7 Mal Lebens-Freude

Ich merke, dass ich bereits dabei bin, in einen Sommer-Ferien-Modus zu schlendern… und dass ich im Moment wohl ein bisschen mehr „vom weniger“ brauche, wenn es ums Thema Internet geht. Solche Phasen gibt es, und ich glaube fest daran, dass soziale Medien, Blogs und überhaupt die volle Fülle des www. mit all ihren Möglichkleiten, Kontakte zu knüpfen, sich untereinander auszutauschen und zu bewegen, Neues zu entdecken und zu lernen und über den eigenen Tellerrand zu schauen und Einblicke zu erhaschen, die einem sonst wahrscheinlich verwehrt blieben, dass all diese Chancen und Inspirations-Quellen nur dann wirklich gut und gesund für uns sind, wenn wir lernen, unsere ganz persönlichen inneren Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren, und den Laptop, das Smartphone, das Tablet ausschalten, sobald sich ein ungutes Gefühl einschleicht in der Magengrube. Das Internet und überhaupt die neuen technischen Kontakt-Möglichkeiten dürfen und können uns wunderbare Anregungen und visuelle oder gedankliche Schönheit schenken. Ich würde es niemals verteufeln. Nur schon Whats-Up empfinde ich als wahnsinnig bereichernd. Ich schreibe plötzlich kleine Nachrichten an Verwandte, die ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen oder gesprochen habe und lerne manche meiner Geschwister oder deren Partner dank Whats-Up oder Instagram von ganz neuen Seiten kennen und lieben.
Die reale Welt aber sollte unser wahres und wichtigstes Zuhause bleiben. Vor allem sollten belastende Gefühle, die uns in unserem normalen Lebens-Alltag schon zu schaffen machen können, sich nicht auch noch zusätzlich aus dem virtuellen Raum heraus zu uns schleichen.
Ich möchte nicht neidisch sein auf die fantastischen Leben, denen ich bei Instagram oder in Blogs begegne, sondern die Schönheit ungetrübt in mich aufsaugen. Ich möchte mir nicht minderwertig und langweilig vorkommen und mich vergleichen, sondern mich inspiriert fühlen und neu motiviert. Ich möchte nicht unter Druck stehen, Texte zu schreiben oder Fotos zu knipsen, sondern Freude haben an diesen Medien und der Möglichkeit, hier Dinge, die mir selber gut tun, zu teilen. Ich möchte Virtualität und soziale Medien als das erleben, was sie sein sollten: Ein Geschenk. Etwas, das das Leben bereichert. Und ich glaube fest daran, dass unser Bauchgefühl und ein ehrlicher Umgang mit den eigenen inneren Regungen der Schlüssel dazu sind.

Darum; Verzeiht mir bitte meine Pausen. Sie sind kein Zeichen von Desinteresse oder Lebens-Kriesen (obwohl ich schon auch zugeben muss, dass es mich in nicht so guten Zeiten weniger zum PC zieht), sondern ein Zeichen dafür, dass auch mein Verhältnis zum „www.“ etwas fast Organisches ist, das gedeiht oder kränkelt, sich mal besser, mal schlechter anfühlt, ein Zeichen dafür, dass ich dann und wann ein bisschen Abstand brauche von allem, was nicht echt und hier und jetzt geschieht.

Aber. Manchmal ist es ja genau die virtuelle Welt, die mir dabei hilft, das was „echt und hier und jetzt“ vor meiner Nase liegt, besser wahrzunehmen und achtsamer mit den kleinen Wundern darin umzugehen. Mit der Brille der Bloggerin vor Augen werden die kleinen, feinen Dinge des Lebens mir mitunter sogar schneller bewusst, als wenn ich -abgelenkt durch all die hundertausend Dringlichkeiten des Alltags-Momentes- von einem Handgriff zum nächsten haste. So gesehen können Instagram, Bloggerwelt und Co. auch echte Gehilfen sein, die einem die Lupe reichen oder einem am Ärmel zupfen, um inne zu halten und mit ausgestrecktem Finger auf scheinbar unspektakuläre Kleinigkeiten weisen, die so leicht übersehen, von geschäftigen Fort-Schritten zertrampelt werden könnten…
Heute hatte ich sie wieder einmal auf. Die Brille der Bloggerin in mir.
Gut, dass ich auch gleich meine Kamera bei mir hatte.

