Wochen-Ende: herrlich adventlich

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Dieser Sonntag war ein Engel! Ich gab mir alle Mühe, auszuschlafen. Mir fehlen irgendwie immer gefühlte hundert Stunden an Schlaf, und bis zum Wochenende hat sich das meist dann zu einem Schlafmanko gemausert, das demjenigen meines Teenagers in nichts nachsteht, also verglichen mit dem Mass an Schlaf, das ich anscheindend brauche. Es ist vor allem das nächtliche Gewecktwerden durch meine Kleinste (ja, noch immer), das mir langsam anhaftet. Einmal einfach schlafen dürfen bis um neun Uhr vormittags, an einem so herrlichen Sonntag wie heute, vermag aber gleich enorm viel zu kitten.
Wir waren nicht in der Kirche. Wie so oft. Natürlich finde ich es wichtig für mich als gläubige Christin, mich mit meinen Schwestern und Brüdern im Herrn zu versammeln, zuzuhören, auszutausche, gemeinsam Lieder zu singen und all das auch mit meinen Kindern zu teilen, aber dann wiederum… Vor einiger Zeit wurde deutlich, dass ein Grossteil der körperlichen Symptome, an denen ich seit mehr als einem Jahr immer wieder in unterschiedlicher Intensität leide, keine wirklich körperliche Ursache hat. Der Arzt vermutet vielmehr Stress. Ein Ansatz von Burn Out. Da liegt einfach nicht mehr alles drin. Vor allem diejenigen Dinge, die ich aus Pflichtgefühl und Druck von aussen noch reinquetsche, obwohl mein Körper und auch meine Seele längst lauthals „Stopp!“ schreien, laugen mich dann im Nullkommanichts aus, nachhaltig oftmals, so dass ich Ewigkeiten brauche, um wieder zu Kräften zu kommen. Und ungeheuer launisch, nervös und empfindlich werde, zu jemandem, mit dem man nicht unbedingt gerne Zeit verbringt.
Jetzt versuche ich, Grenzen zu ziehen. Mit Nachdruck und gegen das schlechte Gewissen, das sich immer allzu rasch einstellt. Keine Kirche also heute.
Dafür Ruhe, oh goldene Ruhe. Und Schnee! Die Kinder sind sofort reingehüpft, haben sich darin gesuhlt und mit Schneebällen bombadiert und schlussendlich mit meinem Mann ein Iglu begonnen, an dem sie immer noch arbeiten, obwohl es gerade dunkel wird.
Herr Kirschkernzeit hat gekocht, Hähncheneintopf mit viel Gemüse, Kartoffeln und Zwiebeln. Und ich habe gebacken, Mailänderli, tatsächlich, ein echtes Weihnachtsguezli, passend zum Advent, pünktlich also, und damit habe ich schon gar nicht mehr gerechnet. Die Kinder waren fabelhaft. Mit Feuereifer mit dabei und dabei so fröhlich, dass bestimmt „Merry Christmas“ als unsichtbare Überschrift über uns aufblinkte. Der Tisch klebte regelrecht vor Butter und Mehl und Eigelb, aber der Spass, den wir hatten, übertönte alles rosarot, und der Teig schmeckte süss und zuckrig und definitiv nach Frieden auf Erden. Jetzt liegen kleine goldene Schweinchen, Herzen, Engelchen und jede Menge sonderbar verformtes Getier auf unseren Plätzchentellern. Ein Teil davon wanderte gleich als spontanes Geschenk zu unseren Nachbarn in die Glühwein-Runde ihres Spuntens, wo es sicher gut hinpasst und mir warme Dankesworte und fröhliche Gesichter bescherte. Schenken ist schon was Schönes, nicht?
Und Advents-Sonntage wie dieser sind es auch. Echte Himmelsboten sind das.

