damenrunde einquartiert, was tadellos klappte und nun seine Früchte bringt: Einmal Sechslinge, einmal ein kleines, niedliches Einzelkind, das haargenau so aussieht wie „Caramel“, seine Mama, nur kleiner. Die Geburten verliefen völlig problemlos und in aller Stille; plötzlich waren die kleinen Pelztierchen einfach da. Und die Mamas zufrieden Gras mümmelnd irgendwo in der Runde und sehr viel schlanker als zuvor. Um Mütter und Kinder ein bisschen zu schonen (unser Gehege ist riesig und der Betrieb rege), haben wir sie nun vorerst im obersten Abteil des Stalles untergebracht und die Durchgangsklappe geschlossen. So sind sie ein wenig für sich und können kuscheln und ihre kleine Welt entdecken, ohne sich immerzu zu verlieren in all den Gängen und Abteilen. Ein schönes Bild. All das Leben und Geliebtwerden. Gesäugt wird übrigens ganz schwesterlich gemeinsam; wenn eines der Kleinen Hunger hat, dockt es einfach an, wo die Milch am nächsten fliesst, und das kann auch mal an einer fremden Zitze sein, wie ich beobachtet habe. Und dass unser „Caramel“-Junior eigentlich nicht zur grossen, hellen Grossfamilie gehört, merkt man auch einzig am dunklen, satt gefärbten Fell, aber bestimmt nicht am Verhalten; es wuselt mit den anderen herum, als gehörten sie alle ganz selbstverständlich zusammen, was sie auch tun, denn irgendwie scheint bei Meerschweinchen die Gruppe… alles zu sein.
Ich habe mich den Tieren gegenüber emotional etwas zurückgezogen, nachdem wir unsere letzten beiden Meerschweinchen-Herden an den Fuchs verloren hatten. Einmal wäre wirklich genug gewesen, aber gleich zweimal loslassen in nur einem Winter… sowas ist einfach zu viel für mich. Jetzt hat Herr Kirschkernzeit für mich übernommen; er ist ein guter Meerschweinchen-Papa, verlässlich, liebevoll, vernünftig. Dass es nötig sein wird, einige der Tiere zu verkaufen, weil das einfach dazu gehört, macht mir persönlich schon etwas Mühe, denn ich bin ein treuer Mensch und suche die Beständigkeit, aber gleichzeitig macht es mich glücklich, zu sehen, wie viel Freude mein Mann an seinen Schützlingen hat und wie zufrieden seine Tierchen sind unter seiner Obhut. Das ist viel wert. Ich glaube, hier ist Geben und Nehmen wirklich im Wechselspiel und hält sich auf wunderbare Weise die Waage.
Und ich… ich freue mich einfach an dem, was ist. Ohne mir den Kopf zu zerbrechen. Oder mir Sorgen zu machen.
Das ist sowieso etwas, das ich noch lernen muss.

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7 Kommentare zu Neu

  1. Wollwesen sagt:

    Unglaublich schön und natürlich sehr süß ist dieses Bild von den kleinen zarten Meerschweinchen in den großen Männerhänden! Man kann sich gar nicht satt sehen daran….!
    Was Du über die Gesichtspflege schreibst, lässt mich gedanklich gleich in den vergangenen Taproot-Ausgaben kramen – seit es nun mehr als viermal im Jahr herauskommt, komme ich mit dem Lesen nicht mehr so recht hinterher. Aber das Problem mit der trockenen Haut kenne ich gut und wirdmit dem Sinken der Temperaturen momentan wieder stärker.
    Auch die Liebe zu den Strickmustern von Melody Hofmann teile ich, habe aber bisher nur ein Mützendesign nachgestrickt, das ich verschenkt habe.

    Liebe Grüße an Dich
    von
    Helga

  2. Romy sagt:

    Wie schön: die Natur hält ihre Lese und bei Kirschkerns gibt es Sieben- Zwerge-Nachwuchs.
    Da kommen bekannte Bilder auf…..
    Für dein ureigenes Strickvorhaben wünsche ich dir viel Freude. Du hörst ja dabei Cellomusik. Da hüpfen die Maschen von ganz allein.
    Liebe Bora, es war mir, wie immer, ein Vergnügen, bei dir durchs Fenster schauen zu dürfen.
    Ich wünsche dir und deiner Familie einen zauberschönen Herbst.

    Romy aus Berlin

  3. Rosi sagt:

    hach wie süüüüß..
    meine Tochter hatte einmal ein Meerschweinchen (das wollte keiner haben ..denn es hatte ein steifes Bein )
    sie häkelte ihm ein Geschirr mit Leine und er kam überall mit hin 😉
    Mickel wurde ganz schön alt ..

    wie schön dass dein Mann sich jetzt so liebevoll darum kümmert

    liebe Grüße
    Rosi

  4. Lucy sagt:

    Liebe Bora
    Würdest Du mir das Rezept für die Gesichtspflege ein bisschen genauer verraten? Taproot bekomme ich seit einer Weile zwar auch, aber die Nr. 20 habe ich noch nicht. Lässt sich nachbestellen, aber der Versand ist unsagbar hoch!!!
    Deinen Blog lese ich unheimlich gern und Deine Beiträge haben mich schon mehr als einmal inspiriert!!
    Danke und liebe Grüsse
    Lucy

  5. Pingback: 7 Sachen |

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