 

7 Kostbarkeiten eines ganz gewöhnlichen Tages

Kinderhände und die schöne Welt der Holzbauklötze.
Auch meine Kinder wachsen. Ihre Kinderzeit zerrinnt vor meinen Augen, die Zeichnungen und Bastelarbeiten wandeln sich, werden zu Illustrationen, reparierten Modell-Autos und die einstmals so freie, überfliessende Kreativität mehr und mehr kritisch hinterfragt, gefiltert,reduziert, ersetzt.
Ich bin dankbar für Augenblicke wie diesen hier. Wo ich das Kind noch erkennen kann in den heranwachsenden, jungen Menschen an meiner Seite.

Kein Foodblog-Foto, definitiv nicht, aber ich kam mir trotzdem vor wie Superwoman, als ich diese Erdbeer-Torte auf den Tisch brachte. Es gibt gerade keinen Tag hier ohne frische Erdbeeren und saftverschmierte Gesichter. Doch meistens wandern die süssen Früchtchen direkt vom Körbchen in den Mund, es bleibt mir gerade noch Zeit, sie kurz zu waschen. Von Erdbeer-Marmelade oder Erdbeerkuchen konnte ich nur träumen, was ich auch ausgiebig getan habe, immer mit einem etwas unzufriedenen Gefühl im Nacken…
Dann aber kam diese einfache und ehrlich schnelle Torte (abgewandelt, aber ein bisschen doch aus diesem Buch hier) wie durch Zauberhand zustande; eine Art riesiger Scone mit einer Mascarpone-Quark-Creme und jeder Menge süsser Erdbeeren.
Während ich noch spontan eine Meringue darauf zerkrümelte, spürte ich sie schon: die Freude, einen kleinen Wunsch und Vorsatz schlussendlich doch noch in die Tat umgesetzt zu haben…

Sie. Diese wunderbaren, kleinen, so scheuen wie lebensfreudigen Tiere. Ich glaube, dieses Foto hat seine eigene Sprache. Es ruft ganz laut „Jööö!“.
Kind2 hat es morgens aufgenommen und kam voller Stolz zu mir gelaufen: „Das musst du einfach in deinen Blog stellen! Schau nur, wie süss sie hier sitzen! Genau wie unsere ersten Meerschweinchen…“
Ein Teil des Zaubers der Haustierhaltung liegt für mich darin, die Freude und Liebe zum Tier mit meiner Familie zu teilen. Wir lachen gemeinsam über die lustigen Sprünge der Kleinen und stimmen miteinander ein in einen Chor des Entzückens, wenn wir sehen, wie die Babies sich gemeinsam an den Bauch der Mutter drängen, um ihre Milch zu trinken und sich auszuruhen von ihren jüngsten Abenteuern. Es ist nicht meine Herde. Es ist unsere. Und alles, was uns zusammenschweisst ist gut. Zu nah oder zu eng kann es gar nicht geben.

Ich habe, angeregt durch ein Telefonat mit Rita, eine Tüte Ringelblumen-Samen zwischen meine Sonnenblumen gesäht. Gelbe und orange Sonnen, die aus tiefbrauner, nasser Erde emporwachsen… Der Gedanke gefällt mir. Und ich mag Blumen, die stark sind und sich unbeirrt dem Licht zuwenden, aus dem Schatten heraus die Sonne finden und selbst geerntet und getrocknet noch leuchten wie kleine, warme Sonnen… Vielleicht weil ich selber eher zur Kategorie Schattenpflanze, Mauerblümchen gehöre? Oder mich zumindest oftmals so fühle…

Pausenmomente. Für mich rar und jedes Mal sehnlichst erwartet. Ich schlürfe kalten Minze-Tee mit Melisse oder Kaffee, den ich morgens mit etwas Milch vermischt, in einer kleinen Glasflasche in den Kühlschrank gestellt habe, und versuche, tief durch zu atmen und mich mit guten Gedanken oder belebender Inspiration zu nähren. „Taproot“ hilft mir dabei. Es sind die Visionen eines anderen, grüneren, achtsameren und selbst-bestimmteren Lebens, die in mir drin nachhallen und Steine zu verschieben beginnen… (Darf ich euch etwas fragen? Was lest ihr am liebsten, um euch neuen Schwung und Motivation zu holen?)

