Im Kindergarten

Nur noch wenige Tage.
Dann endet für Kind2 die Kindergarten-Zeit. Von diesem Augenblick an wird er kein Kindergarten-Kind mehr sein, sondern ein Schüler, mit Schulthek, Hausaufgaben und einem fixen Stundenplan, an den wir uns wohl alle noch gewöhnen müssen.
Kindergarten-Jahre sind so … anders, anders als alles, was kommt, freier, reicher… Sie leben von Magie und Staunen
Unsere Kindergärterin ist jung, eine kleine, zierliche Frau, die absolut und mit Herz und Seele da ist für „ihre“ Kinder, und die Morgen und wenigen Nachmittags-Stunden im Kindergarten mit einem ganz besonderen, warmen Zauber erfüllt, wo Geschichten noch lebendig werden und in jedem Kind -selbst im nüchternsten- ein Funken überspringt, der wärmt und Wachstum bringt, während sie gemeinsam Märchenwelten entdecken -oder auch ganz reale Wesen und Orte dieser Erde- und dabei lernen, wie schön, wie vielfältig und spannend die Welt doch ist. Die Welt da draussen vor unserer Haustüre, aber auch die Welt ganz tief in uns drin.
Es gibt noch so viel zu erfahren, so viel zu lernen… Für uns alle eigentlich…
Nur noch wenige Tage. Leben im Countdown.

Ich und das Babykind durften gerade einen ganzen Morgen im Kindergarten verbringen. Als wären wir selber noch (oder schon) richtige Kindergarten-Kinder. Geschichten hören, Kinderkunst bewundern, im „Schneckenparadies“ Schnecken füttern, uns anstecken lassen von der Lebenslust und Entdecker-Freude der wuselnden Kinderschar rund um uns herum… Und wie jedes Mal, wenn ich eintauche in diese noch … ein Stück weit „heile“ Welt, bin ich voller Staunen und Dankbarkeit, dass es so etwas immer noch gibt, trotz Fernseher, Handys, Gamekonsole.
Nur noch ein paar Tage…
Oh ja, ich bin dankbar dafür, für jeden einzelnen dieser Tage, für dieses Engagement, für das ganze Herzblut, das in die letzten beiden Jahre geflossen ist und unseren Kindern, auch Kind2, so viel Neues und Bewegendes gebracht hat. Fertigkeiten, die geübt wurden, Geschichten, die gehört, Zusammenhänge, die offenbar wurden. Neue Freundschaften, neuer Mut, kleine Streitereien und Wege, sie zu lösen, Schwierigkeiten und Möglichkeiten, sie zu überwinden, Herausforderungen und Erfolge, Entdeckungen- und immer und immer wieder Oasen des Spiels, Oasen der Fantasie, eine neue, eigene Welt fernab von zuhause, ausserhalb des Altbekannten, erste beherzte Schritte hinaus ins eigene Leben…
Nur noch wenige Tage. Eine Handvoll Kindergarten-Tage. Mehr nicht. Dann schliesst sich dieses Fenster für Kind2. Eine Tür fällt zu. Und eine neue wird aufgehen.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Dieser Beitrag wurde unter besondere Tage, Dankbarkeit, Familienalltag, Kinder veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Kommentare zu Im Kindergarten

  1. Galina sagt:

    Oje ich hatte immer Herzschmerz wen die Kindergartenzeit zu Ende ging ,würde gern die Zeit mal anhalten aber es nimmt alles seinen lauf .Aber für uns Muttis ist das schwer .Ich wünsche euch eine schöne und Kindergarten ähnliche Schulzeit .

  2. In meiner Vorstellung ist das keine Tür sondern ein riesiges Tor. Kind2 ist sicher voller Vorfreude und bereit für den neuen Abschnitt.
    Die Kindergartenfotos (Kindi hieß das bei uns) erzählen ja auch schöne Geschichten. Und Deine Worte die sind einfach zauberhaft.
    Sorry wenn Dich meine Schwärmerei unter Deinen Beiträgen langsam anödet, aber es ist mir jedesmal so eine Freude.
    Lieben Gruß!

