ein leerer Stall

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Das Foto oben passt jetzt eigentlich so gar nicht, aber ich mag nicht nach draussen gehen und unseren Stall wirklich fotografieren und der Titel sagt jetzt ja auch schon alles: Er war wieder da, der Fuchs, hat unser gut gesichertes Gehege regelrecht aufgebrochen und alle unsere Meerschweinchen mitgenommen. Schon wieder. Die ganze, neue, süsse, kleine Herde. Die Babies waren noch nicht geboren. Strubbeli nach der zweifachen Kastration glücklich, endlich wieder ein normales Leben mit seinen Damen zu führen. Die Gruppe harmonisch und zufrieden nach den vielen Wechseln in ihren kurzen Leben.
Ich weiss nicht… es fühlte sich alles so richtig an, jetzt mit dem grünenden Garten und den lebhaften, immer zahmer werdenden Tieren. Es war so eine Freude.
Und wir haben uns ehrlich Mühe gegeben. Zweifache Verriegelung. Gitterböden unter allen Gehegebereichen (mit Erde darüber). Wir haben sie sogar nur noch raus in die Wiese gelassen, wenn wir auch draussen waren, zur Sicherheit. Und jedes Mal, wenn wir Feierabend machten, wurden die Türchen sorgfältig geschlossen. Auch dieses letzte Mal. Ich ging nachts um zehn sogar nochmals extra Nachprüfen, weil ich ein verdächtiges Geräusch gehört hatte, fand alles prima verschlossen und die Meerschweichen ganz entspannt  in ihren Kuhlen vor und legte noch eine Wolldecke darüber. Ich dachte, hier seien sie sicher. Aber der Fuchs hat so lange am oberen Gittertürchen herumgenagt, bis er es irgendwie mit den Zähnen fassen konnte und dann muss er gezogen und gezerrt haben wie ein Wilder, so stark, dass irgendwann das ganze Türchen schräg in der Angel hing und aus der oberen Extra-Verriegelung herausrutschte (die nach wir vor hielt). Das Holz war richtig klatschnass vom Speichel, völlig durchtränkt und dunkel und ganz zerbissen. Wahnsinn. Ich habe echt überlegt, ob da nicht ein Wolf am Werk war, denn die Gewaltanwendung ist schon beeindruckend und verstörend…
Ja, und jetzt weiss ich nicht mehr, was ich sagen soll.
Es ist traurig, einfach nur todtraurig. Ein Schlag. Keine Ahnung, wie es nun weitergeht. Ich weiss es wirklich noch nicht.

Nachtrag: Ich habe gerade über die schrecklichen News über die Schulhausmorde in Texas gelesen und bin schockiert über diese Grauen und dieses Leid, das für viele, für Freude, Geschwister, Eltern, Grosseltern… in gewisser Weise noch ein Leben lang anhalten wird. Mein Herz weint mit ihnen. Füchse essen, weil sie hungrig sind und es ihr Job ist, Futter für ihr eigenes Überleben und das ihrer ihrer Familie zu beschaffen. Dass Menschen Menschen töten kommt mit krank vor und wie ein gähnender Abgrund, in den man nicht blicken kann, ohne sich hilflos und mutlos und bodenlos traurig zu fühlen…

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25 Kommentare zu ein leerer Stall

  1. Iris sagt:

    Beim Lesen der Überschrift bekam ich schon Gänsehaut. Ich bin erschüttert und kann mir gar nicht vorstellen wie es dir und deiner Familie geht. Fühlt euch fest umarmt.
    Iris

    • kirschkernzeit sagt:

