wollig gute Zeiten

Mir geht es gerade rundum gut.
Ehrlich!
Obwohl ich meinen Eisen-Infusions-Termin nun schon wieder um eine Woche oder mehr verschieben musste (Babysitting-Probleme), fühle ich mich einfach… zufrieden. So ausgefüllt irgendwie. Aber nicht überlastet. Meine Nächte sind besser geworden; die Mädchen schlafen nun alle beinahe durch, was ein Novum ist, eine Neuheit, ein erste Mal seit über 16 Jahren nun… Und es tut so dermassen, wahnsinnig, unsagbar gut, wisst ihr! Einfach schlafen, wann ich will. Und so tief, wie Schlaf eben sein soll. Ich fühle mich mindestens 10 Jahre jünger! (Auch wenn das keiner sieht.) Sogar, wenn es spät wird -und das tut es, glaubt mir nur, meistens bringe ich die Selbstdisziplin nämlich nicht auf, vor 23 Uhr ins Bett zu gehen- bin ich niemals mehr so gerädert und durch den Wind wie früher… Das ist wunderbar. Ein neues Lebensgefühl, das mich wahnsinnig dankbar macht und richtig glücklich.
Ich bin wieder ich.


Gestern habe ich übrigens zum allerersten Mal einen Abend mit Netflix verbracht. Strickend selbstredlich, denn Wolle und Nadeln, das muss schon sein. Mein Liebster hat mir alles eingerichtet und ich bin vollauf begeistert über das Programm hergefallen, um alles mögliche an historischen Filmen und kitschigen Serien zusammenzusammeln und auf meine Liste zu setzen. Ich liebe Kostümdramen. „Downton Abbey“ wäre schön, „Mr. Selfridge“ oder die „Miss Marple“-Serie, aber da es all diese Schätzchen leider bei Netflix nicht zu haben gibt, tröste ich mich vorerst mit „Landgirls“.
„Du bist ja richtig modern geworden!“, meinte meines Schwester J. gestern nachmittag, als sie mit meinem kleinen Neffen (süüüsss!!! Für ihn stricke ich auch das silbergraue Zwergenmützchen) spontan zu uns zu Besuch kam und mich erzählen hörte. Sie ist das nicht gewohnt, ich weiss. Es hat 38 Jahre gedauert, bis ich „Ja“ sagen konnte zu einem Handy, und bis gestern habe ich DVDs gekauft, wenn ich mir einen Film ansehen wollte. (Was für ein Unsinn! Das Zeug stapelt sich nachher ungenutzt in meinen Schränken, weil ich mir nur wenige Filme mehrmals ansehe, „Hercule Poirot“ und „Chocolat“ mal ausgenommen).
Aber wisst ihr was? Ich finde es grossartig, dieses moderne Zeug! Ich und mein Handy zum Beispiel, sind ein prima Team. Wir lassen und gegenseitig leben und jedem seine Zeit, aber wenn ich es brauche, dann ist es da. Für kurze Grüsse oder ein Foto an eine Freundin dann und wann. Für ein Kinder-Interview an Oma. Für Sprachnachrichten oder spontane Einladungen und all die Dinge, die einem so unheimlich gut tun, aber sofort vergessen gehen, wenn man sie zu lange aufschiebt. Ich fühle mich den Menschen sehr viel… näher, jetzt, wo ich auch einfach mal nur „kurz anklopfen“ und einen Gruss oder eine Randnotiz mit etwas besonders Schönem hinterlassen kann, statt gleich anrufen zu müssen und dann eine halbe Stunde am Telefon zu sitzen, obwohl ich dazu eigentlich gar keine Zeit habe… Mir macht das so viel Spass. Das Vernetztsein. Es muss ja nicht gleich rund um die Uhr sein; die meiste Zeit liegt das Handy ohnehin einfach bloss still und stumm in einer Ecke.