    • Raniso sagt:

      Hihi, ich bin froh, dass es nicht nur mir so geht mit der Kirschkernzeitwortkünstlerschwärmerei 😉
      Schön beschreibst du das, Bora und die Bilder vom Chindsgi sind ja zauberhaft. Mir gefällt vor allem die Fensterfront zum Garten!
      Ich bin froh, steht bei uns dieser Schritt noch nicht an… Noch ein Jahr Kinderparadies mindestens 😉
      Ganz liebi grüäss, anja

  3. brigitte sagt:

    Das muss ein guter Ort sein, euer Kindergarten, mit einer so warmherzigen „Gärtnerin“, welche die jungen Pflänzchen so liebevoll führt und begleitet! Ich kenne deine Gefühle von mir selber, und ich beneide dich ein bisschen :-), weil du ja noch zwei Kleine hast, durch die du mit dieser „magischen“ Kindergartenwelt noch eine Weile verbunden bleiben kannst. Das tut dem eigenen „inneren Kind“ so gut, dieses Teilhaben an der Welt der Kinder – die ja ganz, ganz tief drinnen auch immer noch ein Stück weit unsere eigene ist, aus der man nie endgültig auszieht.
    (Inzwischen komme ich mir manchmal fast „kindlicher“ vor als meine großen Söhne, die so erwachsen sind, wie man das mit 15 oder 18 oder 20 eben ist… ;-)).
    Genieße die Zeit mit den Kleinen (trotz aller Mühen) und freu dich an den Fortschritten deiner Großen (aber das tust du ja schon).
    Ganz herzliche Grüße,
    Brigitte

  4. Birte sagt:

    Liebe Bora,
    uns geht es gerade ähnlich. Und mein kleiner, großer Sohnemann kämpft mit sich und seiner Umwelt. Der eine Schuh zu klein, der andere macht einen Schritt ins Ungewisse. Er will jetzt in die Schule, er ist bereit – mit dem Abschlussfest am Wochenende wird für ihn der Schnitt vollzogen. Wie eine zweite Abnabelung. Auch ich muss wieder lernen, ihn ein Stück weiter in die Welt hinaus ziehen zu lassen. Gar nicht so leicht für ein Mutterherz.
    Glücklicherweise darf mein Mädchen noch weiter in unseren Kindergarten gehen, denn ich würde all das wirklich sehr vermissen. Wir sind – als Elterninitiative – eine recht enge Gemeinschaft, dort sind viele liebe Menschen, Freundschaften und zwei tolle Erzieher. Die beiden leisten eine unglaublich gute Arbeit, sind so kreativ, lustig und schaffen es, dass alle Kindern stolz und mit geradem Rücken, selbstbewusst in die Welt hinausgehen können.
    Sei lieb gegrüßt, Birte

  5. Micha sagt:

    Ich finde auch, dass die Kindergartenzeit eine ganz besondere ist – schade, wenn sie zu Ende geht. Linnea trauert ihrem Kindergarten auch nach fast einem Jahr Schule immer noch hinterher. Aber du hast ja auch noch ein Kind, das die Kindergartenzeit noch vor sich hat 🙂
    LG, Micha

  6. Miriam sagt:

    Das hört sich wirklich nach einer tollen Kindergartenzeit an. Ist die Kindergartenzeit bei euch immer so „kurz“, also nur 2 Jahre? Bei uns sind es 3-4 Jahre.
    Und ja, dieser Schritt in die Schulwelt ist schon groß und eine gewaltige Umstellung. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder auch dankbar sind für diesen Schritt und auch etwas Neues wollen. Und sich so groß fühlen damit.
    Und die „Oase“ kann auch von einer guten Lehrerin noch bewahrt werden. Und Zuhause sowieso. Das machst du ja so wundervoll, Bora.
    Liebe Grüße.

    • Ja, hier gehen die Kinder frühestens mit 4 Jahren in den Kindergarten und bleiben jeweils 2 Jahre, dann geht es ab in die 1. Klasse. Vorher gibt es keine reguläre Kinderbetreuung ausser Haus (Gottseidank!) und wenn Eltern ihr Kind fremdbetreut haben müssen/möchte, dann brauchen Sie einen Krippenplatz oder -wenn es sich nur um einen oder 2 Morgen mit wenigen Stunden pro Woche handelt, einen Spielgruppen-Platz. Beides organisieren und bezahlen Eltern jeweils selber, da sind wir hier in der Schweiz noch ziemlich frei, worüber ich unheimlich froh bin (bzw. manche fühlen sich da auch, zu wenig vom Staat unterstützt, je nach Familiensituation und persönlicher Einstellung eben). Du hast sicher Recht, ich finde auch, dass die 1. Klasse noch eine ganze Menge dieses Kindsgi-Zaubers bewahren kann, wenn es ihr am Herzen liegt… aber anders ist die Schule schon, oder? Plötzlich aufflammendes Konkurrenz-Denken, ein viel stärker wahrnehmbarer Leistungs-Druck und das Schwergewicht auf rationales Denken und eine rasche Aufnahme-Fähigkeit, wo vorher vor allem Spiel, Fantasie, Hand-Arbeit und das „Ich und Du“ im Vordergrund standen… Aber Kind2 freut sich sehr auf die Schule! Er war immer einer der nüchterneren Kinder und sichtbar erleichtert, dass jetzt endlich mal „seine“ Themen dran kommen, hihi, also logisches Denken und Zahlen. (Wobei, die Kindergärtnerin hier ist echt toll, sie hat sogar Schlangen und Echsen und so behandelt, inkl. Besuch in einem schlangenzoo… DAS fand er natürlich auch wahnsinnig faszinierend…) Danke für dein Lob!!! Tut immer wieder gut;-)

