Quellen der Freude

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Die letzten Tage über war ich oftmals recht unruhig. Unzufrieden zum Teil und irgendwie schrecklich bedrückt. Unerklärlich im Grunde. Zum Teil jedenfalls.
Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich mir eingesperrt vorkomme, in die Enge getrieben, wo ich herumtiegere wie ein Tier, das keinen Ausweg findet. Dann hilft es -und es hilft wirklich!- mir ganz bewusst Quellen zu suchen, wo ich mich satt trinken kann am Guten. An schönen Dingen, die mich umgeben, an Freudenmachern. Es gibt so vieles. Kostbarkeiten vielleicht, die es schaffen, mich den ganzen unerledigten, unbewältigbaren Alltags-Krempel für eine Weile vergessen zu lassen, wie Kinderkunst in meinen Räumen oder das herrliche Stoffpaket, das eines Tages bei mir ankam, bestückt mit fantastischen Spoonflower-Stoffen, einem Meer von Meerjungfrauen und frechen Füchsen. Vielleicht werden Kissen daraus. Geschenk-Beutelchen für nette Leute. Oder die Rückseite eines Kinderquilts? Wer weiss, wer weiss… Nur schon das Planen und Träumen nährt meine Hungrigkeit aus.
Ich trinke mich satt am Optimismus, den ich empfinde, wenn ich zum Beispiel einen Barren neuer, handgesiedeter Seife anbrauche (diesmal von „Oberschin“). Satt an der Freude, die mich überkommt, beim Anblick jeder sauber geräumten, geputzten Ecke und sei sie noch so winzig. Eine Pinnwand mit fast ohne alles, weiss und bereit. Für neue Stücke. Schnittmuster, die kommen und gehen- oder permanent bleiben, so wie das vom Crossover-Tee und einem der Kleidchen aus „Carefree Clothes for Girls“. Man muss Pläne haben. Ich zumindest brauche das.
Satt macht es mich, wenn ich sehe, wie weit unser Garten schon gediehen ist. Auch wenn die nackte, braune Erde kaum darauf schliessen lässt, sehe ich unheimlich viel Fortschritt. Die neuen Wege sind gelegt, Herr Kirschkernzeit betoniert gerade daran herum, und sie sind herrlich breit und eben geworden, bereit für eine Wäschezainen-schleppende Mama mit Baby im Tuch oder Kinder, die ihren Puppenwagen spazierenfahren wollen. Besonders angetan hat es mir unser Gartenhäuschen… unsere Laube. Es gibt Holzbalken, einen Boden und eine alte, lottrige Bank momentan, die ich einfach mal kurz hineingestellt habe, umhüllt von einer Leinentischdecke, damit ich mir keine Spiessen hole beim Sitzen und Geniessen. Ein Genuss ist das. Oh ja! Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass es so schön sein kann, in einer einfachen, uneingerichteten Gartenlaube zu sitzen und auf einen noch immer brachen, erdig-braunen, umgepflügten Mini-Garten zu sehen, während die Sonne brodelt und ein leiser Wind sich ankündigt. Die Mädchen spielen in der trockenen Erde, als wäre es ein einziger, riesiger Sandkasten. Auch das macht mich satt und zufrieden. Vor allem das Pummelbauchrund und die Elfenflügel, hihi…
Und dann sind da die Sachen, an denen ich gerade arbeite. Babyschühchen. Stricken mit Miss Marple. Der Gedanke daran, dass jeder Abend eine weitere Stunde Bloss-einfach-so-sein-und-die-Seele-baumeln-lassen für mich bereit halten kann. Wenn ich will. Und wenn das Glück mir hold ist. (Gerade hat meine Zweitjüngste eher schlechte Abende. Wie verhext. Immer wieder aufwachen, nach mir suchen, in meinen Arm kuscheln. Mehrfach pro Stunde zum Teil. Bis ich neben ihr im Bett liege und der Schlaf uns beide übermannt. Kennt ihr das auch?)
Dieses Kreativ-Sein am Rande, manchmal regelrecht im Halbschlaf schon -was die vielen Fehler und das häufige Auflassen erklärt- ist eine grosse, sprudelnde Quelle des Glücks für mich. Das gibt mir so viel. Heute abend auf meinen Nadeln: Kinderwestchen satt. Eine nächste „Pebble“ für mein Baby. Für die Zeit der nahenden Kühle. Die Wolle kennt ihr vielleicht noch; „Tosh Chunky“ in „Filigree“, die eine ganze kalte Saison lang die Zwergenmütze meiner Kleinen war… Bis ich sie wieder aufliess. Bereit zu neuen Taten. Durstig und hungrig nach mehr

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Ein Kommentar zu Quellen der Freude

  1. susi sorglos sagt:

    Ach Bora, du bist auch so eine wie ich, die einfach nicht nichtstun kann. *zwinker*
    Aber ist es nicht wunderschön, wenn die Werke,die seit Wochen im Kopf herum spuken, dann am entstehen sind und ganz plötzlich sind sie dann fertig?

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