what makes me happy: bedürfnisorientiertes Nähen

Natürlich ist es uns nähenden Frauen meistens ein Bedürfnis, zu nähen, wenn wir nähen. Falls es nicht schon das Nähen an sich ist, dann ist es zumindest das Resultat, das uns lockt, verführt geradezu, denn eigentlich hätten wir doch alle noch tausend andere, „wichtigere“ Dinge zu erledigen (den Küchentisch abräumen, die Wäsche noch rasch zusammenlegen, den Brief schreiben, der seit Tagen angefangen rumliegt, die Haare waschen, Eiscreme essen…). Ich liebe es, etwas entstehen zu lassen. Ich liebe es, etwas Selbstgemachtes in den Händen zu halten. Und ganz besonders liebe ich das alles, wenn ich das, was ich nähe auch wirklich brauche, und es nicht nur „gebrauchen kann“. Ich fühle mich dann am inspiriertesten und zufriedensten, wenn ich mit meiner kreativen Arbeit einen wirklichen Mangel beheben kann. Es gibt mir das gute Gefühl, mein Leben selber in die Hand zu nehmen, meine Bedürfnisse und die meiner Lieben stillen zu können, eigenständig und mit Freude und viel, viel Liebe.
Irgendwie war ich darum fast schon begeistert, als ich im Kleiderregal meines Mädchens diese grosse Lücke im Abteil Hosen sah.
Die letzten paar Abend sass ich wieder vor meiner Nähmaschiene. Mit diesem guten Gefühl…
Die „quick change trousers“ aus Anna Maria Horners famosen Näh-Buch „Handmade Beginnings“ sind wirklich eine wunderbare Sache. Doppelt gearbeitet zum beidseitig-Tragen, geben sie schön warm an kühlen Tagen (und die werden kommen, keine Frage) und lassen sich supergut kombinieren (sofern das bei Kinderkleidern überhaupt wichtig ist). Anna Marias Nähanleitung ist wunderbar verständlich und das Nähen mit dem beigelegten Schnittmuster praktisch ein Klacks (okay, mit dem Gummizug hatte ich so meine Probleme…). Vor allem aber sieht das Resultat so… spektakulär aus, so anders eben. Irgendwie beinahe schon so was wie professionell. Und ist trotzdem bequem wie eine ausgeleierte Pijamahose.

 

Die Stoffe sind alles secondhand Stoffe, zum Teil noch von meiner Mama. Aus dem braunen Blümchenstoff zum Beispiel, einem herrlich weichen Flanell, hat sie mir als ich selber noch ein kleines Mädchen war, ein Kleidchen genäht- und ihn sofort wieder erkannt! Der orange Stoff war ein Kopfkissenbezug, in den ich mich im Brocki sofort Hals über Kopf verliebt habe.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Dieser Beitrag wurde unter Nähen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Kommentare zu what makes me happy: bedürfnisorientiertes Nähen

  1. oh.. ganz entzückend.. nicht nur die Hosen und deren Trägerin 🙂

    Fein ist auch, wie nett du schreibst und was du ausdrückst.. es ist immer schön, hier zu lesen

    bittersüsse Grüsse
    Rina

  2. Katarina sagt:

    Das finde ich wirklich toll! Du lebst die Recycling-Idee auf äusserst kreative Art aus – und deine Kleine wird sich freuen über diese schönen Hosen!
    Liebe Grüsse, Katarina

  3. mausekind sagt:

    boah.wunderschön…ich freu mich auch schon sehr auf meinen bald beginnenden nähkurs…und ich kann genau verstehen was du meinst…

  4. ach, ich glaub, ich brauch wirklich mal diese buch von a.m.horner. so oft schon habe ich damit geliebäugelt, und nun 'übersetzt' du es mir in recycling-stoffe…
    (ich hab ja noch geburtstag dieses jahr, ich glaub, ich fang schonmal nen wunschzettel an!)

  5. Karen sagt:

    Danke für Deinen lieben Kommentar bei mir! So ein friedlicher Nachmittag ist wirklich wie ein Geschenk, da bin ich immer aufs Neue dankbar für unser Haus, den Garten, den Wald nebenan, der es den Kindern ermöglicht, draußen zu sein, Natur zu erleben. Okay, manchmal ist auch die Sandkiste zu klein für drei kreative Baumeister oder die Farbe des Springseils die Falsche oder der Ball fliegt nicht dahin, wo er soll… Aber diese Töne hört man ja zum Glück nicht auf Fotos 😉
    Deine Gedanken übers Nähen sind so schön!! So geht es mir beim Nähen, beim Marmelade kochen, beim Brötchen backen, beim Sirup machen… Ich glaube, ich muß mal an die Nähmaschine, da haben zwei kleine Mäuse Flötenhüllen „bestellt“, äh gewünscht… 🙂

    GLG, Karen

  6. *emma* sagt:

    Oh … tolle Hose. Warum bin ich bloß kein Baby und habe keine Mama die für mich so tolle Sachen näht:(
    Neid kommt hoch;)

  7. micha sagt:

    Wow, die Hosen sind supersüß geworden. Da kommen Gekaufte wirklich nicht mit.

