Einblicke # 3

„Einblicke“; Eine Themen-Reihe, eine kleine Pause, einfach, weil’s gut tut.
Nur wenige Worte, eine Handvoll Bilder (mehr oder weniger…),
10 Posts wie eine Bonbon-Dose, gefüllt mit ein bisschen Lebens-Alltag
in kleinen, feinen Etappen-Happen.
Bruchstücke eines Tages wie jeder es sein könnte…

Morgen

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Plötzlich steht der Herbst mit all seinen Sonnenblumen und Blättern und dem Braun und Grün und alldem nicht mehr auf unserem Jahreszeiten-Fensterbrett… sondern zusammengepackt auf dem Stubentisch, zusammengerückt zu kleinen Häufchen. „Jetzt ist doch nicht mehr Herbst“, verkündet mein Mädchen, während sie unseren Jahreszeiten-Tisch fein säuberlich weiter abräumt und dann still vor dem leeren, braunen Tuch steht. „Hm“, meine ich, überrascht aber irgendwie ganz glücklich über ihren unerwarteten Enthusiamus. „Was meinst du, welche Farbe würde denn jetzt passen?“ Sie überlegt kurz. „Braun passt immer noch. Die Erde ist ja da, auch unter dem Schnee.“ Darüber kommt Weiss, ein wenig Spitzendeckenweiss (für Mama) und dann ganz, ganz viele Tiere, lauter Filz-Tieren von meiner Mama, allesamt heissgeliebt und bei jedem Jahreszeiten-Wechsel als Erstes aus ihrer Kiste gepackt. Wie es scheint, bleibt es diesmal nicht bei nur einem von ihnen… So soll der Winter aussehen, findet mein Kind. Schön, finde ich.

Mittag/Nachmittag

DSC_8768 DSC_8793Die Jungens kochen, ich räume das unglaubliche Lego-Chaos auf, das die beiden innerhalb weniger Stunden im blauen Zimmer angerichtet haben. Sie in der Küche, ich im Kinderzimmer. So unser Deal. Eine Hand wäscht die andere, und ich finde, mein Part ist gar nicht mal der Schlechtere… Wie die beiden zusammenarbeiten, so ruhig und geeint,  das berührt mich und ermutigt mich, das mit dem Kochen mit Kindern ein bisschen neu aufzurollen, den Mut nicht zu verlieren, wenn die Begeisterung fürs Mithelfen und Gemüseschnippeln nicht jedes Mal ganz so überwältigend ausfällt…
Und, ach ja; die Baustelle steht noch. Nach wie vor. Aber da liegt jetzt ein roher Bretterboden über den tragenden Balken. Man kann darüberlaufen, ohne einen Durchbruch durch die Decke des Wohnzimmers zu riskieren. Das ist ja immerhin etwas, oder? Ausserdem bin ich selbst nach jahrelangem „Leben in der Baustelle“ noch über alle Massen erstaunt, wie viele kleine, oftmals aber trotzdem ungeheuer wichtige Planungs-Schritte und Handgriffe es braucht, bis aus einem Balken-Mörtel-Irgendwas-Konstrukt ein richtiges, wohnliches Zimmer wird. Schnell geht das nicht. Einfach auch nicht unbedingt. Aber es ist jede Mühe wert.

Abend

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Kalte Zeiten. Dunkle Zeiten. Das Licht wird so schnell blass. Ich merke, dass mir das alles zu schnell geht, das Jahr, wie es vergeht, die Dunkelheit, wie sie über einen hereinbricht… Und trotzdem liegt da dieser Zauber auf der Welt, ein Winterzauber, der spür- und sichtbar wird, noch bevor der Kalender ihn überhaupt erwähnt. Winterlicht ist rar. Und alles, was rar ist, wird uns kostbar, wertvoll, ersehnt und wertgeschätzt. Jeder Morgen, der Sonnenspuren in meine Zimmer zeichnet, zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht und sonnige Nachmittage fühlen sich an wie Luxusgut, herrlich, überwältigend, erfüllend, sogar, wenn es kalt bleibt und die Atemwölkchen weiss und dicht gegen den Himmel schweben. Das ist es, was ich mag am Winter; er rückt Prioritäten gerade und lehrt mich, dass es im Grunde nur wenig gibt, was ich wirklich brauche- aber vieles, wofür ich dankbar sein kann.

 

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3 Kommentare zu Einblicke # 3

  1. Zwegental sagt:

    Bora die Tiere deiner Mama sind die Nass oder mit der Nadel gefilzt die sin wunderschön das Eichhörnchen ist bezaubernd .Liebe Grüße und ein schöne Adventszeit .

  2. Rita sagt:

    Schön sind Deine Einblicke!
    Danke für Deine Offenheit und das Vertrauen!
    Einen guten Wochenstart!
    Herzlich, Rita

  3. Marta sagt:

    Schick doch mal deine Jungs zu mir! Ich habe so von keine Lust zum kochen…..Grüße! Danke Dir, es geht mir schon besser 🙂

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