Filzmäuse

Die Mädchen und ich haben diese Woche ein bisschen freie Nachmittagszeit mit Filzen verbracht. Supersimples Basic-Filzen nur, aber es hat Spass gemacht und mich motiviert, ein wenig mehr mit diesem Medium zu arbeiten, zu spielen vielmehr. Früher kam mir jeder umfilzte Stein enorm langwierig und schwierig vor. Ich weiss nicht genau weshalb, aber irgendwie hatten wir immer Probleme damit, die Filzlagen auch wirklich dort zu behalten, wo wir sie haben wollten, am Stein nämlich, nicht irgendwo abgelöst in langen Zotteln. Nun ja… Seither haben wir die Seifendosis erhöht und es klappt heute definitiv besser und geht rascher vorwärts als zuvor.

Die Idee für unsere beiden Filzmäuschen mit den viel zu grossen Perlenaugen, die ihr unten auf den Fotos seht, kommt aus dem Kindergarten meines Pausbackenkindes; Jedes Mal, wenn eines der Kinder Geburtstag hat, bekommt es während einer feierlichen Zeremonie eine kleine, goldene, wunderschön verzierte Spanschachtel mit einer winzigen Filzmaus darin, die die Kindergärtnerin für jedes Kind selber herstellt. Ich war sehr beeindruckt, als ich dieses süsse Geschenk sah und völlig hingerissen von dieser Idee und vom liebevollen Engagement der Kindergärtnerin. Solche Gesten sind einfach Zucker. Wahnsinnig wertvoll. Nicht nur für mein Tochterkind, das sehr, sehr gerne mit ihrer kleinen Maus spielt, sondern auch für mich als Mutter. Ich schätze sowas einfach enorm und hebe diesen Moment in meinem Herzen auf.
Dass die Geburtstagsmaus aus dem Kindergarten erst noch so richtig schön schlicht ist, erhöht ihren Charme für mich. Und die einfache Konstruktion macht Mut, selber auch einmal ein wenig mit Filz, Seifenlauge, Nadel und Faden zu experimentieren. Ich denke, sonst hätten wir uns nicht wirklich an dieses Projekt gewagt, aber so…

Meine Kleine fand irgendwo im Garten einen alten, vertrockneten Pfirsichkern, meine Kleinste einen ovalen Stein, und beides liess sich, wie sich herausstellte, wunderbar mit Märchenwolle umfilzen. (Mein Kindergartenkind ist immerzu mit irgendwelcher Farbe oder Klebstoff beschäftigt, wie ihre bunten Hände verraten. Oh, und die Nägel müssten auch geschnitten werden *hüstel*).
Als alles trocken war, kamen heute nachmittag die Ohren (einmal aus rosa Filz, einmal aus einem Rest hellbraunem T-Shirt-Jersey) und die überdimensionalen Perlenaugen dran (wir hatten einfach keine kleineren Perlen!). Schnäuzchen und Schnauzhärchen sind mit 2 Fäden Stickgarn gemacht, das Schwänzchen aus einem Streifen T-Shirt-Stoff improvisiert.
Alles ist ein wenig schräg geworden, die Augen kugelrund und mächtig wie in einem Manga-Comic, die Ohren sonderbar verfaltet, der Schwanz wenig elegant und eher stümperhaft angenäht. Aber ich finde, diese beiden lustigen Wesen strahlen Spass aus und laden zum Spielen und Überall-hin-Mitnehmen ein, etwas, was mich im Grunde mehr freut, als die kostbare Ausstrahlung mancher nahezu perfekt geratener Dingen, die man sich kaum anzufassen traut, aus Angst, sie könnten schäbig werden dabei…

Fazit: eine lustvolle, spontane Sache, die motiviert und für die wir uns ganz bestimmt wieder einmal Zeit nehmen werden. Das Kartonhäuschen, das mein Kindergartenkind gerade für die beiden Filzmäuschen gebastelt hat, (sie teilen es mit zwei alten IKEA-Plüschratten, wie man sieht),  hätte auf alle Fälle noch reichlich Platz für eine üppige Mäusekolonie…

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3 Kommentare zu Filzmäuse

  1. Mariana sagt:

    Oh wie wundervoll ist das denn! Ich würde ja zu gerne wissen, wo Euer Kindergarten ist, damit unsere Kinder auch dorthin kommen können 🙂
    (Wir haben diesen Sommer auch Mäuse gefilzt. So eine graue Maus wie im dritten Bild ist auch bei uns! Dazu habe ich Kobel gemacht mit den Kindern, aus Luftballons, Tapetenkleister, dann angemalt, getrocknet, mit Wolle ein weiches Bettchen reingemacht und aufgehängt. Die Idee kam aus dem wunderbaren Buch „Feder Draht und Pinsel“.)

    • kirschkernzeit sagt:

      Genau, die Kindergärtnerin hat auch einmal mit den Kindern Fingerling-Filzmäuse gemacht und dazu dann einen Ballon-Kleister-Apfel gestaltet- sie scheint dein Buch zu kennen! 😉 Ich finde das sooooo süss, wirklich! Und vielleicht sollte ich auch so einen Kobel basteln und aufhängen- ich stelle mir das ganz wunderschön vor!

  2. P. sagt:

    Liebe Frau Kirschkernzeit,
    kennst du „das grosse Buch von Brombeerhag“ von Jil Barklem? Ich bin sicher ihr würdet die Abenteuer der Mäuse genau so geniessen wie wir das immer wieder tun! Es war hier vergangenen Winter der Renner schlechthin… Wir haben aus alten Kisten ein Haus nachgebaut inkl Geschirr aus Salzteig und Möbeln aus Karton etc;-)
    Danke für deine immer wieder schönen Einblicke!
    Grüsse, P.

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