6 Mal…

7 Mal ein Lebensfragment.
Ein Guckfensterchen ins Alltagsleben, jetzt und heute, mitten im Winter dieses
noch immer so gut wie taufrischen Jahres…

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Mein jüngstes Sprösschen, die kleine Zappelliese, einmal mehr „abgehoben“, so hoch wie sie gerade kommt oder wie es noch passend ist für die Dinge, die sie sich gerade vorknöpft, in bester Kleinkindermanier. Nichts ist vor ihr sicher. All die bunten, gestrickten Putzlappen hier lagen nur Minuten zuvor noch ordentlich gefaltet im Küchenkästchen neben dem Geschirrspühler. So wie die Farbestifte, für die ein Stiftebeutel bereitliegt, bereit läge. Denn jetzt muss sie sortieren, ganz klar. Nicht zeichnen, nein sortieren, nach ihren ureigensten Kriterien (die sich meiner Logik entziehen).
Im Moment sortiert sie schampar gerne. Stoffblätzchen, Buntstifte, Pixi-Büchlein.
Es ist wunderbar, ihr dabei zuzusehen.

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Auch das ist wunderbar; wie meine Pausbackenprinzessin zeichnet. So leichthändig und spielerisch. Und ausdauernd. Und zufrieden. Und repetitiv. Zuerst waren es Pferde, immerzu Pferde, mal mit mal Flügeln, mal ohne, ab und zu mit Horn auf der Stirn. Jetzt sind es Pandas. Panda im blühenden Bambuswald (siehe oben), Pandamama mit Pandababy, Panda, der auf einem Einhornpferd reitet- die Formationen sind endlos.
Und mittlerweile auch gebündelt und gebunden, denn die Büchlein-Mach-Lust hat nun auch sie erfasst, Masking Tape sei dank (zur Not geht’s auch mit Klebestreifen, aber da wird sie immer furchtbar frustriert, weil der Kleberoller so doof ist)
Ich liebe diese Phase, diese Zeit, wo Malen und Zeichnen einfach nur Spass ist und Kunst, so von innen nach aussen. Wenn sie dann vor mir steht, selber ganz aufgeregt und hibbelig und fragt: „Darf ich dir meine Geschichte vorlesen?“, dann bin ich jedes Mal äusserst zufrieden mit dem Leben…

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Kinderkunst? Am Rande auch, ja. Vor allem aber Pokémon, eine Leidenschaft in Reinkultur. Wo andere Popstars aufpinnen und die Unterschriftenkarten der liebsten Hitparadegrössen rahmen, hängt bei Kind2, meinem Brummelbären, Pokémonkram an der weissen Kinderzimmerwand. Das Poster war ein Geburtstagsgeschenk von Herrn Kirschkernzeit, der für ein Mal sogar über seinen Schatten gesprungen ist, nur um seinem Jungen eine Freude zu machen, denn Pokémon findet der Herr Kirschkernzeit ganz besonders blöd und verdeht sofort die Augen, wenn das Taschengeld mal wieder in einen weiteren Stapel bunter Karten geflossen ist.
Bevor Leserin Sandra, dieser Engel, mir vor etwas mehr als einem Jahr unseren allerersten Pokémonkalender zugeschickt hat, wusste hier ja keiner, dass es so was überhaupt gibt, aber mittlerweile gehört er zu Kind2 wie seine dicke Wuschelhaarfrisur.
Am schönsten aber finde ich das kleine Stilleben-Bord, das mein Junge in der Schule geschreinert und mit Tafelfarbe schwarz bemalt hat. Jetzt tummeln sich darauf selbst gefaltete Pokémonfiguren neben Schrumpffolien-Wesen und den Pikatchu-Minis vom Jahrmarkt.

