Zurück. Oder so ähnlich

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Meine Lieben… ich bin wieder da! Oder fast. Oder ganz? Im Grunde… aber vielleicht doch noch nicht so wirklich… Was ich eigentlich sagen will; Ich habe diese letzten, beinahe 2.5 Wochen ganz ohne Schreiben und Fotografieren und -eine wackere Zeit lang- sogar vollkommen ohne PC so wahnsinnig genossen, dass ich mich hier noch ein bisschen wacklig auf den Beinen fühle. Erste Schritte erscheinen einem so gewichtig und schwierig, wenn man eine gute Zeit lang nichts anderes getan hat als… nichts zu tun.
Obwohl „nichts“ vielleicht nicht gerade das richtige Wort ist in diesem Fall… Im Gegenteil. Mein Leben komm mir enorm voll vor in letzter Zeit. Enorm voll, wirklich. Da sind die Kinder, die jetzt, wieder in ihrem Schulalltag angekommen, urplötzlich Riesensprünge zu machen scheinen, wachsen, über Nacht, die Welt ein kleines Stückchen mehr für für sich erobern und mich als Mama mit sich schleifen, ob ich will oder nicht. Kind1 zum Beispiel ist nun ein Oberstufenschüler. Mit dem Rad jeden Tag in die Stadt. Zu Lehrern, die mir allesamt so ziemlich charismatisch vorkommen (spannend, spannend) mit Jugendlichen, von denen ich bloss einen winzigkleinen Bruchteil bisher kennengelernt habe, an einem Ort, der mir gross und unüberschaubar und ein bisschen bedrohlich vorkommt… kurzum, ich sitze plötzlich mittendrin im Leben einer Teenager-Mama und weiss noch nicht recht, wo oben und unten ist. Irgendwie kostet das Kraft. Und mehr Zeit, intensive Zweisamkeits-Zeit mit meinem Jungen. Zum Reden und Zuhören und Verstehen und Mit-Hineinwachsen.
Die Abende haben oftmals auch ihm gehört, in letzter Zeit, und ich spüre, dass uns das gut tut, uns beiden, auch mir, weil ich ruhiger werde und sicherer und glücklicher, wenn ich die Verbundenheit zwischen mir und meinem Kind immer wieder kurz greifbar machen kann. Für mich. Vielleicht auch für ihn. So ist es einfacher, loszulassen, dort, wo es richtig ist im Augenblick.

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Ich habe auch gestrickt. Dochdoch. Manchmal. Oftmals zu Agatha Christie. Immer noch. An Latzhosen. Für mein Baby. In Tannenbaumgrün. Und da waren Mützen. Und … sonst nichts weiter, glaube ich, und irgendwie ist das auch egal, denn die letzten paar Tage wollten meine Abende lieber brach liegen, als mit drängenden Projekten und vorlesenden Frauenstimmen auf You-Tube vollgepackt zu werden. Um halb elf spätestens habe ich das Licht gelöscht. Was klar in Richtung Rekord geht. Normalerweise bleibe ich bis Mitternacht wach und wurschtle irgendwas vor mich hin, bis ich fast umfalle vor Müdigkeit, weil ich das Gefühl nicht loswerde den ganzen Tag lang „noch nichts für mich gemacht zu haben“. Wachbleiben und den Abend leerpflücken wirkt verlockend. Ist aber gefährlich.
Der vielen Schlaf war Balsam. Das langsame, bewusst genossene Stricken gab mir Wurzeln. Neue Wolle für neue Projekte, für irgendwann einmal, vorerst einfach nur als Handschmeichler und Augenweide, denn ich will nicht mehr rennen und hasten, sondern mehr stillsitzen und Ruhe finden. Tagsüber. Abends. Irgendwie brauche ich das so sehr…
Aber wegbleiben? Hier? Nein. Ich bleibe. Nur vielleicht in nächster Zeit einfach ein klein wenig sporadischer? Knapper? Aber von Herzen. Weiterhin.
Das Frei-Sein für anderes tut mir so gut gerade, wisst ihr. In diesem Augenblick liegt Agatha Christies „Fata Morgana“ aufgeschlagen neben mir. Die angefangene grüne Latzhose ist gewachsen bis fast über den Bauchnabel. Ich plane einen Brockenhaus-Bummel mit meiner Mama und freue mich, weil ich weiss, dass mich morgen eine ordentliche, saubere Küche empfangen wird (ja, abends noch aufräumen ist grauenhaft. Aber so lohnenswert!). Und vielleicht werde ich mich noch ein bisschen zu Herrn Kirschkernzeit setzen und plaudern, bevor ich das Licht lösche. Das Leben kann so einfach sein, so gelassen und entspannt.
Es geht mir gut, gerade.
Keine Ahnung warum genau.

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Vielleicht weil ich mir den Luxus gönne, mir für einmal keine Ziele zu setzen und nichts leisten zu wollen… ausser das, was wirklich zählt im Augenblick?

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14 Kommentare zu Zurück. Oder so ähnlich

  1. Frau Krähe sagt:

    Liebe Bora
    Wow! Ich gratuliere dir von Herzen.
    Herzlich, Martina

  2. Jenny sagt:

    Schön, dass Du wieder da bist! Wenn auch nur sporadisch – das ist genau richtig so. Ich hoffe, Du kannst das intensive, gute Gefühl lange festhalten. Jedenfalls habe ich mich auch sehr gefreut, wieder von Dir zu lesen.

