Aufwärts-Spirale

Eigentlich kann ich gar nicht häkeln. Also nicht so richtig jedenfalls. Ich weiss, wie man Luftmaschen anschlägt und wie feste Maschen gehen oder Kettmaschen, und wenn ich eine Step-by-Step-Anleitung neben mir habe, dann schaffe ich auch Stäbchen, ganze wie halbe. Aber häkeln können? Ganze Muster, Spitzendecken-mässig verschlungen oder Jäckchen und Pullis und all das, so dass sie später dann auch passen und gleichmässig bleiben, nicht etwa an den Ecken verzogen? Niemals würde ich das schaffen. Das weiss ich genau. Spätestens seit meiner grünen Häkel-Weste damals *hüstel*, die ganz schief wurde und falsch, und während der Schwangerschaft zwar ganz nett aussah über meinem Kugelbauch, jetzt mit ohne Bauchrund aber wieder genauso schäps an mir aussieht wie zuvor (Ich habe sie neulich bei 40 Grad gewaschen. Seither sitzt sie etwas enger. Das immerhin macht die Sache etwas besser, mich aber wiederum misstrauischer gegenüber meinem Lieblings-Baumwoll-Garn „Safran“ von Drops. Weil; Darf das wirklich so stark eingehen?)
Häkeln jedenfalls ist etwas, das ich an sich ganz toll finde, weniger der reinen Optik wegen -ich denke, ich bin, was das angeht, doch eher der Stricksachen-Typ- sondern mehr deshalb, weil mit Häkeln wieder ganz andere, schöne Dinge möglich sind, Amigurumi zum Beispiel (da habe ich immerhin mal einen lila Drachen geschafft, wie genau ist mir heute allerdings schleierhaft) oder diese wunderhübschen, kunterbunt geschwungenen Häkeldecken. *schmacht* Wie gesagt, nur leider kann ich nicht wirklich häkeln.

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Ganz ähnlich geht es mir mit meinem Haushalt. Auch das kann ich nicht so wirklich richtig, das Haushalten. Ich bin zwar wahrscheinlich noch nicht gerade ein pathologischer Fall, aber es könnte ganz bestimmt nicht schaden, wenn meine Fenster nicht immer ein volles Jahr oder mehr warten müssten, bis jemand sie mal wieder ordentlich putzt, wenn Mahlzeiten liebevoll und in aller Ruhe vorbereitet würden (und nicht so gehetzt und improvisiert wie ich das mache seit meine Kleine auf der Welt ist) oder jeder von uns wenigstens ein Paar Schuhe besässe, wo weder der grosse Zeh vorne rausguckt (kein Witz. Fragt Kind2) noch ein halber Acker in Form von angetrockneten Dreck-Klumpen von den Sohlen krümelt.
Ich habe bereits alles mögliche versucht, Aufgaben-Listen, Menu-Pläne, das Strukturieren meines Tages am Vorabend, das vermehrte Miteinbeziehen der ganzen Familie… Jeder Versuch war wertvoll und ein Lichtblick am Horizont, aber gehalten hat alles immer höchstens ein paar Tage. Dann fiel ich wieder zurück in meine alten, bauchgefühlsbezogenen Muster und tat, was ich immer tue: Einfach mal sehen, was kommt.

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Häkeln und Haushalten. Beide Themen haben zwei Dinge gemeinsam: 1. Ich scheine kein sonderlich gutes Händchen dafür zu haben, teils vielleicht, weil mir nie jemand gezeigt hat, wie man so was richti macht, teils weil mir anderes immer wichtiger erschien und ich zum Lernen vielleicht auch ein wenig zu … bequem beschäftigt war. 2. Es ist mir nach wie vor Ernst damit: Ich möchte besser werden, kompetenter, sicherer (und darum gelassener). Ich möchte an mir arbeiten.
Und damit habe ich nun begonnen. Mit dem An-mir-Arbeiten. Und zwar in meiner Gerümpelkammer, der das allerbeste Plätzchen ist für so ein Unterfangen. Dort nämlich stehen noch immer Kisten voller Garn-Knäueln, die ich einmal unbedingt haben musste und dann mit der Zeit einfach aus den Augen verlor. Garne sind genau das, was cih brauche, sowohl zum Häkeln-Lernen, als auch dafür, mehr Ordung und System in einen so grossen, vollen Haushalt wie meinen zu bringen. Wenn die patente Hausfrau ihren Haushalt in den Griff bekommen will, fängt sie nämlich immer damit an: Sie entrümpelt. Jawohl. All ihr angestaubten Woll-Knäuel in euren Kisten, macht euch auf etwas gefasst!

