aus dem Leben

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Wenn ich nicht genau wüsste, dass wir Juli haben und so gut wie mitten in den Hundstagen stehen, ich würde kaum glaube, dass Sommer ist. Draussen klöpfelt der Regen gegen die Fensterscheiben und die regenscheuen Meerschweinchen rennen von Häuschen zu Häuschen, um das frisch gesprossene Gras der Wiese zu knabbern. Es ist kühl. Mich zieht es zu Wollsocken und heissem Tee und ich lege einen Zahn zu beim Stricken meiner blauen Wolljacke.
Gestern abend überfiel mich eine leise Melancholie. Eine Ahnung von Herbst.
Herr Kirschkernzeit ist zu einem Lager aufgebrochen und hat zwei unserer Kinder mitgenommen. Das Haus ist unvertraut still und wirkt viel zu gross für mich und das Übrigbleibsel meiner Schar. Dankbar registriere ich die eingespielten Spätabendschwätzchen mit Kind1 auf dem Sofa, wo wir uns alles mögliche zu Knabbern in der Küche zusammensuchen und zusammen auf den Polstern fläzen und plaudern und Sprüche klopfen (eine Eigenart von uns beiden, der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm.) Diese Zeit ist mir heilig. Sie kommt vor allem anderen. Auch vor dem Stricken (Multitasking ist nicht so meine Stärke). Und vor dem Schreiben.
Trotzdem fehlt mir die stille Zeit fürs Texten. Ich habe Fotos geknipst von meiner blauen „Quill“, die längst schon fertig geworden ist (aus diesem traumhaften Garn hier). Ein Mützenpost steht auf meiner wie immer ellenlangen Todo-Liste, von dem ich nicht weiss, wann ich ihn fertig bringen soll. Die Fotos sind keine Kunstwerke. Genausowenig wie meine Posts in letzter Zeit. Sie bleiben klein und spontan und ein wenig unfokusiert, eingequetscht zwischen den turbulenten Lebensmomenten, die diesem Lebensabschnitt wohl eigen sind.
Aber nun zurück zum Alltag. Meine beiden daheimgebliebenen kleinen Mädchen spielen gerade recht friedlich mit ihren Kuscheltieren und einem grossen Korb Puppenwäsche. Ein rarer Moment der Einingkeit, denn sie zanken sich sonst meistens wie Waschweiber *grins*. Ich bin also auf der Hut. Und heute erwarte ich Besuch. Von einer alten Dame, die sich saubere Böden und ein tadelloses Bad wohl gewöhnt ist. Es gibt also noch viel zu tun…

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6 Kommentare zu aus dem Leben

  1. Biba sagt:

    Das Meerschwein, das so nett in die Kamera linst, sieht aus wie unserer Meggie!
    Meggie saß für ihr Leben gern in meinem Jackenärmel. Oder in einem meiner Schuhe, sofern ich ihn gerade nicht trug.

    • kirschkernzeit sagt:

      Weisst du, was das Lustigste ist, liebe Biba? Genau dieses Meerschweinchen hier, das sich ganz neugierig und geduldig knipsen liess beim Fressen heisst… Maggie! (Könnte man auch Meggie schreiben, denke ich, denn so sprechen wir es auch aus) Der Name scheint also passend zu sein 😉
      Deine ist also richtig in den Jackenärmel gekrochen? Und dann auch drin geblieben? Erinnert mich an die Punker-Ratten, die manchmal wie richtige, lebende Acessoires herumgetragen wurden, hihi…

  2. Biba sagt:

    Das ist ja verrückt, liebe Bora!!!
    Unsere Meggie lebt nicht mehr, sie war das Meerschwein meines Sohnes Samuel, als er noch jünger war. Jetzt ist er 22! 🙂

    Ja, Meggie kroch gerne in die Ärmel und manchmal hatte ich echt Bange, dass sie steckenbleibt. Sie fand das kuschelig.

  3. Lila sagt:

    gerade gestern hab ich den Kachelofen eingeheizt, mein Wollkorb zur Hand genommen und gehäkelt. Ich liebe es dabei meine Gedanken schweifen zu lassen und das Gefühl von “ es herbschteled“ kommt auch hier. Bald, bald hab ich alle meine Liebsten wieder beisammen. So sehr ich die Ruhe geniesse, so sehr vermisse ich sie.
    Sei lieb gegrüsst, wollbesockt lila

    • kirschkernzeit sagt:

      Ja, Ruhe ist schön, aber irgendwann wird sie einem schwer ums Herz… Aber der Kachelofen klingt gemütlich. Das Feuer vertreibt einem ein bisschen das Sehnsuchtsgefühl, nicht wahr? Jaja, wes herbschteled… Im August fängt für mich immer so quasi der Anfang vom Ende des Sommers an, und der kommt ja mit Riesenschritten schon näher…

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