    Liebe Grüße,
    Jenny

  3. Elke sagt:

    Liebe Bora… ich schreibe schon seit Jahren keine Checklisten mehr und mir geht es gut dabei. Liebe Grüße von Elke

  4. Rita sagt:

    Liebe Bora
    Das liest sich so schön! Drum mach nur weiter Pausen! Und melde Dich ab und zu mal;)
    Wir bleiben in der Nähe;)
    Herzlich, Rita

  5. frederike sagt:

    Schön, dass Du wieder da bist! Schön, dass Du uns erhalten bleibst! Und vor allem schön, dass Du auf Dich hörst, deinen Rhythmus findest, ganz losgelöst von anderen und merkst, auf einmal bist Du glücklich!
    (Und übrigens sehr spannend, von Deinem Großen zu lesen. Pubertierenden-Mutter zu sein, da hab ich ja noch lange Zeit, dafür liegt meine eigene noch nicht allzu lange zurück *hüstel* und meine Geschwister sind ihr auch noch nicht so ganz entwachsen. Eine aufregende, furchtbare, weltbewegende Zeit! Ich find’s super, dass Du für euch beide gerade jetzt viel Mutter-Kind-Zeit einplanst. Du hast das so schön beschrieben, was diese Zeit für Euch beide bedeuten kann. Danke dafür!)
    Ich wünsch Dir und Deiner Familie alles erdenklich Gute!
    Herzensgrüße,
    Frederike

  6. Alexa sagt:

    Liebe Bora,
    Wie schön zu hören, dass es Dir gut geht und die Welt ein wenig langsamer drehen lässt!
    Es ist immer so schön von Dir zu hören, egal in welcher Dosis!
    Liebe Grüße,
    Alexa

  7. Mona sagt:

    Schön dich zu lesen…
    ich sollte mir ein Beispiel an dir nehmen… wieder einmal.
    Herzlich
    Mona

  8. Galina sagt:

    Habe dich vermisst .lg Galina

  9. Helga sagt:

    Schön, genieße das einfach, das Sich-keine-Ziele-setzen ist nämlich alles andere als einfach, finde ich…und viel Schlafen ist einfach herrlich.

    Viele Grüße von
    Helga

  10. E sagt:

    Schön wieder von dir zu lesen! Ich kann dich gut verstehen… Ich habe seit 2 Monaten schon nichts mehr geschrieben und die Zeit kommt mir gar nicht lange vor.

    Aber gell, die grüne Latzhose zeigst du uns dann? Auf die bin ich sehr gespannt (habe gerade eine blaue angeschlagen :0)

    liebe Grüße!

    E

  11. Karin sagt:

    Welcome back! Wie schön von dir wieder zu lesen. Zwei meiner Kinder sind schon „groß“ – oh wie gut ich dir nachfühlen kann wie das ist mit nicht-mehr-kleinen Kindern. Viiieeel Zeit mit Reden und Zuhören, aber wunderschöne Zeiten sind das….. Ich hab viel gelernt mit ihnen. Genieß es, kann ich nur sagen. Alles Liebe, Karin

  12. Claudia sagt:

    Oh wie gut wieder von dir zu lesen. Ich habe deine ehrlichen, herzerfrischenden Zeilen vermisst! Mir geht es ganz ähnlich wie dir: in Anbetracht meines Ältesten, der irgendwie über Nacht so gross und pubertierend wurde, merke ich plötzliche die Endlichkeit meines Mamaseins. Wahrscheinlich ist seine längste Zeit bei uns zu Hause bereits vorbei. Das beschert mir einen Riesenkloss im Hals und mir wird wieder bewusst: ich will die Zeit mit meinen Kindern auskosten. Sie geniessen mit allen Facetten, die das Leben mit sich bringt. Jetzt, wo viele Schullager und Exkursionen vorbei sind und die ängstliche Glucke in mir etwas zur Ruhe kommt liege ich oft abends im Bett und bin einfach nur dankbar. Dankbar, meine kleine Herde unter meinem Dach zu haben. Gesund und wohlbehalten. Und so erscheint mir mein Leben, trotz vielen unangetasteten Projekten und unfertigen TO-Do-Listen, reich. Prallvoll wie noch nie, aber so reich.
    Liebe unbekannte Frau Kirschkernzeit: ich wünsche dir haufenweise Momente, wo du zufrieden bist, geniessen kannst, loslassen wo nötig. Sei gesegnet als Frau, Ehefrau und Mama!
    Herzlich Claudia

  13. Ich freu mich über jeden Deiner langen oder kurzen Beiträge. Und jedesmal beingt Deine kreative Kraft etwas neues, so schönes hervor. Worüber ich so staune wie über’s Teenagermamasein!
    Schön zu lesen, dass Du hinhörst, hinfühlst eigentlich. Dahin wo es gerade wichtig erscheint. Zum Jungen, zu Dir. Hach.
    Die letzten Tage übe ich mich auch darin, dann ins Bett zu gehen, wenn es sich eigentlich so anfühlt, dass der Tag (meiner allein) gerade erst losgeht und noch so viel getan werden könnte. Es tut gut. So gut, auch mal ausgeschlafen zu sein.
    Heute zum Beispiel, konnte ich, zwischen den Kindern liegend, ihnen beim Aufwachen zusehen. Und nicht wie sonst umgekehrt. 🙂
    Ganz lieben Gruß!
    A.

  14. Regula sagt:

    Dein Lebensmotto hat definitiv was! 🙂 Geniess die Zeit. Regula

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