Eine alte, ausgeblichene Gartenbank unter einem unserer zwei Mini-Bäumchen von Kirsche. Dass ich dieses Jahr tatsächlich im Schatten eines eigenen Baumes sitzen darf, hätte ich mir nicht träumen lassen, aber ja, so ist es, und dieses unscheinbare Plätzchen im Grünen macht mir unheimlich viel Freude.
Eine Bank und ein Baum, so sieht einer meiner Land-Leben-Träume aus, ein inneres Bild, das enorm viel Geborgenheit und Frieden für mich ausstrahlt.
Zuhause… ist ein Baum. Irgendwie. Ein Ort, wo ich Zuflucht finde, Schutz und Heilung in seinem Schatten, Trost in seiner Kraft, seiner Stärke und dem Optimismus, der aus seiner von Vögeln, Bienen und Käfern bevölkerten Krone dringt.
Wenn ich einen Wunsch frei hätte: Ich glaube, ich würde ihn für ein Häuschen draussen in der Natur ausgeben, ein Häuschen, umringt von Bäumen und Grün, von Ruhe und Leben.
Wobei… Wahrscheinlich bräuchte ich doch zwei Wünsche von der guten Fee, denn der erste muss natürlich an den Weltfrieden gehen, klar. Wir machen dann einfach einen Weltfrieden mit lauter Häuschen im Grünen und Bäumen, soweit das Auge reicht daraus…

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16 Kommentare zu 7 Mal Lebens-Freude

  1. Hirundo rustica sagt:

    Wunderschön, von dir zu lesen, liebe Bora! Die Lebensfreude ist gleich zu mir herein geschwappt.
    Das Bild von euren Meerschweinchen ist wirklich zuckersüß!
    Taproot habe ich schon mal (die ersten drei Ausgaben auf einmal) gelesen und will und wollte es auch eigentlich gerne weiter, aber das Magazin nach Deutschland zu bestellen ist so unglaublich teuer. Also richtig teuer. 😉
    Wie ist das bei euch? Oder mache ich da etwas falsch?
    Nochmal zum Lesen: Für neuen Schwung oder Motivation kann bei mir auch ein Roman sorgen, wenn er mich innerlich wirklich anspricht oder ein Reisebericht. Man taucht dort ja in eine andere Welt ein und kehrt am Ende des Buchs ein bisschen wie aus einem Urlaub zurück.. Ja, vor allem das, was mich meinem Alltag zunächst entrückt und mich danach mit etwas anderen Augen darauf blicken lässt, das gibt mir neuen Schwung. Und ich brauche positive Bücher. 😉
    Herzliche Grüße!

    • kirschkernzeit sagt:

      Gute Bücher sind echte Schätze- nur leider finde ich so wenige davon 🙁 Die meisten enttäuschen mich vor allem in der Schlussphase irgendwie…
      Taproot finde ich nicht besonders teuer. Ich habe ein Abo direkt von der Taproot-Site aus gelöst (2 Jahre) und finde das Porto in die Schweiz überraschend akzeptabel. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir auch das Magazin „Making“ leiste. Und das ist WIRKLICH unsinnig teuer! Also vom Preis her wie ein echtes, dickes, gebundenes, nagelneues Buch aus der Buchhandlung- dabei ist es bloss eine Broschüre. Aber ich finde es dermassen schön und inspirirend, dass ich es mir immer wieder kaufe (allerdinsg ohne Abo, denn dann wäre es NOCH TEURER). Dafür haben wir hier keine Zeitung und sonst nix. Da darf dieser Luxus schon sein 😉

      • Hirundo rustica sagt:

        Ja, ich wollte es auch mal abonnieren, auch direkt bei Taproot, aber da waren die Versandkosten so extrem hoch. (Wurde irgendwie nicht als Büchersendung verschickt, oder so.)Vielleicht muss ich nochmal nachsehen.
        Gute Bücher, also so richtige Schätze, die man unbedingt im Regal haben will, finde ich auch nicht so oft. Leider. Mein Mann (Buchhändler) mit kleinem und ausgewählten Sortiment, meint, ich sei seine schwierigste Kundin überhaupt. Hehe.
        Aber ich komme sehr selten und nie ohne Kinder in den Laden und kann mir also auch kaum selbst etwas aussuchen.
        Zur Zeit lese ich hin und wieder in einer fünfbändigen antiquarischen Sammelausgabe von Selma Lagerlöf. Das Meiste davon mag ich schon sehr gerne.