Häkelteppich

Eine dieser Kisten habe ich gleich ratzeputz leer geräumt und mit den etwa 18 Knäueln Schurwolle „Eskimo“ -immer zwei Fäden doppelt genommen-  angefangen zu häkeln. Mit Häkelnadel Nummer 12.  6 Luftmaschen zuerst, die durch eine Kettmasche zu einem Kreis gezogen wurden, und dann immer weiter und weiter im Kreis herum, die ersten paar Runden noch ganz falsch mit einem verkehrt in die Maschen eingestochenen Häkchen, dann später ein bisschen korrekter, systematisch im Aufnehmen neuer Maschen, intuitiv in der Farbwahl, immer weiter und weiter nach aussen, in einer regelrechten Aufwärts-Spirale Richtung leergehäkelte Woll-Kiste, Richtung kleines Erfolgs-Erlebnis, Richtung Häkel-Teppich. Denn genau das sollte es werden, ein Häkel-Teppich, ein runder, einer wie diese schönen amerikanischen RagRugs, die man immer sieht bei Soulemama und Co.

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Das ist er also.
Weil so ein Teppich schwer wiegen muss, damit er schön flach auf dem Boden aufliegt, kam er nach dem Häkeln gleich in die Waschmaschine. Einfach nur rund gehäkelt war er zu luftig und zu uneben und bei jeder Berührung zerknautschte er sich sofort. Nach einer Runde in der Trommel bei 40 Grad im Kurzgang, mit dem Waschmittel, das ich immer nehme (selbstgemacht aus Seife und anderem, aber ich wette, alles andere geht genauso) liegt er nun flach und schwer und wunderbar beständig auf dem Boden und erfreut das Auge, genauso die Füsse und noch mehr mein Herz.
900 Gramm Wolle und eine Ladung Wäsche später ist mein Selbstbewusstsein deutlich gestärkt. Ich mag eine lausige Häklerin sein, aber für einen Teppich reicht es, und was meine (mangelnden) Fähigkeiten als Hausfrau angeht… also, ich meine, ein 5Gang-Vollwert-Menu ist es ja nicht gerade, in meinem Kühlschrank bräuchte man eine Art Strassenkarte, um das Glas mit den angefangenen Gurken zu finden und 21 meiner 24 (!) Fenster sind schmutzig… aber hey: Ein Teppich! Mit seinen 80cm Durchmesser zwar ein recht kleiner Teppich, zugegeben, aber ein Teppich ist… immerhin ein Teppich, oder?

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Und nachdem ich extra für ihn und aus purer Freude und Erleichterung in der ehemals düstersten und langweiligsten Ecke meines lila Zimmers eine kleine Kuschelecke für meine Kleine(n) hergerichtet habe (schliesslich ist es auch ihr Zimmer), bin ich dem kompetente-Hausfrau-Hochgefühl doch schon ganz, ganz nah.
Bis zum Mittag wahrscheinlich.
Dann muss ich den Kühlschrank öffnen. Und mein Glas Gurken suchen. Ohne Strassenkarte.