      Es ist ein bisschen einfacher heute als gestern. Gestern war es ein regelrechter Schock und es gab viele Tränen und Verzweiflung. Dann haben wir uns entschlossen, doch noch auf ein alle 2 Jahre stattfindendes Familientreffen zu gehen, das wir zuerst ausfallen lassen wollten, und dieses Zusammensein und Redenkönnen und Verstandenwerden hat uns sehr geholfen, das Schwere ein wenig anzuheben und den Mut nicht zu verlieren. So gerne wir die Tierchen hatten, so langsam erkenne ich auch, wie untrennbar die Natur ihre Lebewesen zusammen funktionieren lässt, und ein naturnahes Leben heisst wohl auch, mit diesem Zyklus von Fressen und Gefressenwerden, von Geburt und Tod zurecht kommen zu müssen, so hart da auch ist. Der Fuchs hat es nicht böse gemeint. Und wir auch nicht. Wir haben alle unser Bestes getan- und im sicheren Haus zu leben, hat den Meerschweinchen wirklich nicht besonders gut gefallen, ich habe ja den Unterschied gesehen… Im Moment tüfteln wir am bombensicheren Meerschweinchenstall herum. Denn der Fuchs wird wiederkommen. Und andere Haustiere kommen nicht in Frage wegen der Strasse und weil ich einfach so wenig Käfighaltung wie nötig möchte… Mal sehen, wies weitergeht. Es braucht alles noch ein wenig Zeit, um sich zu setzen und wieder leichter zu werden… Ich danke dir aber, liebe Iris!

  2. babett seinsche sagt:

    Oh nein,das Glewiche habe ich vor ein paar Tagen erlebt.Immer auf die Hühnchen aufgepasst,Türen zu…und das Schlimmste trat ein,ich habe irgendwie den Fuchs mit eingesperrt,nichts gesehen oder gemerkt.Nachts wurde ich von Hühnergeschrei wach,alle tot,meine Babys,.Wir hatten so süsse Seidihühner.Ich kann eure Trauer verstehen.Seid alle lieb gedrückt und gegrüßt.Betty

    • kirschkernzeit sagt:

      Oh Mann…! An so was hab ich noch gar nicht gedacht! Aber stimmt; Füchse sind manchmal auch tagsüber unterwegs… oh wie schrecklich für dich!!! Musstest du sie auch noch tot auffinden? Das ist wohl das Allerschlimmste, du Arme! Ich drück dich auch von Ferne. Natürlich ist das die Natur und Fressen und Gefressenwerden gehört mit dazu, auch wenn wir alles daran setzen, unsere Tiere möglichst lange und glücklich leben zu lassen… Aber jede Tod ist einfach traurig und muss verarbeitet und durchlebt werden. Ich wünsche mir sehr, dass du auch bald wieder neuen Mut fasst für einen Neuanfang. Tiere gehören uns wohl nicht wirklich…? Wir sind nur ihre Weggefährten und dürfen uns an ihren freuen und gut für sie sorgen…

  3. Melonengrün sagt:

    Liebe Bora
    Das tut mir leid.
    Soll ich dir mal ein Foto von unserem Hasenstall schicken? Wir haben hier so ein Gehege, wo die Hasen 24 h raus und rein können….schweres Gitter (wie bei den Hasenausstellungen, habe ich von einem Hasenzüchter), darunter haben wir Gartenhag gelegt, darüber Erde und Holzschnitzel. Also oben und unten sicher.
    Oder besser noch…du kommst auf einen Kafi vorbei!!!
    Liebe Grüsse
    Sara

    • kirschkernzeit sagt:

      Ich hab dir ja schon gemail… aber ich danke dir nochmals! Für alles! Auch für die grossartigen Lappen und für deine mitfühlenden Worte und den guten Tipp. Und ein Foto wäre toll!

  4. Melanie sagt:

    Oh nein, oh nein, oh nein, oh nein. Zum Weinen traurig. Ohh…
    Ich hab nur die Überschrift gelesen und gedacht: Das muss(!) etwas Anderes bedeuten… :`-(
    Ein ganz herzlicher, mitfühlender Trost-Gruß
    Melanie

    • kirschkernzeit sagt:

      Danke, liebe Melanie. Ja, wir konnten es alle gar nicht fassen. Ich meine, nicht schon wieder…!
      Deine Worte tun mir gut…

  5. Melanie sagt:

    … aber noch ein Gedanke: Schau, dann musst du dir wirklich keine „Schuld“ am ersten Mal geben – ich denke, auch wenn der Käfig damals verschlossen gewesen wäre/ ist(?) , dann hätte der Fuchs/ die Füchsin ihn da wohl auch schon öffnen können.

