Das Schmetterlings-Kleidchen aus „Sunday Sews“

Wie lange ich an diesem Kleidchen hier genäht habe, weiss ich gar nicht mehr. Wie lange ich es nach einem beinahe euphorischen Start entmutigt zur Seite gelegt hatte, genauso wenig.
Was ich noch weiss: Von Hand zu nähen macht zwar grossen Spass, kostet aber extrem viel Zeit und bringt sehr viel schwächere, weniger satt sitzende Nähte hervor, die ich vorsichtshalber darum zweifach gesteppt habe, um die Gefahr reissender Säume und Nähte ein wenig zu mindern.
Heute würde ich ja meine Nähmaschine zur Hilfe nehmen, doch als ich mit diesem Projekt hier begann, war genau diese im Dauereinsatz bei meiner Mutter, die damit Unmengen an Fasnachts-Kostümen für eine befreundete Gugge produzierte. So stichelte ich von Hand. Alles. Sogar das Schrägband wurde aus kleinen Stoffstückchen eines meiner Lieblingsstoffe von Anna Maria Horner Stück für Stück manuell zusammengesetzt. Und ja, es war eine schöne Arbeit. Die einfach ein wenig zu lange dauerte- und mich vor allem immer unsicherer werden liess, was die Passform betraf.  Das „Schmetterlings-Kleidchen“ aus „Sunday Sews“ sieht zwar schnuckelig aus, hat aber eine irgendwie sonderbare Konstruktion, weil man das Schrägband beim Halsausschnitt direkt an die obere, gekräuselte Ärmelkante annäht. Mir kam das verdächtig instabil vor beim Nähen und ich hatte immer das Gefühl, die Kräuselung würde nicht genug halten und der Ausschnitt zum Schluss dann zu weit werden.


Zu weit wurde er dann auch. Für meinen Geschmack zumindest. Aber mit einem feinen Gummizug, den ich ganz einfach ins Schrägband einziehen konnte, liess er sich wunderbar anpassen, so dass das Kleidchen luftig fällt und sehr sommerlich wirkt, ohne dass es meiner Kleinsten über die Schulter rutscht. Ich musste allerdings den Rückenausschnitt weiter öffnen für ein einfacheres An- und Ausziehen, weil es so einfach zu eng wird. Und es ist ein wenig knapp von der Länge her und wird meinem Kind wohl nur noch diesen Sommer passen, was kein Wunder ist, denn ich hatte die Grösse 2 Jahre gewählt, damals passend für mein im letzten Frühling gerade 2 Jahre alt gewordenes kleines Mädchen, das sein Kleidchen nun mit 3 gerade noch tragen kann, bevor es in die Mottenkiste für potentielle Enkelkinderchen wandert.

Auffallend sind die ungeheuer voluminösen Flatterärmelchen, die mich sofort an Elfenflügel erinnert haben (und eher weniger an Schmetterlinge, aber vielleicht sind ja Blumenelfen damit gemeint, die in manchen Büchern aussehen wie kleine Kinder mit Schmetterlingsflügeln?) Ich würde sie vielleicht nicht ganz so bauschig machen bei einem nächsten Mal, doch auf der anderen Seite schenkt genau dieses Stoffvolumen ja Raum und Bewegungsfreiheit, was oftmals ein Problem darstellt bei Mädchenkleidchen aus festem Baumwollstoff (hier übrigens „Shot Cotton“ in einem verwaschenen Blaugrau-Violett-Ton von Kaffee Fasset). Irgendwie macht es ja auch den Charme dieses Kleidchen aus, dass dieses kleine Detail -die grossen, weichen Stoffwellen die die Kinderschultern umrahmen- eben einfach ein wenig anders ist als gewöhnlich. Schmetterlings-Elfenflügelchen statt Puffärmel oder dem klaren Schnitt ganz normaler Shirts und Kleider. Kombiniert mit dem ansonsten wirklich sehr, sehr schlichten Look und dem kontrastierenden Schrägband am Halsausschnitt finde ich es alles in allem sehr süss und verspielt und mädchenhaft.

Passend für meine Kleinste, die manchmal ein rechtes Bengelchen sein kann, mich aber mit ihrer Verschmitztheit doch immer wieder im Nullkommanichts um den Finger wickelt…

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Ein Kommentar zu Das Schmetterlings-Kleidchen aus „Sunday Sews“

  1. Dass Kleid ist wunderschön geworden liebe Bora! Und diese schönen Absteppungen bekommt man einfach nur von Hand hin – zauberhaft!
    Ich hoffe, ihr habt noch viel Freude daran diesen Sommer!
    Hier ist gerade wieder viel los, noch 4 Tage zu fünft… schöne Tage!
    Ich schicke dir viele liebe Grüße
    Sternie

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