für meinen Frieden

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Es gibt Phasen in meinem Leben, da wünschte ich mir, wir wären Amerikaner oder Kanadier und könnten unsere Kinder ganz ohne Wenn und Aber aus dem Schulalltag rauspflücken und uns alle einfach mal ent-lasten von den Lasten die Kind wie Familie (wie Lehrerschaft) bisweilen zu tragen haben am Lebens-Ort Schule. Dann wieder gibt es Zeiten, da bin ich prallvoller Dankbarkeit und Zuversicht, wenn ich daran denke, wie viele grossartige Dinge meine Kinder genau dort, in der Schule -im Schul- und Klassenverband bei ganz tolle Menschen- lernen, erleben, werden können und dürfen.
Ich finde die Idee Schule nicht per se schlecht. Und nein, ich würde -auch wenn ich mir sicher bin, dass es für einige junge Menschen tatsächlich das Beste wäre- nicht alle meine Kinder rein aus Prinzip nicht zur Schule schicken. Ganz im Gegenteil: Ich war selbst die glücklichste und dankbarste Schülerin, die man sich denken kann, glücklich und dankbar, in der Schule einen Ort zu finden, der nur für mich bestimmt war, wo meine Familie (in der ich sehr verwurzelt und geborgen war!) nicht hinreichte und ich Ich werden konnte, ein neues Ich herausgepuhlt aus den Rollen, in die ich daheim hineingewachsen war.
Trotzdem; Es gibt diese Phasen und es gibt diese. Im Moment kämpfe ich mit der eher weniger hübschen Variante und das nimmt mich ganz schön her, muss ich mir eingestehen. Vielleicht allzu sehr, keine Ahnung, aber ich bin ein emotionaler und ernsthafter Mensch und nicht gut darin, Dinge auf die leichte Schulter zu nehmen…
Ich wünsche mir Frieden. Ja, nichts wünsche ich mir mehr. Frieden auf der Welt. Frieden in mir. Frieden.
Kein Wunder freue ich mich ganz unsinnig auf das neue Winter-Schal-Projekt „Project Peace“  von Healthy Knitter. Kein Wunder hätte ich mir beinahe -aber nur beinahe- extra dafür einen neuen Strangen Traumwolle bestellt (einen Strang davon am liebsten, in „Veeras Blüemli“). Kein Wunder möchte ich mich einfach bloss hinsetzen, stricken, stricken, stricken- und die Welt vergessen.

Und, ich glaube, genau das werde ich auch tun. Die nächsten Tage. Wenigstens abends. Sollte es ein wenig stiller werden hier bei Kirschkernzeit, stiller, als es viel zu oft sonst schon geworden ist, dann macht euch keine Gedanken. Ich bin nicht weg. Es geht mir wahrscheinlich noch nicht einmal besonders schlecht oder so.
Ich sitze einfach bloss auf meinem Sofa, in aller Ruhe, ein Tässchen Tee in Reichweite, auf dem Laptop läuft ein Podcast von „Madarine’s“ und zwischen mir und meinen Stricknadeln läuft ein feines, dunkelblaues Fädchen „Asia“-Wollgarn (Sehr wahrscheinlich werde ich meinen Peace-Schal mit dieser traumhaften Wolle aus meinem Stash arbeiten. Man kann ja nicht immer bloss kaufen, man muss auch wegstricken, oder?)
Eine schöne Vorstellung.
Ja, genau so machen wir es.

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5 Kommentare zu für meinen Frieden

  1. Hirundo rustica sagt:

    Friedliche, ruhige Zeiten und viel Freude an deinem neuen Projekt wünsche ich dir!
    Liebe Grüße!

  2. Sarah sagt:

    Ich verstehe dich gut und wünsche dir viel Freude beim Stricken.

    …und nach Amerika oder Kanada muss man nicht unbedingt auswandern, um seine Kinder ohne Schule aufwachsen zu lassen. Das geht auch in Europa, auch in der Schweiz!, nur leider in Deutschland nicht.

    • kirschkernzeit sagt:

      Ja, ich weiss, ich kenne zwei Familien, die ihre Kinder zuhause unterrichten. Allerdings ist das nicht überall in der Schweiz erlaubt- und umziehen ist im Moment noch kein Thema… Vielen Dank für deine guten Wünsche!

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