stille Schönheit

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: von meinem Mädchen zu einem kleinen Turm aufgeschichtete Sofakissen, die mich daran erinnern, wie unglaublich schön Patchwork doch ist, und wie froh es mich macht, mich damit zu umgeben :

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: ein frisch vom Herrn Kirschkernzeit aufgehängter Spiegel vom Trödler, der so schön brav und adrett an der Wand einfach viel eleganter wirkt als wie bisher nachlässig angelehnt. Ich bin kein Glamour-Fanatiker- aber so ein Hauch von Gold und royaler Noblesse, das hat schon was… :

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: ein fast vollständig frei geräumtes Inspirations-Board, das, gänzlich in blassem Reinweiss und im Moment einzig mit einer Auswahl meiner Lieblings-Schnittmuster bestückt, plötzlich richtig nobel wirkt und … wie vorbereitet für einen weiteren Näh-Abend unten in der guten Stube (wirklich sehr verlockend … hm… ob es heute noch reicht dafür…?) :

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: handgetöpferte Teller, spitzenverziert (entdeckt damals bei einem Streifzug durch meinen allerliebsten Trödelmarkt) und jetzt endlich, endlich auf einer Wandkonsole einigermassen repräsentabel arrangiert (Danke, Herr Kirschkernzeit, fürs viele Löcherbohren und Konsolen-Winkel-Streichen (weil weiss natürlich nicht erhältlich war, eine gewisse Frau Kirschkernzeit aber durch nichts und niemanden von weissen Regalen abzubringen war *hüstel*)) :

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: neue Schuhe (schon etwas abgenutzt bereits, aber sagenhaft bequem; von“El Naturalista“) auf ausgebleichtem Asphalt, wo der der verwaschene Kreidestaub erster Frühlings-Boden-Zeichnungen meiner Kinder mich an die Aquarellbilder eines Waldorf-Kindergartens erinnert :

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: eine Blume, eine einzige nur, aber was für eine! Ihr knalliges Orange ist mutig und euphorisch, eine Ranunkel, kompromisslos und kraftvoll- genau wie der Frühling :

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: erste Schmetterlinge auf mollig weichem Bio-Baumwoll-Jersey (illustriert von ihr, gekauft hier, zu Faden gebracht hier ). Für mein Mädchen. Damit der Stoff-Vorrat schrumpft, das Kind etwas Hübsches zum Anziehen findet, wenn das neue Garten-Jahr ins Rollen kommt… und einfach nur so, weil’s so ungeheuer viel Spass macht :

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: die rotgewandete Prinzessin an meiner Küchenwand. Ein Werk meines Mädchens, einzigartig und wunderbar kindlich, naiv, schlicht, auf das Wesentliche reduziert- und trotzdem so detailhaft; 5 Finger („Ich habe extra nachgezählt, Mama“), Hals, Taille, Gold-Krönlein mit Zacken, ein feiner Streifen lila Himmel- und dann diese Schweinchen-Nase! Einmalig. :

*

Im Augenblick fühle ich mich zum Bäume-Ausreissen. Motiviert und euphorisiert und schlicht und ergreifend frühlingshaft belebt. Natürlich ist das tückisch. Vor allem nach so viel Winter-Starre-Dasein die letzten Monate über. Jetzt, wo ich das hier schreibe, spüre ich, wie es mich ganz verdächtig zwickt im Kreuz, und so viel blinde, unvernünftige, Begeisterungs-getriebene Lebensfreude ist bestimmt auch alles andere als objektiv (das kennt man ja von frisch Verliebten)… Aber es hilft nichts; Ich schwebe auf Wolke 7, mit dem Frühling durch den Tag. Ich grabe unsere Gartenbeete um, jäte, räume auf und um wie eine Wahnsinnige (kein Witz; samstags habe ich über eine Stunde lang Stuben-Möbel herumgeschoben, hin und her, quer durchs Zimmer- bloss um dann festzustellen, dass es so wie es bisher war eigentlich doch am allerschönsten aussieht…). Ich bestelle neue Wolle (ja, schon wieder, aber diesmal habe ich auch wirklich das perfekte Projekt für die perfekte Wolle– hoffe ich, Frühlingswärme hin oder her), tauche ein mit beiden Händen in all meine angesammelten Stoff- und Garn-Schätze und merke, wie ich -wie verschwenderisch!- plötzlich sogar sorgfältig gehortete Stapel hervorziehe, anbrauche, verbrauche, darin schwelge
Oder ich sitze draussen im Garten und sauge mich voll mit Sonne, Wärme, Licht und Luft…