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27 Kommentare zu Aufwärts-Spirale

  1. Ramona Hortmann sagt:

    Hallo, Frau Kirschkernzeit!! Jetzt muß ich mich doch einmal, nach langer Zeit, bestimmt wars schon vor Ihrer letzten Schwangerschaft, dass ich heimlich..ähm…still mitlese, zu Wort melden. Ihr Blog war einer der ersten die ich gelesen habe, habe quasi die Bloggerwelt durch ihn entdeckt, und ich muß Ihnen einfach mal sagen, dass kein !!! Tag vergeht an dem ich nicht mindestens 1x …eher…3-4x Ihre Seite aufrufe, Ihre neuesten Einträge, Anleitungen, alten Blogeinträge…usw. lese, nein eher verschlinge, ja ich bin oft traurig , wenn mal wieder ein (verständliches!!) Päuschen eingelegt wird….Mein Kind Nr.4 ( Junge, wird im Sommer 4) hat schon so viel von ihnen profitiert in Form von Zwergenmützen!!Socken!! Pebbles!! etc. Ach ja ,die „waschgefilzten bowls“ nicht zu vergessen. Drops Garn habe ich durch Sie entdeckt, schöne Bücher, wunderbar und so berührend vorgestellt. Sie schreiben mir aus der Seele und ins Herz hinein….Was macht da ein improvisiertes Mittagessen, wenn man die Menschen um einen herum so motiviert, inspiriert, animiert und verzaubert und sie mit Worten , Bildern , selbstgemachten Schätzen mitten ins Herz trifft????Alles Liebe und bitte genauso weiter!!!Ramona aus Deutschland

  2. Ramona Hortmann sagt:

    Ach, noch das Wichtigste vergessen: ich finde den Teppich wunderbar!! Da ich auch noch einiges an Wollvorräten habe, und im Häkeln ungefähr soviel kann wie Sie, würde ich auch gerne so einen Teppich häkeln. Ich würde mich freuen, wenn Sie nochmal etwas genauer schreiben könnten , wie er so groß und rund geworden ist.(Zunahmen wann und wie oft..)Es juckt mir schon in den Fingern…Bitte antworten Sie schnell (nach dem Mittagessen kochen reicht!!!) Alles Liebe Ramona Hortmann

    • kirschkernzeit sagt:

      Ui, so viel Lob… DANKE dafür *rotwerd*!
      Für den Teppich habe ich das in etwa so gemacht: Zwei Fäden zusammen genommen mit Häkelnadel Nr. 12 (Wenn man einen Knäuel Wolle nimmt, der noch ganz neu ist und einen, der schon halb fertig gestrickt ist, dann werden die Fadenverläufe später, wenn man mit ganzen Knäueln weitermacht, immer ein bisschen versetzt, was ich sehr schön und spannend fand). 6 Luftmaschen mit einer Kettmasche verbunden. Ich habe dann einen Fehler gemacht und ein paar Runden „richtige“ Runden versucht, weil mir das aber zu anstrengend wurd, habe ich zum Spiral-Häkeln gewechselt.
      Ich weiss nicht, ob das richtig war, aber ich habe so zugenommen: 1. Runde (in die ersten 6 Luftmaschen) jeweils 2 feste Maschen pro Luftmasche (insgesamt also 6 Maschen zugenommen= 12 feste Maschen).
      2. Runde: 2 feste Maschen in die erste feste Masche, dann aber zwei feste Maschen OHNE Zunehmen, dann wieder 2 feste Maschen in eine Masche, wieder 2 feste Maschen OHNE Zunehmen etc.
      3. Runde: 1 feste Masche OHNE Zunehmen, dann 2 Maschen in eine, 3 Maschen OHNE Zunehmen, 2 M in eine, 3 M OHNE Zunehmen etc.