Den zauberhaften Blütenkranz auf dem Bild oben mit all den Blüten meines Gartens, hat mir übrigens mein Kindergartenkind gemacht. Einfach nur so. Als ich zum Kaffeetrinken in die Küche kam, hatte sie bereits alles für mich vorbereitet, liebevoll und aufgeregt, weil es ja eine Überraschung war, und Überraschungen sind immer aufregend. Ich fand das so süss von ihr!
Die grüne Strickwolke neben meinem Blütenreigen ist der „Tama“-Pulli meiner Kleinsten. Er ist mittlerweile fertig. Aber noch nicht so richtig fertig. Die Fäden sind noch zu vernähen und das Waschen und Blocken stehen kurz bevor. Ich hoffe inständig, dass die Passform dann irgendwie besser aussehen wird. Bis jetzt schaut es mehr aus wie ein grüner Kartoffelsack und ich bin ein wenig enttäuscht. Vor allem der Armausschnitt ist ziemlich voluminös geraten, die Ärmel ungeheuer geräumig. Weil ich unbedingt einen Pulli für meine 3jährige wollte und keinesfalls einen für meine 6jährige (der er wohl besser gepasst hätte), habe ich die Ärmel für ihren Umfang eher kurz gestrickt und mit einem langen Bündchen versehen, damit er sich umklappen lässt und mitwächst. Beim Bauch habe ich nochmals aufgelassen und ebenfalls ein Bündchen gemacht statt der angegebenen Krausrippe. Jetzt ist alles ein wenig schief und sonderlich… Mal sehen, wie das noch herauskommt. Manchmal ist ein Bad allerdings alles, was ein Strick-Projekt braucht, um einem schlussendlich doch noch positiv zu überraschen…


Und da wir gerade von „überraschen“ sprechen; seht euch dieses Paket hier an! Ein Wunder! Ein Häkelwunder!
Rita hat ein ganzes Jahre lang geschuftet und kreiert und eine wahre Flut an kunterbunten, absolut perfekten Häkelfrüchtchen und Häkelgemüse geschaffen… und sie alle mir und meinen Mädels geschickt! Unfassbar! Habe ich etwa den Jackpot geknackt?!
Ich kann mein Glück kaum fassen… So viel Schönheit, so viel Grosszügigkeit und Herzlichkeit macht mich einfach sprachlos…
Eines ist jedenfalls schon mal klar; von diesen herrlichen Schätzen wird nur ein Teil in der Puppenküche landen- Birnen, Kürbis, Apfel, Radieschen, Kirschen und Co. (sogar Erbschen gibt es!!!) sind nämlich einfach viel zu schön, um im Kinderzimmer zu verschwinden. Die kommen auch auf den Esstisch. Aufs Fensterbrett. Zu meinen Filz-Engeln. Neben mein Bett. In Nischen und freie Plätzchen zu all den Szenerien, die sich hier immer wie von Zauberhand zusammenfinden mit Zeichnungen, Sammelsurien aus Postkarten, Spielfiguren und Jahreszeitenkram, ein Abbild vom Alltagstrubel und dem ständigen Wechsel im Jahreslauf. Gerade lachen mich die entzückenden Fliegenpilzchen an. Der dicke, orange Patchwork-Kürbis (*schmacht*). Ein roter und ein grüner Schneewittchenapfel. Ach was… da lacht alles. Die ganze Obst-Gemüse-Box.
Mein ganzes Herz.
Ich freue mich so, dass wir jetzt mit Ritas zauberhafter Häkelkunst leben dürfen!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Augenblicke, aus meinem tagebuch, berührt, besondere Tage, Schatzkammern im Netz, what makes me happy veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Kommentare zu wollig gute Zeiten

  1. Rosi sagt:

    das freut mich aber sehr
    dass es dir so gut geht
    und dass du so etwas wunderschönes geschenkt bekommen hast

    ich mag auch die Chatfunktion meines Handys 😉
    man ist direkter verbunden und irgendwie live dabei
    ich liebe die spontanen Bilder von meinen Enkeln ..
    und wenn Not am Mann ist sind ruck zuck alle informiert
    und dann mache ich natürlich meine Bilder damit 😉

    liebe Grüße
    Rosi

  2. Das klingt aber wirklich sehr gut – viel zu lange habe ich hier nicht mehr geschrieben, aber Leserin bin ich weiterhin und freue mich, dass es dich und dein Wort in der virtuellen Welt noch gibt.