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Kinderzimmer sind mir sowieso wahnsinnig lieb. Auch wenn sie wachsen. Vor allem, wenn sie wachsen, mitwachsen mit ihren plötzlich gar nicht mehr so kleinen Bewohnern. Das schwarze Regal von Kind1 ist wahnsinnig spannend -und wahnsinnig berührend für mich. Weil es so viel von ihm preisgibt, so viel von dem widerspiegelt, was ihn im Verlauf der letzten Jahre und Monate beschäftigt und begeistert hat. Die alten Karl May Schinken vom Trödler. Agatha Christie in herrlichen, schwarzen Ledereinbänden. All die Charlie Bones seiner Kindheit. Legosammelfiguren bis zum Umfallen. Und dazwischen kleine und grössere Kunstwerke, an denen er dereinst stundenlang herumgefeilt hatte, solange bis es perfekt war in seinen Augen.
Am meisten aber liebe ich seine Art, die Dinge zu arrangieren. Es ist ein wenig, als würde ich eingeladen, die Dinge ein Stück weit durch seine Augen zu betrachten…

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Wir hatten Schnee. Wirklichen Schnee, weiss und kalt und zauberhaft. Er machte die Welt ein klein wenig stiller und friedlicher und schenkte mir den einen oder anderen Augenblick für mich alleine. Weil Herr Kirschkernzeit den Schnee liebt und offenbar gar nicht anders kann, als beim ersten weissen Flöckchen vom Himmel mit Kind und Kegel draussen rumzustapfen. Ich selber bewundere Schnee ja am allerliebsten durch die Fenster-Perspektive, am allerallerliebsten mit einer Tasse süssem Tee und einem Bündelchen wärmendem Strickkram auf dem Schoss. Aber schön finde ich ihn schon, den Schnee. Wie er alles zudeckt und verschönt, egal wie schmutzig und verdorrt es auch aussehen mag darunter.
Heute abend höre ich es draussen stürmen. Es regnet. Und taut. Eigentlich schade…

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Aber hey; Auch Regenwetter ist Stricksachenwetter. Und das Stricken mit tosendem Winterschmuddelwettersturm draussen in der tintenschwarzen Nacht doch irgendwie auch sehr, sehr gemütlich. Besonders mit einer weiteren Runde Miss Marpel im Ohr.
Mein Mädchen freut sich schon wie verrückt auf ihren grünen Pullover. Ich wurde bei der heutigen Pulli-Anprobe gleich vorsorglich mit Dankesküsschen eingedeckt, dabei fehlt noch immer ein Ärmel, und sie wartet ja auch wirklich schon lange… Bisher gab es einfach immer Wichtigeres. In meinem Strickkorb. Oder sagen wir, Verführerischeres. Und dieser Pulli rutschte immer tiefer in seine Versenkung. So ellenlange Rundundrundundrund-gestrickte Pulloverpartien können einem doch irgendwie leicht verleiden mit der Zeit…
Jetzt aber bin ich bereit, glaube ich, bereit für Ärmel Nummer zwei und Stunden voller glatt rechter Maschen.

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9 Kommentare zu 6 Mal…

  1. Malena sagt:

    Oh, der grüne Pullover wird schön!! Was war das noch wieder für ein Muster? Konnte es grad nicht finden.
    Genau, mit dem Schnee gehts mir wie Dir! Er ist wunderschön zum Anschauen, am liebsten aus der warmen Stube heraus, mit einer Stricksache auf dem Schoss (in meinem Fall mit Geburtstagssocken für meinen Mann – der Geburtstag war schon ;-)).. Immer denke ich, ein Schneemann wäre schön, aber dafür müsste ich mit raus. Allein machen die Kinder einfach Schneeballschlachten, aber dagegen ist ja auch nichts zu sagen.
    Ich wünsche Dir einen guten Tag (und spätestens am WE solls ja wieder schneien)!

    • kirschkernzeit sagt:

      Liebe Malena, wie schön, von dir zu lesen! Geburtstagssocken sind ja auch nach dem Geburi noch eine tolle Sache- gerade wenn’s noch so schön eisig ist draussen, drum halt nur durch, dein Mann wird sich freuen.
      Der Pulli in der knietschegrünen Knallerfarbe (nicht so ganz meine Wahl…) ist ein „Boathouse Mini“, bloss mit langen Ärmeln. Ich geb‘ dir hier noch den Link dazu. Bis auf einen kleinen Maschenanzahlfehler im Muster finde ich ihn ganz toll, so einfach und klar geschrieben, wirklich zu empfehlen…
      http://www.ravelry.com/patterns/library/boathouse-mini

      Liebe Grüsse von warmem Wohnzimmer ins warme Wohnzimmer 😉

  2. andrea sagt:

    bin über die gestrickten putzlappen gestolpert 😉 so eine feine idee! kannst du ein bisschen mehr darüber erzählen? muss es eine bestimmte wolle sein? sind sie nur für bestimmte arbeiten gedacht? wie reinigst du sie? fragen über fragen….
    war ganz schön, dir mal über die schulter zu schauen. wunderbare kinderschar!