Wenn es einem so rundum gut geht, braucht es eigentlich ja auch gar nicht viele Worte, nicht viel mehr als: Was kann das Leben doch schön sein!
Trotzdem; ich plauder halt so gern…

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19 Kommentare zu Wochen-Ende: herrlich adventlich

  1. Hirundo rustica sagt:

    Wunderbar, dass ihr einen so schönen Adventssonntag hattet!
    Dass die eigenen Grenzen auch ihre Notwendigkeit haben und nicht immer weiter und weiter zurückgesteckt werden können; das anzuerkennen und dann auch noch zu verteidigen ist gar nicht leicht, gell?

    • kirschkernzeit sagt:

      Schwierig ist das. Noch schwieriger aber finde ich es, um Hilfe zu bitten. Vor allem, weil man doch immer denkt, „aber die anderen, die schaffen das doch alle auch“…
      Ich schicke dir ganz liebe Grüsse! Und auch ganz viel Adventsfrieden! Ist ja nicht immer bloss still und harmonisch mit Kindern, aber wenn es das ist, dann ist das echt ein Stückchen Himmelreich auf Erden, oder?

  2. Ek sagt:

    Wieder mal ein schöner Beitrag, ich lese so gerne bei dir mit.
    Auf sich schauen ist ganz wichtig und macht auch das Zusammenleben mit seinen Lieben leichter, wenn man ausgeglichener ist. Gläubig sein kann man auch in den eigenen 4 Wänden.
    Oh und wie gross all deine Kinder schon geworden sind.
    Ich wünsche euch weiterhin noch viele solche Sonntage.
    Liebe Grüße
    Erika

    • kirschkernzeit sagt:

      Stimmt! Und gross sind sie auch, ach herrje… Aber grosse Kinder sind auch was Schönes. Ich geniesse das irgendwie genauso, glaube ich…
      Dir wünsche ich auch ganz viel Frieden und freie Zeit für dich und das, was dir Freude macht!

  3. Martina sagt:

    Es ist definitiv besser, auf sich zu achten und seine Grenzen zu respektieren, als perfekt, aber gestresst zu sein. Und das klingt doch nach einem wunderbaren Sonntag!
    Ich war gestern schon in der Kirche – eigentlich um eine Musikerfreundin abzuholen, die in einem festlichen Gottesdienst gespielt hat. Wir waren zum Mittagessen verabredet, aber ich bin dann doch von Anfang an dabeigewesen in dieser mir unbekannten, schönen Kirche, und ich war glücklich, dass ich’s doch gemacht habe. Hat den ganzen Tag besonderer gemacht. Ich schick Dir was vom Frieden in meinem Herzen!

    • kirschkernzeit sagt:

      Ja, Kirchen finde ich enorm was Schönes. So eindrucksvoll, machen einem dirket ehrfürchtig. Unsere Versammlung allerdings findet in einem ziemlich schäbigen Raum statt- aber es kommt ja auf andere Werte an, im Grunde… Ich glaub, den Frieden in deinem Herzen nehm ich auch noch gleich mit dazu;-)

  4. Biba sagt:

    Wie gut, dass du so gerne plauderst, liebe Bora!
    So können wir teilhaben! Und wie gerne wir das alle tun!
    Also plauder ruhig weiter!

    Biba grüßt Bora!

  5. Steffi sagt:

    Liebste Bora,
    das sind ja herrliche Bilder von Deinen Kindern! Herrlich, diese Harmonie.
    Wir haben seit gestern auch endlich Schnee und die Kinder lieben es!
    Mein Bauch wächst und der kleine Bub gedeiht ganz prächtig, strampelt und turnt fleißig herum, herrlich! Nochmal schwanger sein zu dürfen ist echt ein Geschenk, ich genieße es sehr und das war wahrscheinlich alles doch nicht so ungewollt. Zumindest unterbewußt…

    Schön, dass es Dir gut geht!

