ein Bild erzählt: Sammelsurium

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Und manchmal hilft ein Bild auch, Worte zu finden, Dinge neu zu sehen, den Moment besser zu erfassen, den Alltag zu ent-wirren, Alltags-Erinnerungen zu schaffen. So wie hier.
Ein Bild erzählt

Was dieses Bild erzählt…

  • Ordnung ist das halbe Leben. Aber obwohl ich mich im Grunde meines Herzens wirklich am allerwohlsten fühle in schön ordentlich aufgeräumten, liebevoll eingerichteten Zimmern, wo alles sein Plätzchen hat und man Ruhe und Raum findet, so richtig, Ruhe und Raum und kein Chaos oder einen neuen Pulk an Aufgaben und Hausarbeit… leben wir hier offensichtlich in der anderen Hälfte. Zumindest zeitweise.
  • Das Babykind ist nach wie vor ein Klettermax. Sie verbringt wohl mehr Zeit auf allen möglichen Stühlen, Betten und anderen Möbeln als am Boden, und manchmal wackelt sie mit der Lehne hin und her, tanzt vergnügt mit ihren kleinen, tapsigen Füsschen auf der Sitzfläche herum und quietscht dazu ein allerliebstes Babykind-Freuden-Lied, dass einem das Herz im Leibe lacht. Allerdings kann man auch nicht viel anderes tun dabei als lachen und zuschauen. Ausser die Stuhllehne ein bisschen festhalten, vielleicht mit halbem Hintern die Sitzfläche ein wenig mit-beschweren, damit der Stuhl nicht kippt… Kletterverrückte Kinder beanspruchen ganz schön viel Zeit und Aufmerksamkeit, muss ich sagen *Phu*. Aber vielleicht entdeckt sie ja schon bald das Puppenmütterchen in sich, wer weiss…?
  • Hier ist zu viel Glas zerbrochen in letzter Zeit. Wir sind wirklich, wirklich knapp an Gläsern. Gerade läuft der Geschirr-Spühler, der Küchenschrank steht absolut leer, und dort, wo normalerweise die Trinkgläser sind, findet sich bloss Leere und ein wenig Staub. Auch bei den Marmeladengläsern, die ich manchmal zu Trinkgläsern umfunktioniere, herrscht Flaute. Darum die beiden blauen Plastikbecher. Uralt (ca. 20 Jahre?) und aus den tiefsten Tiefen unserer Not-Vorräte (bzw. fürs Picknick, wo wir dann ohnehin immer aus der Flasche trinken). Da fällt mir ein; exakt diese Plastik-Picknick-Becher wollte ich ja schon lange mal entsorgen. Und durch Emaille-Becher ersetzen. Irgendwelche Schweizer Geheimtipps für gutes, Preis-wertes Emaille? (Für alle Deutschen habe ich ja diese Site hier entdeckt. Aber die versenden wohl nicht ausserhalb der EU *snif*)
  • Die Kinder falten kleine Papier-Fliegerchen aus einem Vorlagenheft, lesen sich gerade wieder durch sämtliche Kinderbücher unserer kleinen, hauseigenen Bibliothek, und mein Mädchen bastelt ihre eigenen Bilderbücher (inkl. Buchstabensalat in jeder Lücke, hihi) und ist nicht zu stoppen: Die Wintersaison hat uns voll und ganz eingenommen. Trotz dem ungewöhnlich milden, sonnigen Herbstwetter. Wir rücken näher zusammen und verbringen Nachmittag für Nachmittag gemeinsam, lesen, basteln, hören uns Musik-Kassetten und Kinder-Hörspiele an… und veranstalten ein Durcheinander, dass es kaum zu fassen ist.
  • Meine Nähmaschine steht schon seit Tagen wieder auf dem Wohnzimmertisch. Und doch komme ich nie zum Nähen. Dafür aber zum Stricken! Zwei angefangene Projekte erwarten mich jeden Abend, sobald der Feierabend sich anbahnt (Diese Jacke hier, au ja. Und diese Decke hier, oh, fein!) Und ausserdem bin ich absolut entflammt für mein neuestes Garn (heute erst gekauft!), ein wundervolles, unglaublich schönes, handgesponnenes Garn, einmal fast 200gr. violett-pinkes Merinogarn, einmal beinahe 800gr. halb Alpaca, halb Merinowolle in einer herrlichen erdigen Braun-Melange, ganz so wie ich es liebe. Ich bin hin und weg. Die alte Frau, die dieses Garn gesponnen und an einem Marktstand verkauft hat, staunte nicht schlecht, als ich gleich 3 Mal bei ihr auftauchte und jedes Mal mit noch einem Strang Wolle wieder davonzog. Aber soviel habe ich gelernt: Wenn die Chemie stimmt zwischen mir und einem Garn (oder auch zwischen mir und einem Stück Stoff) dann muss ich zugreifen (auch drei Mal. Oder mehr). Grosszügig sein. Gut zu mir selbst. Denn beim Stricken ist es wie mit allen Dingen, mit denen wir uns umgeben; Das Herz muss entscheiden. Für ein paar Strang handgemachter, absolut hervorragend verarbeiteter und jetzt schon heissgeliebter neuer Lieblingswolle verzichte ich gerne auf ein paar andere, weniger wichtige Dinge und spare dafür, wenn es sein muss. First things first. Immer wieder. So ein wahrer Satz.
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10 Kommentare zu ein Bild erzählt: Sammelsurium