Und all das ist so schön! Auf stille, einfache, ganz boden-nahe Art und Weise.
Stille Schönheit, üppig und erdverbunden.
Wunderbar.

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5 Kommentare zu stille Schönheit

  1. galina sagt:

    Ich könnte stundenlag lesen eine tolle Post ,das ist schon toll was der Frühling mit uns macht .mit den Möbel rücken geht es mir wie dir ,aber das neu aufzustellen macht ja Spaß hi hi .lg von Galina

  2. Juliane sagt:

    „HerzspringWärmeaufsaugendesZumerstenmaldraussenkaffetrinkenJubelFrühlingswetter“
    Erinnerst Du Dich….?:-)

    Gestern habe ich noch ganz lange gestrickt und ein warmes Jäckchen für meinen Zwerg fertig gemacht. Ich habe ewig gebraucht, da ich das kleine Norwegermuster etwas unterschätzt habe. (So ein Muster mache ich auch niiiee wieder!) Ich hatte am Schluss eine solche Angst, dass sie nicht mehr passt oder der Frühling gleich so warm wird, dass der Zwerg sie nicht mehr tragen will.
    Aber heute sind es 8 Grad und zufällig habe ich ein warmes Jäckchen zur Hand… 🙂

    Jetzt bin ich befreit von diesem zähen Projekt und fühle eine ähnliche Energie in mir. Soviel Energie und soviele Ideen im Kopf! Ich bin sogar ein bissl blockiert! Weil ich gar nicht weiß, mit was ich beginnen soll. Kennst Du das?

    Ganz viele liebe Gruesse!
    Juliane

  3. Akaleia sagt:

    Mir geht es wirklich genauso – die verschwundene Energie ist zurück – wie durch Zauberhand – was doch die Sonne und milde Temperaturen bewirken 🙂
    Hg sendet Dir Birgit, die deine kreativen Werke wirklich sehr schön findet!

  4. Rita sagt:

    Ja!!! Der Frühling ist da und zeigt sich in allen Winkeln und Ecken;)

    Wünsch Dir weiterhin viel Elan und kraftvolle Tage!
    Herzlich, Rita

  5. innilisi sagt:

    Liebe Bora,

    Auch mich zwickt es im Kreuz…Aber der Garten wartet – die vielen Wünsche, endlich ein Sandkasten (jetzt fertig;-), in der Hoffnung dass der Sohn darin werkt und ich in Ruhe und Sichtweite pflastern, pflanzen, roden, umgraben etc. kann. Zwei Paletten Leistensteine, Mähkante warten, ebenso ein Fensterbrett voller Tomatensetzlinge und Kürbispflänzchen, ein inniggehegter und von allen Seiten kopfschüttelnd kommentierter Wunsch nach einem Kartoffelacker hinter der Garage – oh ja, ich habe noch nicht genügend Projekte;-)
    Im Frühling scheint alles möglich – auch dass der Tag plötzlich noch mehr Stunden bereitstellt und diese vielen Projekte tatsächlich Formen annehmen.
    Ich kann dich soo gut verstehen – und mich dich vorstellen. Mit wirren Haaren, Erde an den Händen und Gummistiefeln. Fünf vor knapp noch denken: Mist kochen sollte ich auch noch… Oder so oder so….
    Aber erleichternd zu wissen dass es nicht nur mir so geht.
    Liebe Grüße,
    Lisa

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