mollig warm in filigran

Meine Liebe zu Malabrigo Rios (in dem ich mittlerweile schon eine Mütze für Mama, einen Pulli für mich und eine rosenfarbene Weste für mein Mädchen gestrickt habe- ein kleines, neues Projekt in Lavendeltönen liegt übrigens just in diesem Augenblick auf meinen Nadeln) ist längst kein Geheimnis mehr. Wie denn auch? Immer wenn ich etwas ganz, ganz toll finde, muss ich einfach darüber schreiben, egal wie oft, egal wie ausufernd. Und es wird mir niemals langweilig dabei (naja, mit Betonung auf „mir“). In meiner alten, weiten, weissen Emaille-Schale in meiner kleinen Büro-Ecke, wo in einer schwarzen Kommode fast alle meine Garne lagern, gut bewacht und immer wieder sorgfältig auf kleine, fiese Wollknabbermonster untersucht (tatsächlich ein Problem in alten Häusern mit Holzdielenböden), liegen noch ein paar Strang von diesem schönen Garn, in weiteren, verlockenden Farben, und ich glaube, irgendwas in mir hat sich insgeheim den Plan gefasst, sich durch sämtliche Farbschattierungen durch zu arbeiten, einfach nur aus purer Lust am Farbenspiel und weil das Ganze so unheimlich sinnlich ist.

Nur… nur gibt es hier seit neuem einen ernst zu nehmenden Konkurrenten für Malabrigo Rios.

DSC_5854

Darf ich vorstellen? Meine neue Liebe: Madelinetosh Chunky. Hier in der absolut hinreissenden Farbe „Filigree“ (was auf Deutsch so viel heisst wie: filigran), eine Farbe, die mir schlichtweg die Sprache raubt, so schön finde ich sie, so märchenhaft und waldig und moosig und wasserweich.
Dieses eher dicke, sehr, sehr, sehr, weiche Garn (mit einer Maschenprobe von ca. 14-17 M je 10 cm), besitzt all die Eigenschaften, die ich an Malabrigo Rios so schätze; Es verstrickt sich unglaublich leicht, relativ schnell, ist herrlich soft und warm und kommt in den wunderschönsten, handgefärbten Farbverläufen daher (unwiderstehlich, absolut unwiderstehlich…) Alles, was mein Strickerinnenherz zum Glühen bringt. Plus -und das finde ich wirklich prima- im Gegensatz zu Malabrigo Rios, das doch eher leicht zu Fusseln neigt und manchmal schon beim Stricken ein bisschen verwuschelt aussieht, scheint „Madelinetosh Chunky“ seinen seidigen, perlmuttartigen Schimmer und das glatte Maschenbild länger zu behalten. Glaube ich zumindest. Bisher. Viel Erfahrung habe ich ja noch nicht mit diesem Garn, nur ein Herz voller Begeisterung, aber das ist ja nichts Neues *zwinker*.
Eines immerhin habe ich gestrickt mit „Madelinetosh Chunky“…

DSC_6018 DSC_6037 DSC_6033

Eine dieser schlichten, schnellen, charmanten Zwergenmützen von Ela. (Tolle Mütze, wunderschöner Blog, und auf ihr Buch bin ich auch schon ganz gespannt…!)
Elas Anleitung ist simpel, übesichtlich und wirklich süss bebildert mit diesen beiden verschmitzten Zwergenkindern auf dem Titelfoto. Ich werde immer wieder nach der Anleitung für „meine“ heissgeliebte Elfenmütze ( aus  Joelle Hoverson’s „More Last Minute Knitted Gifts“ „Geschenke aus dem Wollkorb“) gefragt und muss immer wieder enttäuschende Antwort-Mails verschicken, weil ich Copyrights wirklich wichtig finde und mit fremden Ideen-Reichtum achtsam umgehen möchte. Mit Elas Zwergenmütze und ihrer schönen, frei erhältlichen Anleitung kann ich jetzt endlich bei allen Absagen ein kleines Trostpflästerchen in Link-Form mitreichen.
Auch Zwergenmützen können Elfenmützchen sein.