      Im Grunde habe ich in jeder neuen Runde (ich habe den Rundenanfang mit einem Faden markiert) jeweils zwischen den einzelnen Zunahmen (=2 fe M in eine fe M) immer eine fe M mehr gehäkelt (also eine M OHNE Zunahme). In der 1. Runde gab es noch keine M OHNE Zunahme. In der 2. Runde immer 1 M zwischen zwei Zunahmen. In der 3. Runde schon 2 M normal gehäkelt zwischen den Zunahmen. In der 4. Runde bereits 3 M dazwischen etc.
      Damit der Kreis rund bleibt und nicht eckig wird bei den Zunahme-Stellen, habe ich versucht, die Zunahmen zu versetzen, allerdings einfach so aus dem Bauch heraus (zB. ist die erste Zunahme pro „Runde“ nicht immer am Anfang, sondern manchmal ein bisschen später). Genauso habe ich auch mit der Zeit gemerkt, dass mir der gehäkelte Spiral-Kreis an den Rändern zu wellen beginnt (= zu viele Maschen zugenommen) und ich habe dann einfach weiter gehäkelt und einfach MEHR NORMALE Maschen OHNE Zunahmen zwischen den Zunahmen gehäkelt. Wichtig war, dass ich zähle, wie viele normale Maschen ich gerade mache in meiner Runde. Nur so konnte ich in etwa wissen, wie viele ich bei der folgenden, neuen Runde normal häkeln und wo ich zunehmen musste.
      Alles in allem was vieles eine Augen-Mass-Sache. Das Verfilzen hat aber so manchen Fehler kaschiert (Gottseidank!) und auch ein bisschen ausgebeultere Stellen schön glatt und fest gemacht.
      Ich denke, du kannst das wirklich versuchen; es macht enorm viel Spass und braucht so herrlich viel „altbackenes“ Garn auf, das einem zwar gefällt, wo aber einfach ein geeignetes Projekt fehlt…
      Wenn du Hilfe brauchst oder Fragen hast; einfach melden, ja?
      Und nochmals ganz herzlichen Dank für deine netten Zeilen. Sie haben ehrlich gut getan!
      herzlich
      Bora

  3. galina sagt:

    Herrlich deine Post so Humorvoll der Teppich ist ganz toll und die Farbe Wunderschön ich finde du bist eine gute Hausfrau die wen sie einen Teppich brauch eben einen macht oder .Ich habe ja einen genäht der sollte ursprünglich groß werden ist er dann doch nicht ,schmückt das Zimmer von Kind 2 .lg Galina

  4. Ilse sagt:

    Hallo Bora,
    also wenn du die Maschen fürs Häkeln kannst, dann kannst Du Häkeln.
    Und wenn Dir glückliche Kinder und ein angenehmes Familienleben wichtiger sind als geputzte Fenster, dann empfehle ich Dir, dazu zu stehen und nicht alles zu wollen und damit Frust aufzubauen. Die Ressourcen an Kraft und Zeit sind begrenzt, bei jedem. Deshalb setzt jeder seine Prioritäten und dabei empfiehlt es sich meiner Meinung nach, sie bewusst zu setzen.
    Es ist doch schön, wenn man an sich arbeitet und auch zu putzen, wenn es einem wichtig wird, aber es ist schon wichtig gleichzeitig zu überlegen (bewusst zu entscheiden), was dafür zurück stehen soll.
    Ich lese bei Dir schon ziemlich lang immer mal wieder und wünsche Dir alles Liebe und Gute bei Deiner momentanen Findung.

    • Klara sagt:

      Liebe Ilse,
      Das hast du ganz wunderbar ausgedrückt!
      Ich schaue hin und wieder in diverse Blogs rein, oft sind das Mütter. Und es fällt mir erschreckend oft auf, wie durchgestylt die Häuser sind. Ohne Zweifel, es ist schön anzusehen, aber immer denke ich mir: wo war das Kind derweil? Wie hält sie es weg, während sie die Bilder schießt? Und so weiter…

      Ich hab gestern versucht, den Schaden an unserer Frontscheibe zu fotografieren, und ich habe erst so richtig gemerkt, wie vertrakt das ist, etwas gut einzufangen. Deshalb meine ich: wie lange fotografieren diese Menschen, bis es herzeigbar ist, und wer fällt hintenrum raus?

