Wochen-Ende: Anpfiff

An diesem Wochen-Ende…

* … brauchte ich unbedingt, wirklich ganz, ganz un-bedingt eine Pause. Von allem. Und wenn es auch nur ein Dreiviertelstündchen war, in denen das Babykind schlief und die Kinder in ihren Zimmern lasen oder friedlich an ihrer Brio-Bahn-Landschaft bauten… Stille. Stille. Stille. Für mich. Für mich. Für mich. Zum Schreiben. Tagebuch. (Wie lange ist es her, seit ich das zum letzten Mal getan habe? Lange, möcht‘ ich wetten…) Zum Stricken (nur zwei Runden, aber gut getan haben sie trotzdem). Und zum Tagträumen zwischen Näh-Buch-Seiten. Ich werde diese Sehnsucht nach ein wenig Zeit an der Nähmaschine nämlich einfach nicht los…

* … geniesse ich mein lila Zimmer, mein Refugium, so intensiv wie schon lange nicht mehr. Nicht unbedingt zeitlich gesehen, denn meine Tage lassen nicht viel Platz für Pausen, aber emotional, das wohl. Lila, meine Seelenbaumler-Farbe. Und „Sail Away“, eines meiner Lieblingsbilder, von Irena Sophia. Dazu gesammelte Schätze, wie das blassgelbe, spanische Mädchenkleidchen, das ich vor über einem Jahr beim Trödler entdeckt habe, damals, als ich das Babykind noch in mir trug und mir -insgeheim- ein weiteres kleines Mädchen wünschte, eines mit Knubbelbeinchen und ganz viel Babyspeck und weichen, runden Ärmchen… Und was soll ich sagen? Manche Wünsche gehen wirklich in Erfüllung, man will es kaum glauben…

* … stehen Altweibersommerblumen in voller Blüte, von Lila bis Gelb, und ihr Leuchten macht den Abschied vom Sommer so viel einfacher und zuversichtlicher. Dazu dieser strahlend blaue Himmel, eine Sonne, die noch immer genug Kraft besitzt, mir die Wangen zu röten. Unverdrossen, diese Natur, unverdrossen und einfach… mitreissend irgendwie.

* … habe ich 8 Drachen-T-Shirts für Kind2 und seine Mitspieler, die jüngste Mannschaft unseres alljährlichen Grümpis zusammengeschustert. Minimalistisch, ich geb’s zu, die Applikationen sind bloss ganz stümperhaft aufgebügelt und mit keinem einzigen Nadelstich gesichert oder verstärkt…. Aber mehr lag schlichtweg nicht drin. Mit einem zahnenden Babykind Drachensilouetten zu schablonieren oder gar auszuschneiden, das hat mich mehr Nerven gekostet, als ich eigentlich vorrätig hatte. (Daher wohl auch Teil1 dieses Posts). Zwischenzeitlich war echt nicht mehr gut Kirschen essen mit der Frau Kirschkernzeit… aber heute morgen, als ich die T-Shirts ablieferte und sah, mit wie viel Freude und Mannschaftsgeist die kleinen roten und grünen Drachen aufs Fussballfeld getragen wurden, da waren Müdigkeit und Erschöpfung urplötzlich verflogen, weggeblasen mit diesem frischen, kühlen Morgenwind, der den Herbst vor sich her treibt, immer weiter in unsere Richtung…

* … verbrachten wir einen wunderbar vergnügten Sonntag auf dem Fussballplatz, mit einer ganzen Horde ausgelassener Kinder, mit durch die Luft zischenden Bällen und johlenden Eltern. Wobei; Ich selber hab‘ mich ja ziemlich zurückgehalten diesmal. Keine peinlichen Tanz-Einlagen mehr meinerseits (obwohl mein Peter Fox lief mit meinem Lieblingslied). Und auch keine theatralisch demonstrierten Technik-Tipps mitten im Spiel. Und meine Jubelrufe, die waren auch bloss ganz, ganz dezent. Ehrlich. Jedenfalls meistens…

* … habe ich, ganz für mich allein, ein wenig Abschied genommen vom Sommer. Die ersten, braunen Blattknäuel unter den Kastanien sind mir Zeichen genug; es geht wirklich los, ehrlich und wahrhaftig. Auf Wiedersehen Sommer! Und willkommen Herbst, mein Guter…

 

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10 Kommentare zu Wochen-Ende: Anpfiff

  1. Margarete sagt:

    In das Bild mit dem Bild habe ich mich verliebt:)
    Und ein wenig Zeit nur für sich ist wichtig und die soll man sich nehmen – ich wünsche dir viele solche Momente.

    Liebe Grüße

    Margarete

  2. Zwergental sagt:

    Das Bild mit dem Bild ist sehr schön eine schöne Woche für dich .

  3. Kristina sagt:

    Stille. Stille und nochmal Stille. Allein dieses Wort macht sehnsüchtig!!! Es sei Dir gegönnt. Und ich musste sehr schmunzeln bei der Vorstellung einer tanzenden, singenden, antreibenden, Coach-assistierenden, kreischenden Frau Kirschkernzeit. Herrlich!

    Allerliebste Grüsse,
    Kristina ♥

  4. Raniso sagt:

    Buahaha, Frau Kirschkernzeit am Spielfeldrand habe ih mir eh immer ruhig vorgestellt… ab jetzt habe ich ein ganz anderes Bild von dir *grins*
    Ganz liebi grüäss und Energie! anja

  5. Nicole sagt:

    Liebe Kirschkernzeit,

    zunächst mal: Danke für Deinen Blog! Schon lange lese ich hier still mit und lasse mich inspirieren. Und nicht, dass ich nur auf Materielles aus wäre, aber: Welche Schuhe sind das auf dem letzten Bild? Schon lange bin ich auf der Suche nach solchen…

    Liebe Grüße in den Herbst (hier wird’s wohl nochmal ein paar Tage Sommer, mäh)
    Nicole

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