  1. Raniso sagt:

    <3
    Uns geht es gerade genauso mit den Gläsern. Gähnende Leere im Küchenschrank und viele Scherben im Abfall… 🙁
    Ganz liebi grüäss und guät nacht (scho wieder höchsti zii fürs bettli) anja

  2. Wkropka sagt:

    Vielen Dank für dem „emaillen-link“. Uns geht auch langsam alles aus 😉 gestern habe ich beim flohmarkt 2 teller erwischt. Tassen gabs aber leider irgendwie nicht :/ wenn schon, dann nur im set. Ich mag lieber einzelne exemplare 😉
    Mit der Wolle habe ich auch gestern zugeschlagen 😉 die Zeit fehlt aber für das viele stricken und häkeln 😉 und ich habe „nur“ 2 kids 😉
    Schön ist hier bei Dir, ich bleibe für länger 😉
    Grüße

  3. Rita sagt:

    Schau mal da:
    http://madalbal-versand.ch/kuche/emaille-geschirr-kochen-backen.html
    Bei uns herrscht momentan ebenfalls kreatives Chaos….;)
    No ganz en schöne Sunntig!
    herzlich Rita

  4. amselgesang sagt:

    Ich wollte dir eben schon anbieten, die Becher für dich zu bestellen, einzupacken und meinem Mann mitzugeben, wenn er das nächste Mal in die Schweiz fährt (heute z.B. ist er da… und auch sonst immer mal wieder) – und dann für dich zur Post zu bringen. Aber der Link von Rita sieht auch sehr gut aus, nicht?
    Ansonsten: Kletterkinder sind anstrengend, ja – pass gut auf es auf (meine Freundin hatte so eine Klettermäxin und musste sie einmal vom Schaukelgestell, ganz von oben, runterpflücken…). Aber sie sind dafür auch topfit.
    Zeigst uns die neue Wolle mal? Bin wunderfitzig… 😉
    Lieben Gruß, Brigitte

  5. Melonengrün sagt:

    Liebe Bora
    Bei mir sah der Esstisch auch so aus dieses Wochenende…..Nähmaschine in einer Ecke, Kinder mit ihren Werkeleien drum herum…
    Schön, wenn Deine Kleine so ein Klettermax ist. Da wird es Dir sicher nie langweilig:-)
    Ich bekam letzte Woche ein Telefon von der Kindergärnterin, die meinte, sie mache sich Sorgen um unsere Kleinste, sie wäre so ruhig…..da wurde es sogar mir mulmig…..
    Liebe Grüsse
    Sara

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