  5. amselgesang sagt:

    Was du so über Haushaltskünste schreibst, das hätte ich in den letzten zwanzig Jahren genau so auch schreiben können – wenn ich es hätte schreiben können… Ich finde es herrlich und befreiend, dass und wie du darüber schreibst! Ich habe immer versucht, meine diesbezüglichen Schwächen („einfach mal sehen was kommt“ – genau!) zu verbergen und zu bemänteln. Und ich habe mich innerlich beschimpft ob meiner mangelnden Souveränität. Die kurzlebigen Versuche mit Wochenspeiseplänen und besserem Zeitmanagemant – es ging mir ganz genau so. Eigentlich geht es immer noch so, nur dass es mit nur noch einem (großen) Kind zuhause nicht mehr so ins Gewicht fällt. Und wenn ich deine Texte lese, denke ich: für Kinder sind solche unperfekten, aber dafür vielleicht auch manches etwas lockerer sehenden Mütter gar nicht die schlechtesten… 🙂

  6. Elke sagt:

    Liebe Bora, ich sitze gerade auf so einen kleinen Teppich, den ich mir aus gesponnener Schafwolle gehäkelt habe. Er ist mittlerweile schön galtt gesessen. Ich habe ihn für die Steinstufen vor dem Büro gehäkelt wenn ich mit Tee die Katzen beobachte. Er ist toll warm geworden und nun auch glatt. Liebe Grüße von Elke

  7. Der Teppich ist toll, das sieht doch vielversprechend aus in Sachen Häkeln. Und was das Haushalten angeht, ich glaube, da hast du mich beschrieben. 😉 Würdest du spontan an meiner Tür klingeln, dich würde ich jederzeit reinlassen. Bei anderen wärs mir manchmal nicht so angenehm. 🙂

    LG Doro

  8. Mumintroll sagt:

    Ich habe mit so viel Freude deinen Text gelesen. Ab und zu musste ich laut lachen. Das Suchen des Gurkenglases kommt mir doch sehr bekannt vor.
    Doch eines kannst du wirklich, das Teppich häkeln. Dieser Teppich sieht so schön warm und gemütlich aus. Richtig einladend für Lesestunden.
    Lieber Gruss
    Bettina

  9. Susi Sorglos sagt:

    Jaja, häkeln und häkeln KÖNNEN sind leider 2 Paar Schuhe.Nach unzähligen Häkelmützen,Loops etc. in diesem Winter möchte ich mir einen wundervollen Umhang aus dem Buch granny squares postmodern häkeln. Ich schwitze zwar jetzt schon bein dem Gedanken daran,aber schon in der Bibel steht: alles ist möglich, dem der da glaubt. Also frisch ans Werk und…. dein Teppich ist echt zauberhaft!

  10. Rita sagt:

    Das war nun so eine richtige kleine Geschichte, um hier kurz mit einem Tee eine Pause zu machen, einfach toll geschrieben! Und der Teppich finde ich super schön! Kuschelig und genau richtig und: Altlasten auf eine wunderbare Weise losgeworden!
    Wünsche Dir einen gemütlichen Nachmittag!
    Liebs Grüessli, Rita

  11. Herrlich! Der Teppich, Dein Text, das Leben!
    Vermutlich wird der Teppich durch Benutzung noch schöner, das ist genial. Mensch, bei solchen Gelegenheiten beneide ich Riesen-Wollvorrat-Besitzerinnen. Das Kleinkindeckchen ist zuckersüß und der Wollvorratsrahmen schaut schön und doch praktisch (ohne Zustauben) aus.
    Und wie man es überhaupt schafft mehrere Kinder satt zu kriegen und „nebenbei“ noch derartige Schönigkeiten zu kreiren, zu schreiben und zu sein, das kann ich mir immernoch nicht vorstellen und habe größten Respekt davor. Mit polierten Böden kann man mich hingegen nicht beeindrucken…
    Sei doch nicht so streng mit Dir! Ums perfekte Hausfrauendasein kannst Du Dich auch noch kümmern wenn die Wirbelwinde ausgezogen sind, oder?
    Lieben Gruß!

    • Ah, noch was vergessen. Die lindgrüne Weste, so schön. Und das Babybauch-Häkelweste-im-lila-Zimmer-Bild ist einfach traumschön!
      Ich bin eigentlich auch gar kein Häkelfan (und meinen Häkelteppich hab ich wieder aufgetrennt), aber die letzten Tage liebe ich diese Einfachheit von halben Stäbchen… zur Abwechslung.

