zu meinen Füssen

Im Augenblick habe ich das Gefühl, von frühmorgens bis abends spät auf den Beinen zu sein. Und ich meine das wortwörtlich. Irgendwo ruft immer irgendwer oder irgendwas und kaum habe ich das eine beendet, wartet die nächste Aufgabe. Also mache ich mich auf. Immer wieder. Hundertmal und mehr pro Tag. Als wäre mein Tag eine einzige Wanderung, soweit die Füsse mich tragen…

Und zu meinen Füssen:

Grün und lebendig, in Entfaltung und vollkommen versunken, konzentriert und gelöst, klein und entdeckerfreudig, klar und schön, bunt und inspirierend, ganz alltäglich und vertraut, babyspeckknubbelig und zum anbeissen süss… So viele Szenen, so viele Dinge, Situationen und Momente. Und alle gehören sie mir. Irgendwie. Oder zu mir. Was auch immer ich antreffe, zu meinen Füssen, ist Teil meines Lebens.

Abends dann bin ich oftmals todmüde. In letzter Zeit ganz besonders, vollkommen erschöpft drückt es fast besser aus, würde ich sagen, richtig ausgebrannt manchmal.
Ich denke, Frau Kirschkernzeit braucht eine Pause. Nicht vom Leben, denn das ist zu kostbar, um auf Eis gelegt zu werden und zu flüchtig, viel zu flüchtig, das möchte ich aufsaugen, auskosten, mit-formen. Jeden Tag. So gut wie ich es eben kann im Augenblick.
Eine kleine Pause wird es nur hier geben, denn hierhin fliesst sehr viel meiner ganz persönlichen (und stark limitierten) Ruhe-Zeit. Und ich glaube, die brauche ich, für den Moment, ein bisschen stärker gebündelt im Hier und Jetzt, ausserhalb von Screen und Tastatur…
Ich will sehen, was sich abspielt zu meinen Füssen, mit wachem Geist und weit offenen Augen, sehen, was ich antreffe und erkennen, wo ich gebraucht werde, da sein, mit allen Sinnen. Und dazu muss ich meine Energien bündeln. Ein wenig mehr schlafen, ein bisschen öfters die Füsse hochlegen, lesen, statt zu schreiben, ausruhen statt zu grübeln, gelassener werden, freier, ruhiger…

Doch weil ich es sowieso nicht schaffen werde, das mit der Pause, nicht so konsequent wie ich es mir immer vornehme, habe ich mir eine neue Bilder-Reihe ausgedacht, diesmal wirklich hauptsächlich fotografisch und weniger mit Schwergewicht auf Texte oder sinnbildliche Themen. „Zu meinen Füssen“ wird sie heissen, diese Reihe, mit lauter Bildern von dem, was ich sehe, wenn mein Blick nach unten fällt. Der Boden, auf dem ich stehe, die Arbeiten, die auf mich warten, Brotkrümel, verstreute Nudeln nach dem Mittagessen (wir haben ein ziemlich lebhaftes Baby mit am Tisch, oh ja), Licht, das die Holzdielen erwärmt, Füsse, grosse und kleine, Kinderspiel und Hausarbeit; Ein Grossteil meines Alltages spielt sich am Boden ab. Und wer sieht, was ich sehe, kann mit daraus lesen…

Bis dann also! „Zu meinen Füssen.“
Ich freue mich.

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8 Kommentare zu zu meinen Füssen

  1. Sandra sagt:

    Tolle Idee, ich bin mehr als gespannt.
    Sandra

  2. Galina sagt:

    Meine Füsse sind Abends auch ganz müde und die Nacht ist so schnell vorbei ,mann hat so viel im Garten zu tuen nun ich denke so ist das ihm Sommer .Deine Decke ist so schön ich glaube das Kriege ich niemals so hin,bin ganz begeistert .Leg die Füsse hoch Bora

  3. Isla sagt:

    Hallo Bora,
    nimm dir Zeit, dich hinzusetzen und den Dingen einfach ihren eigenen Lauf zu lassen. Ich kenne das, mit dem umhereilen – hier wird man gerufen, dort wird man gebraucht, das wollte man noch fertig machen, und der Garten ist auch noch da… Aber ich habe keine Lust, im Eiltempo durchs Leben zu schliddern, und abends nur noch k.o. ins Bett zu fallen (manchmal ist das sehr schön, so befriedigend, aber nicht jeden abend, bitte!;-)
    Es gibt so viele schöne Dinge, manches kann man nur in Ruhe genießen, und es tut mir gut, hin und wieder einfach stehen zu bleiben, oder mich hinzusetzen und die Füße hochzulegen.
    Kennst du das Buch: „Leitfaden für faule Eltern“? Das ist wirklich nett zu lesen, und hat mich tatsächlich dazu herausgefordert, öfter auch mal ‚faul‘ zu sein.
    Das ist einfach wunderbar – und man tankt schneller auf, als man denkt. 5 Minuten hier, 10 Minuten da, oder eine halbe Stunde Mittagsruhe…
    Der Abend, der mir dann bleibt, hat dann eine ganz andere Qualität – und das einfach so schön, und beeinflusst wiederum auch den nächsten Tag. 🙂

    Ich freue mich auf Deine Fotoreihe!
    Liebe Grüße,
    Isla

  4. Lajulitschka sagt:

    Wunderbar geschrieben, wunderschöne Bilder, ich warte gerne. Ruh dich aus und genieße das Leben.
    Liebe Grüsse, Lajulitschka

  5. Micha sagt:

    Die Füße-Bilder gefallen mir jetzt schon sehr gut!
    LG, Micha

  6. Judith sagt:

    so eine schöne pausenfüller-idee!

  7. Raniso sagt:

    Die Idee gefällt mir ausserordentlich gut! Mir geht es ganz gleich, meine Füsse schmerzen abends jetzt immer sehr – auch ich werde wohl älter 😉
    Irgendwie konnte ich bei deinem letzten Eintrag keinen Kommentar hinterlassen, dabei kam mit dein Post so bekannt vor. Vielleicht darf man nur so und so viele Kommentare verfassen und dann ist fertig?! 😉
    Ganz liebi grüäss, anja

  8. Pingback: ein Bild erzählt | Kirschkernzeit

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