    • kirschkernzeit sagt:

      Weisst du was, Melanie? Genau daran hab ich auch denken müssen (dürfen). Dass der Kerl das vielleicht auch damals schon hingekriegt hätte mit geschlossenen Türchen (ausser er wäre damals zu ausgezehrt gewesen?). Ich fand es nämlich ohnehin sehr merkwürdig, dass er bei OFFENEM unteren Türchen dann auch noch mühsam das obere Holztürchen so lange bearbeitet, bis der Riegel sich öffnet (was kein Leichtes war)… Vielleicht hat er das offene Türchen ja nicht einmal bemerkt…? Ich meine, wieso schlüpft er nicht einfach rein, wenn er derart willkommen geheissen wird…? Ein wenig hat mich auch dieser Gedanke getröstet.
      Jetzt müssen wir ihm einfach eine Schnauzenlänge voraus sein. Oder gleich ganz viele. Ein 3. Mal darf sowas einfach nicht passieren. Sonst nehme ich das ganz klar als Zeichen, dass es wohl nicht sein soll mit Meerschweinchen… 🙁

  6. Katharina sagt:

    Das tut mir sehr leid für euch. Ihr gebt euch so viel Mühe und man spührt die Liebe zu den Tieren.
    Wie wir Tiere halten, ist etwas, worüber ich mir auch immer wieder Gedanken mache.
    Wie Tieren gehalten werden, entspricht ja so gut wie nie ihren Bedürfnissen.
    Für meine Situation geht am ehesten das Zusammenleben mit einem Hund oder einer Katze, wenn man nicht an einer befahren Strasse lebt.
    Liebe Grüsse
    Katharina

    • kirschkernzeit sagt:

      Katzen wären der Traum meiner Familie. Aber so nah an der Strasse, nein, da schaufelt man ihnen doch irgendwie bereits von Anfang an das Grab… (wobei es manche Katzen hat hier im Quartier, die echt gut zurecht kommen. Alle anderen werden wohl aber nicht besonders alt).

  7. Eva sagt:

    Oh nein, das tut mir so Leid! Ich hatte gehofft, dass sich hinter der Ueberschrift doch noch was anders verbirgt.

    • kirschkernzeit sagt:

      Leider nein 🙁
      Aber es kommen wieder andere Posts. Das Leben geht wohl einfach so. Rauf und runter. Und wieder rauf 🙂
      Liebe Grüsse, liebe Eva!

  8. Rita sagt:

    Ach Bora, wie schlimm das ist…das tut mir so leid.
    Der Fuchs wird wieder kommen, er weiss ja jetzt, wo es Futter gibt…Und wenn Ihr den Stall mit einer Katzentreppe modifizieren würdet? Nachts rein in’s Haus, tagsüber runter in den Garten? Oder so? Ach ich kenne mich mit Meerschweinchen zuwenig aus. Seit es nun Wölfe gibt, sind meine Männer hier sehr unruhig und die Schafe dürfen nur noch tagsüber raus. Da wir ja Wald in der Nähe haben, ist das für uns immer so eine Gefahrenzone….
    Auf alle Fälle seid lieb umarmt..
    Herzlich, Rita

    • kirschkernzeit sagt:

      Oje, ja, der Wolf… für euch als Schafhalter ist das Thema wohl am allerbrisantesten und wir anderen haben da oftmals leicht reden, gell… Ich verstehe deine Männer schon, doch…
      Das mit dem Inshausholen haben wir auch überlegt. Für die Meerschweinchen ist es aber gesundheitlich ein echtes Problem, wenn sie va. in den kälteren Phasen von kalten Draussen rein ins warme Haus kommen und dann wieder zurück. Sie können echt krank werden dabei und so ist das keine Option. Wir haben aber gerade sozusagen „Alcatraz“ in Form eines neuen Stalles in Arbeit und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an neuen Hindernissen und Tücken herumtüftle, damit der Fuchs es ganz sicher nicht ein 3. Mal schafft (der alte Stall kommt weg- und ich hab auch schon der Landi gemeldet, wie unsicher er ist, dem Hersteller werde ich auch noch Schreiben, nur damit sie informiert sind, wo die Schachstellen stecken könnten)
      Ich schicke dir auch gaaanz liebe Grüsse, liebe Rita! Gell, mit dem Landleben kommt eben auch die Natur und jetzt, da ich so stark und sehnsüchtig vom Wegziehen ganz aufs Land träume, muss ich mich auch fragen, wieviel ich davon wirklich ertragen könnte… Ich spüre aber, dass ich es verarbeiten kann, und das immerhin macht mir auch Mut. Du als Schafbäurin weisst sicher, was ich meine…

  9. Barbara sagt:

    Ach, liebe Bora!
    Auch ich hab die Überschrift mit Schrecken gesehen – klar.

