so einfach

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Das Schöne an den einfachen Dingen des Lebens ist… dass sie so einfach sind.
Und das Schöne an dieser kleinen, einfachen Hose ist das wunderbar gute Gefühl, das mich erfüllt, wenn ich die kleinen Babybeinchen meines Babykindes darin einhülle, mitsamt diesem süssen, kleinen Windelpaket. Es ist die Einfachheit und Schlichtheit, ja, die mir gefällt (auch wenn sie, die „Soft and Stretchy Pants“ aus Melissa Wastneys wunderbarem Buch „Sweet and Simple Handmade“, eher ein bisschen zu luftig geschnitten ist für mein schmales, nicht stoffbewindeltes Kind).

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Einfach und schlicht ist sie, nicht bloss vom Schnitt her. Einfach und schlicht auch, weil es ein altes, weich getragenes simpel graues T-Shirt von Herrn Kirschkernzeit ist, das da mit drin steckt, abgelegt und weitergegeben an das kleine Mädchen mit dem verschmitzten Lächeln und einem irrsinnigen Entdeckermut. Ich hab so gerne daran genäht. Auch weil es -eben- einfach war und schlicht. Kein Firlefanz, bloss das Notwendigste, das es braucht, um aus einem Lappen Jerseystoff etwas Einhüllendes, Schützendes werden zu lassen.
Der breite Gummi am Bauch stammt aus einer alten Bermudashorts vom grösseren Bruder. Bermuda- und Unterwäschegummibündchen aus der Jungssektion sind einfach prima, wenn man es gerne superelastisch hat und angenehm weit. So wie Babys, stelle ich mir vor. Die mögen alles, was bequem ist und die Bewegungsfreude nicht einengen will.
Weicher, sanfter Jersey, Gummibund vom alleranschmiegsamsten, ein Schnitt, fliessend wie eine Haremshose… wunderbar.

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Am allerschönsten aber finde ich… dass ich sie nähen durfte. Je weniger Zeit ich habe, desto dankbarer bin ich für diese kleinen Knotenpunkte, wo Musse, Energie und Timing ein klein wenig kreatives Ausleben zulassen. Ein echtes Geschenk ist so was. Und ein grosser Herzenswunsch von mir. Ich bin einfach glücklich, wenn ein bisschen Handwerk sich sein Plätzchen erobert in meinem Familienalltag. Weil… ja, weil es sich so anders anfühlt, anders als immerzu bloss Fertigprodukte aus dem Warenkorb zu angeln und damit die Lücken zu stopfen.
Manchmal ist es richtig, ein richtiger Segen, etwas, was wir dringend benötigen einfach so kaufen zu können. Das Kind braucht Schuhe? Auf zum Kindersecondhand. Pizza in allerwindigster Windeseile? Wie gut, dass Herr Kirschkernzeit fixfertigen Pizzateig eingekauft hat. Hände wie Schmirgelpapier? Schön, muss ich nicht erst Salbenrühren.
Dinge wie diese sind -manchmal- ein echtes Geschenk.
Aber, ganz, ganz ehrlich; noch lieber wären sie mir… hausgemacht.
Was ich selbst, mit eigenen Hände erschaffen habe, ist auch wirklich ganz und gar meins, in gewisser Weise organisch verbunden mit mir und dem Leben, einfach, weil es ganz direkt aus meinem Lebensalltag, aus meiner eigenen Lebenskraft heraus entstanden ist. Dieses Gefühl… ist schwer zu beschreiben, finde ich. Doch wenn man es empfindet, dann braucht es eigentlich auch gar keine Worte mehr…

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Und genau so ist es auch mit diesen kleinen, weichen, grauen Babyhosen. Sie selbst gemacht zu haben, macht sie nicht unbedingt schöner, auch nicht wirklich besser, denke ich.
Sie selber gemacht zu haben… fühlt sich aber einfach besser an.

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3 Kommentare zu so einfach

  1. Oh Bora, ich verstehe genau was du meinst! Hier läuft gerade ein – für meine Verhältnisse – Großprojekt, einfach weil ich es so gerne will, nicht weil wir es brauchen… vier Shirts für meine Kinder und Patenkinder aus einem sündhaft teuren Stoff… 1,5 sind geschafft, mal sehen wann ich sie zeigen kann.
    Falls du so eine Hose in etwas schmäler suchst, mit perfekt Länge fürs Tragetuch, schau dir mal die hier Zapperlott von Zapperlott an, ich nähe sie in schmal demnächst zum dritten Mal 🙂 das ist die Katzenhose bei mir im Blog, falls du dich erinnerst.
    Alles Liebe und viele kreative Momente
    Sternie

  2. Moni sagt:

    Ach was für eine süße Zaubermaus du da hast! Und die Hose! Die schaut so irre bequem aus.
    Ich freu mich auch immer über die selbst gemachen Sachen so wahnsinnig! Und wenn dabei etwas wiederverwendet werden kann finde ich das immer besonders toll, weils so ökologisch ist.

    Grad ist mir auch noch aufgefallen was ich an deinem Blog bzw. an deinen genähten und gestrickten Sachen so mag – dieses schlichte und einfache! Es gibt ja gerade diese vielen Nähblogs wo lauter ganz quirlig bunte Sachen genäht werden und ich schau das auch wirklich gerne an. Aber oft denke ich mir dann – was für ein Wahnsinns-Aufwand und vor allem was für eine Reizüberflutung in so einer Kombination aus Hose, Oberteil und oft noch passendem Hut oder Haarband stecken kann! Ich mag gerne bunt – wirklich! aber ich freue mich auch über klare schlichte Farben. Da kommt gleich viel mehr Ruhe auf.

  3. Hirundo rustica sagt:

    Was für ein süßes Mädchen. Wirklich zum Auffressen auf dem Bild in dem Puppenwagen von neulich! Es ist doch erstaunlich: Letztes Jahr war an ihrer Stelle noch niemand, und nun sitzt da einfach ein neuer Mensch. Und fügt sich in die Familie ein wie das normalste von der Welt. Inzwischen ist sie sicher schon eine richtige Persönlichkeit.
    Die Hose ist bestimmt angenehm zu tragen für ein Baby!
    Mir fiel vorhin (vorausschauend, hehe) ein, dass ich einen schönen und schnell zu nähenden Schnitt für kurze Hosen gebrauchen könnte. Die ganze Kauferei macht mir immer Bauchschmerzen. Es MUSS doch auch einen Unterschied machen, wenn man so viel Liebe mit hinein näht, oder? 😉
    Momentan ist mein Standardschnitt bei langen Hosen eine „Frida“. Mit Bündchenstoff an Bund und Beinsäumen. Gefüttert oder ungefüttert. Die ist allerdings etwas aufwändiger, wenn man Taschen darauf näht. Aber das wird von manchen hier inzwischen eingefordert…
    Liebe Grüße!

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