Start in den Septmember

Oje… wie konnte nur so viel Zeit vergehen, ohne dass ich es auch nur ein (!) Mal (!) an den PC zum Texten oder Fotos rüberladen geschafft hätte…
Ich kann es mir selbst nicht erklären.
Oder doch?
Ja, es war viel los hier. Unheimlich viel. Aber im positiven Sinne. So viel Leben und Lebendigkeit und so viel Bewegung und Hand-Werk und Geselligkeit! Das Hin- und Her des Schulalltages hat auch seine schönen Seiten, finde ich;
Kinderfreunde, die sich nachmittags treffen zum Spielen oder -so wie heute- zum Fussball-„Grümpi“-Sonntag auf dem Schulhausplatz.
Eine Regelmässigkeit in der Tagesstruktur, die ich alleine wohl nicht unbedingt hinkriegen würde.
Die Vormittage nur mit meiner Kleinsten ganz alleine zuhause, wo wir zusammen gemütlich in der Küche Kaffee trinken und ein Croissant essen, das wir auf dem Heimweg im Dorfladen noch rasch gekauft haben für uns.
Der Besuch auf dem Bauernhof, wenn die Bäuerin ihren Verkaufsmorgen abhält, Gemüse aus dem Gewächshaus holt, Eier frisch aus dem Hühnerstall und immer Zeit hat für ein Pläuschchen und eine Tasse Tee.

Und ich freue mich über die Gespräche mit anderen Schulkind-Müttern (und ab und zu auch mit einem der Papas), wenn wir denselben Weg zum Kindergarten haben oder uns bei Einkaufen über den Weg laufen.
Das tut gut. Das alles.
Ich versuche, mich mitziehen zu lassen mit dem Rythmus dieser Tage, weil es schwierig wird, sobald ich mich dagegen sträube und das Tempo verlangsamen will.


Aber müde bin ich.
Absolut geschafft.
Vor gar nicht so langer Zeit habe ich bei Instagram noch eine Lobeshymne gesungen auf meine wiedergewonnene Lebenskraft nach meiner letzten Eisen-Infusion. Aber dann brach die Kurve wieder ein. Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Benommenheit und ein starkes Gefühl der Erschöpfung waren wieder da, und nach einem Besuch im Arztlabor ist klar; Das Ferritin ist schon wieder völlig im Keller, Hämoglobin und ein paar weitere Werte rasant im Abwärtskurs. Wieder eine Infusion. Aber das ist okay. Es war schön, wieder Kraft zu haben, Elan und einen klaren Kopf. Wieder genug Eisen im Blut. Mehr Optimusmus, die Gelassenheit eines genährten Körpers. Und ich bin einfach dankbar für schnelle Resultate in dieser Hinsicht, darum diese Wahl…
Trotzdem geniesse ich das Leben gerade wirklich sehr. Es scheint mir gut und voll und reich. Wie das Regal in der Küche, wo sich all der Kram und die Kinkerlitzchen versammeln, die mir gerade in die Hände kommen, weil jemand sie ausgerechnet auf dem Küchentisch liegenlässt (wo wir essen sollen) oder auf der Anrichte, an der ich gerade Zwiebeln schneiden soll. Kleine Zeichen des Alltages. Ein Abbild der Treibens um mich herum. Irgendwie herrscht Chaos -auf dem Board und in meinem Leben- aber gleichzeitig passt alles zusammen, ergänzt sich, macht mich, macht uns aus, so wie wir sind in dieser Lebensphase.

Von der Pfefferminze habe ich schon bei Instagram geschrieben, von ihr und all ihren Verwandten, die unser Mini-Gärtchen bewuchern und zu einem besseren Ort machen. Ich liebe Minze. Müsste ich aus allen Tee-Kräutern ein einziges auswählen… Ich glaube, ich würde die Minze nehmen. Momentan zumindest. Vielleicht liegt es daran, dass mir oftmals Klarheit fehlt. Physisch wie psychisch. Und der frische Geschmack auf der Zunge, lässt mich nach mehr verlangen, mehr Tee, mehr Pause, mehr Leichtigkeit, mehr… Minze.
Ich habe ein grosses Einmach-Glas gefüllt mit den verschiedenen, namenlosen Minze-Typen, die ich im Garten gefunden, geernten und getrocknet habe. Für den Winter. Für Zeiten, wenn die Natur sich zurückzieht und nur noch im Kräutertee-Regal in meinen Gläsern und Dosen zu finden ist. Ich kann nicht sagen, dass ich mich darauf freue.
Aber an dieser Schüssel voller frischem, duftendem Heilkrautgrün freue ich mich.

Im Rahmen einer grossangelegten Küchenreinigungs-Aktion (die noch immer im Gange ist), habe ich neues Waschmittel gemacht. Waschpulver diesmal. Weil mich nach raschen Resultaten und minimem Aufwand gelüstete. Und weil ich ein bisschen Motivation brauchte und das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben. Waschmittel und überhaupt Reinigunsgmittelchen, Salben und Wässerchen selbst zu machen, kann so was: Mich glauben lassen, ich hätte die Fäden fest in der Hand. Das Gute-Hausfrauen-Gefühl, mit dem sogar der Abwasch Spass macht. Oder das Wäschewaschen.
So ein Mommy-Potamus-Gefühl.
Und von ihr habe ich auch das Rezept, sowohl für ein gutes, einfaches Waschpulver als auch für ein wirklich grossartiges Geschirrspülmittel-Rezept mit dem unentbehrlichen hausgemachten Klarspüler (den man auf keinem Fall weglassen sollte; sonst trägt jedes Glas dichte Schleier).
Supersimpel -beides- und genauso supereffektiv.
Wirklich eine Freude.
Eine Hausfrauen-Freude.

