simple, simpler, so gut wie am simpelsten

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Beinstulpen sind ja nicht unbedingt die Kür in Sachen stricken. Die ganz, ganz einfache Variante gehört wohl sogar in die Kathegorie “Übungsstücke für Strickeinsteigerinnen”. Und doch mag ich sie, die einfachen sogar besonders gerne. Auch wenn ich schon ein paar Jährchen lang stricke und mir immer wieder sage, dass ein wenig mehr Herausforderung und Steigerung an sich nicht schaden könnten, finde ich das Stricken simpler rechter und linker Maschen so angenehm unspektakulär wie ich einfache Musterungen hübsch finde. Aber ich bin da offenbar ein einfach gestrickter Typ diesbezüglich.
Wie dem auch sei, in den letzten Jahren habe ich angefangen, wieder mehr Kleider zu tragen und mir sogar ein paar neue Leggins gekauft. Der Herbst verlangt jetzt natürlich nach noch einer Schicht Extra-Wärme, und weil ich Wolle so gerne mag, kommt nun selbstredlich auch Wolle an meine Beine. In diesem Fall hier in Form der “Malabrigo Rastita”, einem bereits schon vor dem Stricken recht verfilzten Merino-Dochtgarn, das tatsächlich aussieht wie kleine, ebenmässige Rastats. Ich habe zum ersten Mal mit diesem Garn gearbeitet und muss gestehen, dass es -obwohl die Wolle wirklich schön weich ist und ich an sich rein gar nichts an ihr aussetzen könnte- wohl auch mein letztes Mal gewesen sein wird. Vielleicht lag’s am verfilzten Wollfaden oder einfach an der vollkommen ausgeglichenen, in meinem Fall jetzt schwarzen Einheitsfarbe, es ist wohl einfach nicht meine Art von Garn. Und Schwarz zu verstricken macht mich offensichtlich sowieso eher miesepetrig und rasch einmal habe ich mich sattgesehen an dieser Farbe. So ein schwarzes Strickprojekt bleibt dann von Tag zu Tag länger im Strickkörbchen liegen, weil ich mich einfach nicht mehr dafür begeistern kann, und so soll Stricken ja nicht sein, oder?
Zum Glück war Elas Anleitung ihrer “Beinstulpen” (aus dem schönen Buch “Stricken durchs Jahr”) so schlicht wie schön und somit das perfekte Vor-dem-Bildschirm-Projekt für Zeiten, in denen ich meinen wohlverdienten Feierabend unbedingt mit den Gilmore Girls verbringen muss und meine Augen kaum abwenden kann, wenn sie kaffeebecherhaltend und pudelbemützt bei Luke im Diner parlieren (Apropos, ist euch eigentlich auch aufgefallen, dass in ihren Kaffeetassen kaum je was drin ist? Und wieso essen sie immer bloss ein, zwei Gabeln vom bestellten Essen bevor sie dann  ohne vorher zu bezahlen verschwinden? Manieren sind das…)
Ich habe das Muster schon vor Jahren einmal in knapperer Form gestrickt, Pulswärmer Ela-Style, damals für mein mittlerweile schon so gross gewordenes Mädchen, und ich fand ihr Patentmuster immer sehr ansprechend und wünschte mir heimlich still und leise auch so was ähnliches für mich selbst, bloss natürlich grösser und beinbedeckender.
Mit diesen simplen Stulpen bin ich nun ganz zufrieden. Gerade das Schwarz, das ich so ungern verarbeite, macht die Sachen angenehm zu kombinieren und fällt auch viel weniger auf als die handgefärbten, unruhigen Paradiesvogelsachen, die meine Liebe zu handgefärbter Wolle sonst so oft hervorbringt. Ein bisschen mehr Basics und sanfte, dezentere Töne wären wohl sowieso nicht schlecht in meinen Wollvorräten, denn aus dem Pippi Langstrumpf-Alter bin ich wahrscheinlich doch auch langsam herausgewachsen…

Hier noch ein paar Strick-Details:
Anleitung: “Beinstulpen” aus Gabriela Widmer-Hankes Buch “Stricken durchs Jahr”
Garn: 100gr. Malabrigo Rastita
Nadelspiel Nr.4
Maschenprobe: ca. 27M/10cm ungewaschen, ging beim Waschen etwas auseinander

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3 Antworten auf simple, simpler, so gut wie am simpelsten

  1. Liebe Bora,
    deine Stulpen sind so schön! Meine Oma hat mir auch zwei paar schwarze Stulpen gestrickt, ich habe sie schon viel getragen. Nun trage ich kaum noch schwarz und suche gerade nach braunen, rock- und kleidtauglichen Schuhen… ich glaub ich werde mal um passende Stulpen bitten ;) selber stricken geht leider nach wie vor nicht, gerade machen meine Hände wieder mehr Probleme… Ich habe vor 2 Jahren angefangen Handstulpen zu häkeln, vielleicht werden die ja irgendwann mal fertig. Leider ist die Farbe nicht mehr so mein Favorit, doch über den Hälfte habe ich schon geschafft.
    Ich wünsche euch einen schönen Abend und schicke euch eine große Portion Gesundheit!
    Liebste Grüße
    Sternie

    • kirschkernzeit kirschkernzeit sagt:

      Braune wären natürlich auch sehr schön… Und sie sind so einfach zu stricken, dass deine Oma sich vielleicht sogar sehr über den kleinen Tipp freuen würde, denn so hat sie das perfekte Weihnachtsgeschenk für dich. An deine Stulpen kann ich mich noch erinnern! Ich hoffe natürlich, dass sie noch fertig werden, aber manchmal ist es auch besser, ein Projekt anzubrechen als es immer im Hinterkopf als “To do”-Punkt zu behalten, gerade wenn dir die Farbe nicht mehr so gefällt… Aber dann wiederum wäre es vielleicht eines Tages ein schönes Geschenk für dein kleines Mädchen…
      Ich schicke dir liebe Grüsse!!!

      • Ich habe die Handstulpen noch nicht aufgegeben und nehme sie mit in den Urlaub, wer weiß ;) eigentlich müssten sie da fertig werden, wenn meine Hände es erlauben, die Wolle habe ich ihm Urlaub gekauft und das meiste im nächsten Urlaub gehäkelt. Und deine Idee sie für mein kleines Mädchen zu machen ist toll, da würde sie sich sicher drüber freuen. Ich bin gespannt was daraus wird.
        Ich umarme dich aus der Ferne! Liebste Grüße!

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