Schoko-Cupcakes mit Glücksstoff

DSC02541 DSC02542 DSC02543

Die letzten Tage über trieb mich eine intensive Lust nach Schokolade um.  Nicht nach Süssem generell, sondern ganz konkret nach Schokolade und Fett und Zucker und Kakao und diesem satten, wohligen Gefühl im Bauch. Ich gab mir Mühe, mich zurück zu halten, doch irgendwie konnte ich nicht recht widerstehen, knabberte mal hier an einer Tafel Milchschokolade, naschte da ein paar Kekse und trank mehr heissen Kakao als gewöhnlich. Aber es half nichts. Ich fühlte mich zwar überzuckert, aber die Lust blieb.

Heute nachmittag habe ich es dann  nicht länger ausgehalten und mich mit meiner Kleinen in die Schlacht am Küchenherd gestürzt. Butter spritzte in alle Ecken,  ehemals blütenweisse Kochschürzen wurden matschig schokobraun und es wird bestimmt Jahre dauern, bis ich all die Pfannen und Schüsseln wieder abgewaschen habe… aber voilà: Da steht ein grosses Blech duftender Schokoladen-Cupcakes in meiner Küche, süss und fein und schön schokoladig. Hübsch sind sie nicht, nicht einmal halbwegs vorzeigbar, aber sie sind gut und derart gehaltvoll, dass dieses leere, sehnsüchtige Gefühl in meinem Bauch nach gut 1.5 Küchlein wie weggeblasen ist. Ich glaube, das war es, was ich gebraucht habe. Kuchen. Hausgemacht. Die volle Dosis Zucker, Eier, Butter und Mehl und Schokolade, aber bewusst verarbeitet und mit allen Sinnen genossen, nicht nur am Küchentisch als süsses, mächtiges Dessert, sondern schon vorher, bei der Zubereitung, genossen und wahr genommen mit meinen eigenen Händen, meinem Verstand und meinem Herzen. Manchmal denke ich, Essen selber zu machen, macht einfach satter. Irgendwie. Vielleicht weil ich so wirklich begreife –ganz wortwörtlich- was ich esse?
Aber wie dem auch sei; es hat einfach gut getan, mir heute diese Zeit zu nehmen, Zeit, um meinetwegen in der Küche zu stehen und mit meinem Kind ein Riesenschlachtfeld zu veranstalten. Zeit ein Bedürfnis zu stillen und dem inneren Hunger Raum zu geben, auch wenn es objektiv betrachtet vielleicht vernünftiger und auf jeden Fall gesünder gewesen wäre, ein paar Möhren zu knabbern und Tee zu trinken. Aber irgendwas in mir wollte Cupcakes. Basta. Ganz irrational und doof. Vielleicht war das ja bereits die Botschaft, die mein Körper mir senden wollte; Hör mir zu. Nimm dir Zeit. Lass mal 5 gerade sein. Trau dich, zu geniessen. Vertrau auf dein Bauchgefühl.
Und manchmal muss es eben einfach Kuchen sein, ganz gegen alle Vernunft. Tee trinke ich natürlich trotzdem.

DSC02544

Schokoladen-Cupcakes mit Buttercremehaube
(ein leicht abgewandeltes Rezept aus diesem Buch hier)

Zutaten für ca. 18-20 Stück

  • 230gr Mehl (ich habe 50gr Vollkornmehr und 180gr Weissmehl genommen)
  • 2 Tl Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 3 volle Esslöffel Kakao
  • 250gr weiche Butter
  • 220gr Zucker (ich mische hier meist Rohzucker und weissen Zucker)
  • 4 Eier
  • 100gr Zartbitterschokolade (gerne mit Kakaogehalt über 50%)
  • 200gr Zartbitterschokolade
  • 200ml Sahne
  • 150gr weiche Butter
  • 50gr Puderzucker

Zubereitung

  1. Ein grosses Blech mit ca 20 Muffinförmchen belegen und den Ofen auf 180 Grad vorheizen (Ober- und Unterhitze)
  2. Butter, Eier und Zucker mit dem Handmixer gut rühren, so dass die Masse hell wird.
  3. In einer grossen Schüssel das Mehl, das Salz, Backpulver und Kakao zusammengeben, am besten sieben.
  4. Die Buttermischung zur Mehlmischung geben und mit dem Gummischaber sorgfältig mischen.
  5. Dann auch die geschmolzene Schokolade unterrühren.
  6. Die Muffinförmchen bis ca 3/4 Höhe füllen (Ich muss aber zugeben, dass ich nie sehe, wie hoch sie wirklich gefüllt sind, weil der Teig so pampig ist. Macht nix, sie dürfen einfach nicht übervoll sein.) und für 15-20 Min. in der Ofenmitte backen. Ganz auskühlen lassen (sonst schmilzt dann die Buttercremehaube).
  7. Für die Cremehaube die 200r. Schokolade mit der Sahne erhitzen, so dass die Schokolade schmilzt, dabei gut umrühren. Die Schokosahne ganz abkühlen lassen. Sie wird so auch etwas dicker.
  8. Butter zur kalten Schokosahne geben, mit dem Handmixer mischen. Dann den Puderzucker dazusieben und alles nochmals durchmixen.
  9. Die kalten Cupcakes mit einem tüchtigen Klecks Schoko-Sahne-Buttercreme garnieren und vor dem Essen kühl stellen, damit die Cremehaube fester wird.

