berührt: klein

„Berührt“ heisst für mich;
Einmal pro Woche möchte ich mein Augenmerk auf all die Dinge und Momente richten,
die mich wirklich berühren.
Wo mich etwas  inspiriert, anrührt, wo ich fühle, spüre, zum Denken komme.
Wo sich etwas bewegt, innen im Verborgenen oder ganz greifbar und sichtbar vor meinen Augen.
Mal voller Freude, mal nachdenklich oder sentimental, mal montags, mal sonnabends, wortreich oder stumm…
So wie es im Augenblick gerade richtig scheint.
(Und wer immer mitmachen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.)

Ein leeres Bett, Stille, Ordnung… das weisse Zimmer ist für ein paar Tage verwaist, und es fühlt sich sonderbar an und ein klein wenig traurig, wenn ich durch den Türspalt in die Dunkelheit sehe.
Und sonderbar, sehr sonderbar ist auch, was aus meinem Mädchen wird, meinem grossen, bald 4jährigen Mädchenkind, sobald es in die kühlen Laken seines Bruders klettert und sich einkuschelt für ein bisschen Zeit mit sich allein; klein wird sie plötzlich. So klein.
Als würde sie in den Fussstapfen ihres Bruders stehen. Ihr kleiner, feiner Mädchenfuss in diesem grossen, schweren, festgetretenen Abdruck  11jährigen Lebens.
Wie viel Platz da bleibt. Wie viel Luft. Wie viel Zeit. Wie viel.

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7 Kommentare zu berührt: klein

  1. conny sagt:

    „……….Vergiss es nie:
    Das du lebst, war keine eigene Idee,
    und das du atmest, kein Entschluss von dir,
    Vergiss es nie:
    Das du lebst, war eines anderen Idee ,
    und das du atmest, sein Geschenk an dich.

    Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
    und niemand lächelt so, wie du´s grad tust.
    Vergiss es nie: Niemand sieht den Himmel ganz genau wie du,
    und niemand hat je, was du weißt, gewusst.

    Vergiss es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
    und solche Augen hast alleine du.
    Vergiss es nie: Du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld,
    denn du kannst leben ! Niemand lebt wie du.

    Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
    ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
    Du bist ein Gedanke Gottes –
    Ein genialer noch dazu. DU BIST DU.“

    (Jürgen Werth)

  2. Galina sagt:

    Mir gefällt das Bild sehr ,gemütlich .

  3. Bianca sagt:

    Ja, ich habe auch ganz oft den Eindruck, dass die kleineren Geschwisterkinder immer dem Großen etwas hinterherhängen. Die Großen sind ja oft das Vorbild und auch ein Stückchen Anlehnung für die Kleinen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dein kleines Mädchen die Situation einerseits sehr genossen hat (Ruhe und Zeit für sich selber), auf der anderen Seite aber ihren Bruder vermisst hat…..

    Ganz liebe Grüße
    Bianca

    • Ja, ich glaube, nur wenn die Familie vollständig ist… ist sie eben vollständig 😉 Einerseits gibt es sofort mehr Platz (räumlich, vor allem aber auch sinnbildlich), wenn jemand für eine kurze Weile wo anders ist und die Familie sich vorübergehend verkleinert, und das wird schon auch genossen und genutzt… aber anderereseits sind alle ganz hibbelig vor Freude, wenn Wiedersehen gefeiert werden darf…
      Ich glaube auch, dass sich bei mir die Jüngeren stark an den grossen und meistens auch sehr bewunderten Geschwistern orientieren. Das ist dann immer eine spezielle Beziehung von beiden Seiten aus, und ich finde es absolut spannend, das zu beobachten… Aber ich glaube, wir Eltern vergleichen vielleicht weit weniger als die Kinder selbst, nicht? Andererseits… alles braucht ja seine Relationswerte, um definiert werden zu können… und das ändert sich dann also ganz nach Situation. Mein Mädchen erscheint mir oftmals so gross und vernünftig… bis sie neben meinem wirklich „grossen Grossen“ steht… oder eben in seinem Bett liegt, an seinem Platz, da wo ich normalerweise ihn sehe, mit einem Buch in der Hand. Dann trifft es mich vielleicht wie ein Schlag; zu sehen, wer sie ist, wie sie ist, klein und schutzbedürftig und noch ein Vollblutkind- während er schon langsam, langsam hinüberwächst in die Welt und von uns „Erwachsenen“. Ich glaube, das habe ich gemeint (und gefühlt). Das war es wohl, das mich berührt hat in diesem Augenblick hinter der Kamera…

      • conny sagt:

        …und weil du gesehen hast (indirekt), was noch kommt….nämlich das eure Kleine auch mal groß wird…. es rührt mich auch, wenn ich Dinge bei unserer Kleinen entdecke, die in längst vergessenen Tagen, auch mal die Große getan hat….es ist wie eine Art Spiegelung und doch neu und anders. Man sieht und erinnert sich an die Zeit mit den Großen und zugleich hat man das Jetzt und die Zukunft der Kleinen….

  4. Raniso sagt:

    Ich habe gerade heute meinen Grossen angeschaut, in sein noch so kindliches Gesicht und an die unzähligen „Geniesse es, es geht so schnell vorbei“-Kommentare gedacht. Und dann war ich irgendwie so froh, dass ich da noch mitten drin stecke, dass da wirklich (hoffentlich) noch viel Zeit bleibt…
    Ein stimmungsvolles Bild und die Gedanken so tiefsinnig!
    Ganz liebi grüäss, anja

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