  12. Lena sagt:

    Liebe Bora,
    Deine Kinder werden sich sicher nicht an die Fenster erinnern…;)..aber an deine Liebe und Authentizität ….

    schön hast du’s !

    sei lieb gegrüßt Lena

  13. Daniela sagt:

    Liebe Bora, wunderbar schön ist Dein Teppich & Du hast damit auf einem Schlag soviel erreicht: Deinem Mäuschen eine zauberhafte Spielecke geschenkt, Deinen Wollvorrat abgebaut und Dir ein Erfolgerlebnis bereitet. Wunderbar & herzlichen Glückwunsch! Und wie Du wieder davon berichtest… ich musste auch herzlich lachen.
    Wenn ich Wollreste übrige habe, häkel ich gern so kleine runde Sitzmatten für unterwegs (Wie Dein Teppich, nur eben kleiner). Die Wolle von Drops eigent sich da sehr gut für, wobei ich sie auch mal bei 60°C ganz fest verfilzen lasse. Nach dem Waschen umhäkel ich sie dann oft noch mit einem knalligem Kontrastgarn. Das kommt bei Groß und Klein immer gut an;-)
    Ja und was den Haushalt angeht: nun ich gehöre wohl zu den Damen, die viel Freude am rum- und aufräumen haben. Leider geht es mir ein bisschen wie Dir – ich rechtfertige mich dafür. Das ist sehr schade wie ich finde. Jeder ist eben anders und braucht es anders. Ich liebe chaotische unaufgeräumte Wohnungen, da fühle ich mich sogar pudelwohl, es darf eben nur nicht meine sein 😉
    Herzallerliebste Grüße schickt Dir die Daniela!

  14. Ramona sagt:

    Das hast du so schön geschrieben und gehäkelt. Toll! Ich häkle auch beständig an einem Teppich aus ausrangierten T-Shirts und Bettlaken, die ich in Streifen schneide und zu einem Knäuel wickle.

    • kirschkernzeit sagt:

      Das habe ich auch versucht, habe aber vorerst einmal aufgegeben… Ist der Teppich bei dir einigermassen geschmeidig gelieben? Bei mir war der Bettlaken-Versuch enorm starr und schlussendlich habe ich alles doch noch in den Abfallsack gestopft, froh, das doofe Ding endlich los zu sein… Bei T-Shirts ist das sicher angenehmer, obwohl ich mich frage, wie stöhrend die Seitennähte sind, wenn man die Streifen dann zusammen verhäkelt. Ist das bei dir ein Problem? (Ich habe diese Methode benutzt, wo man das Shirt so quasi leicht diagnoal in einem Guss schneidet und dann einen einzigen, langen Streifen aus dem Shirt macht. Ich bin total gespannt auf dein End-Produkt!

  15. Kerstin sagt:

    liebe bora,was sind schon saubere fenster , wenn man stattdessen mit seinen kindern spielen kann ?!
    wie man bei uns sagt,“ nischt “
    wen es stört,der soll nicht hingucken,sag ich mir zumindest immer,denn meine fenster werden ziemlich selten von mir geputzt.
    ich kann gar nicht häkeln,versuche es aber immer mal wieder und finde die video anleitungen von elizza bei youtube sehr hilfreich.
    lg kerstin

  16. Daniela sagt:

    Liebe Bora

    Ich liebe deine Texte. Sie sind so ehrlich und rein. Es ist lustig, wir sind (äusserlich) so unterschiedlich, aber ich entdecke so viele Ähnlichkeiten in deinen Texten und Bildern (Bücher, welche wir die gleichen besitzen, dein Lieblingsgeschirr welches auch meines ist, die Liebe zur Wolle) und jetzt auch deine Art zu kochen und den Haushalt zu führen. Meine Fenster sehen genau gleich aus wie deine und gute Vorsätze diesbezüglich mache ich dauern – und sie halten etwa genau gleich lange wie deine…..
    Deine Einträge sind so wunderbar ehrlich – genau das, was wir (ich) in dieser oberflächlichen Welt brauchen.