    Das, was du dazu schreibst sind alles klare und gute Gedanken – ich kann nicht anders als dich auch drücken zu wollen, weil es mir so leid tut. Ihr habt nix falsch gemacht, das steht fest.
    Alles, alles Liebe, deine Barbara

    • kirschkernzeit sagt:

      Ach, ich danke dir! Das tröstet mich SO FEST, dass ich mir diesmal nicht die Schuld geben muss, weisst du. Es war wirklich einfach die Natur in voller Kraft und Blüte, die sich das Ihre geholt hat… Es schmerzt, aber ich muss mir auch immer wieder vor Augen halten, dass schlussendlich niemand etwas Böses wollte… (So hat es sich nämlich angefühlt, als wollte jemand das Schöne und Gute zerstören) Danke nochmals, Barbara!!!

  10. andrea sagt:

    ach bora, ich drück dich aus der ferne.

  11. Rosi sagt:

    oh wei..
    das tut mir so Leid 🙁
    da mag man gar nicht viel drüber nachdenken
    war vielleicht eine Füchsin die Junge hat

    aber wie du schreibst ..so sind die Naturgesetze
    könnt ihr sie nicht nachts ins Haus holen??

    alles Liebe für euch

    Rosi

    • kirschkernzeit sagt:

      Das mit der Nacht im Haus haben wir auch überlegt. Das Problem dabei ist aber, dass das zwar sommers sehr gut funktionieren würde, in kalten Zeiten aber gesundheitlich gefährlich wird für die Tiere, die sich schwer tun mit den grossen Temperaturwechseln von Haus und Draussen. Insofern würden wir ihren damit nicht viel Gutes tun 🙁
      Darum wurde der neu gebaute Stall, den unsere Tierchen eigentlich am gleichen Tag noch hätten einweihen sollen- nach diesem tragischen Ereignis für eine neue Herde nun wirklich bombensicher ausstaffiert, mit einem extrastarken Metallgitter (kein Draht), das zusätzlich noch vor die verschliessbare Türchenfront gemacht wird. Kein Tier könnte dahinter stehen und sich an den Türchen zu schaffen machen… Und unten sind neu auch Betonplatten. Das Seitentürchen mit Holzschiebetüre, die mittels Karabinern verschlossen wird etc. Ich bete, dass das alles dem Fuchs Einhalt gebieten wird…

  12. Nicole sagt:

    Liebe Bora. Das tut mir sehr leid!
    Unsere Enten wurden am helllichten Tag vom Fuchs geholt, als wir mit ihnen im Garten waren. Wenn sie Hunger haben oder viele Jungen füttern müssen, sind sie wohl sehr mutig und wie in deinem Fall ausdauernd.
    Und ja, hier war es die Natur… in Texas wohl einfach nur wahnsinn.
    Alles Liebe, Nicole

    • kirschkernzeit sagt:

      Ach herrje…! Grässlich, dass ihr das sogar noch mitansehen musstet!
      Ich muss zugeben, dass ich zuvor niemals daran gedacht hätte, Tiere am hellichten Tag im eigenen Gärtchen (im Dorf an der Strasse) von oben bis unten einzusperren- doch mittlerweile tue ich es. Ich war bereits vorher vorsichtiger geworden und hab sie bloss noch auf die Wiese gelassen, wenn wir auch draussen waren und die Haustüre immer offen stand… Vielen kann man sich wohl erst durch Erfahrungen richtig einordnen, nicht?

  13. Hirundo rustica sagt:

    Oh liebe Bora,
    das tut mir aber leid! Eure armen Meerschweinchen- noch dazu mit ungeborenen Meerschweinchenbabys. So traurig. Das darf doch nicht sein, so wie ihr euch bemüht und aufgepasst habt. Der Räuber war ja unglaublich ausgefuchst.
    Ich wünsche euch, dass das niemals wieder passiert, und ihr einen ganz robusten Hochsicherheitstrakt hinbekommt!
    Ich versuche euch ganz viel Trost zu schicken.
    Herzliche Grüße!

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