Ein Bild erzählt: auf dem Tisch

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

 DSC_9397

Dieses Bild erzählt…

* An diesem Nachmittag sind wir für eine kleine Weile und ziemlich ausnahmsweise „nur“ zu dritt; Ich, meine Kleine und unser Baby. Währenddessen posiert Kind1 bei einem Klassenfotoshooting in schwarzer Sonntagshose und weissem Kragenhemd (von Oma frisch gebügelt!) und Kind2 leistet seiner kleinen Schwester Gesellschaft auf dem Bio-Bauernhof, wo sie ihr absolutes Lieblingsgspäänli aus dem Kindergarten besucht, einen kleinen Jungen mit sprühender Fantasie, eine Art Seelenverwander für sie, was Lebendigkeit, Kreativität und Ausdrucksfreude angeht (Sie hat ihn übrigens schon fest in ihre Zukunftsplanung miteingerechnet. Mann und Hof, soweit ich weiss.)

* Mittags-Schläfchen sind hier längst schon Schnee von vorgestern. Eigentlich. Doch weil meine Kleine jeden Morgen mit den Schulkindern aufsteht, obwohl ihr abends selten vor halb zehn die Augen zufallen (hm… kommt mir das vielleicht bekannt vor?), schleppt sie sich oftmals völlig übermüdet und grumpelig durch den Tag- bis sie schlussendlich auf meinem Schoss beim Vorlesen einschläft (endlich! Der dunkle Haarschopf unter dem Quilt ist übrigens sie…). Heute war es „Lumpi unser Liebling“, ein nicht mehr ganz so akutelles Bilderbuch, das sie unheimlich liebt, wegen dem Hund wahrscheinlich, dem kleinen, frechen Helden der Geschichte. Hunde findet sie toll. Katzen auch. Und Pferde. Oder Einhörner. Oder Schnecken. Nur Hühner mag sie nicht so gerne. „Die beissen“, sagt sie.

* Ich hatte mit ein wenig Strickzeit gerechnet. Ich dachte, die Kleine schläft, das Baby strampelt zufrieden mit den Beinchen, der Moment ist günstig. Und der Strickkorb steht sowieso schon bereit, vorsorglich, weil man ja nie weiss. Beim „Tama“-Pulli ist der Körperteil schon so gut wie fertig, bis auf eine allerletzte Runde und das Abketten, dann kommen die Ärmel, auf die ich mich schon wie verrückt freue, denn Ärmel… die machen einen Pulli doch erst zum Pulli, oder? Allerdings entdeckte ich, beim Strickzeug-Hervorkramen, dass der zweite Strang „MadTosh DK Corsage“ sich in Farbton und Musterung ziemlich stark unterscheidet vom ersten Strang, mit dem ich „Tama“ bis unter die Achseln angestrickt hatte (im Zwielicht meiner gedimmten Nachttischlampe war mir das bisher gar nicht aufgefallen). Und dann kam nach ein paar Maschen sowieso Kind2 nach Hause und aus dem Strick-Privatvergnügen wurde ein „Tschau Sepp“-Spass für zwei. Auch gut. Das mit dem „Tschau Sepp“. Was den Strickpulli angeht… nun, wir werden sehen.

* Mein Baby ist richtig gewachsen. Und so gross geworden, nicht nur in Zentimetern, auch sonst. Das stille, süsse, völlig wehrlos und zerbrechlich wirkende Hämpfelchen Mensch ist zum strahlenden (immer noch süssen!) Strampelkind geworden, das in seinen vielen, vielen Schlafstunden (alle im Tragetuch verkuschelt, praktisch ausnahmslos) genügend Energie sammelt, um in den kurzen Wachphasen zu strahlen wie ein Sonnenschein und die Welt mit grossen Augen in sich hinein zu saugen. Ein friedliches Kind, mein Baby. Obwohl sie sich auch lautstark wehren kann, sobald sie findet, dass es nun genug sei mit der Geschwisterliebe, dem Gehätscheltwerden, mit dem Wachsein überhaupt, und sie zurück will in ihr Tuch an Mamas Bauch. Dass ihr die blauen Erstlingshosen, in denen ich sie nach der Geburt nach Hause gebracht habe, noch passen, freut mich jeden Tag aufs Neue. Sie trägt sie seither fast täglich. Solange wie nur irgend möglich wahrscheinlich. Meinetwegen. Manche Dinge aus der allerersten Zeit möchte man einfach am liebsten auf ewig mitnehmen…

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Augenblicke, ein Bild erzählt, Familienalltag, Themen-Reihen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Kommentare zu Ein Bild erzählt: auf dem Tisch

  1. Wie schön, sie sieht wirklich schon so groß und knuddelig und babyhaft aus. Gar nicht mehr wie ein Neugeborenes. Ich wünsch euch alles Gute und ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Kathrin

  2. raniso sagt:

    Das Bild isch eifach herzallerliebst! Einfach Zucker! Do got eim grad sHerz uf…
    Ganz liebi grüäss und knuddels, anja

  3. Lena sagt:

    Das babykind schaut deiner größten Tochter unheimlich ähnlich nicht ?
    Liebste Grüße Lena

    • kirschkernzeit sagt:

      Das ändert irgendwie immer wieder. Aber prinzipiell finde ich auch, dass sie ihr schon recht stark gleicht. Und meinem Erstgeborenen. Die sind auch sonst ein bisschen ähnlich. Und doch auch wieder ganz verschieden;-)

  4. Sarah sagt:

    „Lumpi unser Liebling“ war bei uns ganz hoch im Kurs, als die Kinder noch klein waren. Später hat Nellie es dem Katzenbaby „vorgelesen“. 🙂

    • kirschkernzeit sagt:

      Danke für den Tipp! Werd ich mal nachgoogeln… Solche Momente sind total süss, oder? Wenn du deinem Kind dabei zuhören kannst, wie es die Geschichten, die du ihm immer vorliest selber „liest“ bzw. nacherzählt…

  5. Kerstin sagt:

    da liegt ja noch ein kindchen auf dem sofa,den braunen haarschopf hatte ich glatt beim ersten bild anschauen übersehen.
    süß ist sie- dein kleinstes baby.
    liebe grüße kerstin

    • kirschkernzeit sagt:

      Gut versteckt, nicht? 😉 Ich musste jetzt glatt noch einen kleinen Hint im Text einfügen, denn du hast recht, die Kleine ist echt gut getarnt…

  6. Elke sagt:

    Liebe Bora, das Baby schaut so schelmisch…das möchte ich jetzt glatt hochnehmen. Schön, dass es deinen Blog gibt… und du uns an deinem Glück teilhaben lässt. Liebe Grüße von Elke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.