    • kirschkernzeit sagt:

      Also, diese Lappen hier hab ich ja nicht selbst gestrickt (plane das zwar schon eeewig, komme aber irgendwie doch nie dazu), sondern beim Trödler nigelnagelneu entdeckt. Ist aber supersimpel zu machen im Grunde! Ich habe mal einen einzigen selber gemacht, damals mit dem Baumwollgarn „Safran“ von Drops, der hielt recht gut und war, mit dickeren Nadeln locker gestrickt, auch recht schnell wieder trocken. Ich würde eher nicht zu dicke Baumwolle nehmen. Lappen aus dickerem Garn habe ich nämlich auch (von einer netten alten Dame der Heilsarmee) und sie putzen super, trocknen aber lange nicht, was sicherlich nicht unbedingt der gewünschte Effekt wäre…
      Ich habe hier mal ein paar Links für dich:
      http://www.garnstudio.com/pattern.php?id=6870&cid=9
      http://www.garnstudio.com/pattern.php?id=7468&cid=9
      http://www.garnstudio.com/pattern.php?id=7291&cid=9
      http://www.garnstudio.com/pattern.php?id=6417&cid=9

      Bei Drops gäbe es sogar noch mehr davon…
      Ich wasche die übrigens ganz normal mit der normalen Wäsche mit. Meist gerne bei 60 Grad, denn ich putze alles mögliche damit. Sie bleiben lange gut in Form, mittlerweile fransen sie aber schon langsam, langsam aus, muss ich zugeben, aber das dürfen sie auch, nach bald 6 Jahren oder so…

      Liebe Grüsse und dankeschön für dein Interesse!

  3. MadamMim sagt:

    Nach langer langer Zeit schaue ich mal wieder bei dir vorbei uns ja sooo viel nachzulesen, sooo viele Fotos anzusehen. So liebevoll und herzwärmend ist es bei dir immer.
    Bei dem Bild mit den vielen Pokemons musste ich grinsen… so sieht es hier derzeit auch aus! Pokemon ist einfach das Größte 😉

    Liebe Grüße von
    MadamMim

    PS: …aber ich kann nicht anders, muss einfach nachfragen 😉 wo ist denn die Mittlere in diesem wunderbaren Einblick in euer Leben?

    • kirschkernzeit sagt:

      Die Mittlere? Das wäre dann diejenige, die den grünen Pulli „modelt“ und hoffentlich eines Tages noch geschenkt kriegt (ich muss mich sputen, sonst ist schon wieder Frühling, so wie die Zeit rast…)
      Ich habe mich auch schon gefragt, ob es nicht nützlicher wäre, die Kinder irgendwie mit Ersatznamen im Blog „persönlicher“ zu machen, gerade bei den Mädchen, wo wird es recht schwierig, noch Unterscheidungen zu machen, wenn ich sie bloss als „meine Mädchen“ personalisiere…
      PS. Ich hab‘ ja kein Handy und somit auch kein Pokémon Go oder so; aber ich mag diese Viecher auch schon ganz gerne… 😉

  4. Kaisen Maria sagt:

    Vielen Dank für die liebenswerten Alltagseindrücke einer 5-fachen Mama!
    Unsere jüngste Tochter ist im 9/2016 auch zum 5. X Mama geworden und ihr Alltag ist ähnlich .
    Den Pullover fand sehr hübsch mit den frischen Grüntönen.
    Viel Freude weiterhin und liebe Grüße R.

    • kirschkernzeit sagt:

      Liebe Grüsse zurück! Ich selber finde das Grün ja eher zu quietschig, aber meine Tochter hat sich so was in der Art gewünscht… und gegen allfälligen Winterblues sind frische Farben sicherlich eine feine Sache 😉

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