  3. Iris sagt:

    Schön zu lesen, dass es dir gut geht. Ich freue mich sehr darüber. Und wenn du dann noch so schöne Sachen präsentierst wie den Blütenkranz und die wundervolle Obst- und Gemüsekiste freue ich mich nochmal.
    Genieße einen schönen goldenen Oktober und sei gegrüßt aus dem derzeit ziemlich windigen Norden. Iris

  4. Hirundo rustica sagt:

    Liebe Bora,
    wie schön, dass es dir gut geht!! Auf den Effekt, den etwas mehr Schlaf (und wahrscheinlich auch etwas größere Kinder) auf den eigenen körperlichen Zustand haben, warte ich schon sehnlichst…
    Meine Kleine wacht, obwohl nun abgestillt, gerade unglaublich oft nachts auf.
    Aber ich will mich hier nicht beschweren. Man kann ja nicht alles auf einmal haben, gell? 😉 Und bei mir ist es auch erst seit ca. 10 Jahren so.
    Hehe, bis zu einem Handy habe ich mich noch nicht durch gerungen 😉 Wobei ich schon so manche Vorzüge sehe.

    Herzliche Grüße!!

    • Hirundo rustica sagt:

      Ach ja und: Der Tischschmuck deiner kleinen Tochter ist ja wunderschön! Was für eine süße Überraschung!
      Unglaublich, wie viel Arbeit und Sorgfalt in dieser „Biokiste“ hihi, stecken müssen. Wahnsinn.

  5. Melonengrün sagt:

    Guten Morgen Bora
    Gratulation zum Handy:-)
    Ja, manchmal ist es toll eins zu haben, manchmal ein Fluch.
    Ich selber habe eins mit Prepaid, da ich keine hohen Kosten möchte. Zuhause funktioniert das Wlan, draussen einfach mal nicht…hat wirklich Vorteile!
    Wegen deinen Serien…Mr. Selfridge, die Serie….kenne ich nicht…(wo findet man die?)
    ABER, in Netflix gibt es einen tollen Beitrag über ihn, wie er von Amerika nach England kam, das Selfridge eröffnet hat…hatte die ersten Toiletten für Frauen:-)
    Aber dann leider auch seine letzte Zeit, wo er alles verloren hat, immer vor dem Warenhaus stand.
    Muss gestehen, in London bin ich, als ich die ganze Geschichte kannte, ganz anders in dieses Warenhaus.
    So, merke gerade, alles wild durcheinander, aber du verstehst mich sicher:-)
    Bis bald mal!
    Sara

  6. Moni sagt:

    Oh was für eine schöne Häkel-Obst-Kiste!! Für meine Nichte hatte ich damals für den Kaufladen auch einiges Obst gehäkelt (für meine eigenen Kinder dann nicht – da hatte ich keine Zeit…) Aber die Fliegenpilze machen mir gerade sehr viel Lust auf häkeln – wir haben nämlich bis auf ein paar Kastanientierchen noch gar keine Herbstdeko… Und diese Filzmäuschen sind ja wohl einfach zuckersüß! Und filzen ist ja gerade genau das richtige, bei dem kalten Wetter, wo meine Hände sich ganz eisig anfühlen (vor allem hier am PC, wo der Kamin seine Wärme nicht rüberschickt.) Danke für deine Ispiration und deine schönen Worte immer!

  7. Dieses Gemüse habe ich doch gerade eben noch an einem anderen Ort gesehen. 🙂 Viel Freude damit. Und, schlaf gut! LG von Regula

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.