Was ich aber noch überhaupt nicht geschafft habe, nicht einmal nach einer Extra-Portion-Hausfrauen-Selbstbewusstseins-Politur; Mich um meinen Garten-Quilt zu kümmern. Dazu reicht es nie. Das Patchwork-Deck ist längst fertig und setzt langsam Staub an, aber das Zusammensetzen und Quilten schiebe ich permanent vor mir her, als wäre es eine lästige Angelegenheit und kein eigentlicher Spass.
Vielleicht liegt es daran, dass mir die Stoffe der Decken-Oberseite nicht besonders gut gefallen? Sie sind hier nicht zu sehen, doch es sind vor allem dunkle Töne, Braun, rostiges Rot, Schwarz, ein paar an sich hübsche Blumenprints, eingeklemmt zwischen rein weissen Baumwollstreifen. Anfangs war ich sehr angetan, aber mit der Zeit…
Ganz anders verhält es sich mit dem Rückseiten-Stoff; sehr ihr das süsse orange-gelbliche Blumensträusschen-Muster, das ich beim Trödler auf einer alten Bettwäsche entdeckt habe? Zucker, oder? Ich finde es ungeheuer mädchenhaft, so unschuldig und bescheiden. Vielleicht lasse ich dann einfach die Rückseite Oberseite sein, das könnte die ganze Sache retten…

So, und jetzt mache ich Schluss für heute. Ich hätte noch ein paar weitere Fotos und Alltags-Schnipsel, die mich hinüber in diese ersten September-Tage begleitet haben, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es jetzt Zeit ist für ein wenig Rückzug und das Ruhenlassen meiner Gedanken. Die sind so rasch wirr und matt gerade. Vor allem abends. Dann fällt es mir schrecklich schwer, meine Sätze klar zu strukturieren und mich in einem Gespräch auf das zu konzentrieren, was gesagt wird oder gesagt werden möchte. Es ist, als würde mir langsam der Kopf einschlafen, während der Rest meines Körpers noch hellwach den Feierabend einläutet. Wobei, so ungeheuer hellwach ist meist auch der nicht mehr; wenn ich den grünen Pullover meiner Kleinen ansehe, an dem ich doch auch schon seit einer ganzen Weile arbeite, dann wird schnell klar, dass eigentlich wohl alles an mir so langsam in Dämmrigkeit versinkt. Gross gewachsen ist der nämlich nicht. Meist mag ich nicht einmal mehr stricken…

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6 Kommentare zu Start in den Septmember

  1. Hirundo rustica sagt:

    Schön, dass du wieder da bist!
    Eigenartig, dass das Eisen so gar nicht in deinem Körper bleiben will… oder nicht von selbst aufgenommen wird- womit das wohl zusammenhängt?
    Es ist nicht einfach, die Balance zu finden zwischen Alltagsaufgaben und Terminen, die den Kalender zu überfluten drohen (und die oft ja eigentlich auch wirklich ganz nett sind) und dem starken Bedürfnis nach einem entschleunigteren Leben, oder? Mir geht das jedenfalls so.
    Liebe Grüße und rasche Besserung wünsche ich dir!

  2. Hirundo rustica sagt:

    Ach übrigens, gestern habe ich es tatsächlich geschafft einen Zwetschgendatschi zu backen (bei uns gibt es außer an Geburtstagen oder wenn wer irgendwo einen mitbringen muss, eigentlich fast nie Kuchen). So ein sonntagnachmittäglicher Datschi erzeugt ein ähnlich kompetentes Gefühl wie hausgemachtes Waschmittel, denke ich 😉

  3. a. sagt:

    Liebe Bora,
    ich liebe deinen Blog und lese fast jeden Tag mal bei dir rein.. Mir ist nur wegen deiner Eisen-Sache eine kurze Idee gekommen, schon letztes Mal, als du mal etwas über deinen Eisenmangel schriebst. In meinem Hebammenspechstunde-Buch wird Brennesseltee empfohlen, um die Eisenaufnahme im Blut zu verbessern – also durch den Tee kann das Eisen vom Körper besser aufgenommen werden. Vielleicht hilft es dir?

    Alles Liebe und danke für deinen schönen Blog,
    a.

    • kirschkernzeit sagt:

      Vielen Dank! Ja, stimmt, Brennesseltee soll viel Eisen enthalten, auch in einem pflanzlichen Präparat, das ich nach der Infusion mal ausprobieren möchte (liegt schon bereit), hat es vor allem Brennessel drin… Ich hoffe auch, dass das eine gute Spur ist. Bisher habe ich extre nichts zusätzlich eingenommen, weil ich zuerst wissen wollte, wie meine Werte und Speicher sich verhalten, wenn ich gar nichts zusätzlich mache (also nur normal esse) und wie lange ich es „ohne“ aushalten kann. Jetzt, da ich das mal weiss, werde ich verschiedene Sachen ausprobieren und für mich vergleichen… Tee gehört sicher wieder dazu 🙂

  4. Rosi sagt:

    zum Thema Tee und Brennnesseln
    du kannst die Minze auch mit Brennnessel mischen
    und vielleicht auch noch etwas Melisse dazu
    das schmeckt dann besser als Brennnessel alleine 😉

    vor allem versuch dich nicht selber unter Stress zu setzen
    wenn du müde bist ruh dich aus
    das ist besser als sich zu quälen und dann doch nichts auf die Reihe zu bekommen

    liebe Grüße
    Rosi

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