11.2.2017

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Ich hatte grosse Lust, es heute einfach mal wie Soulemama zu machen und unter unser Tagesdatum ein paar Erinnerungen zu setzen, eine kurze Tages-Chronik festzuhalten, jetzt, wo der Grossteil dieses Samstages bereits um ist, mein Mann mit der Kleinsten den Einkaufswagen füllt, die beiden grösseren Tochterkinder oben Trudi Gersters “Marry Poppins” hören und die Jungens jeden Moment von einem Draussen-im-Nebel-Nachmittag mit ihren Jugendgruppen nach Hause kehren werden.
Es war ein… verschlafener Tag. Obwohl keiner auch nur ein Nickerchen gehalten hat, keiner, nicht mal die kleine Zappelliese. Aber all das Grau am Himmel… es macht einfach schlapp und schläfrig. Und es wurde spät gestern abend. Für mich und Herrn Kirschkernzeit jedenfalls (und für meine babysittende Mama). Es war Feuerwehressen für alle Kaderfeuerwehrmänner plus weibliche Begleitung, und ich war mit dabei, zum ersten Mal, denn bisher gab es immer ein Baby im Haus, das mich nicht entbehren konnte oder ich war schwanger und wenig in Partylaune. Wobei, so wirklich Party war das ja nicht gestern, mehr so ein gediegenes Essen mit für mich wildfremden Leuten, die je nach Grüppchen mehr oder weniger ausgelassen und wunderbar speisend einen netten Abend zusammen verbrachten. Ich sass am eher stilleren Ende des Tisches, wo die Leute ihren Wein stilvoll degustierten und sich  ernsthaften Themen widmeten (die sie erst noch ungemein amüsierend fanden) also Sparkassenmanagement zum Beispiel, die Herausforderungen erfolgreichen Weinanbaus oder der Einsatz modernster Technik bei der Spargelernte *grins* Es war köstlich. So richtige Männerthemen auf männliche Art diskutiert, also oftmals im Monolog, faktenlastig und mit kleinen Pointen versüsst. Ich kam mir zwar ein wenig dumm vor in diesen Reihen, aber irgendwie war es doch auch anregend, das Ganze…
Trotzdem; Schade, dass es offenbar keinen einzigen strickenden Feuerwehrmann in diesem Kader gibt. Ich hätte mich zu gerne ein wenig über Wolle und neueste Lieblingsstrickmuster unterhalten. Oder über Kinderkunst. Oder Rezepte. Oder über meinen neuesten Brocki-Fund, ein kleines Set allerfeinsten Blümchenporzellans mit halb verblichenem Goldrand, so dünnwandig und edel, dass ich bei jedem Schlückchen befürchte, es könne zerbrechen… Ich bin mehr als verliebt. Mein Nachmittagstee (eine delikate Schwarzteemischung, die meine Schwester mir aus Irland- oder war’s England?- mitgebracht hat) hat jedenfalls äusserst edel geschmeckt, in kleinen Schlucken genippt, schön heiss und zuckrig süss, so wie ich ihn liebe. Ich liebe ja alles, was süss ist. Auch wenn es um vierbeinige Freunde geht. Und der neue, noch ganz kleine Hund meiner Schwestern ist süss, Junge, Junge, schlabbernd und wuselig und dermassen knuffig, dass ich um ein Haar mit ihm getürmt wäre. Immerhin hat meine Schwester uns Schokoküsse dagelassen. Als Ersatz, als süsser. Leider hat meine Kleinste die Packung in die Finger gekriegt und deckelknabbernd ihre Visitenkarte hinterlassen…
So. Genug zurückgeblickt. Mittlerweile sitzen drei meiner Kinder neben mir am Wohnzimmertisch und warten auf Mamas uneingeschränkte Aufmerksamkeit, mein Mann ist nach Hause gekommen und wird gleich tütenweise Wocheneinkäufe reinschleppen, und ich möchte wetten, dass meine kleine Bohne im Auto doch noch eingeschlafen ist. Zeit für mich, zu gehen, wie es scheint.

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10 Antworten auf 11.2.2017

  1. Iris sagt:

    Hallo liebe Frau Kirschkernzeit. Ich lese schon seit einiger Zeit mit Begeisterung deinen Blog. Du schreibst so schön anschaulich, das mag ich sehr. Und auch die Bilder finde ich sehr schön, so aussagekräftig. Was mich heute aber am meisten begeistert ist der geblümte Zuckertopf. Was für ein Prachtsrück.
    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein schönes Restwochenende.
    Norddeutsche Grüße von Iris

  2. Solveig sagt:

    Liebe Bora,
    ich habe so gelacht und könnte dich knutschen: Wie du das Feuerwehressen beschreibst und deine Themen anschließt, so humorvoll, pointiert, beschreibend und nicht wertend…
    You made my day!
    Beste Grüße
    Solveig

  3. Elke sagt:

    Liebe Bora , klasse wie du das Feuerwehrtreffen beschreibst..ich fühle mich fast immer so ..und es ist herrlich..weil ..die Menschen..sind nun mal ..so..es gibt..keine anderen.. Liebe Grüße von Elke

    • kirschkernzeit kirschkernzeit sagt:

      Ist doch spannend so ein Treffen, nicht? Ich kam mir zwar doof und unwissend und so ziemlich uninteressant vor, weil ich kaum je was zum Gespräch beisteuern konnte (bis auf grosse Kulleraugen, die die männliche Tischnachbarschaft natürlich sofort zu weiteren Ausführungen anspornte, hihi), aber andererseits fand ich es klasse, auch mal was gaaaanz anderes zu hören zu bekommen, als es sonst so mein täglich Brot ist. Und ich habe doch einiges gelernt, hauptsächlich über Weine (die ich nicht trinke) und Spargeln und die Tücken des Gemüsebusiness ;-) Vor allem aber habe ich neue Menschen kennengelernt. Wie sie leiben und leben und das ganz anders als ich. Tatsächlich habe ich mich neben einen unserer Dorfpolitiker gesetzt, ohne zu wissen, wer er ist! Eine gute Wahl, sehr interessant, ehrlich.
      Liebe Grüsse!

  4. Anna sagt:

    Das ist aber ein schöner Text :)

    • kirschkernzeit kirschkernzeit sagt:

      Dankeschön! Hat auch Spass gemacht, ihn zu tippen. So ein zielloses Geschreibsel kommt mir immer total befreiend vor.

  5. Steffi sagt:

    Liebste Bora,
    danke für den Einblick in die ehemalige Sofaecke, habe ich doch gleich entdeckt:-)

    Liebe Grüße
    Deine Steffi

  6. Regula sagt:

    Hahaha! “der Einsatz modernster Technik bei der Spargelernte”, daran werde ich den ganzen Tag denken müssen. Ich kann mir deine Runde lebhaft vorstellen. :-) Liebe Grüsse von Regula

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