Aus ein paar Spitzentaschentüchern…

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… wurde dieser Vorhang hier.
Vor sicher 2 Jahren schon.
Glaube ich.
Und genau so lange hing er auch hier am Fenster unserer Waschküche (in der es auch eine Toilette gibt und ein Lavabo, wo wir meistens Zähneputzen, weil die Küche gleich nebenan liegt) Die ganze Zeit aber blieb er ungesäumt und musste mit Wäscheklammern befestigt werden *hüstel* Kein schöner Anblick.
Einmal kam eine ältere Dame zu Besuch, eine Freundin meiner Mutter, die mir einen Grossteil dieser ganz entzückenden bestickten Stofftaschentücher beigesteuert hatte, und meine Mutter führte ihr stolz das Resultat meiner stümperhaften Handnäh-Versuche vor (diese rutschenden, zarten Stoffe waren echt nicht ohne!). Die alte Dame warf einen verzweifelten Blick in Richtung der Gardine, die an Metallklämmerchen vom (wie immer schmutzigen) Fester baumelte und wusste offenbar nicht recht, was sie sagen sollte *grins*. Aber ich kann das verstehen, ehrlich, immerhin sind die Nähte krumm und die Stoffkanten zum Teil unversäubert eingesetzt, und alles ist ein bisschen windschief, was irgendwie Teil des Spasses war, denn ich wollte einfach nur nähen und patchen und mich ein wenig austoben, damals wie heute. In einer Art Dottie Angel-Anfall. Bei Dottie Angel darf auch alles schräg und wild sein, und trotzdem -oder gerade deshalb- wird es charmant. Ich mag ihren Stil. Er macht einfach Laune und Mut und Lust darauf, selber ein bisschen kreativ zu werden, ohne Angst vor Fehlern (oder ungesäumten Kanten).

Das Fenster ist noch immer ungeputzt. Genau wie das Lavabo. Und in den Weidenkörben hinter mir liegt seit mehr als 1 Woche ein Berg Weisswäsche zum Zusammenlegen und Verräumen bereit. Diese Dinge ändern sich wohl nie… Aber immerhin sind die Wäscheklammern weg. Seit heute nachmittag. Da hängen nun richtige Vorhänge. Denn manche Dinge ändern sich eben doch…

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10 Kommentare zu Aus ein paar Spitzentaschentüchern…

  1. Susi sagt:

    Liebe Bora,
    ich finde die Gardine zauberhaft. Auch wenn die Nähte nicht perfekt sind. Das macht doch so oft den Charme vom Selbstgemachten aus.
    Liebe Grüße
    susi

    • kirschkernzeit sagt:

      Vielen Dank! Ich bin vor allem froh, endlich mal die Klammern weg zu haben und die hängenden Fäden. Das gab mir immer so ein Gefühl von „Oh, das solltest du auch mal noch…“. Die Idee ist nicht von mir, ich habe sowas schon auf Pinterest gesehen und, soweit ich mich erinnere auch in einem Buch von Dottie Angel (das ich aber nicht mehr habe)… Mir geht es wie dir; wenn es gaaaaaanz perfekt aussieht und man gar nicht mehr auf den Gedanken kommen könnte, dass da ein Mensch dahinter steht und keine Fabrik, dann ist es für mich nicht mehr dasselbe… Wobei ich es schon auch gern habe, wenn etwas robust gemacht ist und auch eine Maschinenwäsche übersteht. Hier werde ich zur Sicherheit bestimmt von Hand waschen 😉

  2. Ek sagt:

    So ein duftiger Vorhang und wie schön diese ungleichmässigen nähte ausschauen. Auch bei einem ungenutzten fenster. Es gibt wichtigere Sachen im Leben als nur mit dem putzfetzen durch die Gegend zu wedeln und wem es zu schmutzig der kann gerne bei mir putzen. So sehe ich das und komme so ganz gut durchs Leben.
    Schönen Feiertag
    Liebe Grüße Erika

    • kirschkernzeit sagt:

      Da hast du Recht. Mich selber stört es bei mir oft, dass die Dinge nicht so ordentlich und sauber sind, wie ich es gerne hätte, aber bei anderen sehe ich das meist überhaupt nicht! Meine Mutter sollte mir ein Vorbild sein; sie hat sich auch bei 8 Kindern und Nachtschicht im Spital (wo sie gearbeitet hat) nicht vom Haushalt diktieren oder gar belasten lassen, sondern blieb lebensfroh und entspannt…
      liebe Grüsse auch dir!

  3. amselgesang sagt:

    Jetzt bleibe ich gerade am letzten Satz deiner Kommentar-Antwort hängen: „… acht Kinder und Nachtschicht…“ – – – – meine Güte!! – – – – –
    Was ich eigentlich schreiben wollte: So eine Taschentuch-Gardine steht schon lange auf meiner irgendwann-to-do-Liste, allerdings ohne Spitzenränder, denn mein Vater hat mir u.a. einen Riesenstapel Herrentaschentücher hinterlassen (ich benutze zwar gerne Stofftaschentücher, aber diese Dinger sind einfach zu groß und dick für Damenhosentaschen…). Und was die Fenster angeht: ich kann da keinen Schmutz erkennen (da hängt ja die hübsche Gardine davor) 🙂
    Feine Sache, ich werde deinem Beispiel folgen, sobald dies… und das… und jenes auch noch… erledigt ist… 😉
    Liebe Grüße!

    • kirschkernzeit sagt:

      Gell, die Frau hatte echt Superkräfte…!
      Und gegen schmutzige Fenster-Bilder hilft das Gegenlicht ziemlich gut, gegen das ich sowieso fotografie-technisch kein Mittelchen hätte… 😉

  4. E sagt:

    Wie schön das geworden ist!

    liebe Grüße,

    E

  5. Reginas-Cottage sagt:

    hallo bora,
    was für eine zauberhafte und einmalige gardine,gefällt mir.
    liebe grüße,
    regina

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