DSC_6030

Meine Zwergenmütze in wasserwaldundwiesengrünem Tosh Chunky Filigree wird allerdings nicht lange eine Zwergenmütze bleiben (obwohl mich das zufriedene, lustig-freche Grinsen meiner Zwergenmützen-modelnden Kleinen wirklich fast wieder um den Finger wickelt). Sondern wieder aufgeribbelt und neu verstrickt (ich weiss auch schon worin!). Irgendwie finde ich, sind meine Maschen mit diesem Garn und dieser Nadelstärke (4.5) zu dicht und damit zu wenig anschmiegsam geworden und das ganze Mützchen insgesamt zu wenig … „richtig“. Vom Fehler in den Abnahme-Runden, der mich- ich schwör’s- noch bis ans Ende meiner Tage stören würde, ganz zu schweigen.
Aufribbeln, ja. Genau. Manchmal muss man einfach tun, was man tun muss. Irgendwie passt es so einfach niemandem so richtig im Hause Kirschkernzeit, „anders“ dann aber ganz bestimmt wieder; das Garn, verstrickt in einer neuen Pebble wahrscheinlich, und die Zwergenmütze, in einem zweiten Anlauf, aus… ich weiss noch nicht… Malabrigo Rios? Ihr wisst ja; alte Liebe rostet nicht…

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Stricken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Kommentare zu mollig warm in filigran

  1. Mona sagt:

    Danke! dankedankedankedankedanke!!!!!!!
    Was freue ich mich über diese Anleitung, deinen Hinweis darauf!!!
    Nachdem ich finde dass meinem nicht-mehr-so-sehr-Baby die andere ZWergenmütze mit dem Bändchen irgendwie nicht mehr so sehr steht freue ich mich darauf, sie mit dieser hier zu sehen!!!

  2. Klara sagt:

    Ich finde es ja immer schön, wenn hier viel von Gestricktem die Rede ist! Von Wolle ganz zu schweigen.

    Aber eins muss ich zugeben: diese ganzen Ami-Wollen gehen mir langsam ziemlich auf den Keks. Zum einen sind sie meistens Superwash ausgerüstet, dabei verliert das Naturprodukt erheblich an seinen originären Eigenschaften. Ich mag auch die Haptik eines solchen Garnes nicht. Eins ist sicher: da ist jede Menge Chemie durch die Fasern gelaufen, noch bevor die Farbe kunstvoll draufgepinselt wurde…

    Zum anderen leide ich an diesem Überdruss dieser Heller-Dunkler-Melierungen. Ich weiss nicht genau, wie ich es beschreiben soll. Macht man Ravelry auf, sieht man nur noch diesen Brei.
    Vielleicht mal so: ich mag es, wenn ich naturbelassene Wolle sowohl in der Textur als auch in der Farbe trage.

    Und zu guter Letzt der Preis und der ökologische Hintergrund! Würde ich für jeden von uns etwas daraus stricken wollen, sagen wir mal nicht den Kleinkram aus Schal, Mütze, Stulpen oder sowas, dann muss ich sagen: Nein, das geht zu weit (im wahrsten Sinne des Wortes!)

    • kirschkernzeit sagt:

      Also ich find’s schön. Auch von der Haptik her (sind übrigens beide nicht superwash), finde ich, dass beide Garne sich sehr natürlich anfühlen, wollig und eben zum Teil auch ein bisschen fusselig. Und ob Drops-Wolle zB. wirlich sooooo viel ökologoscher ist? Hm… Aber toll ist ja, dass wir heute so viel Auswahl haben, oder? Ich zB. liebe melierte Garne sehr, wirklich, und für mich ist es einfach toll, dass ich hier in der Schweiz solche Garne kaufen kann, gerade weil der Standart-Anbieter leider nach wie vor viel Synthetik-Mischungen im Angebot hat und für mich als Melange-Liebhaber oftmals auch zu wenig schöne, saubere Farbmischungen. Beim Preis liegt so ein Garn- verglichen mit unseren lokalen Garnläden hier in der Schweiz übrigens durchaus noch im Rahmen (aber wir Schweizer haben bei Handarbeits-Bedarf auch sehr, sehr hohe Preise, gerade verglichen mit Deutschland, muss ich zugeben.) Liebe Klare, bitte nicht ärgern! 😉 Einfach deine Lieblingsgarne sammeln und deinen Stil weiterstricken. Es lebe die Strickerinnen-Freiheit!
      PS. Toll ist ja auch, dass es immer mehr Bio-Garne gibt! Leider oftmals bloss ziemlich dünnfädig *snif*, also für Babysachen und so. (Und eben leider selten in Melange…) Aber besser als gar nichts.

