Aus dem Stundenglas

Morgen

DSC_8605 DSC_8607

Nachmittag

DSC_8614 DSC_8624

Abend

DSC_8632 DSC_8648

Ein Tag.
Wieder ein Tag.
Zeit, die verrinnt und nicht zu fassen ist, nicht mit Händen, nicht in Worten, nicht in Bildern… Nur in Gedanken und Erinnerungen, und nicht einmal dort ist sie wirklich sicher und fest verankert, die Zeit, das Leben, die Tage, die uns gehören…
In meinem Tagebuch habe ich heute geschrieben: „Manchmal merke ich erst an den bahnbrechenden Ereignissen in anderen Leben (wie Hochzeiten, Geburten, ein plötzlich ganz schnell gross gewordenes Kind), dass die Zeit vergeht und wie schnell sie das tut. Es ist als würde ich Zug fahren: Innen im Abteil bleibt alles ruhig und häuslich und gemässigt, und erst wenn ich den Kopf aus dem Fenster strecke, wird mir bewusst, wie rasend schnell mir der Fahrtwind um die Nase pfeift… Die Zeit zerrinnt in meinen Händen. Ein zerbrochenes Stundenglas. Nichts lässt sich wiederholen, nichts rieselt von Neuem…“

Was bleibt?
Menschen, die sich erinnern, Kinderseelen, die ich mit-geprägt habe, gestern, heute, morgen und übermorgen (so Gott will- aber im Grunde vertraue ich ja immer darauf).
Es bleibt… Dankbarkeit, ein paar bittere Schlucker, weil niemals alles gut ist, was ich tue, und weil ich manches -rückblickend- anders machen würde und anders machen werde, nehme ich mir vor. Aber es bleibt auch ein Lächeln hier und da, auch jetzt, heute abend, in diesem Augenblick, wo ich diese Worte hier tippe, denn immer gibt es Grund dazu, genauso wie für die Liebe, für die Zuversicht und für einen offenen, hoffnungsvollen Blick nach vorn.
Was bleibt ist die Liebe. Und die Hoffnung. Das Vertrauen. Und das Wissen, dass der junge Morgen mir einen neuen Korb vor die Türe legen wird, ungeschliffene Momente, noch unerkannte Möglichkeiten, Dinge, die es zu lernen gilt, Chancen, die ergriffen werden wollen, grosse und kleine Funken der Freude, Liebe im Überfluss, Menschenleben, die sich kreuzen, die sich brauchen, auf einander warten, bauen, vertrauen.
Dieser Gedanke ist schön. Der Kreislauf, der nicht abbricht, nicht so schnell, nicht jetzt schon. Die neue Chance, der Auftrag, neu zu beginnen und das Leben mit Leib und Seele und von ganzem Herzen zu gestalten, bewusst, liebevoll. Jeden Tag aufs Neue.

Das ist ein Ja.
Mein Ja.
Mein Ja zum Leben.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Dieser Beitrag wurde unter aus meinem tagebuch, berührt, Familienalltag veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Kommentare zu Aus dem Stundenglas

  1. Zwergental sagt:

    Ich glaube das ist deine Schönste Post du Liebe so wie heute hast du dich noch nicht ausgedrückt
    ich mag es weil es ganz anders ist Danke.Ps bei mir am Blog ist alles weck bin frustriert

    • kirschkernzeit sagt:

      Dankeschön! Ich bin wohl grade ein bisschen in sentimentaler Stimmung 😉 Aber die dir? Alles weg??? Warum??? Das ist ein ja Schock… Ich komm‘ gleich mal vorbei (virtuell)…

  2. Peggy sagt:

    Das- waren und sind wunderschöne, berührende Worte. Vielen Dank. Poetisch- ohne kitschig zu sein. Klar- und doch so…hach ich weiß auch nicht. Hat mich ins Herz getroffen…

    Dein Bild mit dem fahrenden Zug- trifft es sehr gut.

    Vielen Dank!

  3. Marianne sagt:

    Ich habe Gänsehaut bekommen beim Lesen, Bora. So wunderschön und treffend beschrieben. Hat auch mich mitten ins Herz getroffen. So oft denke ich genau so, ohne es in Worte zu fassen. Herzlich, Alchemilla (und die Happy Summer Vest ist auch fertig geworden, ohne Änderungen :-)!)

  4. Biggiblue sagt:

    Ach was für ein wunderbarer Post. Da geht mir das Herz auf!
    Danke, dass ich mit diesen Gedanken meinen Tag beginnen darf!

    Lieben Gruß
    Biggi

  5. Marta sagt:

    Oh Bora….mehr kann nicht sagen. Ich will die Stimmung nicht kaputt machen. Pssst!

  6. Rita sagt:

    Träumerisch aus dem Fenster blickend, den Schneeflocken nachschauend, Deinen Gedanken nachsinnen…..
    Herzlich, Rita

  7. Raniso sagt:

    Huch, es ging mir wie Alchimilla beim Lesen: Genau so fühle ich oft, nur hätte ich nie Worte dafür gefunden. Und du schüttelst so einen wunderschönen Zauberpost aus deiner Tastatur – danke!
    Ganz liebi inspirierti grüäss, anja

  8. Susi Sorglos sagt:

    … Du rührst mich zu Tränen, ja genau so ist es! Denk nur an den süßen Babyduft der ersten Tage:man kann ihn nicht festhalten und doch wird man ihn nie wieder vergessen.Nur die Liebe bleibt!
    Danke, dass Du mich wieder so berührt hast!

    LG Susi

  9. Kado sagt:

    Liebe Bora!

    Immer wieder stolpere ich über Deinen Blog.
    Lese, lasse mich berühren, hole Ideen mit in unser Leben, Zeit, Raum, Luft.
    Mit diesem Post aber hast Du auch bei mir Tränen gezaubert: mich angerührt und gleichzeitig Trost gespendet.
    Vielen Dank.
    Wie schön.
    Wie wahr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.