Einblicke; Januar

„Einblicke“; Posts wie eine Bonbon-Dose, gefüllt mit ein bisschen Lebens-Alltag in kleinen, feinen Etappen-Happen. Bruchstücke eines Tages wie jeder es sein könnte…

Morgen

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* schlecht erwachen nach einer viel zu kurzen Nacht, nichts Gutes erwarten, nur Kaffee wünschen und auch bekommen * dann die Sonne sehen, wie sie alles verzaubert mit ihrem Licht, und unweigerlich trotzdem irgendwie an das Gute glauben * einkaufen gehen, nur zu zweit, ganz kurz eigentlich, dann aber einfach hängenbleiben unter Menschen, lange, lange schwatzen und plaudern unterwegs, mit der alten Dame von nebenan, mit der Kassiererin und einem flüchtig bekannten Gesicht. Das tut gut. Sich verbunden fühlen. Nicht alleine sein. Innerlich auftauen * Wolle geniessen (Poncho aus der Familien-Erbstück-Kiste, Zwergenmütze von damals und die Stulpen von Brigitte). Ein von Kopf bis Fuss in Strick gepacktes, kleines Mädchen, das ich anbeissen möchte vor Liebe * zuhause eine Imker-Geschichte vorlesen, Kräutertee trinken -gemeinsam- Honig degustieren, dreierlei Sorten, einer besser als die andere * essen und Tee sippen und lachen und reden und wieder da sein, ganz bei mir, mit Freude am Tag, am Muttersein und an den Schätzen der Natur *

Nachmittag

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* die Sonne durchs Haus wandern sehen -ohne Kopfschmerzen heute- und dankbar sein, dass es mir gut geht und das Licht und die Wärme so unglaublich schön sein können, ganz ohne zu pochen zwischen den Schläfen und in der Stirn * das Babykind kurz schlafen legen, eine winzigkleine Pause in mir aufsaugen, als wäre es Wasser in einer Wüste voller Wanderwege * mit den Kindern Musik hören, wippen dabei, tänzeln und hopsen, mich vollkommen lächerlich machen und jede Menge gute Laune tanken (Ich mag: das hier, die Kinder mögen: FreiluftfreiheitshippieSound) * stricken dabei, oh ja, richtig stricken, ganze, wunderbare, aufribbel-freie Reihen, die sich langsam Richtung Kragen schlängeln * den Tag zum Bummeltag erklären und mich entspannen, weil ich weiss, dass ich heute nirgendwo mehr hin muss und niemand irgendwas erwartet von mir * ein Brot kneten, alleine, und urplötzlich eine ganze Horde kleiner Bäckermeister um mich finden, die sich Teigbatzen um Teigbatzen klauben, bis meine Schüssel leer ist * daher Vollkorn-Brot und Zopfteig-Tierli backen (Yeah!) * eine lange vor mir hergeschobene Aufgabe in Angriff nehmen und meinen Küchenschrank (beinahe) radikal von Tupperdosen befreien * die Kinder im leergeräumten untersten Schrank-Regal spielen lassen, bevor ich meine Vorrats-Gläser einstaple, sie träumen lassen vielmehr, eingeigelt wie in einer Höhle, während wir weiterhin simultan backen und ordnen und Kinderhörspiele hören *

Abend

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* hausgemachten Milchreis mit viel Zimt-Zucker aus wachsweissen Schälchen löffeln * irgendwie zufrieden und gelassen einen wirklich guten Tag ausklingen lassen, mit kleinen Ritualen, wie der Kinderstunde im Radio, wo Klaus und Klara heute Wiener Würstchen an Goldfische verfüttern und so viele Flausen im Kopf haben, dass wir alle laut losprusten vor dem Radio * den Mädchen zusehen, wie sie sich gemeinsam unter eines meiner Kopftücher betten, mit den Beinen schlenkern, sich ansehen und so breit grinsen, dass es mir warm wird ums Herz und ich denken muss; „so gross schon sind sie geworden, meine beiden Kleinen…“ * in Frieden kleine Zähne putzen, kurzerhand aufs Pijama verzichten (bei Schlabberschlupf-Hosen und weichen Sweatshirts kein Problem) und „Die Kinder aus Bullerbü“ zur Hand nehmen, gerne, denn ich liebe dieses Buch. Vielleicht sogar noch mehr als meine Kinder es je tun werden. * vorlesen, erzählen und mir klar werden, dass genau das, das Vorlesen und Erzählen, wahrscheinlich zum Schönsten gehört, was ich mir vorstellen kann * staunen, wie rasch es ruhig wird heute, ganz anders als gewöhnlich, wo der Abend sich hinzieht wie warmer Kaugummi, bis endlich Stille einkehrt * mich vorfreuen auf noch mehr Stricken, auf pflaumenrote Ärmel vielleicht schon, aber ganz bestimmt auch auf ein paar Zentimeter dieser herrlichen blauen Socken-Wolle von Brigitte, Sockenrippchen, die sich zusammenschlaufen wie Butter, so fliessend und mühelos *