    Liebste Grüße aus Bremen von Deiner Steffi

    • kirschkernzeit sagt:

      Ach du Glückliche! Es ist so schön, das von dir zu lesen!!! Ich glaube auch, dass unbewusst da doch mehr Wunsch im Spiel war… 😉 So soll es ja auch sein, oder? Ich finde es auch wunderbar, dass du diese Schwangerschaft wirklich geniessen kannst und das so bewusst… Habt es gut zusammen! Ich drück die Daumen, dass alles so schön weitergeht bei euch…

  6. Kathrin sagt:

    Liebe Bora,

    pass gut auf dich auf!
    Ich hatte die selbe Diagnose im August diesen Jahres und dazu trotz Sommer einen Vitamin-D-Mangel. Diese Erschöpfung ist kaum zu ertragen. Ich hatte mir beim Lesen deiner Posts in der letzten Zeit schon so etwas gedacht….
    Ich wünsche dir, dass du bald wieder zu Kräften kommst. Fühl dich umarmt! Herzliche Grüße, Kathrin

    • kirschkernzeit sagt:

      Das ist eine sonderbare Sache, nicht wahr? Andererseits dürfen wir wohl dankbar sein, dass keine schwerwiegenden, chronischen Krankheiten da in uns wüten, oder? Sowas kommt einem ja auch in den Sinn, zumindest vor einer Abklärung beim Arzt… Und es wird ja auch besser nach einer Weile. Man muss irgendwann lernen, wo die Notbremse ist und sich auch trauen, daran zu ziehen. Und lernen, sich nicht fertig zu machen.
      Ich wünsche dir, dass es dir auch immer besser geht! Gesundsein ist doch einfach das A und das O…

  7. Sarah sagt:

    Oh das liest sich ganz wunderbar!
    Bei uns war der Advent bisher eher viel zu voll und stressig, mit Krankheit und Schlafmangel, usw. Ich wünsche mir, dass sich das jetzt – ab heute, jawohl! – ändert. 🙂
    Ich habe noch nicht mal Kekse gebacken… aber das kann ich ja noch nachholen.

    Liebe Grüße, Bora

    Sarah

  8. Raniso sagt:

    Meine allerliebste Bora, ich kenne deine Gefühle und Symptome soooooo gut. Es geht mir sehr ähnlich. Und ich vermisse dich, weil ich weiss, wie gut ich mit dir reden kann. Aber gell, ein schlechtes Gewissen wollte ich dir nicht machen letztens!
    Meine Grenzen zu ziehen übe ich diese Adventszeit damit, keine Guetzli zu backen *schluck* Weiss noch nicht, ob ich es wirklich durchziehe *zwinker*
    Ganz ganz liebi grüäss und knuddels, anja

    • kirschkernzeit sagt:

      Und? Geschafft? 😉 Du hast mir doch kein schlechtes Gewissen gemacht, du Liebe, du! Aber ich hab eins; ich hab mich noch immer nicht gemeldet bei dir, dabei habe ich sogar schon deine Kürbisssuppe ausprobiert… Ich werd’s noch nachholen, ja…? Bussi; Bora

      • Raniso sagt:

        Ja, ich habs tatsächlich geschafft 🙂 Ausser Cookies für unser Fest in der Grossfamilie, habe ich kein einziges Guetzli gebacken. Und auch sonst alles sehr langsam und entspannt angegangen, so nach Borschen‘ Motto „Chill mal Mutti“ 🙂
        Ganz liebi grüäss und knuddels, anja

        • kirschkernzeit sagt:

          Bravo! Cookies sind ja eh dir Besten, oder? Mit denen darfst du dann ruhig deine „Ich back rein gar nix“-Vorsätze brechen 😉
          Waren’s die von deinem Ordner-Rezept vielleicht…?

          • Raniso sagt:

            Ja natürlich, DIE Besten halt 😉 und die Zubereitung, so ganz alleine in der Küche war sehr meditativ… 🙂
            Ganz liebi grüäss, anja

  9. Nicole sagt:

    Hallo, ich bin durch Zufall auf deiner Seite gelandet und seit fast einer Stunde gestrandet!
    Kommt mir alles sehr bekannt vor – ich hab 3 Buben und 2 Mädels. Und solche Keksbacknachmittage sind zwar selten aber kommen vor. Und ich liebe es sie alle 5 beim kreativen Kekse herstellen zu beobachten.
    Ganz liebe Grüße aus Österreich
    Nicole

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