      • Klara sagt:

        Hallo liebe Bora,

        Nie, die Dropswolle ist sicher kein Ausbund an Ökologie! Und es ist natürlich toll, das wir uns vieles auswählen können. Keineswegs kritisiere ich deine Wollwahl. Allerdings muss ich dir widersprechen: beide genannten Garne sind superwash ausgerüstet (yarn.com), ich hab grad nachgesehen.

        Ich stricke überwiegend mit der Wolle vom Finkhof. Ich Schätze es sehr, das es ein recht naturbelassenes Produkt ist. Die Schafe pflegen die umliegenden und bewanderte Landschaft, und wird fast ausschließlich im Land verarbeitet. Wir holen die Wolle meistens im Hofladen, wenn wir zu Besuch nach Bayern fahren.
        Gibt es denn in der Schweiz einen solchen „Vom Schaf zum Garn“ Verarbeiter?
        Herzlichst
        Klara

        • kirschkernzeit sagt:

          Hm, nicht im grossen Stil wahrscheinlich, oder nicht dass ich wüsste… Vielleicht im privateren Rahmen, das könnte schon sein, genau wie es auch private Anbieterinnen gibt, die selbstgesponnene, handgefärbte Garne verkaufen (an Markten zB.). Aber viele machen das wohl eher im ganz kleinen Rahmen, schätze ich.
          Sorry, dass ich falsch lag mit dem „Superwash“. Ich habe angenommen, wenn das nicht explizit so vermerkt ist, dann ist es auch kein Superwash… Mein Fehler. Übrigens hat das Strickcafe seit Kurzem auch ein dickeres Bio-Garn von Rosy Green im Sortiment, was ich sehr schön finde!
          liebe Grüsse
          Bora

          • Klara sagt:

            Hallo Bora,

            hm, Rosy Green Wolle… Ich weiß noch immer nicht so ganz genau, was ich davon halten soll. Toll ist natürlich, dass sie die Bio-Kette während des gesamten Prozesses aufrechterhalten können. Das rechtfertigt sicher auch den recht hohen Preis. Aber mich stört einfach, dass die Wolle in Argentinien (wenn ich recht erinnere…) wächst. Wir haben hier doch auch Schafhaltung. Da fahren wir im Winter in die Alpen, schwups: (Trachten)Wolle, die aus der Region stammt (Werdenfelser Wolle), oder eben zur Familie und Freunden (besagter Hofladen). Ich wüsste wirklich nicht, warum ich argentinische Wolle teuer kaufen sollte.

            Aber Ich verstehe natürlich auch, das es eine echte Alternative ist, wenn man sonst keine lokalen Quellen hat. Und die Färbungen sind geschmackvoll.

            Gerade hab ich einen Artikel gelesen, wonach die Wanderschäferei ein aussterbender Berufszweig ist, die Wollpreise dermassen desolat sind, dass nicht mal die Schur kostendeckend ist. Ausserdem reduziert sich dauern die Anzahl der Schafe überhaupt.
            Vor Jahren hab ich mal eine Sendung auf SRF 1 gesehen, da haben sie die Wolle einfach weggeschmissen oder gleich verbrannt. Wahnsinn.

            Im Hofladen gibt es z.B. keine Jurawolle mehr. Ich habe sie geliebt. Auf die Frage warum, hieß es, es lohnt den Leuten in der Schweiz nicht mehr. Der Ertrag ist zu gering, weil die Anzahl der Schafe zu klein sei. Also hören die wenigen auf, und dann gibt es halt gar nichts mehr.

            Ich werde Ausschau halten, immer wenn wir Märkte Besuchen gehen. Die Herbstzeit und Märit-Zeit ist ja nun da!