        • Hirundo rustica sagt:

          Oh ja, ich habe nun gesehen, ein Einzelkauf (älterer Ausgaben) scheint deutlich teurer zu sein als ein Abonnement. Vielleicht habe ich damals nicht so genau danach geschaut.. Erfreulich 😉

  2. Katja sagt:

    Wunderschoener Post! Wie aus meiner Seele gesprochen;) Auch ich lese Taproot, die Kinder „Root & Star“. Sei herzlich umarmt! Ich lese jeden Deiner Blogeintraege – da wird mir immer warm ums Herz *** LG Katja

  3. Petra Rampe sagt:

    Was ich lese, um neuen Schwung und Motivation zu bekommen? …. deinen Blog, liebe Bora. Auf der einen Seite bekomme ich auf deinen Seiten neue Inspirationen, auf der anderen Seite erdet er mich aber auch sehr. Ich liebe deine authentische Art zu schreiben. Dankeschön für viele viele wunderbare Lesemomente :o)))

  4. Anna sagt:

    What’s’app finde ich furchtbar – „wat’n’dalos“ auf niederdeutsch, soll heißen: unwichtig, was dort so die Runde macht.
    Ein Häuschen im Grünen macht s**viel Arbeit, ich sitze heute das erste Mal, außer beim Essen….
    Und ein Leben ohne Meerschweinchen ist möglich, aber sinnlos (frei nach Loriot, der hatte es mit den Möpsen 🙂 )
    In diesem Sinne. mögen sie lange leben und Freude machen!!!! Anna

    • kirschkernzeit sagt:

      Viel Arbeit bin ich mehr als gewohnt: schliesslich habe ich 5 aktive Kinder und ein grosses Haus, das seit über 10 Jahren von uns komplett von Hand umgebaut wird. Ausserdem komme ich aus einer Grossfamilie (8). Sitzen tue ich ja nicht einmal beim Essen (wird schwierig mit so viel Betrieb am Tisch)… Aber bei den Meeris geb ich dir Recht: Sie bereichern das Leben ungemein!

  5. Nicole sagt:

    Liebe Bora
    Deine Gedanken zum Internet und Social Media sprechen mir aus dem Herzen. Und ja es ist ein organisches Ding. Mal verträgt es mehr mal weniger.
    Ich denke Niemand nimmt es dir übel, wenn du hier mal mehr oder weniger schreibst. Es muss immer für dich stimmig sein. Und zwar nur für dich. Alles was du hier schreibst und teilst ist ein Geschenk an alle Leser. Ein Geschenk und keine Pflicht.
    Ich freue mich natürlich immer über deine Geschenke 😉
    Im Taproot würde ich so gerne mal blättern. Bringst du eines mit, damit ich mal rein schauen kann?
    Ich mag im moment die beiden „Plants are magic“ Magazine von Rebecca Desnos. Kleine, feine Artikel voller Pflanzenliebe.
    Gerade gestern Abend im Bett habe ich darüber nachgedacht, dass ich wieder in ein Haus mit Bäumen ziehen möchte. Ja es macht viel Arbeit, aber es tut einfach soooooo gut. Ich unterstütze also deinen Wunsch für Weltfrieden mit lauter Häuschen im Grünenen und Bäumen.
    Alles Liebe, Nicole

    • kirschkernzeit sagt:

      Ich bring die einen Stapel mit, ja! Ich freu mich jetzt schon!!! Und vielen Dank für dein Verständnis! Ich denke, wir Blogger und Instagrammer teilen diesen Zwiespalt doch alle irgendwie, nicht? Nur sieht man ihn hald leider oftmals nicht in den Bildern oder Texten…

  6. Martina sagt:

    Wie wunderbar geschrieben.
    Ich lese und schaue soo gerne hier.
    Und manchmal lese ich neuerdings Sagen, zuletzt aus dem Ural, da ich völlig unerwartet gemerkt habe, daß mir das gut tut.
    Herzliche Grüße, Martina

    • kirschkernzeit sagt:

      Sagen? Wie gut, dass du mich erinnerst! Märchen und Sagen können einem gute Dienste erweisen, nicht wahr? Sie sind so bodenständig, auch wenn sie zauberhaft sind 😉

  7. katobia sagt:

    Kennst du die „Oya“? Die inspiriert mich immer wieder und schaut aus ungewöhnlichen Blickwinkeln auf die Welt.

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