      • Miriam sagt:

        Hui, ich wünsche deinem Sohn, dass seine Erwartungen an die Schule erfüllt werden!!!! 🙂
        Wie seltsam das ist, dass ihr so ein anderes Betreuungssystem habt als wir in D, dabei ist das in D ja auch seeeeehr unterschiedlich- je nachdem, in welchem Bundesland man wohnt.
        Allerdings wird hier tatsächlich auch ein Druck aufgebaut, sein Kind früh betreuen zu lassen- weil es eben möglich ist! Ich bin leider die totale Ausnahmemama aus allen Krabbelgruppen- weil ich noch nicht arbeite. Alle anderen Mütter gehen wieder arbeiten und somit lösen sich die Gruppen natürlich auf, was für Mütter wie mich dann sehr schade ist!
        Ich finde es toll, dass Du deine Kinder so lange zu Hause läasst. Mir steht da gerade noch ein enormer innerlicher Kampf bevor :-/ Denn der Zwerg ist in der Krippe angemeldet…doch mein Herz will das gar nicht so sehr…
        Miriam

  7. Hach ja, ich fühle mit dir. Immerhin hast du schon einmal geübt. 🙂 Bei uns bricht gerade für den Großen der letzte Monat im Kindergarten an und wir dürfen schon hier und da in die Schule gucken, Schulsachen kaufen, die Zuckertüte planen … Ein Abschied und ein Neuanfang, vor dem mir manchmal so ein bisschen graut. Der ganze Alltag muss neu organisiert werden. Und hoffentlich ist die Schule gut zu meinem großen Jungen, fördert seinen Wissensdurst und seine Kreativität, statt beides kaputtzumachen …

    LG Doro

  8. Kristina sagt:

    bin so berührt, immer wieder von deinen beiträgen. mein mädchen knubbelt im übrigen ganz genau wie deins…und ist ihr auch ansonsten so ähnlich hihi. ich sende dir grüße vom rhein, kristina

  9. das hast du so schön geschrieben!

    hier stehen die letzten tage kindergarten überhaupt vor der tür, und ich bin manchmal soooo melancholisch! andererseits auch total froh über so große kinder (und die freiheiten, die sie mir ermöglichen). und gaaaanz vorfreudig auf all das neue, was da kommen wird (denn meine jüngste wird eine andere schule besuchen als die beiden großen).

    alles liebe!

  10. Isla sagt:

    Hallo Bora,
    meine Jüngste hatte am Mittwoch ihren allerletzten Kindergarten-Tag. Auch ein komisches Gefühl. Denn meine Tochter hat wirklich SEHR lange gebraucht, um gern in den KiGa zu gehen – ganz oft hat sie gefehlt und wollte lieber zu Hause in Ruhe spielen. Erst in den letzten Monaten hat sie so richtig Fuß gefasst. Und jetzt ist die Kindergartenzeit schon vorbei.
    Auf der einen Seite fühle ich ein ‚Gottseidank‘ – denn unsere Schule ist freier, als der angrenzende Kindergarten, bietet viel mehr Möglichkeiten und lässt den Kindern noch mehr ihre Individualität. Auf der anderen Seite wird mir natürlich bewusst, wie groß meine Kleine jetzt schon ist, und dass es eben kein Stillstehen gibt, dass es vorwärts geht – manchmal für mich viel zu schnell.
    Aber jede Lebensphase hat ja etwas spannendes, und daher freue ich mich schon auf das Neue, was da auf meine Tochter zukommt. 🙂

  11. MamEla sagt:

    Zum Glück haben wir noch ein Jahr Zeit, aber auch ich werde bei jedem neuen Abschnitt melancholisch…
    Ein schöner Film über eine tolle Kindergärtnerin, die ihren Beruf als Berufung versteht, heißt: „Lisette und ihre Kinder“. Vielleicht hilft das ja, beim Abschiednehmen…

    Liebe Grüße,

    MamEla

Schreibe einen Kommentar zu Frau Kirschkernzeit Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.