spriessend

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Oh, wie sehr ich diese Zeit des Jahres liebe! Die Luft lau und schwer vor Verheissung, der Himmel ganz ohne all das Grau des Hochnebels, mit dem wir hier den Grossteil der kälteren Jahreszeiten leben (und zwar meistens ganztags). Die Meerschweinchen hüpfern fröhlich vor sich hin und scheinen guter Dinge, die ersten beiden der drei geplanten Spritzeneinheiten haben ihr Fell auf Hochglanz gebracht und lassen die Tierchen so schön und gesund erscheinen, als kämen sie von einer Schönheitsfarm (bis auf das arme Flöckli, das immer mehr einem gerupften Huhn gleicht). Überall im Garten lugen grüne Spitzchen aus dem Boden; die Osterglocken meiner Nachbarin, die Tulpen, von denen ich im Herbst Dutzende eingepflanzt habe, spriessende Blattspitzen am Flieder, an den Hortensien, und die kleine Kastanie treibt dicke, klebrige Knospen.

Herr Kirschkernzeit hat am Wochenende den grossen Flieder kräftig zurückgestutzt, weil er sonst die Rosen der Nachbarin überwuchert. Einen grossen, aus dem Boden ragenden Trieb hat er einfach irgendwo mehr zufällig in den Rasen gesteckt, kräftig angegossen, und nun warten wir gespannt, ob sich da vielleicht noch Wurzeln bilden (wir haben gelesen, dass das durchaus möglich wäre). Letztes Jahr wurde hier derselbe Versuch an zwei anderen Stellen gestartet: Die Äste sind nicht abgestorben, selbst nach dem harten Winter ist das Holz innen hellgrün lebendig und da und dort sind winzigkleine Blatttriebchen zu sehen. Aber ob daraus wirklich richtiger Flieder nachwachsen wird? Ein Geheimnis der Natur, das sich bestimmt noch lüften wird…
Die kleineren Ästchen, die beim Zurückschneiden angefallen sind, habe ich in einem dicken Tonkrug in die Küche gestellt, wo die Wärme sie langsam aufgehen lässt und mich das neue Grün, das allererste Grün des Jahres neu belebt und von Herzen freut. Nach so viel Grau und Braun und Trübheit geht nichts über das frische Grün des Frühjahres. In meinem Strickkörbchen allerdings sieht es wenig frühlingshaft aus; hier dominieren die düsterdunklen Töne meiner Winterwolle. Noch immer sitze ich an der dritten “Annabel Babe Cardigan” meiner kleinsten Hüpfdohle und obwohl das dunkle Blaugrau des Garnes ganz und gar nicht in diesen prachtvollen Frühlingstag hineinpasst, freue ich mich auf das kleine Jäckchen, das langsam Form annimmt. Ich hoffe nur, ich werde damit fertig, bevor der Frühling in Sommer umschlägt, denn kraus rechte Reihen können sich ganz schön hinziehen mit der Zeit, fressen Unmengen an Wolle und passen weitaus besser in klammkühle April-Morgen als in die sonnigwarmen Vormittage eines Junis zum Beispiels…

Das Trampolin ist abgebaut, es hatte zu viele lecke Stellen und ich ganz klar zu energievolle Kinder, um ihr unbändiges Gehopse auf diesem altersschwachen Ding noch verantworten zu können. Die Jungs haben wacker Schrauben gelöst, das alte Metall ordentlich bereitgestellt zum Entsorgen- und sich natürlich gleich heldenhafte Schaumstoffduelle geliefert mit den blauen Polsterungsröhren, die dabei übrigblieben… Der freigewordene Platz kommt mir vor wie barer Luxus, Frühlingsluxus, der Lust macht auf kahle, saubere Räume und Töpfe voller üppiger Pflanzen.
Der Frühling, hach… Etwas vom Besten, das das Jahr zu bieten hat. Nebst dem Sommer, dem Herbst und dem Winter natürlich…

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5 Antworten auf spriessend

  1. Biba sagt:

    So ähnliche Fotos machte ich gestern auch, liebe Bora!
    Sogar so eins mit einer Schnecke. Fastfrühlingsfotos.
    Wird es kein neues Trampolin geben?
    Wir haben eins seit letztem Sommer und spring ja selber gern darauf!
    Liebe Bibagrüße!

    • kirschkernzeit kirschkernzeit sagt:

      Liebe Biba, Schnecken mag ich im Frühling besonders gerne; sie kommen mir vor wie Frühlingsboten, genau wie die ersten Bienen oder Ameisen. Im Sommer macht die Schnecken-Liebe dann wieder Halt ;-)
      Ich denke, doch, da wird nochmals ein Trampolin kommen irgendwann- unser drittes dann. Oder wäre es sogar das vierte? Was für einen Verschleiss wir hier haben…! Ich muss gestehen, ich selber fürchte mich ein bisschen vor dem Trampolinspringen. Das ist immer so ein Gefühl, als würde ich bald zerbröseln ;-) Dabei wäre es sicher gesund, das Gehopse, du machst das ganz richtig!
      liebe Boragrüsse!

      • Biba sagt:

        Ja, Bora, supergesund!
        Meine Tochter, die Ergotherapeutin, sagte mir, dass es sehr wichtig für das vestibuläre System ist. Und es kribbelt so nett im Bauch!
        Was aber auch schön ist: einfach draufliegen und in den Himmel schauen!
        Das mögen meine kleinen Tageskinder auch sehr!

        Biba grüßt Bora!

  2. Taija sagt:

    Wenn das Leben so nach außen und nach oben strebt… dann ist der Frühling da! Die Planzen sprießen, die Kinder sowieso und bei mir steigt auch die Sehnsucht nach Aufbruch und Wachstum. Schön, die Vielfalt Deiner Bilder. Liebe Grüße, Taija

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