Spielende Hündchen

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Wie wahnsinnig schnell und taubenhaft flüchtig diese Zeit, diese Tage zwischen den Tagen doch davoneilen… Ich stehe auf und gehe meiner Wege, umtanzt von einer kleinen Meute mit ihren ganz eigenen Plänen und Rythmen und Launen… und lege mich wieder schlafen. Nicht aber ohne mir meine absolut notwendige Notportion kreativen Luxus gegönnt zu haben. Jawohl. Dieser Tage ganz besonders. Da bestehe ich darauf. Ein bisschen stricken, ein wenig weben, da und dort ein paar Zeilen tippsen (ok. das eher weniger, hier war’s ganz schön stille Nacht, ich weiss…)…
Was ich am schönsten fand aber, war diese absolut hemmungslose Liaison neulich mit meiner Nähmaschine; ganz unvorbereitet und in allerbester, beschwingtester Nählaune, richtig abenteuerlich nach den vielen, vielen Monaten Näh-Abstinenz.
Sogar Pralienen waren mit im Spiel. Handgemacht vom Freund meiner Schwester, in den Noten „Honig“ oder irgendwie ganz leicht likörisch und himmbeerig und einmal ganz deliziös mit cremiger Schokoladencaramell in knackiger Milchschokoladenhülle… Extravaganz vom Delikatesten. Und absolut himmlisch spätnachts zwischen Rollcutter und Stecknadeln.

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Hervorgebracht hat dieses Rendez-Vous der besonderen Art dieses kleine, feine Mädchenröcklein. In allereinfachstem Stil. Mit französischer Naht, einfachem Saum unten und Gummiband an den Hüften. Zu simpel für viele Worte… aber zu schön und zu bequem und einfach zu gut, um es nicht hier zu zeigen. Kleinmädchen-Röcklein haben immer Saison vom Schneeglöckchen-Frühjahr bis im allertiefsten weihnachtlichsten Winter. Auch gerade jetzt, heute, in diesem Moment.
Meine Kleine hat sich so sehr gefreut über die lustigen, spielenden Hündchen auf dem zartrosa Stoff. Rosa ist ihre Lieblingsfarbe und kleine Hündlein etwas, das sie absolut in Verzückung bringen kann (den hier liebt sie nach wie vor ganz innigst).
Als ich im Verlaufe des Abends urplötzlich anfing, in meinen Stoffen zu kramen und die kleine Bahn rosa Hündchenstoff hervorzog, folgte sie mir auf Schritt und Tritt und beobachtete höchst interessiert jede meiner Bewegungen.
„Chasch mir äs Röckli naaiä?“ („Kannst du mir ein Röcklein nähen?“) fragte sie, und ich spürte ganz genau, wie sehr sie es sich wünschte.
„Villicht“ („Vielleicht“)
, antwortete ich wage, wohl wissend, dass ich genau das tun würde, das und nichts anderes; ein Röckchen nähen, nur für sie allein, aus genau diesem Stück Stoff und noch in ganz genau dieser Nacht.
Als Überraschung.
Ich freute mich. Mit ihr und für sie – und auch ein wenig für mich.
Nähabenteuer dieser Art -spontan, energisch, hingebungsvoll und voller Vorfreude- sind mir nämlich ganz besonders lieb.

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Genau wie ein gewisses kleines Mädchen, das gerade über beide Backen strahlt wie ein Honigkuchenpferd.
Momente wie dieser hier machen das Nähen und Stricken -und das Leben!- erst richtig … zu etwas Besonderem für mich.

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4 Kommentare zu Spielende Hündchen

  1. Oh ja, die Röcklein. Über alle Hosen, selbst Latzhosen. Und so ein einfaches Glück! Villicht kauf ich auch mal so einen rosa Mädchenstofff…

    …und warum sind Mamasachen so schwer zu zaubern?

  2. Barbara Karl sagt:

    So, so lieb – ich hab auch immer versucht unseren Kindern solche Wünsche zu erfüllen – ob Ferrari eingestrickt in einem Pullover oder selbstdesignete Pullover u.s.w….auch mit Nachtschichten – und dann hatte ich selbst SO ne Freude….hab gute Tage zwischen den Jahren und morgen einen guten Rutsch in ein wunderbares Neues Jahr!

    Deine Barbara

  3. Regina sagt:

    o, wie schön! bei deinem beitrag musste ich mich gleich mitfreuen!
    das tippen geht mit einem baby auf dem schoß nur eingeschränkt, entschuldige die schreibung.
    mit liebem gruß
    regina

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