    Danke du liebe, wunderbare Bora

  17. Daniela sagt:

    Liebe Bora

    Ich liebe deine Texte. Sie sind so ehrlich und rein. Es ist lustig, wir sind (äusserlich) so unterschiedlich, aber ich entdecke so viele Ähnlichkeiten in deinen Texten und Bildern (Bücher, welche wir die gleichen besitzen, dein Lieblingsgeschirr welches auch meines ist, die Liebe zur Wolle) und jetzt auch deine Art zu kochen und den Haushalt zu führen. Meine Fenster sehen genau gleich aus wie deine und gute Vorsätze diesbezüglich mache ich dauernd – und sie halten etwa genau gleich lange wie deine…..
    Deine Einträge sind so wunderbar ehrlich – genau das, was wir (ich) in dieser oberflächlichen Welt brauchen.

    Danke du liebe, wunderbare Bora

  18. Raniso sagt:

    Uuuuuiiiiii Bora, der Teppich ist der Hammer! Ich möchte auch so einen! Ich bin auch keine Häklerin und trotzdem mache ich mit meinen Arbeitskolleginnen gerade bei einem Babydeckli-Häkelprojekt mit. (10 Reihen pro Woche) Nun weiss ich also, was ganze und halbe Stäbchen sind und kann Granny Stripes und Sternchen häkeln. Ein wenig hat mich das Fieber gepackt und für die Decken-Pausen wäre so ein runder Teppich der Hammer! Ich muss sofort un den nächsten Wollladen. Wie dick ist denn dein Garn?
    Haha und beim Haushalten geht es mir ähnlich. Ich funktioniere auch eher aus dem Bauch heraus. Da bin ich froh, haben wir nicht so viele Räume und Fenster – das Chaos bleibt überschaubar (und muss aber regelmässig bewältigt werden, damit es nicht allzu sehr auffällt…) 😉
    Ganz liebi grüäss und knuddel, anja

    • kirschkernzeit sagt:

      Schön, dass er dir gefällt! Ist ehrlich ganz einfach, sicher viel simpler als Grannys (WOW, Raniso…). Die Eskimo-Wolle wäre im Fall gerade sehr günstig bei Drops (so habe ich sie damals auch gekauft, zum Filz-Wolle-Aktions-Preis, so wie es jetzt gerade angeboten wird)… Die Garnstärke ist 50m/50gr. Bin gespannt…

  19. Marianne sagt:

    Gurkenglas!?? 😉 Alchemilla

  20. Melonengrün sagt:

    Liebe Bora
    Herrlich Dein Bericht. Solche „Stürme“ habe ich auch. Auch hält es wie bei Dir einige Tage, manchmal sogar 1-2 Wochen an, dann fällt alles wieder ins alte Muster zurück. Aber wir sind dran, lassen nicht locker. Vor 3 Wochen sah mein Haushalt so gut aus, ich habe Leute in alle Zimmer führen können. Dann war viel los, ich war krank, die Kinder haben Ferien und nun müsste ich mich wieder schämen…Egal, es kommt wieder gut!…………hoffe ich….
    Ich werde meine Wollreste auch ausmisten und sie in den Kindergarten geben. Sie suchen Reste zum Basteln. Bin ich froh, das gibt einen Schups zum Ausräumen.
    äs wunderschöös Tägli
    Sara

  21. M. sagt:

    Ach liebe Frau Kirschkernzeit,
    du schreibst so schön! Danke danke danke!
    Ich finde, mit deinen Häkelkünsten brauchst du dich überhaupt nicht verstecken!!
    So ein großer Teppich fordert ganz schön viel Geduld. Ich halte mich lieber mit schnellschnell klitzkleinen Dingen, wie Püppchen und dergleichen auf…
    Und er ist wun-der-schön geworden.

    Es gibt Blogs, auf denen immer nur die Sonne scheint und jegliche Authenzität verloren geht. Bei dir bekommt man einen Eindruck, wie das Leben spielt, findet sich selbst wieder, kann darüber schmunzeln. So wie es ist, ist es eben und das ist für den Moment genau richtig.

    Ich würde sofort bei euch als Aupairmädchen anfangen 🙂

    LG, M.

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