berührt: unvorhergesehen

“Berührt” heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

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Sehr nur, was mir gestern nachmittag ganz unverhofft über die Türschwelle gereicht wurde! Ein Strauss so traumhaft wie drei Nüsse für Aschenbrödel, rosa und weiss und grün und mit Korbgeflecht, blühend und unheimlich schön… Ich kann mich kaum sattsehen dran. Will ich auch nicht. Schönheit soll fliessen und nähren, grenzenlos.(Raniso, du Goldstück, du…!)
Und heute dann, wieder eine Überraschung. Unvorhergesehen. Nochmals von Feinsten. Diesmal in akustischer Form via Telefon und von neuem eine richtige Freude, die mich jetzt so richtig ein kleines bisschen aufgekratzt und euphorisch zurücklässt: Frau Krähe hört sich genauso inspirierend authentisch und sympathisch an wie sie sich liest… Und ich bin ehrlich dankbar, diesen kleinen und doch so grossen Schritt vom reinen E-Mail-Kontakt zum Hörer am Ohr gepurzelt zu sein. Zeit für den nächsten. Schritt. Ich freue mich schon mal vor, Frau Krähe! (Na, das wird ein Kaffeeklatsch!)

Gerade heute tun mir diese beiden „Überraschungspäckchen“ unheimlich gut. Weil sie mir helfen, ganz andere Gedanken ein Stück weit zur Seite zu schieben, Gedanken, die weh tun und diesen Tagen einen stockschwarzen Stempel aufdrücken…
Erst diese Woche ist nur wenige Meter von meinem Zuhause entfernt ein junges Leben erloschen. Und die Tragödie und Tragweite, die ganze Unfassbarkeit und Traurigkeit dieser Geschichte macht mich sprachlos und halb wahnsinnig. Ich hörte die Sirenen. Wunderte mich, dass Polizei und andere Blaulichter auch zwei Stunden später noch beim Bahngleis standen… Heute weiss ich wieso.
In Gedanken bin ich immer und immer wieder bei jener Mutter, die nun innerhalb weniger Jahre gleich zwei ihrer Kinder beerdigen muss. Zwei Mal am Grab der eigenen Kinder zu stehen… das ist zwei Mal zu viel. Zu viel. Zu hart. Zu gnadenlos und sinnlos. Zu unfassbar.
Nicht zu ertragen.

So. Ich werde mich noch ein bisschen meinen Blumen zuwenden. Mir ihr unschuldiges Rosa ansehen und das unverblümt Lebensbejaende. Mir eine Tasse der wunderbaren Tee-Sammlung aufbrühen, mit der Rita, dieser Schatz, mir neulich eine so grosse Freude gemacht hat. Unvorhergesehen. Mich erinnern an das nette, sprühende Gespräch mit Frau Krähe heute nachmittag. Ein bisschen in der Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen baden und mich einigeln in meiner eigenen so unverdient heilen, kleinen Welt…
Man weiss nie, wann es sich von seiner anderen Seite zeigt. Das unvorhersehbare Leben

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Ein Kommentar zu berührt: unvorhergesehen

  1. Hirundo rustica sagt:

    Gott stehe der Familie bei.
    Ja Bora, man muss immer versuchen, das viele Schöne zu sehen, dass einen umgibt. Denn schlimme Ereignisse treffen so hart, dass man dieses darüber manchmal fast vergessen könnte.
    Ganz herzliche Grüße!

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