  8. KB Design sagt:

    Den Hosen-Schnitt finde ich so super – den könntest du doch glatt vergrössern, um dann mir so ein gutes Stück zu nähen. Wenn der Stoff dann um die Hüfte nicht zu stark aufträgt, könnte es zur Lieblingshose werden.
    Liebe Grüsse, Brigitte

  9. Stefanie sagt:

    Die Hosen sind echt toll!
    Aber mir ist noch was aufgefallen: Euer Bodenbelag im Wohnzimmer sieht super aus! Ist das ein Kieferparkett? Wunderschön!
    Liebste Grüße und ein tolles Wochenende.

    Steffi aus Bremen

  10. kuestensocke sagt:

    Was für eine schöne Hose! Da möchte ich auch wieder Kind sein und sowas tolles anziehen 😉 Ich bewundere alle die nähen können und die ganzen Vor- und nachbereitungsarbeiten gern in Kauf nehmen, das Rattern der Maschine ist ja der kürzeste Teil bei so einem Projekt. LG Kuestensocke

  11. Der Hosenschnitt sieht wirklich wunderbar aus, deine Kleinen gefällt das verschiedene Muster sicher sehr gut – je nach Lust und Laune kann da ausgewählt werden, welche Seite außen ist. Tolle Idee – und wunderbare Umsetzung!!!!
    Ich mag es auch gern, wenn es einen bestimmten Sinn hat, dass ich etwas handarbeite… einfach so vor mich hin werkeln ist zwar auch nett, aber doch eindeutig was Anderes und irgendwie auch weniger sinnbesetzt, wie wenn das Gemachte auch wirklich gleich gebraucht wird. Ganz liebe Grüße!!!!!!

  12. kirschkernzeit sagt:

    wow- so viele liebe Worte hier! Von ganz neuen Seiten auch, superschön! Ich komm kaum nach mit Beantworten, drum einfach mal DANKE an alle! Die Fragen möcht ich aber noch kurz benatworten:
    @frausiebensachen: Das Buch ist wirklich mein allerliebstes Nähbuch! Nebst bend the rules, weil das so simpel ist. Aber ich glaube, wenn man keine Kinder unter, sagen wir mal zwei bis drei Jahren hat, ist es vielleicht von den Projekten her nicht mehr so geeignet. Hosen, Babyschlafsack, Babyschühchen, einfache Schmusepuppe- das ist eher für die Kleinsten gedacht, denke ich, obwohl sich der Schnitt schon varieren liesse für Brigitte zB. *lach*) Ein ganzes Kapitel ist für die werdende Mama… und dann sind da noch zwei (oder drei?) sehr hübsche Quilts… Guck doch mal bei lifeisbunt nach, sie hat dieses Buch mal vorgestellt unter „Bücher“!
    @Stefanie: Der Boden ist ziemlich speziell… Aus jeweils vier Meter langen Brettern (Nadelholz… nur welches???), die mein Mann aus der Sägerei hat (bezahlt mit Homepagemachen). Zehn Stunden lang ist er nach dem Verlegen mit der Schleifmaschiene drübergelaufen… Jetzt ist alles mehrfach lackiert und wiklich schön und angeneh, (allerdings auch sehr anfällig für Kratzer, aber naja).
    Nochmals vielen Dank an alle: das Hauptlob gehört ja eigentlich der klasse Buchautorin…aber ich nehms auch sehr dankbar an *grins*

  13. maria sagt:

    Hi,
    ich habe eben einen blog gelesen und kann dir nur zustimmen bei „Ich liebe es, etwas entstehen zu lassen. Ich liebe es, etwas Selbstgemachtes in den Händen zu halten“.
    Mein Nähfieber hat sich noch verstärkt als ich vor kurzem einen neuen Shop entdeckt habe (http://www.my-stoffe.de/seite_10) und den ich zum Stoffe kaufen auch nur weiterempfehlen kann. Die Hose für deine kleine ist echt zuckersüß geworden:-)

  14. helle sterne sagt:

    wirklich die hosen sind toll geworden*so schön*mach weiter*und lass die dinge stehen und näh*lg*

Schreibe einen Kommentar zu Stefanie Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.