Einen netten Kafeetisch herrichten (am besten mit Blumen, ganz klar)
sich gemütlich hinsetzen
und dieses Stückchen hochdosierten Glücksstoff in aller Ruhe und
mit allen Sinnen geniessen.
En Guete!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Dankbarkeit, Familienalltag, Kochen und Backen, kreativ am Rande, Rezepte, what makes me happy veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Kommentare zu Schoko-Cupcakes mit Glücksstoff

  1. Rita sagt:

    Das Stück Cupcake sieht nach einer echten Kalorienbombe aus, aber eine Feine;)
    Wir hatten gestern so einen „Anfall“ und haben uns eine Schokoladenroulade MIT Schokoladenschlagrahm gegönnt. Die Roulade war bis heute Mittag weg….;)) Manchmal muss man an sich denken und sich was Gutes tun!
    Weiterhin viel Spass in der Küche!
    Herzlich, Rita

  2. lena sagt:

    ich glaube, wenn es an der zeit ist, werden es genau die werden! danke!!
    lieber gruß von lena

  3. Das sieht lecker aus liebe Bora! Und in Ruhe Kuchen backen ist einfach gut für die Seele, das kann ich bestätigen. Leider bin ich oft in Eile und genervt wenn die Kinder dann rummanschen… Trotzdem backen und kochen wir oft zusammen. In der Vorweihnachtszeit hatte ich dann auch mal 4 Kinder beim Kekse backen am Tisch – macht auch Spaß 🙂
    Ich habe vor einer Weile diesen Spruch entdeckt:
    „Wer sich immer an die Regeln hält, verpasst den Spaß.“
    und das fällt mir zu deiner Backaktion gerade ein. Schön, dass du es dir gut gehen lässt!
    Diese Woche geht die Besuchszeit hier zu Ende, unglaublich wie schnell die Zeit vergeht…
    Alles Liebe
    Sternie

  4. Anna sagt:

    Danke Dir, Bora!
    Ich schau so gerne bei Dir in Dein kleines, besonderes Fenster hinein – ein wenig aufatmen, wundern, mitfreuen, mitgehen.
    Das in sich spüren ist ganz schön schwer manchmal und dann tut es sehr gut, wenn man sich hört.

    Alles Liebe,
    Anna

  5. Steffi sagt:

    Liebste Bora, die sehen wohl vorzeigbar aber vor allem verzehrbar aus! Lecker. Die werde ich nächste Woche mal nachbacken, dann bin ich im Mutterschutz und habe ganz viel Zeit für solche Leckereien…

    Liebste Grüße aus Bremen von Deiner Steffi

  6. Biba sagt:

    Ich krieg‘ Hunger!!! 🙂

  7. Esther Immer sagt:

    Ein Rezept fuer saettigenden gesunden Pudding:
    2 Essloeffel Mandelmus
    250 ml Wasser
    5 Majdul Datteln
    ein bisschen Zimt, alles mixen
    ca 30 gr. Cashew
    4 Essloeffel Chia Samen
    2 Essloeffel Cacao pulver oder Carob
    Zur Mandelmilch geben und mixen bis alles glatt und einen Pudding ergibt. In den Kuehlschrank fuer 2-3 Std und dann geniessen. Liebe Gruesse von Esther aus Israel

  8. Barbara Karl sagt:

    Liebe Bora!

    Ich liebe deine Beschreibungen – und du hast soooo recht!
    Einen schönen Tag wünscht dir deine Barbara

  9. Romy sagt:

    Schokolade – dieses Wort kann man nur mit einem Lächeln im Gesicht aussprechen.

    Bleibt gesund und Grüße aus Berlin, Romy

  10. Rosi sagt:

    hihi..

    jaaa.. manchmal muss es einfach so was sein
    da kann man essen was man will und wird einfach nicht satt.. 😉

    stimmt schon..Schokolade macht glücklich
    und lecker sehen deine Cupcakes allemal aus
    liebe Grüße
    Rosi

  11. de josh sagt:

    die dinger haben ordentlich reingehauen; und gemundet hat’s noch dazu!
    danke nochmals nachträglich dafür…
    dein bro

    • kirschkernzeit sagt:

      Frisch wären sie noch besser gewesen, glaub mir… aber es freut mich, dass du sie trotzdem gern hattest! Ich tüftle allerdings noch an der idealen Buttercreme herum. Vielleicht noch mehr Schokolade und noch weniger Puderzucker…?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.