Was für ein Tag!

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12 Kommentare zu Einblicke; Januar

  1. zwergental sagt:

    so herrlich euer Tag und mir habt ihr damit auch gut getan bei den Bilder kriege ich das Gefühl als wäre ich dabei soviel Licht und Liebe in eurem Haus ps so schöne Stricksachen hat dein Mädchen an so Süß . lg galina

  2. Romy Gößler sagt:

    Liebe Bora, genau so soll es sein, das Einfache ist offensichtlich wirklich das Beste, mit den Händen auch den ganz kleinen etwas tun, Geschichten lauschen und der Fantasie Raum geben und kuscheln…mehr braucht es nicht für einen gelungenen Tag und auch nicht weniger. Romy

  3. Brigitte sagt:

    Huhuuu, liebe Bora

    ….wie süss, dein in Wolle gepacktes Mädchen! Und ja, ich sehe mir deine Bilder (und Texte) schon ganz genau an :-). Wunderbare Beinstulpen wärmen dein Mädchen, das freut mich.

    Ein ganz toller Tag wünscht dir
    Brigitte

    • kirschkernzeit sagt:

      Hast du sie wiedererkann? Schön, gell! 😉 Ich wollte eigentlich noch anmerken, dass du die gemacht hast, aber ich habe immer Angst, meine Bandwurm-Sätze werden dann noch länger… Aber ich glaube, das müsste schon noch Platz haben… Ich flicke das noch rasch ein in den Text. Weil; ich mag sie wirklich sehr gerne, deine Stulpen und sie leisten grossartige Dienste hier, wie du siehst (und passen erst noch zum blauen Poncho meiner Mutter und dem Zwergenmützchen aus deiner hellblauen SeaCellund irgendwas- Wolle).
      liebeliebe Grüsse!
      Bora

      • Brigitte sagt:

        Ach nein, soviel Anerkennung mit verlinken wäre nicht nötig, es freut mich einfach, dass du die Sachen so schätzt und sie nun deine kleine so schön wärmen. Du machst mich einwenig verlegen….
        Alles Liebe,
        Brigitte

  4. Wie wunderschön Du von Deinem Tag erzählst… ein Haus voller Kinder, Sonnenlicht, gutem Essen und vor allem Liebe. Was kann es schöneres geben?
    Ich habe das Lesen sehr genossen und Danke Dir dafür.

  5. Raniso sagt:

    Wunderbar! Ich liebe solche Tage, die irgendwie harzig mit schlechten Vorahnungen beginnen und sich dann als solch wunderbare Wohlfühltage entpuppen…
    Dein Wollemädel sieht wirklich zum anbeissen aus! Und das Tupperware-Ausräumprojekt ist hier leider immer noch nur im Kopf… Zu viel steht hier sonst schon Kopf. Aber bald… 😉
    Ganz liebi grüäss, anja

  6. malena sagt:

    Liebe Bora,

    so berührend, so lichterfüllt.
    Aber Du hast mich neugierig gemacht: was denn für ein Imkerbuch?

    liebe Grüsse

  7. amselgesang sagt:

    * „Die Kinder aus Bullerbü…“ bis „…ich mir vorstellen kann“ * : ich auch! ICH AUCH!!!

  8. Miriam sagt:

    Liebe Bora, danke für diese wunderbaren Einblicke. Es macht Spaß, ein bisschen Alltagsluft bei euch zu schnuppern. Beruhigend, wie normal-chaotisch-aufregend es auch bei euch ist.
    Ganz liebe Grüße!
    Miriam

  9. Frau PN sagt:

    Ein Tag der klingt, als wär ich gern dabei gewesen….

    Danke fürs Teilhaben.

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