            Viele Grüsse
            Klara

          • kirschkernzeit sagt:

            Ich bin überzeugt; deine Art, Wolle zu wählen, ist ganz sicher, die Beste (und das meine ich jetzt ganz offen und ehrlich und mit Hochachtung). Es ist wohl so wie mit Kleidung und Schuhwerk und Essen; was in der Nähe, möglichst naturnah produziert (und dann mit Liebe und Sorgfalt konsumiert/verwendet) wird, tut der Welt und den Menschen sicher am allerbesten… Bei der Wolle bin ich wohl auch einfach ein bisschen zu… faul und zu garnverliebt, um echte, wirlich ökologische Alternativen zu suchen, das muss ich schon zugeben *schäm*, aber mich macht es einfach ungheimlich glücklich, mir ein neues, schön gefärbtes Wollgarn zu gönnen, meliertes Garn, Biogarn, handgefärbtes Garn, auch mal ein ganz spezielles handgefärbtes, vielleicht sogar handgesponnenes Garn von einer privateren Anbieterin oder einem Markt, wenn es sich ergibt (Brigitte Kälin aus der Schweiz war bisher meine allerliebste Anbieterin für diese Art von Wolle -alle meine Socken sind aus ihrem Garn- nun hat sie leider vor einer Weile ihren Shop geschlossen, *snif*).
            Aber das mit der Schweizer Wolle, das ist schon so, das hast du vollkommen Recht. Man muss bedenken, dass wir ein wirklich, wirklich WINZIGES Ländchen haben hier, wo Land echt knapp wird (!!!) Viele (kleinere) Bauern sind permanent auf der Suche nach einem Fleckchen Landwirtschaftsland zusätzlich und haben teils echt zerstückelten Boden, ein Feld hier, eines da etc. (das erlebe ich selber gerade in meinem Umfeld). Natürlich versucht jeder, aus seinem Boden so viel wie möglich herauszuwirtschaften (verständlich, finde ich), ob auf Bio oder nicht, und Schafe zu halten bringt leider wirklich nicht so wahnsinnig viel ein, schätze ich, verglichen mit anderen Zweigen, mit Rindern oder so (?). Tatsächlich ist es unter Umständen günstiger und einfacher für einen Schafhalter, die Wolle einfach zu verbrennen, statt sie überhaupt noch abzuliefern, aber ich glaube, die meisten geben ihr Flies an die Industrie weiter, zu Dämmzwecken ua.
            Strick-Wolle zu verarbeiten ist im Inland auch einfach viel zu kostspielig und die Preise für ein hier gemachtes Garn wahrscheinlich eher zu hoch, um genug Absatz zu finden. Schätze ich mal. (Unsere Löhne sind eher hoch, die Lebenskosten aber genauso) Liebhaber gibt es natürlich immer wieder, die das machen, aber, wie gesagt, in der kleinen Schweiz ist vieles wohl anders, auch im geschäftlichen Bereich, als in grösseren Ländern oder der EU oder so.
            Ich wünsche dir natürlich viel Glück und Freude beim Suchen und Finden von Woll-Trouvaillen! Geniess deine Garne, das Stricken und Tragen deiner Selbstgemachten Sachen!
            ganz herzlich
            Bora

  3. Stefanie sagt:

    Hach…, danke für das schöne Kinderfoto, da geht einem echt das Herz auf 😉
    Lieben Gruß aus München und eine schöne Woche noch
    Stefanie

  4. E sagt:

    Herzlichen Dank für den Link zur Zwergenmütze Nr. 2! Ich finde auch, dass sie eine gute Fortsetzung zu deiner Zwergenmütze ist, wenn das Kind für diese schon zu „erwachsen“ geworden ist :o)

    liebe Grüße,

    E

  5. Das Foto passt gerade zum gestarteten Wochenende (les es ja jetzt erst).
    Und richtig schön finde ich dass Du auch einfach mal aufribbelst. Mensch was hab ich schon wieder aufgeribbelt. Und mich danach schlauer gefühlt :o)
    Jetzt aber los ins Wochenende, lieben Gruß! Ganz lieb!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.